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News Cyberpunk 2077: CD Projekt verpflichtet Angestellte zu Mehrarbeit

Klar, es wird nichts ändern, aber für mich kann ich diese Entscheidung doch treffen. Ich spare mir paar Euros und der Entwickler wird schon nicht am Hungertuch nagen. Warum soll ich das Verhalten von CD Projet unterstüzten indem ich den Vollpreis zahle? Ich habs nicht eilig mit 2077, von daher liegt mir diese Entscheidung ganz gut.

Und hätte ich nichts zum Zocken und wäre 2077 zu kaufen, dann müsste ich ja folgerichtig warten bis es günstiger wird um meine Position zu vertreten.

Auch wenn viele Überstunden schieben und diese nicht honoriert bekommen, ob mit Urlaubstagen oder Geld, so denke ich, dass die Crunch-Phase ne Nummer krasser ist.
Ich kann mir schon vorstellen kann, das der Stress-Faktor in einer wochenlangen Crunch-Phase deutlich höher ist und mehr belastet, als wenn man einfach Überstunden macht. So ein Projekt-Manager im Nacken für die Einhaltung der deadline können schon stressen.

Abschließend kann ich nur sagen: Wenn alle Beteiligen an 2077 nach Ablieferung des Spiels die Wertschätzung und den Dank von den Studio-Leads bekommen, der ihnen gebührt, dann wäre das vollkommen ok. Wenn man das Gefühl hat, nicht nur eine work force zu sein und man auch nicht mit psychologischer Kriegsführung bearbeitet wird von einem Psychopathen in Führungsposition, dann sollte das schon mal ok sein.
 
Zu Überstunden gezwungen zu werden sind für mich einfach das schlimmste, was es gibt.
In meiner jetzigen Firma sind Überstunden komplett freiwillig.

Wer möchte, der kann bei uns fast jeden Samstag arbeiten gehen, darauf gibt es dann sogar 100% Zuschlag. Gibt trotzdem noch Leute bei uns, die sich darüber beschweren. :freak:
Wenn einem das nicht gefällt, dann bleibt man halt einfach zu Hause - ganz einfach.

Finde das sehr gut gelöst. So komme ich gerne, wenn es zeitlich passt, auf einem Samstag noch mal zur Arbeit. Sich die Überstunden auszahlen lassen sind auch kein Problem, dürfen aber natürlich auch abgefeiert werden.
 
dustydelta schrieb:
Ich glaub wenn die Firmen größer werden ist das tatsächlich immer seltener der Fall - Ist aber im "Mittelstand" ziemlich Gang und Gäbe.

Das liegt, zumindest in DE, daran, dass in Konzernen meistens entsprechend starke Betriebsräte vorhanden sind die die Arbeitnehmerinteressen auch entsprechend vertreten. Im Mittelstand ist der entweder gar nicht vorhanden oder besteht nur aus Eunuchen.

"Inhabergeführt" ist auch eher das Gegenteil eines Qualitätsmerkmals :D
 
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Unglaublich, bald haben wir ja in der Spielebranche Bedingungen wie in der Pflege... Nur mit Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
 
Captain Mumpitz schrieb:
Viel Spass dabei den Grossteil eures Lebens auf Arbeit zu verbringen
An dieser Aussage merkt man, dass Arbeiten gehen in deiner Wahrnehmung eben im besten Fall ein notwendiges Übel ist.
Da fällt es dann schwer zu glauben oder zu verstehen, dass das für manch andere nicht zutrifft. Die machen ihren Job unter Umständen sogar gerne. Für so jemanden "fühlt" sich die Zeit die man auf der Arbeit verbringt gleich ganz anders an.
Wie gesagt ist das individuell sehr verschieden. Man darf aber ruhig akzeptieren, dass das so ist.

PS: Schreibe im übrigen gerade "von der Arbeit aus" und fühle mich wohl dabei :D
 
Man könnte ja fast an eine rosige Zukunft in diesem Land glauben, wenn die Verbraucher gleich Firmen boykottieren, in denen ein paar Überstunden gemacht werden müssen. Aber irgendwie habe ich meine Zweifel, dass die entrüsteten Foristen hier bei allen Einkäufen so genau schauen unter welchen Arbeitsbedingungen die Produkte hergestellt werden.
Oder woher kommen Eure Klamotten und das Fleisch auf dem Grill? (Um nur zwei Branchen zu nennen in denen viele Mitarbeiter oft unter viel schlimmeren Bedingungen arbeiten als bei CDPR oder der Software-Industrie allgemein.)

Ich finde es auch nicht gut, dass CDPR Ihr Versprechen bricht. Wenn ich dort arbeiten würde, könnte ich das aber gute Verkraften wenn ich an die 10% denke, die an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Mein Arbeitgeber schaut vor allem auf seine Aktionäre, die wahrscheinlich Amok laufen würden wenn die Firma nur überlegt 10% des Gewinns an die Mitarbeiter als Bonus auszuzahlen.
 
