Ryzen 5 2600: Als Sample taktet AMDs 6‑Kern‑CPU 200 MHz höher

Michael Günsch 272 Kommentare
Ryzen 5 2600: Als Sample taktet AMDs 6‑Kern‑CPU 200 MHz höher

In der Benchmark-Datenbank von Sisoftware wurde ein AMD Ryzen 5 2600 entdeckt. Die CPU dürfte in die Fußstapfen des Ryzen 5 1600 treten und ist als Teil des für April erwarteten Ryzen-Refresh einzuordnen. Der Chip besitzt wie der Vorgänger 6 Kerne und 12 Threads, bietet aber 200 MHz mehr Takt.

Der Chip trägt die Kennung ZD2600BBM68AF_38/34_Y, woran sich bereits diverse Details ableiten lassen. Nach bisherigem Schema steht das „Z“ für Qualification Sample, was auf ein seriennahes Produkt hinweist. Das „D“ steht für Desktop. „BB“ bedeutet eine TDP von 65 Watt und das „M“ steht für den Sockel AM4. Die durch einen Schrägstrich getrennten Zahlen sollten für den Boost-/Basistakt stehen, der demnach 3,8/3,4 GHz beträgt.

AMD Ryzen 5 2600 als Qualification Sample mit 3,4 GHz
AMD Ryzen 5 2600 als Qualification Sample mit 3,4 GHz (Bild: Sisoftware)

Die 3,4 GHz nennt auch der Eintrag bei Sisoftware. Sollte das finale Produkt in Form des Ryzen 5 2600 so hoch takten, würde das ein Plus von 200 MHz gegenüber dem Ryzen 5 1600 (Test) bedeuten. Auch der Boosttakt würde 200 MHz höher liegen.

Ryzen 7 und Ryzen 5: Spezifikationen im Vergleich
Kerne/Threads Takt Basis Turbo
1 – 2 / 3+ Kerne
XFR L3 TDP
Ryzen 7 1800X 8 / 16 3,6 GHz 4,0 / 3,7 GHz 100 MHz 16 MB 95 Watt
Ryzen 7 1700X 8 / 16 3,4 GHz 3,8 / 3,5 GHz 100 MHz 16 MB 95 Watt
Ryzen 7 1700 8 / 16 3,0 GHz 3,7 / 3,2 GHz 50 MHz 16 MB 65 Watt
Ryzen 5 1600X 6 / 12 3,6 GHz 4,0 / 3,7 GHz 100 MHz 16 MB 95 Watt
Ryzen 5 2600* 6 / 12 3,4 GHz 3,8 / ? GHz ? MHz 16 MB 65 Watt
Ryzen 5 1600 6 / 12 3,2 GHz 3,6 / 3,4 GHz 100 MHz 16 MB 65 Watt
Ryzen 5 1500X 4 / 8 3,5 GHz 3,7 / 3,6 GHz 200 MHz 16 MB 65 Watt
Ryzen 5 1400 4 / 8 3,2 GHz 3,4 / 3,2 GHz 50 MHz 8 MB 65 Watt
*Modell und Daten noch nicht offiziell bestätigt

Dass AMD die Desktop-CPUs der Serie Ryzen 2000 mit höheren Frequenzen als bei den Ryzen 1000 in den Markt entlässt, ist zu erwarten. Die „Ryzen 2“ werden nämlich im jüngeren 12-nm-Prozess (12LP) von Globalfoundries hergestellt, bei der ersten Generation kommt dagegen noch ein 14-nm-Verfahren (14LPP) zum Einsatz. Mit dem neueren Herstellungsverfahren verspricht der Auftragsfertiger ein Leistungsplus von bis zu zehn Prozent.

Mehr Takt für Ryzen 2 auf Basis von „Zen+“ – so nennt AMD den Architektur-Shrink von 14 auf 12 nm – hatte AMD bereits angekündigt. Zudem soll es kleinere Anpassungen am Cache, der Latenz und dem Speichercontroller geben. Nähere Details zu der auf diese Weise aufgefrischten Zen-Architektur gibt es aber bisher nicht.

Neben dem Ryzen 5 2600 mit sechs Kernen sind weitere Modelle mit 4, 6 oder acht Kernen zu erwarten, die sich voraussichtlich in die Unterserien Ryzen 3 2000, Ryzen 5 2000 und Ryzen 7 2000 einordnen werden und damit dem vorherigen Namensschema folgen. Der Sockel bleibt mit AM4 der gleiche und auch ältere Mainboards mit einem Chipsatz der 300-Serie sollen per BIOS-Update die neuen AMD-CPUs unterstützen. Parallel zum Marktstart der Ryzen 2 sollen aber auch neue AM4-Hauptplatinen mit neuen Chipsätzen der 400-Serie erscheinen.

Asus Crosshair VII Hero
Asus Crosshair VII Hero (Bild: Sisoftware)

Das besagte System in der Sisoftware-Datenbank nutzt ein Asus Crosshair VII Hero, bei dem es sich um ein kommendes Modell mit X470-Chipsatz handeln dürfte. Gigabyte hatte auf der CES bereits ein X470-Mainboard der Serie Aorus Gaming 7 gezeigt. Sowohl die Ryzen-2000-CPUs als auch die neuen Mainboards sollen im April den Markt erreichen.