Welcher Smart Home Hub / Standard / Protokoll für mich?

benneq

Fleet Admiral
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Moin moin,

ich bin relativ frisch in dem Thema, aber habe mich natürlich vorher schon ein wenig belesen. Und je mehr ich gelesen habe, desto schlechter wurde mein Durchblick :D

Ich habe bisher noch gar keine smarten Geräte für's Haus. Das Interesse ist zwar schon länger vorhanden, aber zu Beginn hat mich abgeschreckt, dass jeder Hersteller sein eigenes Ding gemacht hat und es keine weitreichende Kompatibilität gab. Mit der Zeit sind es scheinbar nicht weniger geworden, aber dafür haben sie sich geöffnet und sind teilweise kompatibel zueinander geworden.

Grundsätzlich suche ich (natürlich) die Eierlegende Wollmilchsau. Heißt:
  • eine zentrale Steuerungseinheit
  • kompatibel mit möglichst vielen IoT Standards. Am wichtigsten sind nach meiner letzten Recherche wohl Zigbee und Z-Wave (Plus). Bluetooth und WLAN kriegt man heutzutage ja sicherlich als Gratisdreingabe.
  • kompatibel zu Apple HomeKit - am besten auch mit kompatibler Android App, falls man sich mal ein günstiges Tablet zur Steuerung irgendwo an die Wand nageln möchte
  • Weboberfläche zur Konfiguration und Steuerung
  • LAN Anschluss - nicht zwingend notwendig, aber würde ich definitiv gegenüber WLAN bevorzugen
  • Keine Cloud Anbindung - wenn ich über's Internet an die Geräte will, wird ein VPN genutzt

Automatisierung spielt (aktuell) keine wirkliche Rolle. Vielleicht in ein paar Jahren, wenn ich sogar zu faul bin den Lichtschalter zu betätigen :D Aktuell geht's hauptsächlich darum, dass ich verschiedenste Geräte gebündelt über eine Oberfläche steuern kann.

Was ich bisher entdeckt habe: Homee. Das Teil scheint eigentlich alles abzudecken - bis auf den LAN-Anschluss, wobei man den wohl mit einem USB-LAN-Adapter nachrüsten kann. Da wäre man für 200-400€ dabei. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das noch State-of-the-Art ist. Ich will schließlich nicht in veraltete Technologie investieren.

Außerdem frage ich mich, wie man damit (oder auch mit anderen Systemen) weit entfernte IoT Geräte anbindet. Die Reichweite ist ja bei den gängigen Standards auf 10-20 Meter begrenzt. Grundsätzlich würde ich den Smart Home Hub gerne zu den restlichen Netzwerkgeräten verbannen, und da gibt's garantiert keinen brauchbaren Empfang mehr.

Grundsätzlich habe ich auch nichts gegen eine "Bastellösung" mit Raspberry Pi o.Ä. einzuwenden, wenn sich das Basteln in Grenzen hält - die Fähigkeiten sind zwar vorhanden, aber meine Zeit verbringe ich (inzwischen) doch lieber anderweitig. Einfache Bedienung und Kompatibilität sollten hier aber natürlich auch an erster Stelle stehen. Die Einrichtung neuer Geräte kann meinetwegen ein paar Zeilen in der Kommandozeile erfordern, aber ich möchte nicht den halben Tag mit irgendwelchen Scripts verbringen, um danach per Knopfdruck eine Steckdose an- und ausschalten zu können. Plug&Play und klickbare Weboberflächen werden hier ganz klar bevorzugt - falls es sowas gibt.
openHAB habe ich natürlich schon entdeckt, allerdings wird man dort - wie üblich bei umfangreichen OpenSource Projekten - mit Infos und Möglichkeiten erschlagen. Ich weiß nun, dass man damit ALLES machen kann, wenn man will. Es gibt AddOns für quasi alles und jeden, und wenn's mal keins direkt angeboten werden sollte, findet man sicherlich was auf GitHub oder passende Skripte in irgendwelchen Foren (grundsätzlich okay, aber würde bei mir ganz klar Abzug in der B-Note geben). Integration mit Apples HomeKit ist wohl auch dabei und in den kleinen Beispiel Videos funktioniert natürlich auch alles super.

So richtig überzeugt bin ich bisher von keinem. Die kleinen fiesen Details werden ja gerne unter den Teppich gekehrt - das gilt sowohl für YouTube Videos von euphorischen OpenSource Verschwörern, als auch für die Werbevideos von kommerziellen Anbietern.

Wenn openHAB wirklich so gut und einfach ist, hätte ich natürlich auch nichts gegen ein kommerzielles Produkt einzuwenden, das unter der Haube openHAB nutzt, wo man sich noch weniger um Updates und Wartung kümmern muss.

Abschließend sei gesagt: Kosten werden erst mal außenvorgelassen. Natürlich freu ich mich, wenn ich mit 'nem 50€ Pi + openHAB auskomme, aber grundsätzlich hätte ich auch kein Problem mit einem 500€ Homee. Wichtig ist, dass es funktioniert und ich mich nicht in 2-3 Jahren ärgere, weil neue Geräte nicht mehr kompatibel sind oder es keine Updates mehr gibt. Und natürlich, dass es sich relativ einfach einrichten und bedienen lässt.

Schon mal vielen Dank für weiterführende Infos und Hilfe,
benneq
 
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Jasmin83

Commodore
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Das Hauptproblem ist, das keine Visu ALLES gut macht, einen Tod wird man sterben müssen. Es gibt auch noch FHEM, das bedeutet dann aber sehr viel mit der Materie auseinander setzen und alles bis ins kleinste selber einzubauen. Ich hab mal mit FHEM angefangen, aber mir wurde es dann schnell zu viel, bin dann bei ioBroker hängen geblieben, dort nutze ich dann auch die Visu, die HomeKit überflüssig gemacht hat, denn die App auf dem iPhone ist ein wenig umständlich, will ich mal sagen.

