So, nachdem ich bereits schon die ein oder andere Anmerkung hier machte, dann doch nochmal etwas hintergründig Substanzielles aus meiner individuell-persönlichen (Konsumenten-)Sicht dazu.
Eigtl. sollte (und möchte) ich mich über solcherlei Meldungen freuen, weil's doch noch ein bißchen Hoffnung nährt i-wann einmal einen Gf-Anschluß an meiner jetzigen Wohnstätte nutzen zu können, aber... allein mir fehlt der Glaube jemals das Licht am Ende des Tunnels erblicken zu können. 🤷♂️
Ich, als Mittfünfziger, wohne mittlerweile seit über 16 Jahren in einem älteren in '95 mit Sozialmitteln sanierten Mehrparteien-Mietobjekt (24 Wohneinheiten mit Gewerbefläche), bei der bedingt durch die natürlich priorisierte Gewinnmaximierungsabsicht des damaligen "Bauunternehmens" auch bereits schon zusätzlich mit "Geiz-ist-Geil"-Mentalität sowohl minderwertiges Material ("Baumarkt"-Klingeldraht J-Y(St)Y 2x2x0,6) als auch Personal privat beschäftigt wurde - wer kennt sowas nicht?
Mochte damals für die grundlegende Telekommunikationsversorgung alles ok aussehen und hat ja auch durchaus jahr(zehnt)elang funktioniert, aber limitiert natürlich die Internetversorgung auf max. VDSL100.
Einen Kabelanschluß gibt's für diese Liegenschaft nicht und der jetzige Eigentümer, der über eine Zwangsversteigerung in Besitz dieses Objekts gelangte, ist nicht an einem Aktualisierungsprojekt, welches diesbezüglich eben auch noch eminente Kosten für die Erneuerung der Inhouse-Verkabelung mit sich bringen würde, interessiert, zumal einerseits weder der überwiegende Anteil der Mieter Bedarf und/oder Interesse daran hätte und schon gleich gar kein "Verständnis" für später daraus resultierende Mieterhöhungen oder die höheren Betriebsgebühren für den Versorgungsanschluß hätte, als auch andererseits er hier selbst gar nicht wohnt und ihn der aktuelle Zustand somit auch selbst überhaupt nicht tangiert.
Letztlich bleibt, dass ich für meine - in dieser Liegenschaft mit zwei anderen recht exklusiv - bei der Sanierungsmaßnahme implementierte Mietwohnung über zwei Etagen mit eigener Haustür und davor platzierter Terrasse im Stile eines Reihenhäuschens an einen kupferbasierten Anschluß quasi "festgetackert" bin - und aller höchst wahrscheinlich bleibe, es sei denn, ich entscheide mich für einen Wohnungswechsel.
Da ich hier ansonsten ganz gut wohne und einen Mietpreis habe, der sich in der ganzen Zeit nur zu eben jenem Eigentümerwechsel marginal erhöhte sowie mir für meinen Bedarf - sogar als selbstständig Tätiger im IT-Bereich und privat erst recht - mit VDSL50 ausreicht, sehe ich dafür allerdings auch keine Veranlassung, zumind. nicht solang' die Technik noch funktioniert. Warum soll ich mehr bezahlen für eine Leistung, die ich nicht existenziell benötige, nur damit sich andere Konsumenten besser fühlen?
Sollte die kupferbasierte Versorgung eines Tages doch tatsächlich außer Betrieb genommen werden geschieht das sicherlich nicht ohne bereits funktionierende Ersatzversorgung, schon gar nicht gesetzlich vorgegeben!
Insofern halte ich die lauthalsige Forderung nach Gf-Anschluß als Mindest-Standard für überzogen - klar ist das mittel- bis langfristig durchaus valide gedacht, aber das funktioniert eben nur mit einer diktierten Strukturstrategie und nicht dem auf den schnellen Taler ausgerichteten kapitalistisch-basierten "freien" Marktwirtschaft als Initiator für Aufrechterhaltung und Pflege von Infrastruktur. Da wurden die Fehler in den späten 80ern und 90ern gemacht, als mit der Umstrukturierung der Volkswirtschaft nach amerikanischem Vorbild hin zum "Kapitalismus in Perfektion" und damit verbundener Liberalität nach Individualinteressen begann - welch eklatanter Irrtum, nachdem sich im Lauf der Weltenzeit alle Grundbedingungen und -voraussetzungen verändert haben.
Dieses "überragend öffentliche Interesse" ist sicherlich nur eine neuerlich beförderte Phrase der Regierung, um ihren Duktus für den vollmundig angekündigten Wirtschaftsaufschwung, zu dem infrastrukturelles Upgrading unerlässlich ist, zu füttern. Sicherlich könnte der Privatbereich davon auch profitieren, allerdings wohl qualitativ weder zeitnah und auch nicht in gewünschter Quantität.
Btw.:
Dieses immer wieder verwendete und übrigens mittlerweile faktisch widerlegte Narrativ "Werterhalt oder -steigerung der Immobilie" ist an Dämlichkeit sowie anmaßender Unverschämtheit nicht zu überbieten - einzig dem Eigentümer obliegt hier absolutes Bestimmungsrecht sowie -pflicht.
Ansonsten könnte ja auch gesetzlich verpflichtet werden, dass alle zwei, spätestens drei, Jahre ein mit den allerneuesten Fahrassistenz- und Sicherheitssystemen ausgestattetes Kfz wegen des hoheitlich "überragend öffentlichem Interesse" zwecks Vermeidung von Verkehrsopfern anzuschaffen.
Na, auf das "Gegrummel im Land" wär' ich doch gespannt. 🙄