Fangen wir mal von vorne an:
WhiteShark schrieb:
Natürlich ist eine zu niedrige Bremstemperatur ein technisches Problem.
Wenn eine menschliche Person (ob Fahrer oder Kommandoposten) es versäumt seine Bremsen auf betriebstemperatur zu halten und dann auch noch so optimistisch bremst, ist das alles andere als ein technisches Problem.
Du argumentiert gerade genauso wie McLaren mit Hamilton in Barcelona, die meinten er hat zu wenig Sprit im Tank wegen "höherer Gewalt" (was im Prinzip nichts anderes als ein techn. Problem ist)
Und auf Temperatur halten darf man anscheind auch nicht, denn bei Vettel wurde ja deswegen eine Strafe diskutiert...
Klar darf man das. Alle anderen inkl. Vettel haben es hinbekommen während des SC die Temperaturen in einem vernünftigen Bereich zu halten. Vettel wurde deswegen nicht untersucht und am Ende war es eh nur ein misverständnis zw. Button und Vettels verhalten.
Hinzu kommt das die Saftycarphase mindestens 5 Runden zu lange war, die Situation war längst geklärt.
Und die FIA hat Sorge dafür zu tragen die Saftycarphase nicht unnötig in die Länge zu ziehen, denn das verärgert die Zuschauer
Sag mal was wollt ihr (gemeint bist nicht nur du speziell) eigentlich?
Letztes Jahr wurde gemekert, wenn im Rennen in einer SC-Phase plötzlich haufenweise überrundete Fahrzeuge zwischen den Führenden sind und diese (womöglich in der Entscheidenden Rennphase) behindern und somit Einfluss auf das Rennen und/oder die WM nehmen. Jetzt lässt man sie zurückrunden und schon sind wieder alle am nörgeln. Diese Fahrzeuge müssen auch erstmal dne Anschluss an das Feld wieder herstellen, nachdem sie sich zurückgerundet haben.
Die FIA hat ganz sicher nicht zur Sorge zu tragen, dass SC-Phasen so kurz wie nur möglich sind. Die Aufgaben der FIA sind es ein sicheres und faires Rennen abzuhalten.
Wenn die Telemetrie nicht eindeutig ist, sollte das eigentlich ein Freispruch sein, da ein Fahrfehler nicht beweisbar ist.
"Nicht eindeutig" wahr die falsche Wortwahl von mir. Ich meinte wenn die Telemetrie keinerlei Anzeihen für ein techn. Problem offenbart.
WhiteShark schrieb:
Der Hinterherfahrende sollte eigentlich genug Abstand in der Saftycarphase halten, da Bremsmanöver völlig normal sind. Hamilton hat da den Fehler gemacht. Hätte wirklich peinlich für ihn werden können...
Aber Bremsen sind etwas technisches. Sie haben nicht funktioniert. Und damit war es ein technisches Problem. Denn der Fahrer kann nicht damit rechnen das die Bremsen trotz früherem Bremsen nicht greifen und blockieren.
Wie gesagt, demnächst wird noch derjenige mit Reifenschaden bestraft weil er ja die Reifen hätte schonen können.
Hamilton war da schon längst ausgeschieden. Direkt während der SC-Phase ist daran nicht verwerflich. Es war aber schon die Restart Phase. Licht vom SC war aus, Vettel hat Abstand gelassen und das ganze Feld ist darauf ausgerichtet, dass es mit Vollgas weiter geht.
Vettel hat stark beschleunigt, was Button als Restart-Signal interpretiert hat, und dann nochmal stark verzögert. Es war ganz einfach ein Missverständnis. weiß nicht warum daraus jetzt hier soviel gemacht wird.
Kann mir verstellen, das sowas im Drivers-Briefing in Japan nochmal angesprochen wird.
Normale Rennunfälle sollten immer unbestraft bleiben.
Das war KEIN normaler Rennunfall und zwar genau deswegen:
Es war nicht einmal ein Überholversuch.
Beide waren nicht im Kampf. Zwischen beiden Autos lagen mehrere Wagenlängen. Schumacher hat die Situation vollkommen falsch eingeschätzt oder es gab einen echten techn. Defekt an seinem Fahrzeug.
Sollte ersteres der Fall sein war das ein ganz klarer Fall von "causing an avoidable collison".
Das es keine Absicht war ist irrelevant. Kein Fahrer (oder kaum) einer rauscht absichtlich in einem anderen Fahrer hinein. Dafür gibt es viel härtere Strafen (siehe Schumi 1997).
Und einen Lerneffekt hat es in diesem Fall auch nicht
Wenn es keinen Lerneffekt hat müssen die Strafen für diejenigen eben noch härter werden (siehe Grosjean). Der hat doch auch keinen absichtlich umgefahren, trotzdem hat er sich immer wieder falsch verhalten.
Die Absicht spielt keine Rolle für die Tatsache, ob es eine Strafe gibt oder nicht.
Schumacher hat letztes Jahr was ähnliches gemacht. Damals war er aber im direkten Infight mit Perez (?) und nur Zentimeter von ihm entfernt. Damals gab es wenn ich mich recht entsinne nur eine Verwarnung für Schumacher.
Diesmal hat er sich anscheinend komplett vertan (+ nicht wirklich gelernt: Barcelona 2012) und deshalb die härtere Strafe.
Wenn im Fußball die Schiedsrichter so urteilen würden wie die FIA und jeden Mist (bspw falscher Einwurf -> direkt gelb) direkt bestrafen würde jeder meckern wie man ein Spiel nur so zerpfeifen kann.
Im Fußball wird doch genauso gemekert. In der F1 gibt es wenigstens Zahlreiche Videobeweise und Telemetrie. Ich finde die FIA Entscheidungen dieses Jahr und letztes Jahr weitestgehend in Ordnung (auch wenn ich nicht jede einzelne im Kopf habe).
Mal abgesehen davon ist die F1 noch bei weitem gefährlicher als Fußball.