Wenn du nachrüstest und nicht neu baust, würde ich dir Homematic empfehlen, die sind so ziemlich am verbreitesten. Homematic wäre auch mit so gut wie jeder Visu kompatibel und einfach anzusteuern.

Ich hab damals auch alles auf eine RPi 3b installiert, aber der 1GB RAM war dann schnell voll, woraufhin ich dann auf einen alten Desktop von HP umgestiegen bin. Das macht schon einen enormen Geschwindigkeitsunterschied.

Alles was du selbst machst ist am Anfang mit viel Arbeit verbunden und auch hier und da mal von vorne anfangen. Am besten alles was gut ist und funktioniert im Notepad mitnotieren, so kann man dann eine zweite Installation später machen und dort die Sachen die nicht funktioniert haben einfach weglassen.

Bei Youtube gibt es zahlreiche Videos zu iobroker, auch wie man es installiert und für die meisten größeren dinge gibt es auch fertig entwickelte, bzw in der entwicklung befindliche, gut funktionierende Adapter. Ich hab das ganze jetzt seit gut 2 Jahren laufen und mir ist nur einmal der Nuc kaputt gegangen, weshalb ich auf einen Desktop umgestiegen bin, ansonsten läuft es echt zuverlässig.

Am Ende macht es vielleicht sinn das eine oder andere mal auszuprobieren und dann nach Gefühl zu entscheiden.

Ich hab mich damals an die Videos von diesem Kanal gehalten, der erklärt das ganz gut und hat auch ein eigenes Forum:

Das gute ist, das man das vom Raspbian auf Debian gut übertragen kann, ohne viele verbiegungen.

Ich wollte auch erst eine kommerzielle Lösung, aber das wäre dann z.b. der FacilityServer von Gira oder der kleine X1, aber entweder ist das Zeug viel zu teuer oder zu beschränkt in den Dingen die es kann und Scripte für Automatisierungen muss man eh erstellen.

Ich hab mein System am Ende betriebsbereit nach gut 3 Tagen, nicht durchgängiger Arbeit auf die Beine gestellt und ich hab auch bei 0 angefangen + alles auf Debian gewurschtelt, ohne das ich jetzt ein Linux Crack bin. Man findet fast alles im Internet, was einem dann noch fehlt.
 

commandobot

Lt. Junior Grade
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  1. eine zentrale Steuerungseinheit
  2. kompatibel mit möglichst vielen IoT Standards. Am wichtigsten sind nach meiner letzten Recherche wohl Zigbee und Z-Wave (Plus). Bluetooth und WLAN kriegt man heutzutage ja sicherlich als Gratisdreingabe.
  3. kompatibel zu Apple HomeKit - am besten auch mit kompatibler Android App, falls man sich mal ein günstiges Tablet zur Steuerung irgendwo an die Wand nageln möchte
  4. Weboberfläche zur Konfiguration und Steuerung
  5. LAN Anschluss - nicht zwingend notwendig, aber würde ich definitiv gegenüber WLAN bevorzugen
  6. Keine Cloud Anbindung - wenn ich über's Internet an die Geräte will, wird ein VPN genutzt
  1. Ein Gateway haben die meisten SmartHome-Systeme (Hue, Bosch, BrematicPRO, Homematic...)
  2. Philips Hue ist kompatibel mit Bosch und anderen Systemen
    https://www2.meethue.com/de-de/friends-of-hue
  3. Philips Hue ist kompatibel zu AppleHomeKit und bietet eine App
  4. Eine Weboberfläche bietet Philips nicht mehr an, dafür müsste ein Raspberry Pi verwendet werden
  5. Philips Hue hat eine RJ45-Buchse
  6. Philips Hue lässt sich im (W)LAN ohne Cloud nutzen

Außerdem frage ich mich, wie man damit (oder auch mit anderen Systemen) weit entfernte IoT Geräte anbindet. Die Reichweite ist ja bei den gängigen Standards auf 10-20 Meter begrenzt. Grundsätzlich würde ich den Smart Home Hub gerne zu den restlichen Netzwerkgeräten verbannen, und da gibt's garantiert keinen brauchbaren Empfang mehr.
Bei ZigBee ist jeder Aktor gleichzeitig auch ein Repeater, so dass ein Mesh-Netzwerk aufgebaut wird.
Die Reichweite lässt sich so sehr gut erweitern.
 

benneq

Fleet Admiral
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Ich hab damals auch alles auf eine RPi 3b installiert, aber der 1GB RAM war dann schnell voll
Inzwischen gibt's ja den Pi 4 mit bis zu 8GB RAM. Der Speicher sollte also kein Problem mehr darstellen. Allerdings würde ich auch eher ein System mit SSD bevorzugen, weil SD-Karte und USB Stick sich nicht so gut mit sekündlichem Logging verträgt - außer man fummelt sich wieder was zusammen mit tmpfs und 'nem Cronjob, der die Daten alle x Minuten vom RAM auf die SD Karte synchronisiert.

Das gute ist, das man das vom Raspbian auf Debian gut übertragen kann, ohne viele verbiegungen.
Linux Distributionen sind für mich auf dem Server Geschichte. Solang Docker läuft, ist mir egal welchen Namen das Linux trägt.



Ich hab mir jetzt noch mal diverse Videos zur Installation, Einrichtung und Benutzung von ein paar OpenSource Systeme angesehen. Ausprobiert habe ich davon natürlich keins in der kurzen Zeit.

