Googles Cloud-Gaming: Spiele und Ersteindruck

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Jan-Frederik Timm et al. 271 Kommentare

Spiele zum Start und bis Jahresende

Zum Start am Dienstag wird Googles Streaming-Angebot Stadia 22 Spiele zum Kauf bereithalten. Im Angebot ist zunächst eine Mischung aus Indie-Spielen und älteren Blockbustern. Weitere Titel sollen noch in diesem Jahr folgen.

Knapp zwei Dutzend Spiele zum Start
Knapp zwei Dutzend Spiele zum Start (Bild: Google)

Am neuesten sind aus dem Startangebot mit Ausnahme des erst jüngst auf den PC portierten Red Dead Redemption 2 noch Rage 2, NBA 2K20, Metro Exodus und Shadow of the Tomb Raider. Im Laufe des Jahres wird die Triple-A-Liste unter anderem um Borderlands 3 und Ghost Recon Breakpoint ausgebaut.

Spielen dürfen ab dem 19. November 2019 aber, das sei abermals erwähnt, nur Vorbesteller der Founder's und der Premiere Edition von Stadia. Voraussetzung für die Nutzung ist zudem ein Stadia-Pro-Abo, das bei beiden Bundles für drei Monate kostenlos enthalten ist und danach zehn Euro im Monat kostet. Spiele müssen dennoch separat gekauft werden, sie sind nicht im Kaufpreis von Stadia enthalten. Und sie müssen im Store von Stadia gekauft werden. Ursprünglich ebenfalls noch für dieses Jahr geplant war Doom: Eternal, Bethesda hat das Spiel aber verschoben.

Spiele-Preise im Überblick

Zum Start von Stadia verfügbare Spiele:

  • Assassin's Creed Odyssey – 69,99 Euro (35 Euro mit Stadia Pro, zeitlich begrenzt)
  • Attack on Titan 2: Final Battle – 69,99 Euro
  • Destiny 2: The Collection – kostenlos mit Stadia Pro
  • Farming Simulator 19 – 29,99 Euro
  • Final Fantasy 15 – 39,99 Euro (29,99 Euro mit Stadia Pro, zeitlich begrenzt)
  • Football Manager 2020 – 54,99 Euro
  • Grid – 69,99 Euro
  • GYLT – 29,99 Euro
  • Just Dance 2020 – 49,99 Euro
  • Kine – 19,99 Euro
  • Metro Exodus – 39,99 Euro (20 Euro mit Stadia Pro, zeitlich begrenzt)
  • Mortal Kombat 11 – 89,99 Euro (62,99 Euro mit Stadia Pro, zeitlich begrenzt)
  • NBA 2K20 – 49,99 Euro
  • Rage 2 – 59,99 Euro
  • Red Dead Redemption 2 – 59,99 Euro
  • Rise of the Tomb Raider – 29,99 Euro
  • Samurai Shodown – kostenlos mit Stadia Pro
  • Shadow of the Tomb Raider: Definitive Edition – 59,99 Euro
  • Thumper – 19,99 Euro
  • Tomb Raider: Definitive Edition – 19,99 Euro (10 Euro mit Stadia Pro, zeitlich begrenzt)
  • Trials Rising – 24,99 Euro
  • Wolfenstein: Youngblood – 29,99 Euro

Für 2019 offiziell geplante Spiele:

  • Borderlands 3
  • Darksiders Genesis
  • Dragon Ball Xenoverse 2
  • Ghost Recon Breakpoint

Ersteindruck

Eine Stunde mit Google Stadia unter kontrollierten Bedienungen bei Google ist zweifelsohne zu wenig, um ein umfassendes Fazit zu ziehen, zumal es weder einen direkten Vergleich zur Streaming-Konkurrenz, noch einen direkten Vergleich zu Konsole oder PC gab. Einen erwähnenswerten Schnitzer hat sich die Plattform beim ersten Anspielen allerdings auch nicht geleistet. Der Controller überzeugt, der Wechsel zwischen Plattformen gelingt und die Latenz fiel in den angespielten Titeln nicht negativ auf.

Interessant ist, dass Google die Grafikeinstellungen in Spielen fest vorzugeben scheint, was weniger versierten Anwendern und der Last im Rechenzentrum einerseits entgegenkommt, vom PC bekannte Funktionen aber nimmt. Bei GeForce Now und Shadow by Blade bleibt dem Spieler die Option, die Leistung im Tausch mit mehr Grafikpracht immer weiter in die Knie zu zwingen.

Nicht ganz nachvollziehbar erscheint, warum Google den Stadia Store nur über die App für Smartphones zugänglich machen will, direkt am TV oder im Browser lassen sich so keine neuen Spiele erwerben.

Noch ein geschlossenes Ökosystem

Googles Entscheidung, bei Stadia auf einen ganz eigenen Store zu setzen, dürfte hingegen der Punkt sein, an dem sich die Zukunft von Stadia entscheidet. Andere „PC-Gaming-Cloud-Plattformen“ wie GeForce Now oder Shadow by Blade nehmen wie Google Miete für die Nutzung der Hardware, die Spiele können Abonnenten aber in den bekannten Stores wie Steam, Origin oder uPlay kaufen oder von dort mitbringen. Auf der anderen Seite gibt es Anbieter wie die Telekom, Medion oder auch PlayStation Now, die den Zugang zur Plattform und den Spielen im Mietpreis bündeln.

Google hingegen schafft ein ganz neues, in sich geschlossenes Ökosystem, in das man sich einmieten muss, um dort dann Spiele kaufen zu können, die nur bei Google nutzbar sind. Wer zu Stadia wechselt, fängt dort bei Null an. Und einfach einmal ausprobieren mit einem Spiel im eigenen Besitz ist nicht drin.

Bedenken, dass Publisher da nicht mitmachen, auch weil es bestehende Exklusivvereinbarungen mit anderen Plattformen wie Steam oder Epic Games gibt, hat Google derweil nicht. Die Liste der angekündigten Titel sei bereits lang und auch wenn es keine Zielvorgaben gäbe, dürfte das Angebot in Kürze weiter deutlich steigen.

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ComputerBase konnte Stadia bei Google in Berlin unter NDA vorab ausprobieren. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Nicht erlaubt war es vor Ort, den Video-Stream abzugreifen oder Aufnahmen anzufertigen, auf dessen Basis sich qualitative Aussagen zur Latenz treffen lassen.

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