Battlefront 2: EA will aus Lootbox-Debakel gelernt haben

Peter Bellmann 122 Kommentare
Battlefront 2: EA will aus Lootbox-Debakel gelernt haben

Bereits die Veröffentlichung der Beta von Star Wars: Battlefront 2 war für Publisher Electronic Arts ein PR-Desaster, da die aggressive Vermarktung von Ingame-Vorteilen wie Lootboxen zu viel Kritik von Fans und Medien führte. Patrick Söderlund, erst kürzlich zum Chief Design Officer ernannt, gelobt Besserung.

Ich würde euch anlügen, wenn ich sage, dass das was mit Battlefront und rund um Lootboxen geschehen ist keine Auswirkungen auf EA als Unternehmen und uns als Management hat. Wir können davor zurückschrecken und so tun als ob es nie geschehen ist, oder wir handeln verantwortlich, realisieren dass wir einige Fehler gemacht haben, beheben diese und lernen von ihnen.

Patrick Söderlund

Lootboxen, „um uns das leisten zu können“

Während die meisten Unternehmen Mikrotransaktionen und Lootboxen ausschließlich für kosmetische Dinge einsetzen, plante EA bei Battlefront 2 den direkten Einsatz für Ingame-Vorteile wie stärkere Waffen, auch für den Multiplayer. „Wir hatten die Absicht, das mehr Leute [das Spiel] über einen längeren Zeitraum hinweg spielen. Und wie bei vielen anderen Titeln da draußen, hatten wir die Idee, dafür etwas zurückzubekommen, um uns das leisten zu können.“, sagt Söderlund über den Beweggrund, Lootboxen in Battlefront 2 einzusetzen.

Branchenweite Reaktionen

Electronic Arts Firmenpolitik bei Battlefront 2 verursachte nicht nur bei Spielern und Medien eine Welle an Reaktionen. Lootboxen und Mikrotransaktionen rücken seitdem auch immer mehr in den Fokus staatlicher Behörden, selbst in Deutschland schaltete sich der Jugendschutz ein.

Nachdem Lizenzgeber Disney selbst zum Release bei EA interveniert haben soll, um den Ingame-Shop aus Reputationsgründen zumindest temporär zu entfernen, wurde das Progression-System mittlerweile voll umfänglich überarbeitet und die Spieler würden dies honorieren. Dies sieht Söderlund vor allem darin, dass die Zahl der Aktiven in Battlefront 2 wieder ansteigt. „Das bedeutet nicht, dass wir aufhören. Wir werden das Spiel weiter verbessern, weiter vorantreiben und wir müssen sehr vorsichtig sein, was das für zukünftige Produkte bedeutet.“.

Während die Mikrotransaktionen in der nächsten Woche endgültig wieder Einzug in Battlefront 2 halten sollen, wenn auch nur für kosmetische Items, sollten Spieler nicht erwarten, dass sich am generellen Fokus von EA diesbezüglich etwas geändert hat. Laut dem letzten Geschäftsbericht machen Mikrotransaktionen und andere Einnahmequellen nach dem eigentlichen Kauf eines Spiels mittlerweile 64 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Anthem muss ein finanzieller Erfolg werden

Es ist davon auszugehen, dass auch Anthem, Electronic Arts Konkurrenz zu Activisions Destiny 2 und derzeit bei Bioware in Entwicklung, über derartige Bezahlinhalte verfügen wird. Biowares letztes Spiel Mass Effect: Andromeda, konnte die Erwartungen der Investoren ebenso wenig erfüllen wie zuletzt Battlefront 2. Dies führte dazu, dass der Druck auf Bioware zuletzt stark gestiegen ist, ein finanziell erfolgreiches Spiel zu veröffentlichen. Electronic Arts ist dafür bekannt, Studios erfolgloser Projekte zu schließen.