Control mit RTX & DLSS im Test: GPU-Benchmarks, DX11 vs. DX12 und Frametimes

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Wolfgang Andermahr 636 Kommentare

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. „Windows 10 April 2019 Update“ (1903) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 19.8.2 und der GeForce 436.02 genutzt. Beide Treiber sind offiziell für Control optimiert.

Testsequenz und Einstellungen

Die Testszene zeigt einen 25 Sekunden langen Lauf im Wartungssektor in der Nähe der Zentralwartung. Die Testsequenz zeigt eine Menge volumetrischen Rauch, viele Reflexionen (sei es per Raytracing oder per Screenspace-Reflections) und generell eine große Anzahl an Objekten. Auch wenn die Testsequenz in einem nur kleinen Abschnitt des Spiels ohne große Weitsicht spielt, handelt es sich um eine der fordernsten Sequenzen in Control – meistens ist die Framerate höher. Weniger FPS gibt es meist nur in Kämpfen, die aber für Benchmarks nicht reproduzierbar sind.

Für die Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 wird das Hoch-Preset und damit die maximale Bildqualität genutzt. Für 3.840 × 2.160 wird auf das Mittel-Preset zurück geschaltet. Raytracing sowie DLSS sind für die normalen Grafikkarten-Benchmarks deaktiviert. Als API kommt durchweg DirectX 11 zum Einsatz.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Hoch-Preset, Raytracing aus, DLSS aus, DirectX 11
2.560 × 1.440 Hoch-Preset, Raytracing aus, DLSS aus, DirectX 11
3.840 × 2.160 Mittel-Preset, Raytracing aus, DLSS aus, DirectX 11

DirectX 11 vs. DirectX 12

Vor dem Starten des Spiels lässt einem Control auf einem Rechner mit GPU von Nvidia die Wahl, ob DirectX 11 oder DirectX 12 genutzt werden soll, wer DXR nutzen will, muss hier DirectX 12 wählen. Mit einem AMD-Beschleuniger taucht das Auswahlfenster gar nicht erst auf, es wird automatisch DirectX 11 gestartet. Auch auf einer Radeon kann die Low-Level-API genutzt werden, im Installationsverzeichnis des Spiels gibt es eine separate DX12-Ausführungsdatei, die das Spiel mit DirectX 12 startet. Remedy selbst empfiehlt übrigens die Nutzung von DirectX 11, solange kein Raytracing genutzt wird. Und weil AMD kein Raytracing bietet, lässt Remedy diesen Nutzern erst einmal gar keine Wahl.

RDNA zeigt die größten Unterschiede – zu Gunsten von DX11

Und in der Tat ist DirectX 11 auch eine sinnvolle Empfehlung. Denn die Benchmarks zeigen, dass DirectX 11 und DirectX 12 in Control sehr ähnlich abschneiden, DirectX 11 aber zumindest auf einem schnellen Prozessor wie den eingesetzten Core i9-9900K meistens die Nase vorn hat. Die größten Unterschiede zeigt die Radeon RX 5700 XT. Offenbar hat die neue RDNA-Architektur noch Schwierigkeiten mit DirectX 12 in dem Spiel, denn DX11 arbeitet in Full HD 13 Prozent schneller als DX12, in WQHD sind es zwölf Prozent und in Ultra HD noch ein Prozent.

Auch Nvidias Pascal arbeitet durchweg besser mit DirectX 11. Sechs bis neun Prozent ist die GeForce GTX 1080 schneller mit der alten API. Bei der GeForce RTX 2070 geht es etwas enger zu, doch ist auch mit dem Turing-Modell DirectX 11 um fünf bis sechs Prozent schneller. Deutlich enger geht es bei der Radeon RX Vega 64 zu, dort arbeitet DirectX 12 auch mal bis zu drei Prozent schneller. Im Durchschnitt schneidet aber auch auf der Grafikkarte DirectX 11 minimal besser ab, sodass es abgesehen von Raytracing keinen Grund gibt, DirectX 12 in Control zu nutzen.

