Glorious Model O im Test: Sensorik, Software und Alltagserfahrungen

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Fabian Vecellio del Monego 137 Kommentare

Die Model O verfügt über einen ARM-Prozessor und einen internen Speicher unspezifizierter Größe. Die Latenzen des Eingabegerätes betragen bei der ab Werk konfigurierten Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde. Es werden zudem Polling-Raten von 500, 250 oder 125 Hertz unterstützt, die Latenzen steigen entsprechend reziprok proportional. Die minimale Lift-off-Distance indes gibt Glorious PC Gaming Race auf der eigenen Website mit 0,7 Millimetern an, per Software lässt sich der tatsächliche Wert jedoch nur auf akzeptable 2 Millimeter senken.

Sensorik von PixArt

Beim Sensor greift Glorious PC Gaming Race auf die De-facto-Referenz des High-End-Segments zurück: PixArts PMW-3360 hat sich in den letzten Jahren als überaus präzise bewährt. Der optische Sensor bietet zwar mitunter geringere Spezifikationen als neuere Adaptionen in Gestalt des PixArt PMW-3391 oder PMW-3389 und bleibt auch hinter der Energieeffizienz von Logitechs Hero-Sensor zurück, die praktische Anwendung in einem kabelgebundenen Eingabegerät fällt jedoch identisch aus.

PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3391 PixArt PMW-3389 Logitech Hero 16K
Technik Optisch
Auflösung 400–12.000 dpi 100–18.000 dpi 100–16.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 6,3 m/s 10,2 m/s 11,4 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~2 mm ~1,5 mm ~1,3 mm ~ 1 mm

Einen im Rahmen menschlicher Wahrnehmung besseren Sensor gibt es demnach weiterhin nicht. Ungewöhnlich ist bei der Model O jedoch die Beschränkung der Auflösung: Während nach oben hin mit maximal 12.000 Punkten pro Zoll viel Spielraum bleibt – Auflösungen im oberen vier- oder gar fünfstelligen Bereich sollten zugunsten der Präzision gemieden werden und besitzen ohnehin kaum praktischen Nutzen –, liegt die minimale Grenze mit 400 dpi recht hoch. Bei der Stetigkeit der Abtastrate und den weiteren Sensoreigenschaften ergaben sich keine Auffälligkeiten.

Glorious Model O – Sensortests

Optionale Glorious-Software

Gänzlich optional ist bei der Model O die zusätzliche englischsprachige Software, deren Download allerdings auch ein separates Firmware-Update mit sich bringt. Zur Installation des letztgenannten sei an dieser Stelle ausdrücklich geraten, da die softwareseitige Verzögerung zwischen Betätigung der Maustaster und Ausgang des entsprechenden Signals verzögert wurde. Abseits dessen lässt sich die Maus ohne ein zusätzliches Programm verwenden, sofern sich Nutzer mit der ab Werk eingestellten RBG-Farbschleife und den voreingestellten Auflösungen von angemessenen 400, 800, 1.600 und 3.200 Punkten pro Zoll zufriedengeben.

Übersichtliche Software mit solidem Umfang

Zahlreiche weitere Optionen bietet letztendlich die kompakte Software, besondere Funktionen wie eine Spiele-Integration oder Sekundärbelegungen aller Tasten sind allerdings nicht vorhanden. Standardfunktionen wie das Anlegen diverser Profile, in denen je sechs Auflösungen konfiguriert werden und alle Tasten einzeln belegt werden können, oder der dazu hilfreiche Makro-Editor werden aber durchweg unterstützt.

Darüber hinaus ist die bereits erwähnte Anpassung der Abtastrate ebenso möglich wie die Verstellung der Lift-off-Distance von 2 auf 3 Millimeter oder die Einstellung der Debounce-Time. Letztere steuert die durch die Firmware bereits reduzierte Signalverzögerung der Primärtaster und lässt sich von 4 auf 16 Millisekunden erhöhen, um etwaigen versehentlich ausgelösten Doppelklicks vorzubeugen. Im Rahmen der Tests kam es zu solchen auch bei der niedrigsten Einstellung von lediglich 4 Millisekunden indes nicht.

