Motorola Moto G6 im Test: Für 249 Euro eines der besten Smartphones 3/3

Nicolas La Rocco 216 Kommentare

Akku für zwei Tage

Gegenüber dem Moto G5 hat Motorola den Akku von 2.800 mAh auf 3.000 mAh aufgestockt. Damit liegt dessen Nennladung nun auf dem Niveau des Moto G5 Plus. Von diesem Smartphone hat das Moto G6 allerdings auch geerbt, dass der Akku nicht länger durch den Nutzer ausgetauscht werden kann. Dafür ist die modernere 14-nm-Fertigung des Snapdragon 450 im Vergleich zur 28-nm-Produktion des Snapdragon 430 aus dem Moto G5 mit in das Moto G6 gewandert. Zuvor war diese dem Moto G5 Plus mit Snapdragon 625 vorbehalten.

Im Streaming-Test mit der YouTube-App bei einer kalibrierten Display-Helligkeit von 200 cd/m² läuft das Moto G6 eine Viertelstunde länger als das Moto G5. Das ist zwar kein nennenswertes Plus, jedoch müssen beim Display des Moto G6 auch 12,5 Prozent mehr Pixel als noch beim Moto G5 befeuert werden. Unter Berücksichtigung des 7 Prozent größeren Akkus und des etwas sparsameren SoCs ist die leicht verbesserte Streaming-Laufzeit eine gern genommene Dreingabe.

Aussagekräftige Benchmarks mit dem PCMark Work 1.0 konnten aufgrund wiederholter Abstürze der Anwendung inmitten des Akkutests nicht durchgeführt werden.

Ausgesprochen gut hat das Moto G6 bei der Nutzung im Alltag abgeschnitten. Im Test konnte das Smartphone unter der Woche bei moderater Nutzung problemlos wiederholt zwei Tage am Stück genutzt werden. Dabei fiel die Screen-on-Zeit mit rund drei Stunden zwar nicht besonders hoch aus, allerdings mussten keine Einschränkungen bei der Nutzung von mehreren E-Mail-Konten, WhatsApp oder Facebook gemacht werden.

Aufgeladen wird das Moto G6 über USB Typ C
Aufgeladen wird das Moto G6 über USB Typ C

Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass die Laufzeiten am Wochenende schlechter ausfallen, da dann anders als in der Redaktion für Dinge wie E-Mail, Twitter oder Facebook nicht auf den Desktop-Rechner ausgewichen werden kann. Dennoch: Ein voller Tag ist immer sorgenfrei mit dem Moto G6 möglich, des Öfteren auch zwei.

Aufladen mit bis zu 15 Watt

Aufgeladen wird das Moto G6 mittels USB Typ C, das sich an der Unterseite neben der noch vorhandenen Kopfhörerbuchse befindet. Dem Smartphone legt Motorola ein ein Meter langes Kabel von USB Typ A auf USB Typ C und ein sogenanntes TurboPower-Ladegerät bei, das bis zu 15 Watt liefert.

Fazit

Premium für alle hat sich Motorola mit dem Moto G6 zum Ziel gesetzt. Das Unternehmen will gewisse Features aus der Oberklasse zum günstigeren Preis in der Mittelklasse anbieten. Das ist heutzutage eine noch weniger einfach zu meisternde Aufgabe, als es ohnehin schon vor ein paar Jahren der Fall war. Die Konkurrenz aus China ist stark, Marken wie Honor und Xiaomi preschen auf den europäischen Markt und bieten ebenfalls hochwertige Hardware zum vergleichsweise niedrigen Preis. Als Gesamtpaket betrachtet ist Motorola mit dem Moto G6 aber ein überzeugendes Smartphone gelungen, das dem Anspruch des Herstellers und vor allem den Wünschen der Kunden gerecht wird.

Motorola Moto G6 im Test
Motorola Moto G6 im Test

Das Moto G6 holt sich die Empfehlung der Redaktion durch gutes Abschneiden in wichtigen Kerndisziplinen. Das Display ist – nach kurzer Feinjustierung – angenehm hell, gut abgestimmt und bietet eine hohe Auflösung. Wichtig für viele Anwender ist zudem, dass die Akkulaufzeiten überdurchschnittlich gut sind – das ist hier der Fall. Eine gute Kamera und praktische Features wie die Dual-SIM-Funktion, die die Nutzung einer Speicherkarte nicht verhindert, sowie der gute Lautsprecher runden das Paket ab.

Motorola liefert mit dem Moto G6 nicht das perfekte Smartphone, aber zumindest eines der besten Smartphones für unter 250 Euro. Jetzt sollte der Hersteller noch zeitnah zur Verfügbarkeit im dritten Quartal das Update auf Android P anbieten, denn Updates zählen ebenso zur oft propagierten „Experience“ wie das Anbieten von Premium-Features in der Mittelklasse.

Motorola Moto G6
Produktgruppe Smartphones, 09.05.2018
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    +
  • Leistung Unterhaltung
    O
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    ++
  • Helles Full-HD-Plus-Display
  • gute Leistung im Alltag
  • lange Akkulaufzeiten
  • gute Kamera mit Auto-HDR
  • Dual-SIM plus Speichererweiterung
  • sehr guter Mono-Lautspecher
  • sehr gute Verarbeitung
  • Display ab Werk schlecht abgestimmt
  • leichte Bokeh-Probleme
ComputerBase-Empfehlung für Motorola Moto G6

Preis und Verfügbarkeit

Das Motorola Moto G6 ist in Deutschland seit dem 3. Mai zum Preis von 249 Euro (UVP) in der getesteten Farbe Deep Indigo (Blau) erhältlich. Zu den weiteren Farben Deep Black, Silver und Blush liegen noch keine Informationen vor. Das Moto G6 Plus zum Preis von 299 Euro (UVP) geht dieser Tage in den (Online-)Handel, während das Moto G6 Play für 199 Euro (UVP) noch im Laufe dieses Monats folgen soll.

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