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Die Benchmarks zeigen, dass es in Control zwei klare Gewinner gibt. Sie hören auf die Namen Turing und RDNA. Offenbar machen die neuesten Architekturen von Nvidia und AMD etwas anders als die Vorgänger Pascal und GCN und der Engine gefällt das sehr.

So ist die GeForce RTX 2070 gewöhnlich je nach Auflösung zwischen neun und elf Prozent schneller als die GeForce GTX 1080, in Control sind es aber gleich mal eben 27 bis 35 Prozent. Nicht anders sieht es im Hause AMD aus. Für gewöhnlich ist die neue Radeon RX 5700 XT 13 bis 16 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64, in Control sind es 25 bis 31 Prozent.

Turing und RDNA sind Pascal und GCN weit voraus

Die neuen Generationen vollführen damit einen Klassensprung. So legen sich die GeForce RTX 2070 und die Radeon RX 5700 XT gleich mit der Radeon VII und der GeForce GTX 1080 Ti an, während die Radeon RX Vega 64 sich nur noch knapp vor der GeForce GTX 1660 Ti platzieren kann.

Insgesamt geht das Duell AMD gegen Nvidia in Control leicht zu Gunsten von Nvidia aus. Auch wenn RDNA einen großen Schritt nach vorne macht, reicht es nicht ganz, um an das Niveau der Turing-Beschleuniger heranzureichen. So liegt die Radeon RX 5700 XT normalerweise acht Prozent vor der GeForce RTX 2070, in Control liegt die AMD-Grafikkarte hingegen nur in Ultra HD um vier Prozent vorne. In Full HD und WQHD muss sich die Radeon dagegen um zwei und drei Prozent geschlagen geben.

Auch bei der alten Generation liegt Nvidia etwas vorn

Das gleiche gilt auch im Duell der alten Generation. Die Radeon RX Vega 64 arbeitet normalerweise drei bis sieben Prozent schneller als die GeForce GTX 1080. In Control liegt die GeForce dagegen ein bis fünf Prozent nach vorne, nur in Ultra HD arbeitet die AMD-Grafikkarte zwölf Prozent schneller.

Das Duell der Mittelklasse der alten Generation entscheidet die Radeon RX 590 für sich, indem sie acht Prozent mehr FPS als die GeForce GTX 1060 liefert. Diese wiederum ist der Radeon RX 580 um drei Prozent voraus. Das spielt schlussendlich aber keine Rolle, denn alle drei Grafikkarten sind für 1.920 × 1.080 bei vollen Details zu langsam.

Die Frametimes in WQHD

Die GeForce RTX 2070 bietet in Control sehr gute Frametimes. Es gibt keine größeren Unregelmäßigkeiten, ein besseres Ergebnis ist kaum möglich. Alle anderen verglichenen Grafikkarten schneiden weniger gut ab. So zeigt die Radeon RX 5700 XT zwar eine gute Performance, die Abstände der einzelnen Frames sind aber nicht so perfekt wie bei Nvidia.

Die Radeon RX Vega 64 hat vergleichbare Frametimes, während die GeForce GTX 1080 generell regelmäßigere Abstände hat, ab und zu aber mit größeren Ausschlägen zu kämpfen hat. In der Praxis hat sich bei gleicher Framerate aber keinerlei Unterschiede zwischen den vier Grafikkarten spüren lassen.

GeForce 436.02 gegen den GeForce 436.15 im Benchmark (Update)

ComputerBase hat mit einer GeForce RTX 2070 überprüft, ob der neue Grafiktreiber Nvidia GeForce 436.15 gegenüber dem alten GeForce 436.02 Vorteile in Control mit sich bringt. Die Benchmarks in 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 zeigen durch die Bank (und egal ob DirectX 11 oder DirectX 12 genutzt wird oder ob Raytracing ein- oder ausgeschaltet ist) keinerlei nennenswerte Veränderungen.

