Prozessoren im Vergleich : Die CPU-Kaufberatung zum Weihnachtsfest

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Prozessoren im Vergleich: Die CPU-Kaufberatung zum Weihnachtsfest

Ohne Prozessor im PC läuft nichts. Reicht für das kleine Office-System ein Modell mit zwei Kernen aus, sind für moderne Anwendungen und neue Spiele zum Weihnachtsfest 2016 vier hoch taktende Kerne Pflicht. Und die Entwicklung bleibt nicht stehen: Bereits heute gibt es Prozessoren mit sechs, acht oder gar zehn Kernen, die dank Unterstützung für Simultaneous Multithreading (SMT) bis zu 20 Threads bieten.

Das empfiehlt die Redaktion

Die Liste der Empfehlungen der Redaktion zum Weihnachtsfest basiert auf den Erfahrungswerten des aktuellen und vorangegangenen Testsystem, in denen zusammen über 40 verschiedene Prozessoren getestet wurden.

Der schwache Euro treibt die Preise

Aufgrund der Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar haben die Prozessorpreise in den letzten Monaten zugelegt. Nach einem kurzen Innehalten im Spätsommer auch zum Weihnachtsfest noch einmal. Dies hatte teilweise gewaltige Verschiebungen zur Folge: AMDs schnellste Kaveri-CPUs kosten wieder rund 150 Euro, Intels Core i3 gibt es nicht unter 110 Euro, die Core i5 nicht mehr unter 170 Euro. In großen Teilen der Mittelklasse konnte AMD so das Zepter komplett übernehmen bei den Empfehlungen. Doch spätestens ab 200 Euro ist damit Schluss: Ab dieser Marke kommen derzeit alle empfehlenswerten CPUs von Intel.

Im unteren Preissegment ist AMD eine Wahl

Bunt gemischt ist das Feld im Einsteigerbereich. Gemieden werden sollten dort allerdings die ganz günstigen Modelle, nur wenige Euro mehr bringen ein deutliches Leistungsplus. Ab 50 Euro wird das Feld an Optionen riesig, Prozessoren mit frei bestimmbaren Multiplikator sind dort bei AMD bereits zu haben – ein Vorteil gegenüber Intel. Im Sondertest von acht CPUs zwischen 30 und 65 Euro aus dem Jahr 2013 konnte Intel nichts dagegen halten, bei Haswell gab es hingegen den Pentium G3258 Anniversary Edition für 55 Euro. Skylake hatte keine günstige K-CPU, sie wird für Kaby Lake erwartet: Das Sondermodell des Core i3 soll allerdings über 150 Euro kosten.

Preisklasse Empfehlung Prozessor Alternatives Modell
25 – 50 Euro Intel Celeron G3900
50 – 75 Euro AMD Athlon X4 860K Intel Pentium G4400
75 – 100 Euro AMD FX-6300 AMD A10-7700K
100 – 125 Euro AMD FX-8300 AMD A10-7870K
125 – 150 Euro Intel Core i3-6300 AMD FX-8350
150 – 200 Euro
200 – 225 Euro Intel Core i5-6500
225 – 250 Euro Intel Core i5-6600K Intel Core i5-6600
250 – 300 Euro Intel Xeon E3-1230 v5
300 – 500 Euro Intel Core i7-6700K Intel Core i7-6800K
500 – ... Euro Intel Core i7-6950X Intel Core i7-6900K
Preiswerte AMD-CPUs
Preiswerte AMD-CPUs

Zwischen 75 und 125 Euro ist AMD immer die 1. Wahl

Einfach ist es aktuell, eine Empfehlung zwischen 75 und 125 Euro auszusprechen. Für einen Pentium fast 100 Euro auszugeben, ist in jedem Fall zu viel, alle Intel-Alternativen liegen jedoch direkt über 100 Euro. Dort übernimmt AMD deshalb komplett das Zepter: Auch die alte Garde an APUs/CPUs mit bis zu sechs Threads (oder gar acht bei 125 Euro) ist jedem Zwei-Kerner von Intel in Sachen Leistung vorzuziehen.

Preiserhöhung führt zu einer Lücke in der Mittelklasse

Zwischen 150 und 200 Euro sind die Preise der CPUs zuletzt so weit angestiegen, dass die Empfehlungen mit vier Kernen über 200 Euro kosten – und bleiben dennoch die Empfehlung in dem Bereich. Ein Core i3 mit nur zwei Kernen ist für bis zu 165 Euro viel zu teuer, 180 Euro für den langsamsten 4-Kerner sind auch keine Empfehlung. Denn dort gilt insbesondere: Vier Kerne sind sehr gut, aber ein zu geringer Takt oft hinderlich. Der Core i5-6400 mit 2,7 GHz Basistakt und Vier-Kern-Turbo von nur 3,1 GHz ist genau einer dieser Fälle, bei dem von Spielern noch einmal 30 oder 50 Euro mehr investiert werden sollten – dann gibt es den Core i5-6500 oder gar Core i5-6600, der 500 bis 600 MHz mehr Takt bietet und so das weitaus rundere Gesamtpaket ist.