Erster Eindruck / Optik / Design / Usability:

ioBroker
fand ich sofort abschreckend. Es sieht sofort nach einem klassischem OpenSource Produkt aus. Das neue User Interface hat daran auch nicht viel geändert. Das UI Design ist eine bunte Mischung aus zeitgemäß und Windows 3.1 :D Klar: Man hat Zugriff auf jede Kleinigkeit und Millionen Möglichkeiten. Aber das ist nicht mein Anspruch.

openHAB war da auf den ersten Blick deutlich besser für's Auge. Liegt auch sehr stark daran, dass man direkt auf einer Oberfläche landet, wo die eingerichteten Geräte sichtbar sind und auch direkt bedient werden können. Ansonsten ist das UI ziemlich gleichmäßig. Aber dadurch wird die Bedienung auch nicht wirklich einfacher als bei ioBroker. Vom Umfang und der Komplexität her sehe ich keinen wirklichen Unterschied.

Und dann bin ich auf Home Assistant gestoßen. Das sieht auf den ersten Blick ein ganzes Stück einfacher bzw. einsteigerfreundlicher aus. Da haben sich Leute mehr Gedanken über die Usability gemacht. Die ganze Konfiguration und Einrichtung wirkt einfacher als bei den anderen beiden. Dafür hat man natürlich weniger Möglichkeiten, bzw. müsste dann im Editor Konfiguratonsdateien anpassen.

FHEM habe ich mir aus diversen Gründen (siehe unten) gar nicht erst weiter angesehen.


Entwicklung / Beliebtheit / Verfügbarkeit:

ioBroker
hat auf GitHub knapp 700 Sterne und 21 Contributors. Regelmäßig neue Commits: Das Projekt lebt also. Programmiert wird das ganze mit Node.js in JavaScript. Es gibt auch ein offizielles Docker Image, aber das sieht eher nach einem schlechten Witz aus. Allerdings gibt's ein alternatives Image von einem Drittanbieter, das deutlich mehr her macht. Schade.

openHAB hat auf GitHub gut 300 Sterne und 60 Contributors. Regelmäßig neue Commits: Auch hier passiert was. Programmiert wird in Java. Das ist dann sicherlich auch der Grund, dass es auf dem Pi nicht so rund läuft, besonders wenn die Zahl der Geräte zunimmt. Docker Image wird direkt von openHAB bereitgestellt.

Home Assistant ist dagegen ein richtiges Schwergewicht: Über 33000 Sterne und fast 2000 Contributors. Hier geht's richtig rund. Programmiert in Python. Auch hier gibt's ein offizielles Docker Image.

FHEM .. tja, was soll man sagen? Von der GitHub Seite wird man zu 'ner Webseite mit einem Design aus den 90er Jahren verlinkt, mit der Anleitung wie man ihr SVN und Trac benutzt - alles ziemlich umständlich. Da wird's natürlich schwer an konkrete Zahlen zu kommen. Zudem ist das Teil in Perl geschrieben - ganz klassisch Single-Threaded. Klingt auch stark nach den 90ern. Spätestens da hat das Projekt für mich jegliche Relevanz verloren.



Ein Gateway haben die meisten SmartHome-Systeme (Hue, Bosch, BrematicPRO, Homematic...)
Ich möchte mich da halt ungern auf einen Hersteller festlegen. Daher lieber noch ein extra Gateway, mit dem ich die anderen Gateways ansteuern kann. Natürlich kann's sein, dass sich alle nächstes Jahr einigen und man dann mit dem Homematic CCU quasi alles steuern kann. Aber vielleicht gibt's dann auch 2 oder 3 komplett getrennte Lager, die überhaupt nicht miteinander können (oder eher wollen) - also nicht wirklich besser als jetzt.

Eine Weboberfläche bietet Philips nicht mehr an, dafür müsste ein Raspberry Pi verwendet werden
Wenn ich dafür eh schon einen Pi brauche, kann ich auch gleich ein universelles System drauf installieren.

Bei ZigBee ist jeder Aktor gleichzeitig auch ein Repeater, so dass ein Mesh-Netzwerk aufgebaut wird.
Das ist natürlich super! Z-Wave macht das scheinbar auch so :)
 

benneq

Fleet Admiral
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Schon mal vielen Dank bis hier hin für die Denkanstöße!

Und wieder etwas schlauer geworden! Hier nun ein paar Infos, wie man die Hub Software ohne Funkverbindung im Keller laufen lassen kann, und gleichzeitig Zigbee und/oder Z-Wave Gateways per Ethernet anbinden kann. (nach anderen Protokollen habe ich nicht geschaut).

In (fast) allen Tutorials werden irgendwelche Zigbee oder Z-Wave Gateway USB Sticks in dasselbe Gerät gesteckt auf dem auch ioBroker / openHAB / Home Assistant läuft. Das ist natürlich suboptimal, wenn das Gerät im Keller stehen soll, wo es keine brauchbare Funkverbindung zu den IoT Geräten herstellen kann.
Oder auch, wenn man z.B. die etwas weiter entfernte Garage mit solchen Geräten ausstatten will.

