Nvidia selektiert GPUs: Werks-OC bei günstigen GeForce RTX untersagt

Michael Günsch 354 Kommentare
Nvidia selektiert GPUs: Werks-OC bei günstigen GeForce RTX untersagt
Bild: Nvidia

Laut Techpowerup soll Nvidia die Turing-GPUs der GeForce RTX 2070, 2080 und 2080 Ti in je zwei Versionen anbieten. Trägt die GPU ein „A“ in der Kennung (zum Beispiel TU102-400A), soll diese für übertaktete Karten bestimmt sein. Fehlt das „A“, dann sei dem Hersteller eine Übertaktung untersagt.

Turing als doppeltes Lottchen im Treiber

Dass Nvidia die Turing-GPUs TU102, TU104 und TU106 in jeweils zwei Varianten auflegt, deutet ein Eintrag im Nvidia-Treiber an. Techpowerup und VideoCardz haben den entsprechenden Auszug per Screenshot veröffentlicht.

Zwei Varianten: Im GeForce-Treiber 411.51 ist Turing doppelt vertreten
Zwei Varianten: Im GeForce-Treiber 411.51 ist Turing doppelt vertreten (Bild: VideoCardz)

Anhand der IDs lässt sich nicht erkennen, worin sich die Varianten jeweils unterscheiden. Doch Techpowerup hat nachgeforscht und will aus eigenen Quellen den Hintergrund erfahren haben: Zum einen soll es eine günstigere Version der Turing-GPUs für nicht übertaktete Grafikkarten nahe am empfohlenen Mindestverkaufspreis von Nvidia geben. Die teurere „A“-Version sei dagegen für übertaktete Custom-Designs sowie die Founders Edition bestimmt, deren Taktraten ebenfalls über dem Referenztakt liegen.

Nvidia soll Turing-GPUs selbst nach OC-Potenzial selektieren

Angeblich soll Nvidia nun selbst die Turing-GPUs nach Parametern wie Overclocking-Potenzial und Energieeffizienz selektieren (Binning) und anschließend die weniger geeigneten Chips als günstigere Variante (ohne A) sowie die besseren Chips (mit A) als teurere Version festlegen. Ein solches Binning ist bei Halbleitern nicht ungewöhnlich; zum Beispiel werden bei AMD nur die besten Dies für Ryzen Threadripper verwendet. Nvidia hat das Binning nach Übertaktungspotenzial bisher aber den Board-Partnern selbst überlassen und würde es nun selbst in die Hand nehmen. Dass dies der Fall sei, hat Tom's Hardware Deutschland schon am Wochenende berichtet und dabei sogar drei Qualitätsstufen aufgerufen.

Günstige Version dürfen Hersteller nicht übertakten

In dem Bericht von Techpowerup heißt es weiter, dass Nvidias Board-Partnern eine Übertaktung ab Werk untersagt ist, wenn die günstigere Version der GPU eingesetzt wird. Ein manuelles Übertakten durch den Käufer soll dagegen immer noch möglich sein. Allerdings sei mit einem geringeren Overclocking-Potenzial der günstigeren GPUs zu rechnen. Die Aufteilung in zwei verschiedene Klassen und IDs könne auch verhindern, dass Kunden eine günstige Karte nachträglich mit dem BIOS einer schnelleren Version „aufrüsten“, heißt es weiter.

Für Nvidia und die Board-Partner würde diese Unterteilung neue Argumente für den Aufpreis zur Founders Edition oder einer übertakteten Partnerkarte schaffen. Es bleibt aber abzuwarten, ob die exakte GPU-Version überhaupt öffentlich kommuniziert wird.

Ab dem 20. September soll die GeForce RTX 2080 im Handel stehen. Der Marktstart der GeForce RTX 2080 Ti wurde auf den 27. September verschoben. Die GeForce RTX 2070 wird für Oktober erwartet.