Oppo Find X2 Pro im Test: High-End-Smartphone im veganen Ledermantel

Nicolas La Rocco
91 Kommentare
Oppo Find X2 Pro im Test: High-End-Smartphone im veganen Ledermantel

tl;dr: Kaum ist das Mittelklasse-Smartphone Reno2 auf dem Markt, lässt Oppo das Find X2 Pro folgen, das für 1.200 Euro gegen die High-End-Boliden von Apple, Huawei und Samsung antritt. Die umfangreiche Ausstattung imponiert und das extravagante Design zieht Blicke an. Im Detail schöpft Oppo das Potenzial aber noch nicht aus.

In großen Schritten kommt mit Oppo ein neuer Smartphone-Anbieter auf den deutschen Markt. Nach dem Marktstart des Reno2 (Test) und Reno2 Z für die Oberklasse folgen mit der Find-X2-Serie zwei Ableger für das absolute High-End-Segment ab rund 1.000 Euro.

Aus dieser neuen Serie hat ComputerBase das Find X2 Pro zur unverbindlichen Preisempfehlung von 1.199 Euro vorliegen. Für einen neuen Anbieter auf einem heiß umkämpften Markt ist das eine deutliche Ansage. Oppo versucht eben nicht, mit Dumpingpreisen auf den Markt zu preschen, sondern will gleich in die Liga der über Jahre etablierten Smartphone-Hersteller wie Apple, Huawei oder Samsung aufsteigen.

Technische Daten im Überblick

Oppo Find X2 Pro
Oppo Find X2
Software:
(bei Erscheinen)
Android 10.0
Display: 6,70 Zoll, 1.440 × 3.168
519 ppi, 120 Hz
OLED, HDR
6,70 Zoll, 1.440 × 3.168
519 ppi
OLED, HDR
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: Qualcomm Snapdragon 865
1 × Kryo 585 Gold, 2,84 GHz
3 × Kryo 585 Gold, 2,42 GHz
4 × Kryo 585 Silver, 1,80 GHz
7 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 650
587 MHz
RAM: 12.288 MB
LPDDR5
Speicher: 512 GB 256 GB
1. Kamera: 48,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
2. Kamera: 13,0 MP, f/3,0, AF, OIS 13,0 MP, f/2,4, AF
3. Kamera: 48,0 MP, f/2,2, AF 12,0 MP, f/2,2, AF
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 32,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,4
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
5G: NSA/SA
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.1
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 4.260 mAh
fest verbaut
4.200 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T):
74,4 × 165,2 × 8,80 mm
Variante
74,4 × 165,2 × 10,00 mm
Variante
74,4 × 165,2 × 9,50 mm
74,5 × 164,9 × 8,00 mm
Schutzart: IP68 IP54
Gewicht: 207 / 199 / 200 g 187 / 196 g
Preis: ab 600 € / 1.999 € / ab 1.229 € 999 €

Veganes Leder trifft auf goldenen Rahmen

Oppo bietet das Find X2 Pro in zwei unterschiedlichen Designs an, die kaum stärker im Kontrast zueinander stehen könnten. Das schwarze Modell mit Rückseite aus Keramik und schwarzem Rahmen aus Aluminium ist für diejenigen gedacht, die ein zurückhaltend gestaltetes Smartphone vorziehen. Das Testgerät liefert ein Kontrastprogramm aus knalligem Orange für das vegane Leder die Kunststoff-Rückseite und einen goldenen Hochglanz-Rahmen aus Aluminium. Das Design schreit förmlich nach Aufmerksamkeit.

So kitschig die Optik manch einer empfinden mag, so gut ist dennoch die Verarbeitung. Was hinten Kunststoff ist, fühlt sich in der Praxis tatsächlich wie leicht unterfüttertes Leder an. Die feine Musterung fördert die Illusion, als habe das Bauteil tatsächlich eine Gerberei durchlaufen. Und trotz der alternativen Materialwahl sind alle Varianten des Find X2 Pro nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt.