Die Lösung ist denkbar einfach: Man bastelt sich einen separaten Pi Zero mit dem entsprechenden Gateway USB Stick. Die kann man dann beliebig in seinem Heimnetz platzieren - Hauptsache die Geräte sind über's Netzwerk erreichbar. Ich habe dazu bisher nur die Konfiguration über ioBroker und FHEM (jeweils mit deconz) gesehen, aber ich gehe stark davon aus, dass es bei openHAB und Home Assistant genau so funktioniert.
Bei der Konfiguration wird nämlich die IP Adresse des Gateways angegeben, und in den meisten Tutorials ist das halt einfach die 127.0.0.1 ;) Der Rechner mit der Hub Software braucht folglich überhaupt keine USB Gateways, sondern nur eine Netzwerkverbindung zu einem anderen Rechner, der die USB Gateways bereitstellt.
(Alternativ kann man natürlich auch so neumodische USB-over-Ethernet oder USB-over-WLAN Geräte benutzen, um die USB Ports vom Raspberry Pi an beliebigen Stellen im Haus zu platzieren und dort dann die Gateways anzuschließen. Also sowas in der Art: https://www.seh-technology.com/de/produkte/usb-deviceserver/myutn-55.html oder https://www.amazon.com/WEme-Extender-Connection-Ethernet-Extention/dp/B01FHTCH68 - gibt's in 1000 verschiedenen Ausführungen)

Nächstes Topic: Zigbee Protokolle - da steige ich überhaupt nicht durch.
deCONZ, ZHA oder zigbee2mqtt? Und ab und zu taucht auch noch Zigbee 3.0 auf.
Jeder empfiehlt was anderes. Scheinbar wurde erst im Dezember 2016 ein einheitlicher Zigbee Standard geschaffen (Version 3.0). Davor konnte da jeder Hersteller mehr oder weniger sein eigenes Süppchen kochen. Heißt für mich, dass man wohl keine Zigbee Geräte von vor 2017 kaufen sollte.
Aber was hat es nun mit deCONZ, ZHA oder zigbee2mqtt auf sich? Das scheinen ja noch mal 3 Protokolle zu sein, wo jeder wieder ein bisschen was anders macht und nicht alle Geräte mit all diesen Protokollen funktionieren.

Oder sollte man lieber einfach komplett auf Z-Wave setzen? Da scheint es dieses Chaos nicht zu geben - oder ich hab einfach noch nichts davon gelesen.

Und andere IoT Protokolle?
Was hat es mit "Funkbus" auf sich? Überall wird eigentlich nur noch von Zigbee und Z-Wave gesprochen. Aber laut Geizhals gibt noch deutlich(!) mehr Geräte mit Funkbus - auch haufenweise neue Geräte.

Vielleicht weiß da jemand von euch ja etwas mehr drüber.
 

snaxilian

Commodore
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Du hast enOcean in der Liste der Protokolle vergessen, gefühlt gibt es aktuell mehr Geräte damit als mit Z-Wave...
Welchen der Funkbus Systeme meinst du? Allein der Hersteller GIRA verwendet zwei unterschiedliche, nur mit Umsetzern/Zusatzhardware kompatible Funkbus Systeme: https://de.wikipedia.org/wiki/Gira_(Unternehmen)
Funk-KNX, Z-Wave, Zigbee als auch Enocean sind alles Funkbussysteme gemäß dieser Quelle.
 
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benneq

Fleet Admiral
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gefühlt gibt es aktuell mehr Geräte damit als mit Z-Wave
Gibt's irgendwo eine bessere Quelle als Geizhals für Sensoren und Aktoren? Da sind scheinbar nicht mal die IKEA Produkte enthalten, obwohl die ja ziemlich verbreitet sein müssten.

enOcean klingt insgesamt natürlich auch sehr interessant. Hatte ich zwar schon von gelesen, aber da klang es eher nach Nische.

Allein diese Frage hat mir gesagt, dass ich mich nicht weiter mit Funkbus beschäftigen möchte :D

---

Ich habe mir jetzt auf jeden Fall mal Home Assistant in Docker installiert. Wirkt auf jeden Fall sehr aufgeräumt und durchdacht. Funktioniert insgesamt natürlich auch nicht wirklich anders als ioBroker oder openHAB, aber ich sag mal: Das Auge klickt mit.
Allerdings sind manche Übersetzungen echt für'n Arsch - oder ich bin einfach noch nicht tief genug in der Materie. Sowas wie "Abzeichen" (= Badges), "Sichtweite" (= Sichtbarkeit) und "Verwandte" (= Related). Da hat jemand einfach den ersten Treffer bei Google eingesetzt :D Beizeiten werde ich wohl mal einen Pull Request machen, wenn mir was besseres einfällt. Die Englische Version ist da nicht so missverständlich :)

Hier und da gibt's noch ein paar kleinere visuelle Bugs in der Benutzeroberfläche, z.B. der Schatten unter dem X-Button zum Schließen von Popups bzw. Modalen.
Und man kann den Radius seiner Home Zone nicht einstellen. Wenn man eine zweite Zone anlegt funktioniert alles wunderbar, aber die ursprüngliche Home Zone kann man trotzdem nicht löschen.

Wegen fehlender Geräte konnte ich jetzt noch nicht wirklich viel testen. Ich kann zwar meine Fritz!Box einbinden, aber ohne entsprechende AVM IoT Geräte kann man damit exakt gar nichts anstellen.
Sonst habe ich nur noch meinen Pi-Hole eingebunden und auf's Dashboard gepackt. Hier führen viele Wege nach Rom, keiner ist super intuitiv, aber nach wenigen Klicks ist es geschafft.

Hier ein Bild von meinem kleinen Erfolgserlebnis :D
Bildschirmfoto 2020-06-18 um 00.07.18.png


Dann kann nun wohl so langsam der Zeitpunkt kommen, um mal ein bisschen mit echten Geräten rumzuspielen. Dafür möchte ich natürlich erst mal kein Vermögen ausgeben, um danach feststellen zu müssen, dass mir das alles doch noch zu wackelig ist.

Gedacht hatte ich an: 1-2 Steckdosen Adapter mit Strommessfunktion, und ein Thermometer (die können ja meistens noch ein paar andere Sachen auslesen).
Und dann muss natürlich noch die passende Bridge dazu. Z-Wave wäre mir persönlich vermutlich am liebsten - zumindest von dem was ich so gelesen habe bzgl. Kompatibilität. Gegen enOcean habe ich grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Und bei Zigbee bin ich immer noch unentschlossen wegen der inkompatiblen Protokolle - zumindest klingt es in den Foren so als ob Leute ständig auf Geräte stoßen, die nur mit bestimmen Zigbee Bridges funktionieren. Sowas will ich mir nicht unbedingt an's Bein binden.

