AW: Fußball-Stammtisch (2010)
Ich unterstelle Uli, dass er mit seiner Kandidatur Interessenvertretung im Sinne seines eigenen Vereins anstrebt, denn er hat oft genug durchklingen lassen, dass die Verteilung der TV-Gelder nicht fair zugehe. Unter ihm würden sicherlich die Rahmenbedingungen dahingend geändert werden, dass die großen Clubs ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen als bisher.
Das wiederrum hätte Vor- und Nachteile. Einerseits schätze ich die Bundesliga durch ihre relative Ausgewogenheit im Vergleich zu den anderen großen Ligen, da die Kandidatenkreise für Meisterschaft, internationalen Wettbewerb und Abstieg größer geworden sind und viele Entscheidungen bis zum Ende der Saison offen bleiben. Sollte man eine Situation wie in England mit den "Big Four" forcieren, würde die Bundesliga dadurch definitiv an Attraktivität verlieren.
Auf internationaler Ebene treten jedoch die Nachteile einer ausgewogenen Verteilung in den Vordergrund, da diese fehlenden Millionen dazu beitragen, dass unseren Clubs das letzte Quäntchen Qualiät fehlt, um auch mal wieder was zu gewinnen.
Man wird sehen, ob er überhaupt einer Chance hat, gewählt zu werden. Dass es ihm an Kompetenz nicht mangelt, wird wohl niemand bestreiten. Aber gerade die kleineren Clubs dürften sich durch Rauball doch eigentlich besser vertreten sehen, oder? Im heutigen
Bild Interview verspricht Hoeneß den Zweitligaclubs allerdings höhere Einnahmen als bisher. Das könnte möglicherweise der Hebel sein, um eine Mehrheit für sich zu generieren.
Egal wie es nun kommt - ich glaube nicht, dass wir schlecht vertreten wären.