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RTX On vs. RTX Off: Control, Minecraft, COD: MW und Synced im Videovergleich

Wolfgang Andermahr 99 Kommentare
RTX On vs. RTX Off: Control, Minecraft, COD: MW und Synced im Videovergleich
Bild: Nvidia

Nvidia rührt auf der Gamescom die Werbetrommel für Spiele mit Raytracing. ComputerBase hatte die Möglichkeit, COD: Modern Warfare, Control, Minecraft und Synced: Off-Planet mit Raytracing anzuspielen und Videos aufzunehmen. Abgesehen von Call of Duty gibt es in den Videos auch direkte Vergleiche mit RTX On und RTX Off.

Alle Spiele liefen auf einer GeForce RTX 2080 Ti. Die Grafikoptionen waren generell nicht einsehbar. Den Anfang macht das Actionspiel Control, das in 2.560 × 1.440 aufgenommen worden ist. Allerdings wirkte das gesamte Bild mitsamt dem Hub unscharf. Hier ist es denkbar, dass Entwickler Remedy wie beim letzten Spiel Quantum Break intern mit einer geringeren Auflösung rendert. Oder Control nutzt ein noch nicht gut funktionierendes DLSS.

Die Unschärfe war in der noch nicht finalen Version ein Problem, Raytracing selbst hat hingegen einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Das Spiel hat sehr viele spiegelnde Oberflächen, die mit Raytracing deutlich realistischer wirken. Ohne die Grafik-Technik geht durchaus Atmosphäre verloren, da das Spiel sehr viel Wert auf einen gewissen optischen Stil legt, der von realistischen Reflexionen sehr profitiert. Die Performance bei den genutzten, unbekannten Einstellungen war gut, die Hardware aber auch High-End.

Minecraft zeigt sich mit Raytracing optisch regelrecht verwandelt

Auch wenn Raytracing für Minecraft erst nächstes Jahr erscheinen mag, der optische Unterschied zum Original ist jetzt schon sehr groß. ComputerBase konnte das Spiel in 1.920 × 1.080 spielen. Die Framerate war gut, eine Unschärfe gab es nicht. Mit Raytracing wirkt Minecraft optisch teils verwandelt. Das ist zwar gut fürs Auge, allerdings gibt es einen optischen Bruch zum Original. Die Raytracing-Version sieht nicht nur wegen Raytracing an sich deutlich besser aus, denn in der originalen Version sind die neuen Effekte schlicht überhaupt nicht eingebaut – also auch nicht in einer Rasterizer-Version. So gibt es nun plötzlich volumetrisches Licht, richtiges Wasser, Schatten und noch so einiges mehr. Der Effekt ist somit nicht Raytracing alleine zuzuschreiben. Nvidia erwähnte explizit, dass es sich noch um eine sehr frühe Integration handelt. Das hat man alleine daran bemerkt, dass das Spiel zwei Mal innerhalb von 20 Minuten abgestürzt ist.

Synced: Off-Planet mit vielen Reflexionen

Das erst frisch vorgestellte Actionspiel Synced: Off-Planet wird ebenso Raytracing unterstützen. Das Spiel nutzt Raytracing für Reflexionen, die auch umfangreich genutzt werden. Es gibt zahlreiche Wasserpfützen und auch mehrere Oberflächen spiegeln stark. Entsprechend sieht man den Unterschied zu abgeschaltetem Raytracing sofort. Immerhin sehen auch die Screenspace-Reflexionen ordentlich aus, sodass nicht sämtliche Reflexionen fehlen.

Auch Synced: Off-Planet ist noch längst nicht fertig, was auch gut so ist. Das Spiel lief in 1.920 × 1.080, hakte aber dennoch andauernd, was sich bis zum Erscheinen nächstes Jahr noch ändern muss. Darüber hinaus wirkte das gesamte Bild unscharf. Der Grund dafür ist unklar, doch sind auch hier DLSS oder eine intern geringer eingestellte Auflösung als Gründe denkbar.

COD: Modern Warfare zeigt optisch kaum auffällige Vorteile

Die Redaktion konnte auch Call of Duty: Modern Warfare anspielen. Allerdings zeigte der neuste Ableger durch Raytracing optisch kaum Vorteile. Zumindest keine, die offensichtlich waren. Zudem war es das einzige Spiel, bei dem nicht zwischen aktiviertem und deaktiviertem Raytracing hin- und hergeschaltet werden konnte, sodass man sich nur vorstellen kann, wie die Grafik ohne Raytracing aussehen würde. Modern Warfare nutzt Raytracing für Reflexionen und auch die Beleuchtung. Doch gab es auf der Mehrspielerkarte fast keine reflektierenden Oberflächen. Zudem war das Level sehr dunkel. Damit lassen sich die Vorteile von Raytracing noch nicht genauer benennen. Call of Duty: Modern Warfare lief auf dem System in 2.560 × 1.440. Generell war die Performance gut, es gab aber immer wieder spürbare Slowdowns.

Dass die Integration von Raytracing nicht immer ein leichtes Unterfangen ist und Nvidia die präsentierten Titel auch nicht grundlos gewählt haben wird, zeigt auch Assetto Corsa Competizione, für das die versprochene Raytracing-Unterstützung nun wieder gestrichen wurde.