Intels Sechs-Kern-NUC im Test: Fazit und Empfehlung

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Volker Rißka 110 Kommentare

Der NUC10 „Frost Canyon“ in der Variante mit Sechs-Kern-Prozessor ist ein echter Schritt nach vorn und bietet deutlich mehr Leistung als die Vorgängergeneration. Sehr hohe Taktraten von 4,7 GHz gibt es für Lastszenarien auf einem Kern, Windows fühlt sich deshalb sehr spritzig an. Wenn es an eine Aufgabe geht, die von mehr Kernen und mehr Threads profitiert, zeigt der Sechs-Kern-Prozessor mit zwölf Threads sein volles Potenzial und überzeugt mit sehr hoher Leistung auf dem Niveau eines Core i7-7700K. Dabei profitiert die CPU von der auf dauerhaft 30 Watt angehobenen TDP – doppelt so viel wie als Standard definiert und sogar noch 5 Watt über der offiziellen Obergrenze (configTDP up).

Auch die Ausstattung des NUCs kann überzeugen, wenngleich die Unterschiede in dem Bereich zu vorangegangenen Modellen sehr gering ausfallen. Die doppelte Anzahl USB-Typ-C-Anschlüsse, einer davon nach Thunderbolt-3-Standard, dazu ein Kartenleser und HDMI sowie WLAN nach neuem ax-Standard (Wi-Fi 6) decken die grundlegenden Bedürfnisse mehr als ab. Intern ist Platz für eine schnelle M.2-SSD (NVMe), eine 2,5-Zoll-SSD bzw. -HDD und bis zu 64 GByte RAM.

Intel NUC10 im Test
Intel NUC10 im Test

Welchen NUC10 kaufen?

Den NUC10 gibt es grundsätzlich in sechs Varianten: Mit Core i3, Core i5 und Core i7 und jeweils in einer hohen Variante mit Platz für ein 2,5-Zoll-Laufwerk und einer flacheren nur mit M.2-Steckplatz. Diese Barebones ohne RAM und SSD/HDD sowie Betriebssystem („NUC Kit“) führt auch der deutsche Online-Handel. Intel hat auf dieser Basis 20 komplett konfigurierte Systeme mit RAM, SSD/HDD und Windows 10 aufgelegt. Für Laien ist das kaum zu überblicken.

Die wichtigste Frage ist zuerst: Werden zwei, vier oder sechs Kerne benötigt? Denn der Punkt hat deutliche Auswirkungen auf den Preis. Der NUC mit Core i3 kostet 316 US-Dollar, mit Core i5 100 US-Dollar mehr und mit Core i7 noch einmal 170 US-Dollar Aufpreis und damit am Ende bereits in der Basisversion fast 590 US-Dollar. Von der CPU-Rechenleistung inklusive Reserven dürfte die i5-Variante wie in den Jahren zuvor das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Welche Ausstattung des Weiteren benötigt wird, hängt vom Einsatzgebiet ab. RAM, Optane Memory, nur eine SSD oder auch noch eine HDD – all diese Optionen bietet Intel direkt ab Werk an.

Der Griff sollte zum Barebone gehen

Für Bastler empfiehlt sich dabei immer die zugrunde liegende Barebone-Variante, bei der diese Komponenten selbst erworben werden müssen. Die Preisersparnis gegenüber dem vorkonfigurierten System ist sehr groß, zudem kann beispielsweise dann auf eine HDD verzichtet und vollständig auf moderne und größere SSDs gesetzt werden. Denn SSDs sind mittlerweile so günstig, dass sie auch als Datengrab genutzt werden können – zudem entfällt eine störanfällige, langsame Lärmquelle im System.

Intel NUC10 im Test
Intel NUC10 im Test

ComputerBase hat das NUC 10 Performance Kit NUC10i7FNH leihweise von Intel zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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