AW: Cannabis Legalisierung
Wie bitte? Du entwertest dein Argument. Und merkst es nicht einmal.
Ich entwerte gar nichts. Autos sind legal, schon mal darüber nachgedacht wie viele Menschen im Straßenverkehr umkommen? Sollte man jetzt Autos verbieten? Schau dir mal Länder an in denen Waffen legal sind bzw. legal leichter zu bekommen sind als hier. Die Verbrechen die dort mit Waffen begangen werden, werder zumeist mit illegal erworbenen Waffen begangen. Zwischen dem Legalwaffenbesitz der Bevölkerung und der Gewaltverbrechen mit Waffengewallt besteht kein Kausalzusammenhang. Aber wie gesagt das ist nicht Thema dieses Threads. Deiner Meinung nach verhalten sich Waffen und Drogen gleich, wirklich? In jedem Baumarkt kannst du Äxte und Kettensägen kaufen, deiner Logik zufolge müsste das in einem Massaker nach dem anderen resultieren, komisch nur, dass der Parkplatz vor dem örtlichen Hornbach nicht wie eine Gladiatorenarena nach dem Kampf aussieht.... warum wohl?
Ach so und du schreibst: "...könnte die Leute behindern", also muss es nicht. Und dieses Argument benutzt ihr auch immer wieder wenn es um Drogen geht. Es könnte jemand bekifft Autofahren, muss es aber nicht. Also so verharmlost ihr die Dinge.
Drogenkomsum behindert zunächst mal keine dritten. Es mag denjenigen einschränken, der sie konsumiert richtig. Das behindert aber keine anderen Menschen falsch parken unter Umständen schon. Richtig es könnte jemand bekifft Auto fahren, es könnte auch jemand besoffen Auto fahren, es könnte auch jemand mit Handy am Ohr Auto fahren, was genau so ablenkend ist wie das ein oder andere Promille, es könnte sich auch jemand ne Axt kaufen und damit auf andere einschlagen. Und? Endlose Kausalketten konstruieren, die einen normativ negativen Ausgang nehmen ist keine Kunst. Das Leben endet tödlich, deins auch, meins auch. Was ist damit bewiesen?
Nun jetzt auch bitte erklären wieso man Gesetze hat, wie sie Zustande kommen und warum sie Zustande kommen.
Nichts leichter als das. Ich vermute du sprichst von Gesetzen in einem Rechtsstaat, es sind einfach die normen der entsprechenden Gesellschaft auf Papier oder sonst wie festgehalten. Ändern sich diese Normen (man könnte auch sagen Verhaltenskodex oder gesellschaftlich erwünschtes Verhalten, aber das ginge jetzt zu weit), so ändern sich die Gesetze. Gesetze hängen also mit Rechtsstaatlichkeit eng zusammen, wie oben bereits angedeutet und sollen unter anderem verhindern, dass es zu LYnch-Justiz kommt, zu der es schnell kommen kann, wenn es keine verbindlichen für jeden einsehbaren Regeln gibt. Das macht diese Regeln aber nicht unumstößlich. Bis 1994 war Homosexualität, bzw. homosexuelle Handlungen in Deutschland nach $175 Strafbar. Dagegen sind homosexuelle Menschen auf die Straße gegangen, was vollkommen in Ordnung ist. Niemanden hat es mehr gestört als dieser Paragraph abgeschaft wurde. Die Normen haben sich also geändert, und das Gesetz wurde entsprechend abgeschaft. Jetzt kannst du natürlich die Frage stellen, woher Schwule und Lesben wissen, was gut für sie selbst ist und waurm Politiker so ein Gesetz ändern und das nicht von Sexualtherapeuten entschieden wird nicht wahr?
Wieso Cannabis legalisieren und diese Dinge nicht? Was spricht dagegen?
Nichts. Aber in diesem Thread geht und ging es um die Legalisierung von Cannabis und nicht um die legalisierung aller Güter, die man möglicher Weise konsumieren kann und die zur Zeit noch verboten sind.
Zum Glück haben wir hier keine direkte Demokratie. Und ich wüsste nicht wieso die komplette Gesellschaft das Recht hat so ein heikles Thema beurteilen zu dürfen.
Eben weil es eine Demokratie ist, ob direkt oder representativ spielt dabei keine Rolle. Die Staatsgewalt geht vom Volk aus und ob es super schlau oder stroh-doof ist spielt dabei überhaupt keine Rolle. Wenn deiner Meinung nach nur der Gebildete entscheiden darf, mag das ja deine Meinung sein, hat mit Demokratie aber nichts zu tun. Streng genommen heißt es nämlich, das Volk herrscht. Noch nichtmal die Mehrheit sondern alle und das tun sie weil sie Menschen sind, die von Natur aus frei und gleich sind und dieser Umstand allein gibt ihnen das Recht alle Entscheidungen zu treffen die sie wollen und wenn dieses Volk meint, das auf jedem öffentlichen Platz eine Badewanne voll mit Wackelpudding stehen sollte, in die jeder rein springen kann, der gerade das Bedürfnis dazu verspürt. Dann ist dies der einzige von ausreichenste Grund dafür eben diese Badewannen aufzustellen. Ob du das toll findest oder nicht. Ob das Sinn macht oder nicht. etc. pp. ist vollkommen egal und das gilt für alle anderen Entscheidungen auch. Wer schonmal was von Wisdom of Crowds gehört hat, weiß übrigens, dass Bildung für die findung von guten Entscheidungen keine Vorausetzung ist.
