Wie nennt man Ghz*Cores?

Crass Spektakel

Lieutenant
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Geizhals, Newegg und noch ein paar zeigen seit ein paar Jahren eine merkwürdige Maßeinheit an:

Eine CPU mit 12Cores*3,5Ghz für 229€ kommt dort auf eine Maßeinheit von
229€/(12Cores*3,5Ghz)=
229€/42CoreGhz=
5,45€/CoreGhz

Beispiele
Epyc 7742 64 / 128 3,40 GHz 256 MB 225 W 8.266 €
entspricht 64x3,4=217,6GBaud entspricht 38,16 €/CoreGHz

Epyc 7282 16 / 32 3,20 GHz 64 MB 120 W 786 €
entspricht 16x3,2=51,2GBaud entspricht 15,35 €/CoreGBaud

Damit lassen sich CPUs innerhalb einer Architektur prima vergleichen,

Aber: Die behaupten in der Beschreibung daß das "€/Ghz" sind. Was sie aber nicht sind denn das wären ja 229€/3,5Ghz=65,42€/Ghz. Und beim Vergleich zwischen einem Epyc 7742 und Threadripper 12Core kommt dann so ein Mist raus wie 2431€/Ghz bei einem und 65,42€/Ghz beim anderen.

Ich dachte bisher Die Maßeinheit Core*Ghz ist namentlich nicht definiert aber sie ist es laut Elektrotechnik-Vorlesung sehr wohl:

Das wäre ein Giga-Baud... "In telecommunication and electronics, baud (/bɔːd/; symbol: Bd) is a common measure of symbol rate, one of the components that determine the speed of communication over a data channel."

Frage: Gibt es eine bessere oder korrektere Beizeichnung und ist die Verwendung von €/Ghz bei Geizhals totaler Quatsch?
 
Nein und nein.
Mir ist nicht bekannt, dass es da was besseres gibt weil Hz bei CPU keine wirkliche Aussagekraft hat, in technischer Hinsicht.
Die Verwendung ist aber nicht Quatsch, sie sagt genau das aus was sie bedeutet.

Früher hat man Analog-Modem-Leistung in Baud gemessen, es war die Geschwindigkeit zum Server, hier war ein technischer Vergleich gegeben, weil das Modem Baud leisten musste, es war Quasi seine Bestimmung.
CPU müssen nicht Baud leisten sondern z.B. Flops (Floating Point Operations Per Second).
Mit wieviel theoretischen Baud die intern arbeiten ist Wurst, was zählt ist, was hinten rauskommt.
 
da wurde die formel der festplatten, wo es sinn hat einfahc auf andere produkte angwendet.

hat logischerweise bei cpus keinen sinn
 
Naja... bei baud geht es ja um die tatsächlich übertragenen Bits, das ist eher Aussagekräftig als die GHz der CPU. Wenn dann müsste man da die FLOPS oder so nehmen damit es zumindest halbwegs sinnvoll wird. Siehe eben auch Bulldozer oder Pentium 4 die zwar viel Takt aber kaum Leistung bieten.
 
Knito schrieb:
CPU müssen nicht Baud leisten sondern z.B. Flops (Floating Point Operations Per Second).
Mit wieviel theoretischen Baud die intern arbeiten ist Wurst, was zählt ist, was hinten rauskommt.

FLOPS ist eine Maßeinheit eines kompletten Systems, also RAM, Massenspeicher usw... ich kann Dir problemlos zwei Systeme mit der gleichen CPU und dem gleichen Takt bauen die sich bei den FLOPS um 50% unterscheiden. Für eine einzelne CPU ist das eine nutzlose Angabe, so als würde man RAM-Riegel nach Frames-per-Second bewerten.

Eine CPU basierend auf Architektur XY mit 12 Kernen und 5Ghz kommt auf 12*5=60wasauchimmer,
Eine CPU basierend auf Architektur XY mit 64 Kernen und 3Ghz kommt auf 64*3=192wasauchimmer,

Core*Ghz ist formal korrekt.
Giga-Baud ist wohl nicht ganz verkehrt aber halt unüblich.

Daß man das nicht mit Architektur ABC vergleichen kann ist klar, keiner vergleicht Äpfel mit Birnen. Aber einen 60 Gramm Apfel darf man mit einem 192 Gramm Apfel vergleichen, oder?
 
Man könnte einen Test der FLOPS so gestalten das er unabhängig vom RAM ist (indem man ihn so designed das er vollständig im CPU Cache läuft). Die Frage wäre dann aber wie relevant er für die Praxis ist...
 