Also: Irgendwelche Empfehlungen?
 
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Creeping.Death

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Ich habe schon eine gewisse Smarthome-Vergangenheit hinter mir: ioBroker -> openHAB(OH) -> Home Assistant(HA)

Im Einsatz habe ich Hardware von Homematic (sehr viel!), Hue, tpLink, AVM, Xiaomi, Osram, Alexa, Google, Nuki, Blink, Ring, Synology, Logitech Harmony, Tuya, ...

Wie Du siehst habe ich ein recht breites Spektrum, was Standards angeht. ioBroker, openHAB und Home Assistant laufen alle problemlos in Docker auf einem geeigneten Synology NAS.

Was die Hardware und die (Funk-)Standards angeht, da kommt es darauf an, wie viel Einarbeitung erlaubt sein darf und wie funktionsfähig das System noch sein muss, wenn z.B. Home Assistant ausfällt.
Ich z.B. habe alles "lebenswichtige" mit Homematic umgesetzt. Meine Lichter, Steckdosen, ... funktionieren dann auch ohne zentrale Steuereinheit (HA, ioBroker, OH, ...), da die Homematic-CCU ja trotzdem noch läuft.
Wer auf HA setzt, sollte aktuell Zwave meiden und eher ZigBee benutzen. Einfach CC2531 USB-Stick für < 10 EUR kaufen, anstöpseln und über zigbee2mqtt an HA anbinden. Hört sich übrigens komplizierter an, als es ist.

Für Deine konkrete Anforderung hier bzgl. Steckdosen mit Strommessfunktion: wenn Du eh eine FritzBox hast, sind die FRITZ!DECT200 wirklich zuverlässig. Die messen auch die Temperatur, wenn gewünscht.

Dank Docker ist die Software für ein Smarthome recht schnell aufgesetzt.
Bei mir laufen aktuell als Container (nur fürs Smarthome): HA, node-red, mosquitto, zigbee2mqtt, influxdb und grafana
Müsste ich das alles manuell installieren, hätte ich wahrscheinlich längst schon die Lust verloren...
 

benneq

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Danke für deine Antwort!
da kommt es darauf an, wie viel Einarbeitung erlaubt sein darf
Am Liebsten wäre mir natürlich Plug and Play. Aber scheinbar kriegt man das nur bei kommerziellen Anbietern. Jeder (halbwegs) offene Standard hat wohl seine eigenen Probleme:
Zigbee mit seinen unterschiedlichen Protokollen - wobei ich da immer noch nicht durchsteige. Vielleicht kannst du mir da noch ein wenig auf die Sprünge helfen, was es mit ZHA, deCONZ, MQTT und Zigbee 3.0 auf sich hat.
Z-Wave mit 3 unterschiedlichen Frequenzen je nach Kontinent. Wobei es wohl Bridges gibt, die alle 3 Frequenzen unterstützen, aber die einfachen USB Sticks und die Endgeräte scheinbar nicht. Da muss man beim Kauf dann hinschauen, dass die Produkte für den Europäischen Markt gemacht wurden.
enOcean arbeitet scheinbar unverschlüsselt. Angeblich wurde hier in der Zwischenzeit was am Protokoll geändert, aber das macht die älteren Produkte ja nicht automatisch sicher. Und scheinbar gibt's auch keinen Zwang, dass die Endgeräte auf Verschlüsselung setzen müssen.
Wer auf HA setzt, sollte aktuell Zwave meiden und eher ZigBee benutzen.
Weil?
Einfach CC2531 USB-Stick für < 10 EUR kaufen, anstöpseln und über zigbee2mqtt an HA anbinden. Hört sich übrigens komplizierter an, als es ist.
Das Vorgehen ist da ja bei so ziemlich jedem Stick - egal ob Zigbee oder Z-Wave - nahezu identisch: Docker Container mit dem kleinen zugehörigen Webservice starten, den USB Stick durchreichen, Addon in Home Assistant (oder ioBroker, oder openHAB) installieren, IP eintragen, fertig.
wenn Du eh eine FritzBox hast, sind die FRITZ!DECT200 wirklich zuverlässig.
Meine FritzBox will ich da eigentlich raushalten. Die Kiste dient ausschließlich als DSL Modem und Router und hat sonst mit dem Netzwerk hier nichts zu tun. Vor allem wenn dann noch Zigbee oder Z-Wave Geräte dazu kommen, bin ich sicherlich froh, dass die Steckdosen als Repeater funktionieren. Das wäre mit den AVM Produkten ja ausgeschlossen.
 

Creeping.Death

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ZigBee:
Es gibt ZigBee (ohne dass man je eine Versionsnummer sieht) und ZigBee 3.0. Letztere sind aber abwärtskompatibel. Ich bin mir aber nicht mal sicher, ob es schon Geräte dafür gibt.
Alles andere, was Du genannt hast, sind Möglichkeiten, um ZigBee anzubinden. WennDu beispielsweise einen ConBee USB-Stick hast, kannst Du Die Geräte mit deCONZ konfigurieren. MQTT ist ein standardisiertes Protokoll, welches nicht auf ZigBee beschränkt ist. Damit kann ein Austausch über (fast) alle Plattformen stattfinden.

zigbee2mqtt ist (für mich) aktuell die perfekte Lösung. Du kannst schon vor dem Kauf herausfinden, ob Deine Hardware voll unterstützt wird. Falls nicht, geht das aber meistens nicht lange bis es Support gibt. Die Sensorwerte werden über MQTT direkt an HA weitergegeben, ohne großes Gefummel.