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Tharful schrieb:
Unglaublich, bald haben wir ja in der Spielebranche Bedingungen wie in der Pflege... Nur mit Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
Mit dem Unterschied dass sich dort kein Chef öffentlichkeitswirksam hingestellt und behauptet hat, es gäbe keine Pflicht zu Überstunden.

mwi schrieb:
Aber irgendwie habe ich meine Zweifel, dass die entrüsteten Foristen hier bei allen Einkäufen so genau schauen unter welchen Arbeitsbedingungen die Produkte hergestellt werden.
Oder woher kommen Eure Klamotten und das Fleisch auf dem Grill?
Wenn man Bio- oder Fairtrade-Produkte kauft dann sind faire Arbeitsbedingungen sichergestellt. Macht natürlich nicht jeder, aber wenn man das Geld dafür übrig hat, dann ist das eine einfache Möglichkeit.

Und wenn ein Produkt das Fairtrade-Siegel trägt und dann kommt raus dass sie ihre Arbeitnehmer dennoch ausbeuten, dann ist das genauso ein Skandal wie hier.
 
Hier wird viel über Fehlplanung fabuliert.
Dass die Mitarbeiter möglicherweise einfach durch Minderleistung ihr Arbeitspensum nicht gebacken bekommen - daran denkt wohl niemand?

Nur mal laut gedacht. Ich kenne halt beide Seiten...
 
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MiaSanMiaaa schrieb:
Es soll Leute geben, die ein nettes Privatleben haben und nicht froh um jede Minute sind, die sie mit Arbeit verbringen dürfen, um sich von ihrem armseligen Leben abzulenken.
Ist doch ganz einfach: Arbeite wo anders.
 
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wolve666 schrieb:
das stimmt nicht ganz. in bestimmten branchen (von anderen als meiner kann ich jetzt nicht reden) kannst du durchaus zu mehrarbeit verpflichtet werden, stichwort Notsituation (z.B. Krankehnhaus/Altenheim). Wenn da ein Keim sein Unwesen treibt, der höchst ansteckend ist, z.b. Norovirus, kann der AG dich verpflichten. Genauso kann das auch bei Katastrophen der Fall sein. Also bitte nicht immer pauschalisieren.
Moment, ich spreche von Überstunden, die weder bezahlt noch abgegolten werden! Dazu kannst Du nicht verpflichtet werden! Ebenso ist jeder Arbeitsvertrag, der so einen Pasus enthält, per se nichtig und kann mit großer Wahrscheinlichkeit positiv vor jedem Arbeitsgericht in Deutschland angefochten werden.

Wenn der AG Überstunden anordnet, wie Du richtig sagst, kann er das in Notsituationen, dann muß er das einerseits rechtfertigen, z.B. vor dem Betriebsrat, wenn es einen gibt, und er muß es andererseits ausbezahlen oder durch Freizeitausgleich abgelten. Einfach nur für Lau ohne alles ist nicht. Und die Mehrarbeit muß auf einen gewissen Zeitraum beschränkt sein!
 
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Micha Go. schrieb:
Hier wird viel über Fehlplanung fabuliert.
Dass die Mitarbeiter möglicherweise einfach durch Minderleistung ihr Arbeitspensum nicht gebacken bekommen - daran denkt wohl niemand?

Also wenn das Management massenweise Lowperformer einstellt, dann ist das aus meiner Sicht auch ein Planungsfehler.
 
duckycopper schrieb:
...
Also die Leute hier, die in der Tat gerne arbeiten und zufrieden mit ihrem Leben sind haben den Konsens:
...
Überstunden als Ausnahme sind ok, wenn diese vergütet werden.
Bei mir werden sie nicht unmittelbar vergütet. Ich könnte Ausgleich nehmen, mache ich aber nicht zwangsläufig und immer. In der Tat verhält es sich bei mir so, dass ich einen gewissen Anteil an Mehrarbeit als mit meinem Grundgehalt abgegolten erachte. Allerdings entscheide ich alleine über Mehrarbeit. Da, wo ich sie für erforderlich halte, mache ich sie - das ist für mich eine professionelle Selbstverständlichkeit.

Und ja, als ich vor demnächst 20 Jahren entschied, ein Quereinstiegsangebot in "die IT" anzunehmen, hatte ich durchaus bereits eine Vorahnung darüber, was das bezüglich Arbeitszeit und Belastung bedeuten könnte. Und da gab es dann im Verlauf der Jahre tatsächlich so einige Überstunden und "Crunch"-Phasen. Und ich habe dabei auch freiwillig wiederholt gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen. Als mündiger Bürger war ich jedoch der Meinung, dass ich das im Einzelfall selbst bewerten und entscheiden kann.

Aus heutiger Sicht war ein Teil dieser Mehrarbeit überflüssig und unnötig, denn es ging allein auf meine eigene Kappe. Ein weiterer Teil war überflüssig und unnötig, weil andere es "versemmelt" hatten. Yep, in derartigen Situationen handele ich heutzutage genau wegen dieser Erfahrungen anders und kompensiere den Verzug im Regelfall nicht mehr auf Kosten meines Zeitbudgets. Der letzte Teil erscheint mir aber wegen der komplexen Projektrahmenbedingungen auch heute nach wie vor praktisch unvermeidbar.