Ich sprach aber davon, dass Politiker nicht über solche Themen entscheiden sollten, sondern erst einmal nach Ratschlag fragen sollten und zwar die Akademiker in diesem Gebiet. Aber das ist natürlich ein Wunschdenken von mir. Die die von etwas Ahnung haben werden ja nie gefragt in diesem Land. Wieso auch? Die Politiker müssen schön dem Volk den Knochen zu werfen, damit sie weiter gewählt werden. Und wenn es schief läuft, na das war ja die alte Regierung. Dafür können die neuen nichts dafür.
Komisch, ich habe was davon gehört, dass Politiker Berater beschäftigen. Welche meistens Akademiker aus den entsprechenden Kreisen sind. Nebenherbemerkt widersprichst du dir hier. Politiker wollen wiedergewählt werden - richtig. Also werden sie bemüht sein Entscheidungen zu treffen, die dazu führen dass sie wiedergewählt werden, was nicht passiert, wenn sie was machen, mit dem das Volk nicht zufrieden ist. Die Logik, ich kann machen was ich will, trifft also gerade nicht zu, wenn ich wiedergewählt werden will.
Ihr denkt nicht an eure Kinder, Familien, Bekannten, sondern wollt wegen der Freiheit alles erlauben solange die Mehrheit dafür ist.
Sorry aber das ist ein Prinzip auf dem Demokratie basiert. Auch wenn Mehrheitsentscheide nicht immer das non plus ultra sind, sind sie einer der wenigen Möglichkeiten eine Demokratie mit vielen Millionen Bürgen funktionsfähig zu halten. Wie du zu dem Schluss gelangst, dass jemand der bei einem Volksentscheid abstimmt oder eine Partei wählt (womit es uninteressant ist ob wir in einer direkten oder representativen Demokratie leben) nicht an das Wohl seiner Kinder usw. denkt ist mir rätselhaft.
Schaue dir doch mal an was die legalen Drogen verursachen.
Sie verursachen gar nichts. Die einzigen die was verursachen sind Menschen. Wenn ein Mensch beschließt sich vor einen fahrenden Zug zu stellen, wird er sehr wahrscheinlich sterben. (Daher rate ich von einer solchen Tat auch dringend ab) das er stirbt ist aber nicht die Schuld des Zuges. Wenn ich einen Nagel in die Wand schlage und mir auf den Daumen haue, ist das nicht die Schuld des Hammers. Aber wenn ich mir den goldenen Schuss setze, dann ist es die Schuld der Drogen, ah ja... vollkommen klar und logisch.
Wenn jemand die Wahrheit erkannt hat, schön und gut. Aber eine Wahrheit zu erkennen ist nur die halbe Miete. Denn wenn man auch diese Wahrheit belegt und beweist, dann ist auch die Wahrheit verständlich für andere Menschen. Darauf basiert die Wissenschaft.
Also diejenigen, die denken sie haben die Wahrheit erkannt, ihr müsst es nur noch beweisen. Wo ist das Problem? Aber ich bezweifle, dass die Wissenschaftler in diesem Gebiet sagen, dass die Wahrheit ist man solle Cannabis legalisieren.
Und das ist Unsinn. Beweisen kannst du in der Mathematik, du kannst auch beweisen, dass Schwerkraft exisitert, du kannst aber nicht beweisen, warum Schwerkraft exisitert, du kannst auch nicht bewiesen, ob es "gut" ist, dass Schwerkraft exisitert. Das wäre nämlich die Frage nach absolutem Wissen. Absolutes Wissen kann aber nicht erlangt werden da der Mensch zu dieser Erkenntnis gar nicht fähig ist. Was du forderst ist, dass es nur eine richtige Antwort auf jede Frage gibt. Nun wenn es die geben sollte, dann haben die Menschen diese seit beginn der Spezies nicht gefunden und dann ist Abstimmen die Zweitbeste Lösung. Gibt es keine absolut richtige Antwort auf jede Frage, dann ist Abstimmen die beste Lösung und Wissenschaft basiert darauf, zumindest in der Neuzeit, dass nur emprisch belegbares als Wahr angenommen wird. Wo ein Beweis möglich ist, kann es erbracht werden, wo er nicht möglich ist, wird von Wissenschaftlern auch nicht gefordert diesen zu erbringen, da es nicht möglich ist. Normative Urteile sind nicht beweisbar wie man mit Betäubungsmitteln umgeht oder umgehen sollte, ob Analsex ok ist oder nicht, ob man Links oder Rechts fährt, dass man bei Rot hält und bei Grün fährt. etc. etc. etc. sind genau solche Dinge auf die es keine Antwort geben kann. Wenn du das nicht verstehen willst/kannst ok deine Sache.
@andiac:
Die Prohibition ist ein Witz. Und ihr fallt drauf rein. Sie nutzt einzig und allein den Kartellen (und ihren Verbündeten).
Ganz genau, ebenso jede Art von Protektionimus. Nütz immer nur einer ganz kleinen Gruppe von Menschen, aber das scheinen viele ja nicht zu verstehen (wollen).