ZHA ist die generische ZigBee-Anbindung an HA ohne MQTT. Weniger Konfigurationsaufwand, aber nicht ganz so universell wie zigbee2mqtt.

Z-Wave:
Aktuell gibt es viele Beschwerden darüber, wie Z-Wave in HA unterstützt wird. Soweit ich weiß, wird da im Hintergrund etwas umgebaut. Aber ich kenne mich damit zu wenig aus. Ich habe keine Z-Wave Geräte.

Einen USB-Stick im Docker Container anzumelden ist generell kein Hexenwerk.

AVM:
Es gibt eigentlich kaum einen Grund die FritzBox nicht auch als Smarthome Gateway zu benutzen. Die DECT-Reichweite ist wirklich sehr gut und zuverlässig ist die Geschichte obendrein.
Aber das war nur ein Vorschlag.

Ich messe den Verbrauch meiner Waschmaschine mit einem TP-Link HS110, den Verbrauch meines Trockners mit einer HmIP-PSM (angemeldet an meiner RaspberryMatic) und meinen Gesamtstromverbrauch direkt am Zähler via HM-ES-TX-WM (+Ferraris-Sensor).
Der Vorteil der TP-Link ist, dass sie relativ preiswert sind und über WLAN funktionieren (auch ohne Cloud, wenn ich mich recht erinnere).
 

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Alles andere, was Du genannt hast, sind Möglichkeiten, um ZigBee anzubinden. WennDu beispielsweise einen ConBee USB-Stick hast, kannst Du Die Geräte mit deCONZ konfigurieren. MQTT ist ein standardisiertes Protokoll, welches nicht auf ZigBee beschränkt ist. Damit kann ein Austausch über (fast) alle Plattformen stattfinden.
Hmm.. das klingt jetzt eher danach, dass "eigentlich" alle Zigbee Geräte sowohl mit ZHS, deCONZ als auch MQTT Sticks funktionieren können / sollten / müssten. In den Foren liest sich das eher so: Manche Endgeräte gehen nur mit ZHS Sticks, manche nur deCONZ und manche nur mit MQTT - wobei MQTT wohl die größte Kompatibilität aufweist.
zigbee2mqtt ist (für mich) aktuell die perfekte Lösung.
Ja, das habe ich so auch rausgelesen. Läuft zwar scheinbar auch nicht mit jedem Gerät, aber wohl mit den meisten, und macht am wenigsten Probleme.
Aktuell gibt es viele Beschwerden darüber, wie Z-Wave in HA unterstützt wird.
Dann schau ich mal, ob ich dazu was finde. Vielleicht ist absehbar, dass das in 1-2 Monaten abgeschlossen ist, und besser als je zuvor funktioniert. Vor allem will ich herausfinden, warum sie umbauen. Grundlos macht man sowas ja nicht.
Es gibt eigentlich kaum einen Grund die FritzBox nicht auch als Smarthome Gateway zu benutzen.
Für mich ist die FritzBox halt einfach nur ein Router - austauschbar. Ich hab sie von meinem Provider für 1€ bekommen und hänge nicht dran :D Gut möglich, dass in einem halben Jahr dort ein anderes Gerät steht. Daher will ich keinen Cent in's AVM Ökosystem investieren.

---

Hast du auch Erfahrung mit enOcean? Das mit der nicht vorhandenen Verschlüsselung find ich schon etwas abschreckend. Klar haben die Geräte keine große Reichweite, aber wirklich wohl fühle ich mich bei dem Gedanken nicht.

EDIT: Bzgl. Home Assistant und Z-Wave meinst du vermutlich das hier:
https://developers.home-assistant.io/blog/2020/02/04/new-zwave
bzw. das: https://community.home-assistant.io...ve-integration-home-assistant-dev-docs/169045
Klingt auf jeden Fall vielversprechend. Läuft dann auch über MQTT. Mal schauen, ob ich was zum Fortschritt der Umsetzung finden kann.
 
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Creeping.Death

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Wie gesagt MQTT ist nur ein Protokoll, über welches Daten weitergeleitet werden. Das hat mit der eigentlichen ZigBee-Kompatibilität nichts zu tun.
Was mit zigbee2mqtt nicht erkannt wird, dürfte auch über ZHA und deCONZ nicht funktionieren. Da helfen dann nur noch proprietäre Bridges/Gateways. Daher immer vor dem Kauf informieren.

Mit enOcean habe ich mich nie befasst. Wenn ich mir aber die Konfigurations-Doku in HA anschaue, dann hat das nicht so viel mit Plug&Play zu tun.
 

snaxilian

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MQTT wurde ja schon geklärt.

Ansonsten würde ich nicht alles nur auf ein Protokoll setzen, du hast ja eine Steuerungslösung, die mehr als ein Protokoll spricht ;)
Zu den steuerbaren Steckdosen könntest du dir mal Tasmota näher ansehen, das ist eine freie Firmware Alternative für viele IoTs mit ESP8266 als Basis. Gibt auch eine Übersicht der kompatiblen Geräte: https://templates.blakadder.com/index.html
Meist wird als Übertragungsweg WLAN genutzt und als Protokoll dann MQTT. Aber soweit ich das sehen kann können die Steckdosen aber nur die Power Usage überwachen und eben ggf. schalten. Zusätzliche Temperatursensoren haben diese nicht integriert. Da wärst dann vermutlich mit den Systemen von AVM besser bedient oder musst dir Alternativen suchen.

Was mich bei vielen dieser "Spielereien" frage und das geht u.a. direkt an @Creeping.Death:
Was erhoffst du dir davon den genauen Stromverbrauch und die Dauer von einzelnen Geräten zu haben also außer bunte Graphen... Was machst du dann mit den gewonnenen Infos? Hast du ne Solaranlage + Energiespeicher und lässt dann die Waschmaschine erst starten, wenn diese ihre Energie aus dem Speicher beziehen kann?

