Intel Optane SSD 800P im Test: 3D-XPoint-SSDs mit 58 oder 118 GB Kapazität für M.2

Volker Rißka et al. 41 Kommentare
Intel Optane SSD 800P im Test: 3D-XPoint-SSDs mit 58 oder 118 GB Kapazität für M.2

tl;dr: Intels Optane-SSD-Familie debütiert mit der 800P im Massenmarkt. Die Laufwerke für M.2 versprechen theoretisch die gleichen Vorteile wie die High-End-Lösungen 900P und 4800P, müssen sich allerdings mit PCI Express x2 begnügen. Das eigentliche Problem sind aber Kapazität und Preis.

Intel Optane SSD 800P mit 58 und 118 GByte

Intels neue Einsteigerlösung auf Basis von 3D XPoint für den Massenmarkt ist da. Nach den High-End-Modellen Intel Optane SSD DC P4800X (Test) für Firmen und Intel Optane SSD 900P (Test) für Enthusiasten ist auch die Serie Optane 800P wieder eine echte SSD. Optane Memory (Test) war im Jahr 2017 als Caching-Lösung konzipiert worden – mit wahlweise 16 oder 32 GB Speicher.

Weit davon entfernt ist die Intel Optane SSD 800P mit vorerst 58 oder 118 GB allerdings nicht. Sie soll deshalb, so Intel, in erster Linie als Boot-Laufwerk zum Einsatz kommen und nicht als schneller Datenspeicher für weitere Anwendungen und Daten. Doch auch das ist leichter gesagt als getan.

Die Optane 800P ist mit ihrer Kapazität, dem PCIe-x2-Interface über den M.2-Anschluss und ihrem Preis nämlich nicht nur nicht die größte, sondern auch nicht die schnellste und auch nicht die günstigste Lösung im sehr hart umkämpften Markt für Einsteiger-SSDs.

Um entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten, hat Intel der Redaktion vor nicht einmal zwei Tagen überraschend gleich drei Testmodelle geschickt: Zwei 118-GByte-Varianten für den Einsatz im RAID-Verbund sowie das kleinere 58-GByte-Modell. ComputerBase hat die Optane SSD 800P auf dieser Basis getestet.

Intel Optane 800P: Modelle mit 58 und 118 GB verfügbar
Intel Optane 800P: Modelle mit 58 und 118 GB verfügbar

Das steckt hinter Intel Optane und der 800P

Mit dem von Intel und Micron vorangetriebenen Wechsel vom Speichertyp NAND-Flash auf 3D XPoint erreicht eine neue Generation von SSDs den Markt. 3D XPoint ist NAND-Flash in puncto Latenz deutlich überlegen, kann direkt überschrieben werden, ohne dass Speicherzellen zuvor gelöscht werden müssen, und soll auch weitaus haltbarer sein. Der Speicher, der sich „3D Crosspoint“ ausspricht, ist allerdings deutlich teurer als NAND-Flash und bisher kein Ersatz für den Massenmarkt.

Das Debüt feierte 3D XPoint mit dem ersten Mitglied aus Intels Produktfamilie Optane: Unter dem Namen Optane Memory (Test) wurden zunächst M.2-SSD-Module mit geringer Speicherkapazität von 16 und 32 GByte angeboten. Im Tandem mit Caching-Software sollen diese vornehmlich kompatible Systeme mit einer HDD als Massenspeicher beschleunigen, indem Daten im Optane Memory zwischengespeichert werden. Der Optane Memory lässt sich aber auch als kleines Systemlaufwerk nutzen, dann entfällt sogar die Beschränkung auf aktuelle Plattformen. Nur der Speicherplatz genügt in fast allen Fällen nicht.

Optane Memory, Optane SSD 4800X und 900P legen den Grundstein

Hier schafften die echten Optane-SSDs Abhilfe, die zunächst in Form der Optane P4800X (Test) als Enterprise-SSDs für Server erschienen und mit bis zu 750 GByte zum stolzen Preis von rund 3.000 US-Dollar angeboten werden. Mit der Optane SSD 900P (Test) folgte die erste echte 3D-XPoint-SSD für Verbraucher. Technisch nahe mit der P4800X verwandt, liefert sie ein ähnliches Leistungsniveau bei leicht abgespecktem Funktionsumfang und geringerer Schreibgarantie – bei geringeren Preisen. Doch sind 340 Euro für 280 GByte Speicherplatz immer noch relativ viel Geld, wenn man dafür auch eine herkömmliche SSD mit 1.000 GByte bekommt, die im Alltag selten spürbar langsamer ist.

Optane SSD 800P als schnelle Einsteigerlösung

Der Neuling heißt Optane SSD 800P und soll die Lücke zwischen Optane Memory und Optane SSD 900P schließen – leistungstechnisch und preislich. Auch dahinter verbirgt sich eine PCIe-Lösung, wie Optane Memory wird sie über den M.2-Slot angesprochen. Der M.2-Anschluss ist mit B- und M-Key versehen, wie es bei vielen älteren SATA-Modellen der Fall ist. Doch ist für die Nutzung zwingend ein PCIe-M.2-Slot erforderlich.

Offizielle Spezifikationen

Beim sequenziellen Lesen soll die PCIe-x2-SSD 1.450 MB/s erreichen und damit fast das maximal Mögliche aus der Anbindung ziehen. Die Schreibraten sind wie bei Optane Memory weitaus geringer, was der mangelnden Parallelität durch lediglich zwei Speicherchips geschuldet ist. Die niedrige Latenz beim Lesen ist die wesentliche Stärke, schreibend können NVMe-SSDs mit NAND-Flash auf dem Papier mit den Werten mithalten. Denn auch die Optane SSD 800P basiert nach wie vor auf der ersten Generation des 3D XPoint, Details zum Controller nennt Intel auch heute noch keine.

Optane SSD 800p 58 GB Optane SSD 800P 118 GB Optane Memory 16 GB Optane Memory 32 GB
Formfaktor M.2 2280
Schnittstelle PCIe 3.0 x2
Seq. Lesen (max.) 1.450 MB/s 900 MB/s 1.350 MB/s
Seq. Schreiben (max.) 640 MB/s 145 MB/s 290 MB/s
Random Read 340.000 IOPS 190.000 IOPS 240.000 IOPS
Random Write 140.000 IOPS 35.000 IOPS 65.000 IOPS
Latenz Lesen 6,75 µs 7 µs 9 µs
Latenz Schreiben 18 µs 18 µs 30 µs
Leistungsaufnahme (Idle) ? Watt 1 Watt
Leistungsaufnahme (aktiv) 3,75 Watt 3,5 Watt
Garantierte Schreibmenge 365 TByte 182,5 TByte
Garantie 5 Jahre

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