Nytro 1000 SSD: Seagate bringt SandForce-Technik DuraWrite zurück

Michael Günsch 24 Kommentare
Nytro 1000 SSD: Seagate bringt SandForce-Technik DuraWrite zurück
Bild: SandForce (YouTube)

Seagate hat neue Enterprise-SSDs der Nytro-Familie vorgestellt. Die Nytro 1351 und 1551 mit SATA nutzen die Technik DuraWrite und bieten 240 GB bis 3,84 TB Speicherplatz. Im ersten Quartal 2019 soll die Nytro 5020 die obere Leistungsklasse bedienen: Über PCIe 3.0 x4 werden bis zu 3.000 MB/s angepeilt.

Nytro 1351 und Nytro 1551 unterscheiden sich bei Haltbarkeit

Die neue Nytro-1000-Serie nutzt das klassische 2,5-Zoll-Format mit 7 mm Bauhöhe. Die beiden Modellreihen Nytro 1351 und 1551 unterscheiden sich bei der Haltbarkeit: Für die Nytro 1351 nennt Seagate je nach Speicherkapazität 435 bis 7.000 TB Total Bytes Written (TBW), die Nytro 1551 wird mit deutlich höheren 1.300 bis 21.000 TB TBW angegeben. Beide Serien sollen ab sofort verfügbar sein.

Seagate Nytro 1000
Seagate Nytro 1000 (Bild: Seagate)

Abgesehen vom garantierten Mindestschreibvolumen unterscheiden sich die Spezifikationen nicht. Für beide Reihen werden sequenzielle Transferraten von bis zu 560 MB/s und 535 MB/s schreibend angegeben. Zufällige Zugriffe sollen in der Spitze lesend 85.000, schreibend 55.000 und im Mix 65.000 IOPS erreichen – die Leistung variiert je nach Speicherbestückung. Die durchschnittliche Latenz beim 4K-Zugriff gibt Seagate mit 155 bis 175 µs beim Lesen und 35 bis 40 µs beim Schreiben an.

3D-TLC-Flash von Toshiba und Western Digital

Alle Modelle sind mit 5 Jahren Garantie versehen. Die Leistungsaufnahme soll bei 1,1 bis 1,2 Watt im Leerlauf und 2,3 bis 3,5 Watt im Betrieb liegen. Als Speicher kommt 3D-TLC-NAND zum Einsatz, der vom Joint Venture von Toshiba Memory und Western Digital stammt. Mit der Beteiligung am Kauf der Speichersparte von Toshiba hat sich Seagate eine Versorgung mit NAND-Flash gesichert. Rund 1,3 Milliarden US-Dollar soll Seagate dafür investiert haben.

DuraWrite von SandForce kehrt zurück

Beim Controller greift Seagate auf eine Eigenentwicklung zurück, die aus der Übernahme von LSI SandForce im Jahr 2014 stammt. Die Nennung der Technik DuraWrite ist ein klares Indiz für eine Weiterentwicklung der SandForce-Technik. Dabei kommt eine Datenkompression zum Einsatz, die nicht nur Speicherplatz sparen, sondern auch Write Amplification und Leistungsaufnahme verringern und die Leistung steigern soll. Die Nytro-1000-SSDs von Seagate wurden diese Woche mit dem Best-of-Show-Award im Bereich „Most Innovative Flash Memory Technology“ auf dem Flash Memory Summit ausgezeichnet.

Nytro 5020 mit NVMe und bis zu 3.000 MB/s

In der Liga der schnelleren PCIe-SSDs mit NVMe will Seagate im ersten Quartal 2019 die Nytro 5020 SSD veröffentlichen. Diese soll mit derzeit anvisierten 3.000 MB/s und 400.000 IOPS beim Lesen sowie 2.000 MB/s und 100.000 IOPS beim Schreiben deutlich mehr Leistung als die bisherigen Nytro 5000 bieten. Als Schnittstelle dient weiterhin PCIe 3.0 x4. Im Formfaktor 2,5 Zoll sind 1,6 bis 7,6 TB Speicherplatz geplant, als M.2-22110-Modul sollen 800 GB bis 3,8 TB geboten werden. Ein Datenblatt mit näheren Details soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Prototyp mit QLC-NAND

Wie heise online berichtet, hat Seagate auf dem Flash Memory Summit außerdem einen Prototypen einer SATA-SSD mit QLC-NAND ausgestellt. Das darauf basierende Produkt soll in den kommenden Monaten erscheinen und ebenfalls die DuraWrite-Technik nutzen.

Seagate-SSD-Prototyp mit QLC-NAND
Seagate-SSD-Prototyp mit QLC-NAND (Bild: heise online)