Dell: „Erwarten Sie nicht viele AMD CPUs in unseren Produkten“

Frank Hüber 165 Kommentare
Dell: „Erwarten Sie nicht viele AMD CPUs in unseren Produkten“
Bild: AMD

Im Interview mit Channel Pro sagt Dell-CTO John Roese, dass man auch in Zukunft nicht viele AMD-CPUs in Dell-Produkten erwarten dürfe. Auch die aktuelle Ryzen-Produktreihe des CPU-Herstellers, durch die wieder schwarze Zahlen geschrieben wurden, ändere daran nichts.

AMD habe zwar mit Ryzen ein paar interessante Ideen eingebracht und man werde sie auch ins Portfolio aufnehmen, doch man dürfe sich nicht vertun: Intel bleibe weiterhin der „dominante Player“ auf dem Markt, so der technische Direktor, AMD hingegen der Herausforderer, der einige sehr gute Innovationen gebracht habe, aber die Lücke zwischen beiden in Bezug auf Marktanteil und Anwendungsfälle sei weiterhin enorm. Das Portfolio von Dell werde sich deshalb nicht stark verändern. „Erwarten Sie in näherer Zukunft kein Duopol.

Auch AMDs neue CPU-Prozessor-Reihe Epyc, basierend auf der Zen-Architektur, die der Konzern Mitte des letzten Jahres veröffentlicht hatte, sieht Dell somit nicht auf Augenhöhe mit Intels Prozessoren. Den Hardware-Experten François Piednoël wundert das nicht, da Epyc gerade im Bereich der synchronisierten Workloads, wie sie bei großen Datenbanken gefordert sind, schwächele. Man solle daher nicht immer nur Benchmarks betrachten, bei denen mehrere Instanzen unabhängiger Workloads zum Einsatz kämen, so Piednoël.

Insgesamt sei außerdem, laut Roese, auch das im Vergleich zu AMD deutlich breitere Produktportfolio von Intel ausschlaggebend. Dennoch bietet Dell AMDs Epyc-Prozessoren in den eigenen High-End-Servern der PowerEdge-Serie in drei Klassen an. Es ist das erste Mal, dass Dell-PowerEdge-Server auch auf Prozessoren von AMD setzen. Wichtiger als für Dell ist dieser Schritt jedoch für AMD gewesen.

Weitere Intel-CPUs in den Startlöchern

Unabhängig von Dells Plänen, stehen bei Intel bereits für Anfang April die nächsten CPUs auf Basis der Coffee-Lake-Architektur in den Startlöchern, um das Portfolio noch breiter zu gestalten.