Ab der oberen Mittelklasse nur noch empfehlenswerte Intel-CPUs

Die Kaufempfehlung für einen Prozessor aus der Mittelklasse ist Ende 2016 nahezu in allen Fällen die Skylake-Plattform von Intel. Die Plattform bietet mit den neuesten Mainboards viele Vorteile wie deutlich mehr PCIe-Lanes, Thunderbolt 3, M.2 über PCIe oder USB Typ C. AMDs vom Markt heiß ersehnter Konter in Form von Bristol Ridge und Zen lässt hingegen auch Ende 2016 noch auf sich warten.

In der Oberklasse sind die Preissteigerungen aktuell ebenfalls deutlich zu spüren, der zuletzt immer unter 300 Euro angebotene Core i7-6700 als günstigster Acht-Thread-Prozessor liegt zum Jahresende immer deutlich über dieser Marke. Unter der Marke ist nur noch der Xeon E3-1230 v5 zu finden, der nun als günstiges CPU mit acht Threads das Feld anführt Aufgrund der eingeschränkten Mainboardwahl ist er in dieser Preisklasse aber nur eine eingeschränkte Empfehlung, wenn acht Threads dringender benötigt werden als Mainboard-Features oder sehr hohe Taktraten.

Mindestens 340 Euro müssen für ein 4-Kern-Modell mit frei bestimmbarem Multiplikator bei Intel eingeplant werden, weshalb der Blick zum kleinsten Sechs-Kern-Prozessor eine Alternative ist. Aber auch der Core i7-6800K ist aktuell nicht unter 440 Euro zu bekommen – und die Plattform mit Sockel LGA 2011-3 kostet ebenfalls nochmals einige Euro mehr. Da die sechs Kerne und zwölf Threads aber ebenfalls mit einem frei bestimmbaren Multiplikator einhergehen, ist die CPU für die Zukunft ein Stück mehr gerüstet als die Quad-Core-Kollegen, wenn der Takt auf einzelnen Kernen nicht entscheidend ist.

Der alte unter der neue kleine Sechskerner mit dem Zehn-Kern-Flaggschiff (v.l.n.r.)
Der alte unter der neue kleine Sechskerner mit dem Zehn-Kern-Flaggschiff (v.l.n.r.)

Kaby Lake und Zen gehört die nahe Zukunft

Zu Weihnachten 2016 geht der Blick aber bereits auf die nächste Generation. Während Kaby Lake als kleines Update für Skylake nach ersten CPUs für Notebooks im August Anfang Januar großflächig in den Handel entlassen wird, ist das spannendste Thema ohne Frage Zen. Bisher gibt es jedoch keinerlei glaubwürdige Benchmarks und Vorstellungen zur Preisgestaltung, sodass dort weiterhin Abwarten angesagt ist. Im ersten Quartal des neuen Jahres sollen die Modelle von AMD jedoch erscheinen, das hat AMD wieder und wieder versichert.

Heißt es nun also abwarten? Wie immer in der IT heißt lautet die Antwort für eine Kundengruppe klar: Nein! Wer jetzt etwas braucht, soll dies auch jetzt kaufen. Zu Skylake kann ohnehin in vielen Fällen problemlos gegriffen werden, dort bringt der Refresh auf Kaby Lake nur einige Megahertz mehr Takt und native Unterstützung von HEVC Main 10. Hinter AMDs neuer Plattform stehen hingegen noch viele Fragezeichen, die erst in den kommenden Monaten geklärt werden. Wer High-End anvisiert, auf 8 Kerne/16 Threads setzen will und noch etwas Wartezeit in Kauf nehmen kann, der sollte sie hier investieren.

Aktuelle Benchmarks

In den aktualisierten ComputerBase-Tests werden Prozessoren in insgesamt 28 Einzeltests durchleuchtet. Diese gliedern sich in die Bereiche der realen Anwendungen unter Windows sowie Linux bis hin zu Spielen. Im Abschlussrating finden nur die Anwendungen aus dem Alltag Berücksichtigung, also Anwendungen und Spiele in heute gängiger Full-HD-Auflösung. Hinterlegt sind aber auch die Gesamtwertungen für die Bereiche Anwendungen nicht nur in Windows sondern auch Linux sowie die Spiele in geringer und hoher Auflösung .

Die schnellste CPU kommt aus dem Hause Intel und hat sechs, acht oder gar zehn Kerne. Dahinter reihen sich die Vier-Kern-Modelle mit hohen Taktfrequenzen von Intel auf, die ebenfalls noch zum gehobenen Segment zählen – und das nicht nur preislich.

Die Core i5 markieren die Mainstream-Sparte mit diversen Modellen, nach unten abgerundet von den Core i3. Erst in den beiden Segmenten sind auch diverse AMD-Prozessoren anzutreffen, während sich in der Spitzengruppe nur Prozessoren von Intel tummeln.