Ich sehe bei manchen dieser Dinge einfach keinen Komfortgewinn außer die Generierung von Zahlenreihen für die grafische Aufbereitung und den Mehraufwand an Energie/Stromverbrauch durch die jeweiligen Sensoren und die Zentrale. Ja, es gibt viele Use Cases für eine Automatisierung von Dingen im Haushalt, z.B. den Mähroboter nur starten zu lassen wenn es nicht regnet/geregnet hat und gerade niemand im Garten ist. Oder meinetwegen die Steuerung von Lampen durch Bewegungsmelder.
Aber mir fehlt der konkrete Use-Case für schaltbare Steckdosen abseits von Lampen bzw. auch der UseCase für die Messung des Energieverbrauchs über einen längeren Zeitraum. Vielleicht kann mich da jemand erleuchten, gerne auch per PN wenn der TE nicht auch an der Diskussion interessiert ist und ich möchte ungern seinen Thread kapern.
 

benneq

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Zusätzliche Temperatursensoren haben diese nicht integriert.
Ich will auch keinen Temperatursensor in der Steckdose :D Mich interessiert nicht wie warm es hinterm Kühlschrank ist.

Grundsätzlich würde ich solche Geräte natürlich am Liebsten über Ethernet mit PoE betreiben. Keine zusätzliche Funkquelle, eine stabile Verbindung und keine Batterien, die leer gehen können. Natürlich nicht überall, schließlich hat man nicht in jeder Ecke einen Netzwerkanschluss, und an manchen Stellen würde so eine Kabelverbindung auch ganz klar das Auge stören.

Was erhoffst du dir davon den genauen Stromverbrauch
Grundsätzlich ist es natürlich sehr viel Spielerei - zumindest für mich erst mal. Aber z.B. für den Kühlschrank könnte es aber schon "praktisch" sein, falls der mal anfängt Amok zu laufen, weil Kühlung defekt ist, oder die Dichtung vom Eisfach undicht. Da wird's dann schnell auffallen, wenn sich der Energieverbrauch plötzlich verzehnfacht.
Oder bei Geräten, die zu weit weg sind, dass das schnell auffällt, wie z.B. die Kühltruhe im Keller.

Für 99% der anderen Geräte sehe ich da aber auch keinen Vorteil. Ist vielleicht mal interessant zu sehen, wie viel Strom der PC schluckt, aber das schau ich mir dann vielleicht auch 2x im Jahr an und gut ist. Automatisieren würde ich damit auch nichts.
 

snaxilian

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Ah, dann hatte ich das falsch gelesen, dachte du willst schaltbare Steckdosen die auch Temp-Sensor sein sollen^^
PoE ist totaler Overkill. Du brauchst bei weitem nicht so viel Energie wie darüber möglich ist. Du brauchst bei weitem nicht so viel Bandbreite. KNX als das Urgestein oder die jetzt jüngeren drahtlosen Varianten sind ja so erfolgreich weil man eben nicht dutzende Meter Kabel verlegen muss, für jedes Gerät und jeden Sensor nen Switchport braucht.

Alarmierung bei anormalem Verbrauch ist ein sehr valider Punkt, danke für den Input. Hier würde ich aber ggf. eher oder zusätzlich auf Türkontakte setzen die informieren können wenn die Tür länger als Zeitraum X offen ist und/oder ein Temperatursensor am Boden.

Ansonsten könnte ich mir vorstellen, dass dies initial ein bisschen Aufwand ist. Ein Kühlschrank der nur ne Flasche Bier und die Tube Senf beinhaltet braucht weniger Energie als wenn da der komplette frisch eingekaufte Wocheneinkauf rein kommt. Man müsste also das Maximum an Energieverbrauch ermitteln, ggf. noch Jahreszeit- oder Raumtemperaturabhängig was noch als normal anzusehen ist und dann darüber hinausgehendes als kritisch ansehen.
Wichtig ist mMn, dass bei anormalem Verhalten informiert wird denn sonst müsste man ja regelmäßig die Daten prüfen und ich kann mir nicht vorstellen, dass man dies auch noch nach Monaten macht, zumindest ich wäre da zu faul zu.
 

Creeping.Death

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@snaxilian
Kein Problem, es ist ja auch eine Frage, die sich viele stellen: "was bringt mir das Ganze?"

Wenn Du nur wenige Geräte hast, dann bringt Dir das auch nur wenig.

Hier aber mal ein paar meiner Standard-Use-Cases:

  • Selbstbau-Ambilight: LED-Streifen bekommt Strom, wenn ich mit meiner Harmony auf eine relevante Szene stelle. Danach wieder aus. Grund: LED-Streifen blinkt manchmal ohne aktives Signal am Eingang
  • Wenn ich Alexa sage, sie soll meinen PC einschalten, werden erst die Monitore und sonstige Peripherie eingeschaltet, dann erst der PC selbst. Grund: alles zusammen einschalten hat mich 2 Steckdosenleisten und zwei PC-Netzteile (Seasonic) gekostet.
  • Türklingel: ich habe zwei Klingeln (Homematic an Siedle und Ring Video Doorbell). Egal welche gedrückt wird, soll trotzdem der Homematic Funk-Gong klingeln und parallel alle Amazon Echos eine Ansage machen (alle Stockwerke) und eine Nachricht über Telegram Messenger wird gesendet
  • Wenn ein Miele Gerät (WaMa, Trockner) fertig ist, soll auf dem Echo Show im Wohnzimmer eine Ansage kommen, dass das jeweilige Gerät fertig ist (meine Frau ist happy)
  • Wenn ich meiner Harmony sage, ich möchte über die Shield schauen, wird der Ferneher auf passenden Kanal geschalten, der AVR auf den richtigen Eingang geswitcht, Ambilight eingeschaltet, der HDFury Vertex auf den Eingang für Shield geschaltet, ...
  • Kellertür wird geöffnet: Telegram Nachricht senden
  • Intelligente Beleuchtung über Bewegungsmelder, zeit- und helligkeitsabhängig
  • Generelle Sprachsteuerungsmöglichkeiten über Alexa z.B. zum Öffnen der Garage, Ein-/Ausschalten von Lichtern, ...
Speziell auf den Stromverbrauch bezogen:
Es ist interessant zu wissen, wie der Stromverbrauch zu vergleichbaren Zeiträumen im Vorjahr oder Vormonat war. Haben irgendwelche Anschaffungen oder der Abbau von Elektronik zu messbaren Veränderungen geführt (Wasserbett, neue Waschmaschine, neuer Trockner, neuer Gefrierschrank, ...).
Es sind einfach Werte, die man interpretieren kann und falls man keine Lust hat, dann eben nicht ;-)
 