In manchen Situationen ist der GeForce 436.15 minimal schneller, die Unterschiede liegen aber innerhalb der zu erwartenden Messungenauigkeit bei der Nutzung von Savegames. Schlussendlich arbeiten beide Treiber in Control gleich schnell

Es gibt keine Änderungen bei der Bildqualität

Auch die im Test festgestellten Grafikfehler ohne und mit Raytracing sowie die zusätzlich durch DLSS entstandenen Probleme werden durch den Treiber nicht gelöst. Dazu sind vermutlich Änderungen im Programm-Code des Spiels notwendig. Auch ein weiterer, am Mittwochmorgen aufgespielter Patch hat keine spürbaren Änderungen bezüglich der Performance oder der Bildqualität gebracht.

Benchmarks mit erstem Patch und neuen Treibern (Update)

Mittlerweile hat es einen ersten Patch zu Control gegeben, der laut Entwickler Remedy die Geschwindigkeit etwas verbessern soll. Auch gibt es mit dem Adrenalin 19.9.1 und dem GeForce 436.30 neue Grafikkartentreiber von AMD und Nvidia. Und die Benchmarks zeigen, dass sich bei den meisten Einstellung die Leistung ein wenig verbessert hat.

Einstellige FPS-Steigerungen mit DirectX 11

Die DirectX-11-API legt in Control minimal zu. Gegenüber dem original Artikel wird die GeForce RTX 2070 in Full HD zwei respektive drei Prozent schneller (FPS, Frametimes), in WQHD sind es noch ein respektive zwei Prozent und in UHD drei respektive ein Prozent. Die Radeon RX 5700 XT arbeitet derweil in 1.920 × 1.080 zwei respektive drei Prozent schneller, in 2.560 × 1.440 drei respektive vier Prozent und in 3.840 × 2.160 je ein Prozent.

Navi wird mit DirectX 12 deutlich schneller

Mit DirectX 12 tut sich auf der GeForce RTX 2070 ähnlich viel. Damit sind Nvidia-Grafikkarten in DirectX 11 immer noch durchweg schneller als in DirectX 12.

Die Radeon RX 5700 XT beziehungsweise AMDs neue RDNA-Architektur hatte in Control mit DirectX 12 dagegen zur Veröffentlichung noch große Probleme, die mittlerweile behoben worden sind. Hier sind die Sprünge deshalb deutlich größer. In 1.920 × 1.080 legt die Radeon RX 5700 XT um 14 respektive 23 Prozent zu, in 2.560 × 1.440 sind es noch 16 respektive 11 Prozent. Mit DirectX 12 war die neue Radeon zum Markstart immer langsamer als Nvidias Turing-Modell, mittlerweile dagegen durchweg schneller.

Die GeForce RTX 2070 ist in Control mit DirectX 11 immer noch durchgängig schneller als mit DirectX 12, auch wenn die Unterschiede nur noch gering sind. Bei der Radeon RX 5700 XT gilt das dagegen nicht mehr immer. In Full HD ist DirectX 11 auch auf der Radeon schneller als DirectX 12. In WQHD gibt es dann aber ein Unentschieden bei der Framerate und die Frametimes sind mit DirectX 12 zumindest minimal besser.

Keine Änderungen bei Raytracing

Ausgerechnet bei Raytracing gibt es einen Stillstand. Die GeForce RTX 2070 arbeitet sowohl mit dem mittleren als auch dem hohen RT-Preset so schnell wie zuvor.

Control nach dem Patch – 1.920 × 1.080, Raytracing
  • Mittel-Preset:
    • RTX 2070 @ Launch, 436.02
      48,7
    • RTX 2070 @ Patch, 436.30
      48,3
  • Hoch-Preset:
    • RTX 2070 @ Launch, 436.02
      37,5
    • RTX 2070 @ Patch, 436.30
      37,4

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