Da die Diskussion um Infantinos neueste Idee, O.K., so neu ist sie nicht, derzeit viral geht , hier ein paar Fakten und Vermutungen.
Grundsätzlich ist die FIFA ja eine Non-Profit Organisation, Infantino hat sie aber zur Gelddruckmaschine gemacht und will nun den nächsten Schritt gehen, jetzt will er Anteile am Spiel direkt verkaufen, Anteile an der WM. Wobei es sicher auch um seine eigene Zukunft und Rolle geht.
Die FIFA will ein Tochterunternehmen gründen, die „FIFA Forward Enterprise“. In diesem Unternehmen will sie im Grunde alles zusammenführen, was der FIFA Geld einbringt: ihre Übertragungsrechte, Sponsorenrechte, Ticketing, alles. Auch „die operative Durchführung der FIFA-Turniere“.
Man wolle „das volle Potential“ der eigenen Rechte ausschöpfen. Es soll neben der FIFA selbst auch Großinvestoren geben. Die sollen Anteile erwerben, „Minderheitsanteile“, wie die FIFA schreibt. Es ist die Rede von 20 bis 30 Prozent Anteilen.
Das Unternehmen würde zunächst mit ca. 20 Milliarden $ bewertet werden.
Den Verbänden macht er eine einfach Rechnung auf. Eine Steigerung von acht auf 20 Millionen US-Dollar pro Verband für den nächsten Vierjahreszyklus wird in Aussicht gestellt. Dann kommt eine Steigerung von 20 auf 22 auf 24 Millionen pro Verband in den Jahren darauf auf die Mitglieder zu, so die Prognose. Und sie stellt einmalig 20 Millionen US-Dollar pro Verband beim erste Aussicht: für Mitglieder, die interessiert daran sind, am neuen „FIFA Fast Forward Programme“ teilzunehmen.
Man sieht förmlich die Augen kleinerer Verbände glänzen bei solch glänzenden Aussichten. Kohle für Gefolgschaft!
Die FIFA meint besänftigend, die neuen Miteigentümer hätten keinerlei Kontrolle über die "Führung des Fußballs". Wer weiß wie gerne Investoren Kontrolle nicht ausüben mag sich ausmalen wie lächerlich das alleine schon ist. Zumal noch 2 andere Faktoren hinzu kommen. Zum einen kommen diese Investoren nicht ganz zufällig aus dem Umfeld von Trump. Konkret dem Schwiegersohn Kushner. Zum anderen, will Infantino selbst das Unternehmen leiten. Er kann zwar nächstes Jahr noch mal wiedergewählt werden, was eigentlich auch schon gegen die Statuten verstößt, aber 2031 wäre definitiv Schluss. Als CEO des Unternehmens könnte er aber quasi weiter fröhlich sein Unwesen weiter treiben.
Die Mehrheitsverhältnisse bei der FIFA, der kleinste Verband (die Karibikinsel Montserrat mit 5000 Ew.) hat genau das gleiche Stimmrecht wie der größte (der DFB mit über 8 Mio. Mitgliedern) lassen es daher nicht unrealistisch erscheinen dass Infantino mit seinem Geldregen genug Stimmen bekommt um das durchzuwinken. Also braucht es andere Formen des Widerstands.
Da sind dann vor allem die klassischen Verbände aus Europa und Südamerika gefragt, denn ohne die kann die FIFA ihre schönen WM Pläne sich an den Hut stecken. Aus Europa kommt dann auch zunächst die heftigste Kritik. Ceferin versucht sich zum wiederholten Mal als Gegenspieler zu Infantino zu positionieren. Selbst unser opportunistischer Präsi Neuendorf hat sich einige kritische Bemerkungen abgerungen. Weitere sehr kritische Kommentare von diversen Club Promis (Watzke, Eberl) kann man nachlesen.
Immerhin, 2018 ist man mit einem ähnlichen Plan schon mal gescheitert, was nicht zuletzt an der UEFA lag.
Am Ende geht es aber vor allem um eins. Geld!
Wie weit die Bedenken dann mit Geld zugeschissen werden wird man sehen.
M.E. ist aber so langsam der Zeitpunkt erreicht wo nicht jede Entwicklung mit Geld zugeschissen werden kann und dem Herrn Infantino in seiner Herrlichkeit ein Dämpfer verpasst werden sollte.
Man wird ja noch träumen dürfen!
