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Im Test vor 15 Jahren: Fünf GeForce 8800 GTS 320 mit G80-GPU am Limit

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Fünf GeForce 8800 GTS 320 mit G80-GPU am Limit

Im Test vor 15 Jahren traten fünf übertaktete GeForce 8800 GTS 320 (Test) an. Im besten Fall konnten Kunden mit bis zu 18 Prozent mehr Leistung als beim Referenzmodell rechnen, der Preis stieg in diesem Fall allerdings ebenfalls kräftig an.

Die GeForce 8800 GTS 320 als günstiger Einstieg

Nachdem Nvidia die GeForce 8800 GTX und GTS als High-End-Modelle vorgestellt hatte, folgte mit der 8800 GTS 320 ein günstigeres Modell für den Einstieg in das High-End-Segment. Anders als bei den Spitzenmodellen gestand Nvidia den Boardpartnern bei der GeForce 8800 GTS 320 mehr Freiraum in puncto Taktraten zu. Dafür waren die „Custom-Designs“, die alle auf dasselbe PCB und denselben Kühler setzen, teurer: Das damals noch so genannte Referenz-Design gab es im freien Handel bereits ab 250 Euro (UVP 300 Euro), die fünf Modelle von BFG, Gainward, MSI, POV und XFX lagen höher.

Radeon X1950 XTX GeForce 7900 GTX GeForce 7950 GX2 GeForce 8800 GTX GeForce 8800 GTS (320 MByte)
Chip R580+ G71 G80
Transistoren ca. 384 Mio. ca. 278 Mio. ca. 2 × 278 Mio. ca. 681 Mio.
Fertigung 90 nm
Chiptakt 650 MHz 500 MHz 575 MHz 500 MHz
Shadertakt 650 MHz 500 MHz 1.350 MHz 1.200 MHz
Pixel-Pipelines 16 24 2 × 24
Shader-Einheiten
(MADD)
48 (4D) 128 (1D) 96 (1D)
FLOPs (MADD/ADD) 374 GFLOPS 250 GFLOPS 2 × 192 GFLOPS 518 GFLOPS 346 GFLOPS
ROPs 16 2 × 16 24 20
Pixelfüllrate 10.400 MPix/s 2 × 8.000 MPix/s 13.800 MPix/s 10.000 MPix/s
TMUs 16 24 2 × 24 64 48
TAUs 16 24 2 × 24 32 24
Texelfüllrate 10.400 MTex/s 15.600 MTex/s 2 × 12.000 MTex/s 36.800 MTex/s 24.000 MTex/s
Vertex-Shader 8 2 × 8
Unified-Shader
in Hardware
Pixelshader PS 3.0 SM 4
Vertexshader VS 3.0 SM 4
Geometryshader
Speichermenge 512 MByte GDDR4 512 MByte GDDR3 2 × 512 MByte GDDR3 768 MByte GDDR3 640 MByte GDDR3
(320 MByte GDDR3)
Speichertakt 1.000 MHz 800 MHz 600 MHz 900 MHz 800 MHz
Speicherinterface 256 Bit 384 Bit 320 Bit
Speicherbandbreite 64.000 MByte/s 51.200 MByte/s 2 × 38.400 MByte/s 86.400 MByte/s 64.000 MByte/s

Modelle von BFG bis XFX

Das Modell von BFG hörte auf den Namen GeForce 8800 GTS 320 OC und kostete rund 270 Euro, wobei ein zweites Modell namens GeForce 8800 GTS 320 OC2 mit höheren Taktraten für etwa 300 Euro erhältlich war. BFG hob den GPU-Takt um 40 MHz auf 540 MHz an. Der Shadertakt wurde von 1.200 auf 1.300 MHz beschleunigt. Die 275 Euro teure Gainward Bliss GeForce 8800 GTS 320 GS arbeitete ebenfalls mit 540 MHz GPU-Takt, beließ den Shadertakt allerdings bei 1.200 MHz.