Nach all diesen Erlebnissen gilt für mich weiterhin: Mein Job macht mir immer noch viel Spaß und "gibt mir etwas"! Will ich deswegen automatisch "ewig" weiterarbeiten? Nein! Aber ich sehne das Ende auch nicht herbei.

Wirklich nachdenklich stimmt mich, dass ich mit dieser Meinung zumindest in diesem Thread eher in der Minderheit zu sein scheine.
 
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Diese News steht so ziemlich überall.
Ich halte sie für eine Kampagne um einen unverdienten Shitstorm zu generieren.

CDPR hat Cyberpunk 2077 bereits verschoben um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Der Wille die Bedingungen zu verbessern war offensichtlich da. Hat wohl nicht ganz geklappt, das kann passieren bei einem so großen und komplexen Projekt.
Auch ist Crunch nicht gleich Crunch.
Extra Samstage über 5 Wochen ist nicht zu vergleichen mit einer z.B. 60 Std. Woche für 3 Monate.
Ich halte es schon für irgendwo fragwürdig das was CDPR da gerade macht überhaupt wirklich Crunch zu nennen… klingt für mich nach einfachen Überstunden.

Am Ende hängt das Wohl der Belegschaft auch vom Wohl der Firma ab.
Eine weitere Verschiebung würde für CDPR bedeuten das Weihnachtsgeschäft zu verpassen. Das sind vermutlich ein paar Euro auch für ein so gehyptes Spiel wie CP2077.
Geld das dann fehlt für neue Projekte, Gehaltserhöhungen, Bonuszahlungen etc.
CDPR beteiligt seine Belegschaft mit 10% am Gewinn und bezahlt alle Überstunden Ordnungsgemäß.
Sicherlich sind auch Leute die in Pre-Production des nächsten Spiels/Add-On nicht benötigt werden in der Lage geleistete Stunden abzufeiern nach Veröffentlichung.
Ich sehe nicht das CDPR seine Leute ausnutzt, verschleißt und dann einfach wegwirft… das scheinen schon andere zu machen.

Ich will sagen auch wenn keiner Mehrarbeit mag und/oder will ist CDPR in der Videospielbranche vermutlich noch der weiße leuchtende Stern am Himmel.
Wer da bei BioWare, Blizzard oder UbiSoft arbeitet ist ganz anders dran.
Warum also dem das Leben schwer machen welcher scheinbar immer noch am meisten tut?
 
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PHuV schrieb:
Wenn der AG Überstunden anordnet, wie Du richtig sagst, kann er das in Notsituationen, dann muß er das einerseits rechtfertigen, z.B. vor dem Betriebsrat, wenn es einen gibt, und er muß es andererseits ausbezahlen oder durch Freizeitausgleich abgelten. Einfach nur für Lau ohne alles ist nicht. Und die Mehrarbeit muß auf einen gewissen Zeitraum beschränkt sein!

Es ist nicht unüblich bei Gehaltsverträgen einen Passus einzubauen, der besagt, dass ein gewisses Überstundenkontingent, bei Bedarf, mit dem Gehalt abgegolten ist.
Auch hier: Es zwingt dich niemand so einen Vertrag zu unterschreiben. Wo anders wäre dafür ggf. das Gehalt geringer.
 
Nagilum99 schrieb:
Es ist nicht unüblich bei Gehaltsverträgen einen Passus einzubauen, der besagt, dass ein gewisses Überstundenkontingent, bei Bedarf, mit dem Gehalt abgegolten ist.

Halte ich für sittenwidrig und bei solch einem Unternehmen würde ich, sobald mir der Vertrag unter die Nase gesetzt wird und ich das lese, den Vertrag vor deren Augen schön säuberlich zerfetzen. Ggfs. sogar ne Behörde über deren Praktiken informieren!
 
wolve666 schrieb:
Halte ich für sittenwidrig und bei solch einem Unternehmen würde ich, sobald mir der Vertrag unter die Nase gesetzt wird und ich das lese, den Vertrag vor deren Augen schön säuberlich zerfetzen. ...
Ich würde mir zumindest noch den Teil des Arbeitsvertrags, der das Gehaltliche konkret beschreibt, zu Gemüte führen.
 
wolve666 schrieb:
Halte ich für sittenwidrig
Wenn man etwas "für etwas hält", verhält es sich meist anders :D
So auch in diesem Fall. Sittenwidrig ist da gar nichts.
Lediglich darf die Formulierung des Passus, inwieweit Überstunden als mit dem Grundgehalt abgegolten sind nicht zu abstrakt (schwammig) sein. Denn nur dann wäre die Regelung ungültig:
Urteil hierzu aus dem Jahr 2010

Als "Besserverdiener" (Entgelt oberhalb der BMG) muss ein solcher Passus nicht einmal im Arbeitsvertrag stehen! Hier geht man in der Rechtsprechung davon aus, dass Überstunden regelmäßig anfallen und generell mit dem Grundgehalt abgegolten sind! Die Rechtsprechung hierzu musst du dir aber bitte selbst raussuchen... ich habe soeben Feierabend gemacht :D
 
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