Glorious Model O – Software

Viele Modi für nur eine Beleuchtungszone

Die Möglichkeiten zur Anpassung der Beleuchtung fallen einerseits knapp aus, da alle illuminierten Bereiche zu einer Zone zusammengefasst wurden, bieten innerhalb dieser Einschränkung aber ein solides Maß an Adjustierbarkeit. Die ab Werk eingestellte Farbschleife lässt sich beispielsweise durch die Modi „Atmend“, „Spur“ oder „Welle“ ersetzen; auch eine einfarbige Beleuchtung ist möglich. Sofern gegeben, lassen sich auch die Richtung und die Geschwindigkeit eines Effektes ändern. Eigene Effekte können Nutzer indes nicht erstellen.

Besonders im Vergleich mit der Konkurrenz ist es als positiv anzumerken, dass das Programm unabhängig von der Komplexität gewählter Makros oder Effekte komplett beendet werden kann. Allerdings ist das nur für ein einziges Profil möglich, mehr Platz bietet der integrierte Speicher nicht.

Alltagserfahrungen und Verarbeitung

Die Inbetriebnahme der Model O verlief erwartungsgemäß einfach, auch während der Verwendung kam es zu keinen Problemen – unter anderem, weil die Maus schlichtweg keine ausgefallene Funktionen mit sich bringt, die für Unannehmlichkeiten sorgen könnten. Die einzige Ausnahme findet sich dabei im Grundkonzept selbst: Die Wabenstruktur bietet ein potentielles Einfallstor für Verschmutzungen. So offenbart das zunächst sauber wirkende Eingabegerät beim Blick durch die Sechsecke durchaus eine dünne Staubschicht im Inneren, sobald es mehrere Tage im offenen Raum stand. Das vermeintliche Problem ist jedoch schnell gelöst, sofern die Lungen des Nutzers eines kräftigen Pustens mächtig sind.

Schwieriger verhält es sich bei Eingabegeräten jedoch naturgemäß mit Fettablagerungen und abgestorbenen Hautzellen, die zwangsläufig ihren Weg auf die Maus finden. Überwiegend betroffen sind davon aber stets diejenigen Bereiche, an denen die Finger über die Oberfläche reiben; mit den offenen Stellen der Model O kommt hingegen nahezu ausschließlich die Handfläche in Kontakt. Nach rund einer Woche Nutzung konnte somit keine verstärkte Verschmutzung festgestellt werden. Inwiefern sich jedoch im Laufe der Zeit Ablagerungen im Inneren bilden werden, kann an dieser Stelle nicht vorhergesehen werden.

Gute Verarbeitung bei filigraner Bauweise

Hinsichtlich Verarbeitungsqualität leistet sich die Model O grundsätzlich keine Fehler – die Spaltmaße sind durchweg akkurat und die Materialien wirken hochwertig. Die Schattenseite des geringen Gewichts und der damit verbundenen filigranen Bauweise ist jedoch eine geminderte strukturelle Integrität: Der Rücken des Eingabegerätes lässt sich schon mit geringem Kraftaufwand temporär eindellen und gibt dabei ein Knarzen von sich. Gleiches gilt für die Unterseite der Maus und abgeschwächt auch für deren Seiten. Aufgefallen ist zudem, dass hoher punktueller Druck neben einer der drei Zusatztasten zum Auslösen derselben führt – der dpi-Wechsel kann also auch per beherztem Schlag auf die Mitte der Maus vollzogen werden.

Im Alltagsgebrauch kam es allerdings nie dazu, auch permanente Schäden durch die intendierte Gewalteinwirkung blieben aus. Akut besorgniserregend ist demnach keine dieser Beanstandungen, solange die Maus ordnungsgemäß verwendet wird. Ebenso zu vernachlässigen sind ein vorhandener horizontaler Spielraum der Primärtasten und die potentiell höhere Anfälligkeit für Kratzer bei den glänzenden Versionen.

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