benneq

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PoE ist totaler Overkill. Du brauchst bei weitem nicht so viel Energie wie darüber möglich ist. Du brauchst bei weitem nicht so viel Bandbreite.
Das ist mir bewusst :D Aber mir persönlich wäre eine kabelgebundene Lösung grundsätzlich am Liebsten. Aber ja, solche Geräte sind Mangelware und die Kosten für den PoE Switch sollte man natürlich auch nicht vernachlässigen. Ganz davon abgesehen, dass man ziemlich eingeschränkt bei der Platzierung ist.

dass dies initial ein bisschen Aufwand ist.
Es geht ja auch nicht darum, dass das System perfekt funktioniert und wirklich nur benachrichtigt, wenn was nicht stimmt. Es reicht ja schon, wenn man benachrichtigt wird. Dann kann man es kontrollieren und entscheiden.
Natürlich könnte man auch die Jahreszeit und das Wetter mit einbeziehen, und wie viel in der Kühltruhe ist und wann sie zuletzt geöffnet wurde und für wie lang und was dabei rein / raus genommen wurde :D

Ist quasi dasselbe mit Überwachungskameras. Da kriegst du auch 'ne Benachrichtigung wenn irgendwas verdächtiges aufgenommen wurde. Aber im Normalfall ist's dann 'ne Katze oder der Postbote. Und auch hier könnte man natürlich mit AI und Gesichtserkennung arbeiten, um einen potenziellen Einbrecher von anderen unterscheiden zu können. Aber will man das? Ich nicht! Ich bin Software Entwickler und ich traue keiner KI oder Objekterkennung über den Weg :D Im Zweifelsfall wird nämlich der Einbrecher als Postbote oder Katze erkannt und es gibt keine Benachrichtigung.
 

snaxilian

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@Creeping.Death Danke für die Erklärung, welche Vorteile solche Vernetzung bringen kann ist mir bewusst, mir ging es wirklich einzig und allein um den UseCase der Ermittlung des Stromverbrauchs^^

@benneq Ich halte von Kameras im privaten Umfeld genau gar nix, dazu kenne ich zu viele Leute, die im Bereich Sicherung arbeiten (also Planung und Schutz von Systemen und Anlagen, nicht die "Türsteher" und Aufpasser an sich). Im privaten Umfeld wird in Kameras investiert aber an der Prävention dafür gespart. Keine Pilzkopfverriegelungen, Türen & Schlösser die simpel zu überwinden sind, tote Winkel und Ecken wo Kameras vergessen wurden, Datenschutzprobleme mit den Kameras, zu viele false-positives wie Katze oder Postbote, sodass die Benachrichtigungen irgendwann ignoriert werden, falsch/erreichbar montierte Kameras, etc. Außerdem: Sind in einer Straße zwei von zwanzig Häusern mit Kameras bestückt sind das quasi Leuchtfeuer für "seht her, hier gibt es offenbar schützenswerte Dinge, ignoriert vorerst die anderen Häuser und klaut hier". Nein danke, da investiere ich das Geld lieber in sinnvollere Schutzmaßnahmen.^^
 

benneq

Fleet Admiral
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Um mal zurück zum ursprünglichen Thema zu kommen: Gibt es kommerzielle Lösungen, die eine Erweiterung um weitere Protokolle erlauben?

Mein Gedanke dahinter: Man hätte ein Produkt mit grundsätzlich gutem Software Support, und könnte es trotzdem mit anderen Protokollen arbeiten lassen.

Ich hab bisher gelesen, dass man z.B. den Homematic CCU3 mit Zigbee ausstatten kann, weil auf der Kiste ein Linux läuft. Allerdings weiß ich nicht, wie es aussieht wenn es ein Update für den CCU3 gibt, ob man dann alles neu einrichten darf, oder evtl. sogar der Hersteller Schnittstellen verändert und so die Integration verhindert.

Aber vielleicht wird es ja auch bei Homematic oder anderen Herstellern von offizieller Stelle toleriert und unterstützt?
 

Creeping.Death

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Ich glaube homee ist das einzige Produkt, welches sich von Haus aus erweitern lässt. Wie gut und zuverlässig das ist...keine Ahnung.

ZigBee auf der CCU3 heißt nur, dass Du auf dem gleichen Raspberry auch irgendwas laufen hast, was den ZigBee-Stick einbindet. Die Daten stehen aber nicht innerhalb der Homematic-eigenen Software zur Verfügung.
Es gibt Leute, die haben auf dem gleichen Raspberry ioBroker und die CCU3 am Laufen.
Ich bin da kein Fan von, aber das ist ja auch immer eine Frage der persönlichen Einstellung.
 
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