Quartalszahlen: Intel verdient erstmals 5 Milliarden US-Dollar

Michael Günsch 64 Kommentare
Quartalszahlen: Intel verdient erstmals 5 Milliarden US-Dollar

Noch hat die massive Verspätung der 10-nm-Generation keine negativen Auswirkungen auf das Geschäft von Intel. Im Gegenteil: Der Chiphersteller feierte jüngst ein Rekordquartal nach dem nächsten und hat nun auch das beste Ergebnis der Firmengeschichte für ein zweites Quartal vorgelegt.

5 Milliarden Nettoüberschuss hatte Intel noch nie

Rund 17 Milliarden US-Dollar hat Intel in den vergangenen drei Monaten umgesetzt, das sind 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Gewinn konnte gegenüber dem zweiten Quartal 2017 sogar um 78 Prozent auf 5 Milliarden US-Dollar gesteigert werden, was zuvor in noch keinem Quartal der Firmengeschichte gelang.

Alle Sparten legen zu

Bemerkenswert ist, dass Intel gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum in allen Sparten zulegen konnte. Besonders kräftig wuchs das Geschäft mit Unternehmenslösungen, das um 26 Prozent zugelegt hat und mit rund 8 Milliarden US-Dollar inzwischen Intels PC-Geschäft fast eingeholt hat und 49 Prozent (inklusive „all other“) am Gesamtumsatz ausmacht. Unter „Data-centric“ fasst Intel die Sparten Data Center Group (DCG), Internet of Things Group (IOTG), Non-Volatile Storage Group (NSG) und Programmable Solutions Group (PSG) zusammen.

Intel Q2 2018: Umsätze und Wachstum der Sparten
Intel Q2 2018: Umsätze und Wachstum der Sparten (Bild: Intel)

Werden die Sparten separat betrachtet, bleibt die Client Computing Group rund um Produkte für PCs und Notebooks das mit Abstand größte Standbein von Intel. Mit rund 8,7 Milliarden US-Dollar legte der Umsatz allerdings nur um sechs Prozent zu und zeigte somit das geringste Wachstum. Danach folgt die DCG mit 5,5 Milliarden US-Dollar und einem Plus von 27 Prozent, die das Server-Geschäft mit Xeon-Prozessoren beinhaltet. Die NSG rund um nicht-flüchtigen Speicherprodukte wie 3D-NAND und 3D XPoint kam auf 1,1 Milliarden US-Dollar und plus 23 Prozent. Ähnlich stark legten auch die Umsätze bei IOTG und PSG zu, die mit 880 Millionen respektive 517 Millionen US-Dollar aber weiter zu den kleineren Sparten zählen.

Zum Umsatz in der PC-Sparte trugen die neuen Coffee-Lake-CPUs der Core-8000-Familie bei, die auch im Notebook nun erstmals sechs Kerne bieten. Das 40-jährige Jubiläum der x86-Prozessoren hatte Intel mit dem limitierten Core i7-8086K (Test) mit 5 GHz im Turbomodus gefeiert.

Die Data Center Group soll wiederum von einer hohen Nachfrage bei Anbietern von Cloud- und Kommunikationsdienstleistungen profitiert haben. Dass die Speichersparte beim anhaltend hohen Bedarf nach NAND-Flash mehr umsetzen konnte, überrascht nicht. Bei der Speicherdichte gilt die zweite Generation 3D-NAND von Intel und Micron derzeit als führend, was Kostenvorteile verspricht.

Die Internet of Things Group profitierte von einem Umsatzwachstum um 37 Prozent der letztes Jahr für 15 Milliarden US-Dollar zugekauften Tochter Mobileye, die Assistenzsysteme für autonome Fahrzeuge entwickelt.

Ausblick auf das 3. Quartal

Für das laufende dritte Quartal 2018 erwartet Intel einen Umsatz im Bereich von 18,1 Milliarden US-Dollar sowie 1,09 US-Dollar Gewinn pro Aktie (EPS). Für das Gesamtjahr 2018 prognostiziert Intel ebenfalls einen Umsatzrekord im Bereich von 69,5 Milliarden US-Dollar.

Im Bereich der Client-Prozessoren stehen neue Coffee-Lake-Prozessoren vor der Tür. Vermarktet unter der Core-9000-Familie sollen diese im Desktop-Markt den AMD Ryzen 2000 Paroli bieten. Core i9-9900K und Core i7-9700K werden erstmals acht Kerne auf Intels Mainstream-Plattform bieten.