BFG GeForce 8800 GTS 320 OC
BFG GeForce 8800 GTS 320 OC
Gainward Bliss 8800 GTS 320 GS
Gainward Bliss 8800 GTS 320 GS
MSI GeForce 8800 GTS 320 OC
MSI GeForce 8800 GTS 320 OC

Die MSI NX8800GTS-T2D320E-HD-OC für etwa 280 Euro besaß einen hohen GPU-Takt von 575 MHz. Zudem hob der Hersteller den Shader-Takt auf satte 1.350 MHz an, während der Speichertakt nur um magere 40 MHz auf 840 MHz angehoben wurde. Die POV 8800 GTS 320 Exo-Edition als vierte Grafikkarte im Bunde bot für 300 Euro einen auf 575 MHz gesteigerten GPU- und 900 MHz Speichertakt. Als letztes Modell im Test trat die XFX 8800 GTS 320 580M XXX an, die ihre GPU mit 575 MHz betrieb. Die Besonderheit des 300 Euro teuren XFX-Modells waren die mit 1.510 MHz getaktete Shader-Domäne und der 900 MHz schnelle VRAM.

POV GeForce 8800 GTS 320 Exo
POV GeForce 8800 GTS 320 Exo
XFX GeForce 8800 GTS 320 580M XXX
XFX GeForce 8800 GTS 320 580M XXX

XFX raste allen davon

In den Benchmarks mit einem Intel Core 2 Extreme X6800 und 2 GByte Arbeitsspeicher zeichnete sich ein klares Bild. Die XFX-Karte zog allen ihren Kontrahenten davon, ohne Kantenglättung wurde sogar die große GeForce 8800 GTS mit 640-MByte-Speicher ohne Probleme um bis zu 14 Prozent geschlagen. Bei aktivierter Kantenglättung lag ein Gleichstand zwischen XFX und GeForce 8800 GTS vor. Zwischen dem Referenzmodell der GeForce 8800 GTS 320 und der XFX-Version lagen zwischen 17 und 18 Prozent.

Performancerating
Performancerating – 1280x1024
    • XFX 8800 GTS 320 580M XXX
      117,8
    • MSI NX8800GTS-320-OC
      111,5
    • POV 8800 GTS 320 Exo-Edition
      106,3
    • BFG 8800 GTS 320 OC
      106,3
    • Gainward 8800 GTS 320 GS
      104,6
    • nVidia GeForce 8800 GTS
      103,5
    • nVidia GeForce 8800 GTS 320
      100,0
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Die Modelle der Boardpartner waren nicht nur in Sachen Leistung dem Referenzdesign voraus, auch bei der Lautstärke konnten sie sich positiv absetzen. Unter Last arbeiteten alle Modelle mindestens 25 Prozent leiser als das Referenzdesign von Nvidia. Bei der Energieaufnahme und der Temperatur nahmen sich die Grafikkarten hingegen nicht viel.

Diagramme
Lautstärke
  • Idle:
    • BFG 8800 GTS 320 OC
      47,0
    • MSI NX8800GTS-320-OC
      48,0
    • XFX 8800 GTS 320 580M XXX
      48,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS
      48,0
    • Gainward 8800 GTS 320 GS
      48,5
    • POV 8800 GTS 320 Exo-Edition
      48,5
    • nVidia GeForce 8800 GTS 320
      49,5
  • Last:
    • MSI NX8800GTS-320-OC
      48,0
    • XFX 8800 GTS 320 580M XXX
      48,0
    • BFG 8800 GTS 320 OC
      49,0
    • Gainward 8800 GTS 320 GS
      49,0
    • POV 8800 GTS 320 Exo-Edition
      49,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS
      51,0
    • nVidia GeForce 8800 GTS 320
      51,5
Einheit: dB(A)

Fazit

Alle Modelle im Test konnten sich klar von Nvidias Referenzdesign abheben. Besonders herausgestochen hat dabei die XFX 8800 GTS 320 580M XXX, welche mit extrem hoher Leistung zu begeistern wusste. Mit einem Preis von 300 Euro war der Preis verglichen mit den anderen Modellen höher, bezogen auf das Referenzdesign sogar um 55 Euro. Für Nutzer galt damals nicht nur die Leistung als Momentaufnahme zu betrachten, sondern auch zukünftige Spiele zu beachten. Aus diesem Grund konnte eine GeForce 8800 GTS mit 640 MByte trotz des höheren Preises von etwa 350 Euro längerfristig die bessere Anschaffung sein, wie im Test beispielsweise das Spiel Company of Heroes bereits andeutete.

18 Prozent mehr Leistung mit einem Custom-Design, das damit das nächst schnellere Modell im Portfolio überholt: Heutzutage ist das kaum noch vorstellbar. Die meisten Designs operieren bereits mit den offiziellen Spezifikationen am Limit, oder werden über die Firmware daran gehindert, durch einen signifikant höheren Takt oder Verbrauch einen solchen Leistungssprung zu vollziehen.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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