Der Intel Xeon E3-1231 v3 aus der Haswell-Generation ist auch heute noch ein Option (sofern verfügbar), die Intel beim Nachfolger für den Desktop gestrichen hat. Bei der Skylake-Plattform hat Intel die Desktop-Chipsätze limitiert, sodass sie keine Xeon-Prozessoren mehr unterstützen. Stehen mehr Threads gegenüber Takt im Vordergrund, ist der Xeon auch heute noch dem Core i5 vorzuziehen.

Beim Blick auf die beste Leistung für wenig Geld steht AMD traditionell gut da, denn es gibt bereits mehr als ausreichend CPU-Leistung für kleines Geld. Sie kämpfen oft mit günstigeren Preisen bei ähnlicher Leistung gegen Intel – jedoch in dem Fall komplett ohne Berücksichtigung der Leistungsaufnahme. Im Mittelfeld kostet die gleiche Leistung bei AMD und Intel auch vergleichbar viel. In der Oberklasse fällt das Verhältnis von Preis zu Leistung deutlich schlechter aus, für nur ein paar Prozent mehr Leistung muss deutlich mehr gezahlt werden.

Die integrierte Grafik

Ein Großteil der Prozessoren ist heute aber nicht mehr nur CPU allein. In vielen steckt eine integrierte Grafikeinheit mit teils deutlichen Leistungsunterschieden. AMD spielt in dieser Rubrik die Karten regelmäßig sehr gut aus, dank Radeon-Know-How, teilweise noch aus den alten ATi-Zeiten, ist die Grafikleistung der von Intel meistens weit überlegen. AMDs A10-7870K hat dort Ende Mai 2015 die Messlatte noch einmal weiter nach oben verschoben, der A10-7890K zog im Frühjahr 2016 nach. Intel hatte mit der Broadwell-CPU jedoch erfolgreich gekontert, die Architektur ist preislich jedoch in einer ganz anderen Region angesiedelt: sie kostet das Doppelte. Darüber hinaus funktioniert Intels Treiber nicht in allen Spielen fehlerfrei.

In den günstigen bis mittleren Preisklassen führt aktuell kein Weg an den AMD-CPUs vorbei, wenn auch von der Grafik ein klein wenig Leistung gefordert wird. Erst in den höheren Klassen wird die Intel-Grafik besser, kann jedoch erst bei Nutzung von eDRAM richtig auftrumpfen – zu entsprechendem Aufpreis.

8 Einträge
Performancerating – CPUs/APUs
Angaben in Prozent
    • G3440 + GeForce GTX 750 Ti
      248,6
    • G3440 + Radeon R7 360
      234,5
    • G3440 + Radeon R7 250X
      223,4
    • G3440 + Radeon R7 250 G5
      191,5
    • G3440 + GeForce GT 740 G5
      188,1
    • G3440 + GeForce GT 740 D3
      159,8
    • G3440 + GeForce GT 730 G5
      154,5
    • G3440 + Radeon R7 250 D3
      137,8
    • AMD A10-7870K
      131,0
    • AMD A10-7850K
      123,5
    • G3440 + Radeon R7 240
      117,5
    • G3440 + GeForce GT 730 D3
      116,0
    • AMD A8-7670K
      114,9
    • AMD A10-6800K
      113,5
    • AMD A10-5800K
      102,8
    • Intel Core i7-6700K
      100,0
    • Intel Core i5-6600K
      95,3
    • Intel Core i7-4790K
      85,6
    • Intel Core i5-4690K
      82,3
    • AMD A6-7400K
      79,3
    • Intel Core i3-4330
      76,3
    • Intel Core i3-4150
      68,6
    • AMD A4-6300
      55,4
    • Intel Pentium G3440
      50,1
    • Intel Celeron G1840
      46,5

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Die nachfolgende Tabelle enthält alle von ComputerBase aktuell besonders empfohlenen Prozessoren mit Verweis auf die Online-Händler Amazon, Caseking und Alternate. Sie wird regelmäßig aktualisiert.

Preisklasse Empfehlung Aktuelle Angebote
Einsteiger-Klasse
25 – 50 Euro Intel Celeron G3900 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
50 – 75 Euro AMD Athlon X4 860K bei Caseking bei Amazon bei Alternate
oder Intel Pentium G4400 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
untere Mittelklasse
75 – 100 Euro AMD FX-6300 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
100 – 125 Euro AMD FX-8300 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
125 – 150 Euro AMD FX-8350 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
Mittelklasse
150 – 200 Euro
200 – 225 Euro Intel Core i5-6500 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
225 – 250 Euro Intel Core i5-6600K bei Caseking bei Amazon bei Alternate
obere Mittelklasse
250 – 300 Euro Intel Xeon E3-1230 v5 bei Caseking bei Amazon bei Alternate
300 – 400 Euro Intel Core i7-6700K bei Caseking bei Amazon bei Alternate
High-End-Segment
400 – 500 Euro Intel Core i7-6800K bei Caseking bei Amazon bei Alternate
500 – 1.100 Euro Intel Core i7-6900K bei Caseking bei Amazon bei Alternate
ab 1.100 Euro Intel Core i7-6950X bei Caseking bei Amazon bei Alternate

Hinweis in eigener Sache: Die verlinkten Händler haben weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht.

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