Tasten erneut sinnvoll positioniert

Einen Pluspunkt sammelt Oppo wieder für die Anordnung der Tasten, nachdem zuletzt beim Reno2 die vergleichsweise niedrige Position positiv aufgefallen war. So lassen sich die Drücker angesichts immer größer und länger werdender Smartphones weiterhin gut erreichen. Für das große Display und die allgemeine Handhabung gilt das freilich nicht, denn auch das Find X2 Pro ist ein Smartphone, das die meiste Zeit über mit beiden Händen gehalten und bedient werden will. Mit 74,4 × 165,2 × 9,5 mm (B×H×T) und 200 Gramm ist das Find X2 Pro weder klein noch ein Leichtgewicht, aber noch nicht ganz so kolossal wie das Galaxy S20 Ultra (Test) – es fehlen zu Samsung aber nur wenige Millimeter. Die aufgeraute Rückseite hilft ein wenig beim Handling im Alltag.

120-Hz-Display bei nativer Auflösung

Obwohl das Find X2 Pro von den Abmessungen her zwischen Galaxy S20+ und Galaxy S20 Ultra liegt, ist das Display nur so groß wie beim kleineren Samsung-Smartphone. Oppo gelingt demnach ein nicht ganz so gutes Screen-to-Body-Verhältnis wie Samsung. Auf 1.440 × 3.168 Pixeln schafft es Oppo im Gegenzug aber nicht nur 60 Hz, sondern 120 Hz anzubieten, während Samsung dafür die Auflösung reduzieren muss. Welchen Einfluss das auf die Akkulaufzeiten hat, wird im weiteren Verlauf des Tests erläutert.

Messwerte erreichen nicht die Herstellerangabe

Oppo gibt die Helligkeit des OLED-Panels mit typischen 500 cd/m², 800 cd/m² bei heller Umgebung sowie punktuell bis zu 1.200 cd/m² an. ComputerBase hat den Bildschirm bei unterschiedlichen Weißanteilen gemessen, da OLED-Panels die Spitzenhelligkeit mit steigendem Anteil reduzieren, um Energie zu sparen. Der Bildschirm erreicht die höchsten Messwerte im Test erst bei stark reduziertem Weißanteil. Im Direktvergleich fehlen bei 100 Prozent APL (Average Picture Level) über 50 Prozent zur Galaxy-S20-Serie. Erst bei 10 Prozent APL sind über 700 cd/m² möglich – Samsung kommt dann aber auf über 1.200 cd/m². Oppos Angaben sind demnach nicht ganz nachvollziehbar.