Jesterfox schrieb:
Naja... bei baud geht es ja um die tatsächlich übertragenen Bits,
vielleicht meinst du das anders aber es können schon je nach Kanal Anzahl mit gleicher Baudrate unterschiedlich viele bits gesendet werden.
zb eine 1Gbit leitung hat nur 125Mbaud

Baud und bit sind nicht das gleiche, sie können auf das selbe Ergebnis herauskommen, werden inhaltlich aber anders definiert.
Spätestens darum ergibt eine Baud-messung bei CPUs auch schon keinen Sinn mehr. Die CPU arbeitet immerhin auch wenn sie keine Daten ausspuckt, zudem produziert xGhz je nach Architektur unterschiedlich viele Berechnungen
 
Jesterfox schrieb:
Letzteres... denn sie sagt absolut null aus. Oder las dir einfach nen 5GHz Bulldozer mit 8 Cores hinterherwerfen, mehr GHz pro € wirst du nicht bekommen ;-)

Die 8 Kerne des Bulldozers waren auch eher Marketing.
In Wirklichkeit hatte er 4 Module mit doppelten Ausführungseinheiten.
 
@CyrionX : ja gut, Kanalanzahl kommt dann nochmal drauf, wäre dann ja in etwa wie bei der CPU die Anzahl der Kerne. Aber mir gings mehr drum das die baud tatsächlich etwas sinnvolles angeben... (wobei es eigentlich auch nicht ganz stimmt, da unterschiedlich viel Protokolloverhead vorhanden sein kann... die Nettodatenrate weicht also ab)

@IBISXI : ok, die Diskussion ab wann es ein Core ist lassen wir mal... ist mühselig ;-) ich rechne die 2 Ausführungseinheiten als 2 Cores, die durch ihre gesharten Ressourcen aber eben etwas ausgebremst werden.
 
€/Ghz soll wahrscheinlich eine Preis-/Leistungs-Angabe für Prozessoren sein, ähnlich wie man seit einiger Zeit bei Massenspeichern auch €/GB angibt. Im Gegensatz zu Letztgenanntem ist €/Ghz m.E. aber völliger Unsinn, weil die Ghz-Angabe nicht die tatsächliche Leistung wiederspiegelt, z.B. wird die IPC, Energiesparmodi, Unterschiede zwischen verschiedenen CPU-Generationen und Fähigkeit von Anwendungen, alle Cores auch auszulasten gar nicht berücksichtigt. Hingegen kann man das Preis-/Leistungs-Verhältnis einer 10 Jahre alten 1TB-HDD mit einer heutigen 1TB-SSD vergleichen, zumindest was den Speicherplatz angeht. Auch hat der Massenspeicher immer seine 1TB egal ob man ihn an einen PC, Raspi oder Toaster anschließt, die Leistung (Speicherplatz) ist immer gleich. Bei CPUs ist das nicht der Fall.
 
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@TE
Vielleicht ist Die Frage schon nicht so gestellt, dass eine Antwort überhaupt möglich ist.
Was du verlangst ist ein "performance/Euro" Vergleich
Gäbe es diesen, hätten sich die ganzen benchmark-reviews ja erübrigt.
So gesehen müsste Geizhals/newegg sonst angeben:

CPU I
usecase:
1 IPC focus
(2 Flops focus with default Intel/AMD Hardware)
3 AVX
4 AVX2
n Xyz

CPU II....
1
n

Erst dadurch könnte man am Ende pro Anwendungsfall eine Angabe zu perf/€ machen. Du müsstest quasi wie in einem Excel sheet nachschauen was, wo, wann welche Performance bringt und dir das dann prozentual anteilig mit deinen Anwendungen verrechnen ;P.

Ghz*Core ist wie du geschrieben hast nur innerhalb der selben Architektur /Featurelevels sinnvoll ( und das ohne Nebenkosten, siehe Vergleich R5 3600x und R7 3700X)
 
Richtig. Die Taktfrequenz sagt nur dann etwas über die Leistung aus, wenn man Prozessoren mit der gleichen Architektur miteinander vergleicht. Ebenfalls ist die FLOPS-Angabe nur theoretischer Natur, die in der Praxis niemals erreicht wird. So hat eine Vega 64 12665 GFLOPS und eine RX 5700 7950 GFLOPS, die RX 5700 ist dennoch etwas performanter, da die Recheneinheiten besser ausgelastet werden.
 
GHz * Cores sieht man auch bei Ebay ab und zu noch. Das ist Gang und Gebe seit Dual Core Pentium CPUs. Allerdings ist es einfach nur Quark. Mein Mac Pro (Signatur) hat 8 Kerne mit je 2,66 GHz = 21.xx Ghz*Cores. Da die Kiste aber von 2006 ist, wird sie von jedem aktuellerem Computer in Grund und Boden gerechnet schon weil sich die Singlethreadleistung seitdem etwa verdreifacht hat.
MfG
 
Naja, wenn du eine absolut identische Architektur sowie einen perfekt skalierbaren Workload voraussetzt und dazu noch die diminishing returns von höherem Clock-Speed ignorierst, könnte man das so machen.

Ist in der Realität natürlich nicht so und eine absolute Milchmädchenrechnung, aber im arg konstruierten Bestfall...
 
1. Hyperthreading wird nicht berücksichtigt
2. realer Mehrkerntakt wird nicht berücksichtigt (meist ist er zwischen Basistakt und maximalem Takt)
 
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