ThinkPad X1 Carbon G7 im Test: ThinkPad X1 Carbon G7 im Benchmark

 2/3
Nicolas La Rocco 161 Kommentare

Das ThinkPad X1 Carbon G7 werkelt in den drei Basiskonfigurationen mit den Intel-Prozessoren Core i5-8265U, Core i7-8565U und Core i7-8665U aus der Familie Whiskey Lake-U. AMD-CPUs werden nicht angeboten. Wer Intels vPro benötigt, dafür aber nicht auf den teuren Core i7-8665U aufrüsten möchte, kann für 180 Euro mehr gegenüber dem Core i5-8265U zum Core i5-8365U greifen.

Intel Core i5-8265U im Testgerät

Das Testgerät ist bewusst mit dem kleinsten Core i5-8265U bestellt worden, da vor allem dünne Notebooks aufgrund ihrer eingeschränkten Wärmeabfuhr kaum vom Core i7 profitieren. Dies zeigte zuletzt das Yoga S940 (Test), bei dem Lenovo zugunsten eines leisen Betriebs Leistung geopfert hat, sodass diese unterm Strich nicht höher als bei einem Core i5 ausfiel.

Throttling und Lautstärke

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Core i5 in einem dünnen Notebook frei von Throttling betrieben werden kann, wenn vom Hersteller Augenmerk auf die Lautstärke gelegt wird. Das ThinkPad X1 Carbon G7 steigt in den Cinebench-R15-Dauertests mit schnellen 705 Punkten im Multi-Core ein, fällt für zwei zusätzliche Durchläufe auf 90 Prozent der Leistung, bevor im weiteren Verlauf des Tests schwankend zwischen 70 und 85 Prozent des Performance-Niveaus gehalten werden. Das ist ein typisches Verhalten einer Notebook-CPU, die die Leistung reduziert, um sich abzukühlen, um dann beim nächsten Test wieder mehr abzuliefern. Insgesamt betrachtet hält die Kühlung das Gerät jedoch auf einem hohen Leistungsniveau, ohne dabei störend laut zu werden. Im Cinebench entsteht ein wahrnehmbares Rauschen bei 35 dBA, störende Geräusche des Lüfters sind nicht zu zu hören.

Verlöteter RAM, SSD und LTE als Steckkarte

Mindestens 8 GB LPDDR3 mit 2.133 MHz sind im ThinkPad X1 Carbon G7 verbaut, das Testgerät kommt mit 16 GB. 32 GB sind nicht erhältlich und können nicht nachträglich eingebaut werden, da der Arbeitsspeicher auf der Hauptplatine verlötet ist. Für die SSD und das LTE-Modul von Fibocom, auf dem erneut Intels XMM 7360 als Modem für LTE Cat. 9 sitzt, gilt das nicht. Beide Steckkarten können nach dem Lösen von fünf Kreuzschlitzschrauben und dem Entfernen der Gehäuseabdeckung erreicht werden.

Sehr schnelle PCIe-x4-SSD von Western Digital

Lenovo setzt bei der 512-GB-SSD auf eine Western Digital PC SN720 im Format M.2 2280 mit PCIe-NVMe-x4-Anbindung. Mit 3,5 GB/s beim sequentiellen Lesen und 2,5 GB/s beim sequentiellen Schreiben ist sie die schnellste bisher in Notebooks getestete SSD. Auch beim wahlfreien Lesen und Schreiben erzielt das WD-Produkt ausgezeichnete Werte. Eine Speichererweiterung über Speicherkarten ist nicht mehr möglich, nachdem die Jahre zuvor hinten ein fummeliger microSD-Slot zu finden war.

Core i5 liefert hohe Leistung ab

Die Leistung des ThinkPad X1 Carbon G7 liegt selbst mit dem vermeintlich schlechteren Core i5-8265U stets auf hohem Niveau und vor manchem Core-i7-Notebook. In den Benchmarks landet der Proband bei Multi-Core-Messungen stets im oberen Drittel des aktuellen Testfeldes, manchmal weiter vorne. Nur bei den Single-Core-Messungen muss sich das Notebook geschlagen geben, da hier die Core-i7-Konkurrenz mit stellenweise bis zu 700 MHz Takt an den Start geht. In einem Single-Core-Test mit abgekühlter CPU hat ein Core i5-8265U keine Chance gegen einen Core i7-8565U. Sobald aber alle Kerne belastet und die Belastung für längere Zeit anliegt, egalisiert sich der Vorsprung.

Neuer Akku mit 51 Wh

Der Akku lässt sich durch das Lösen kleiner Kreuzschlitzschrauben aus dem Gehäuse nehmen und somit durch den Anwender wechseln, wenngleich hier stets mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden sollte. Mit neuerdings 51 Wh ist der Akku 10,5 Prozent kleiner als im letzten Jahr. Beim G6 war dieser noch mit 57 Wh spezifiziert.

Laufzeiten leiden nicht unter kleinerem Akku

Ein Direktvergleich mit der sechsten Generation des ThinkPad X1 Carbon ist aufgrund der unterschiedlichen Displays nicht möglich. Die neue Generation mit kleinerem Akku liefert mit Full-HD-Display bessere Ergebnisse als das letztjährige Modell mit größerem Akku und WQHD-Bildschirm ab. Mit knapp neun Stunden Laufzeit für durchgehendes Arbeiten in Office-Anwendungen und im Browser liegt das ThinkPad X1 Carbon G7 knapp hinter dem Dell XPS 13 (9380), das eine Dreiviertelstunde länger läuft. Beim aktuellen XPS 13 ist der Akku mit 52 Wh ein wenig größer, außerdem ist das Display mit 13,3 Zoll zu 14 Zoll etwas kleiner. Die Auflösung liegt aber auch hier bei Full HD. Im Vergleich zum ThinkPad X1 Carbon G6 mit WQHD-Panel (Test) fällt die Akkulaufzeit 30 Prozent besser aus.

Im Streaming-Test fällt das ThinkPad X1 Carbon G7 etwas weiter hinter das Dell XPS 13 (9380) zurück, das mit 14 Stunden Laufzeit 14 Prozent besser abschneidet. Lenovo erreicht mit über 12 Stunden Laufzeit aber einen guten bis sehr guten Wert. Das letztjährige ThinkPad X1 Carbon G6 kam hingegen auf nur 9:41 Stunden.

In Summe sind die Akkulaufzeiten der neuen Generation trotz des verkleinerten Akkus gut bis sehr gut. Dennoch muss man an dieser Stelle die Frage stellen, wie viel besser das Notebook hätte abschneiden können, wenn Lenovo den Akku bei 57 Wh belassen hätte. Das im Vergleich zum aktuellen Testmodell 1 mm dickere und 40 g schwerere Gehäuse der sechsten Generation hätte man dafür gerne in Kauf genommen.

Netzteil mit USB Typ C und 65 Watt

Nach wie vor nicht ganz zum edlen Auftritt des ThinkPad X1 Carbon G7 will das von Lenovo mitgelieferte 65-Watt-Netzteil passen, da es zum Beispiel weiterhin praktische Details wie eine weiche Ummantelung der Kabel vermissen lässt, die dafür sorgt, dass diese nach dem Aufwickeln oder Knicken wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Statt eines kleinen Clips, um das Kabel an sich selbst zu befestigen, gibt es bei Lenovo ein Klettband, das einen eher billigen Eindruck hinterlässt und sich nicht entfernen lässt.

Auf der nächsten Seite: Fazit