Diagramme
Display-Helligkeit max.
    • Apple iPhone 11 Pro Max
      797
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Samsung Galaxy S20
      763
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Samsung Galaxy S20 Ultra
      762
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Samsung Galaxy S20+
      752
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Oppo Find X2 Pro (Auto, 10% APL)
      702
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Apple iPhone Xr
      686
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • Apple iPhone 8 Plus
      680
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • Cat S61
      672
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • OnePlus 7T
      672
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Gigaset GX290
      671
      Weißpunkt: ca. 9.800
    • Oppo Find X2 Pro (Auto, 20% APL)
      667
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Sony Xperia XZ1
      663
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Apple iPhone 11
      661
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Apple iPhone Xs Max
      644
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Samsung Galaxy Note 9
      637
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Motorola Moto G8 Plus
      634
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Sony Xperia XZ1 Compact
      631
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Apple iPhone X
      629
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • LG G6
      624
      Weißpunkt: ca. 8.200
    • Samsung Galaxy S9+
      624
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Samsung Galaxy S9
      622
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Huawei Mate 20 Pro
      616
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Samsung Galaxy Note 10+
      616
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • OnePlus 6
      607
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Motorola Moto G6
      589
      Weißpunkt: ca. 8.800
    • OnePlus 7 Pro
      585
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Sony Xperia XZ3
      569
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Samsung Galaxy S10e
      562
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Samsung Galaxy S8
      558
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Cat S52
      553
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Cat S41
      552
      Weißpunkt: ca. 6.600
    • LG G7 ThinQ
      546
      Weißpunkt: ca. 9.300
    • Samsung Galaxy S8+
      533
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Samsung Galaxy Note 8
      532
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Huawei P30 Pro
      531
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Huawei P20 Pro
      527
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • HTC U11
      526
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Asus ZenFone 6
      525
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Samsung Galaxy S10+
      524
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Oppo Reno2
      521
      Weißpunkt: ca. 8.000
    • Samsung Galaxy S10
      519
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Motorola Moto G7 Plus
      518
      Weißpunkt: ca. 8.200
    • Samsung Galaxy A50
      515
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Lenovo Moto Z2 Play
      513
      Weißpunkt: ca. 8.000
    • Huawei Mate 10 Pro
      513
      Weißpunkt: ca. 6.700
    • Motorola One Vision
      510
      Weißpunkt: ca. 8.000
    • Sony Xperia XZ2 Compact
      506
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Motorola Moto G7 Power
      506
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • BlackBerry KeyOne
      486
      Weißpunkt: ca. 8.100
    • Sony Xperia XZ Premium
      484
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Huawei Nova 2
      483
      Weißpunkt: ca. 8.300
    • Oppo Find X2 Pro (Auto, 100% APL)
      482
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Google Pixel 2 XL
      476
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • BlackBerry Motion
      475
      Weißpunkt: ca. 8.400
    • Nokia 7 Plus
      473
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Motorola Moto G7
      473
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Xiaomi Mi Mix 2S
      472
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Motorola Moto X4
      470
      Weißpunkt: ca. 8.400
    • Motorola One
      470
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Samsung Galaxy A6
      463
      Weißpunkt: ca. 8.100
    • LG G8s
      455
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Nokia 6.1
      452
      Weißpunkt: ca. 9.500
    • Honor 8 Pro
      450
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Motorola Moto Z3 Play
      444
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • OnePlus 6T
      431
      Weißpunkt: ca. 8.100
    • Google Pixel 4 XL
      428
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Google Pixel 2
      424
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • BlackBerry Key2
      420
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • LG V30
      410
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • Google Pixel 3a
      406
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Google Pixel 3 XL
      400
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • HTC U12+
      399
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • Sony Xperia 1
      381
      Weißpunkt: ca. 7.600

Voreinstellungen für sRGB und DCI-P3

Ab Werk wird das Find X2 Pro mit „automatischer Bildschirmauflösung“ sowie „automatischer Bildwiederholrate“ ausgeliefert, die sich jeweils am dargestellten Inhalt ausrichtet. Darüber hinaus lässt sich manuell zwischen FHD+ und QHD+ sowie fixen 60 Hz und 120 Hz wählen. Als Bildschirmmodus ist standardmäßig „Lebhaft“ eingestellt, der für eine hohe Farbsättigung, aber einen verfälschten Weißpunkt von rund 7.900 Kelvin mit leichtem Blaustich sorgt. Deutlich besser abgestimmt sind die Modi „Gentle“ und „Cineastisch“, die nach sRGB und DCI-P3 kalibriert sind. OLED-typisch fällt der Kontrast hervorragend aus und trägt zur allgemein guten Ablesbarkeit bei. Die gebogenen Bildschirmränder führen aber teils zu leichten Reflexionen und Verfälschungen, je nachdem, wie das Smartphone im Verhältnis zu eintreffendem Licht gehalten wird.

Bildverbesser ist ab Werk deaktiviert

Die eigens entwickelte „O1 Ultra Vision Engine“ soll SDR-Inhalte und solche mit weniger als 120 Hz dynamisch je nach dargestelltem Inhalt für den Bildschirm aufbereiten können. Erfahrung im Bereich Bildaufbereitung hat Oppo über viele Jahre mit der zwischenzeitlich eingestellten Sparte für Blu-ray- und DVD-Player gesammelt. Mit den Werkseinstellungen des Find X2 Pro ist die O1 Ultra Vision Engine aber deaktiviert.