Kaufberatung Tastaturen : Empfehlungen mit Gummi oder Mechanik zum Fest

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Kaufberatung Tastaturen: Empfehlungen mit Gummi oder Mechanik zum Fest

Eingabegeräte, obschon oft vernachlässigt, sind als Schnittstelle zwischen Nutzer und Heimrechner eine der wichtigsten Komponenten eines PCs. Im Falle von Tastaturen lassen sich mit handelsüblichen Großserienprodukten zwischen drei und dreihundert Euro in ein entsprechendes Modell investieren. Die Preisfrage lautet auch zum Weihnachtsfest 2015: Was wünschen?

Gummiglocken oder Mechanik?

Tastaturen sind in den letzten Jahren immer stärker aus der Nische und in den Fokus zahlreicher Hersteller gerückt. Der technische Unterbau teilt den Markt zunächst grob in zwei Klassen: Eingabegeräte mit Gummiglocken-Technik (Rubberdome) und solchen mit aufwendigeren, mechanischen Tastern – jeweils mit unterschiedlichen Varianten und Abarten, durch die sich einzelne Hersteller besonders in Szene setzen möchten. Beide Produktklassen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Rubberdome-Technik

Auf Gummiglocken basierende Schalter sind, wie der ComputerBase-Überblick darlegt, flexibel in Form, dem taktil-weichen Tippgefühl mit stets spürbarem Druckpunkt und im Einsatz. Dies zeigt sich unter anderem an den zahlreichen Layout-Variationen in diesem Segment. Die qualitative Lebensdauer der Taster ist jedoch in der Regel begrenzt, da sich die Charakteristik im Laufe der Zeit durch Alterungsprozesse des Gummis verändert.

Leiterfolien unter der Gummimatte (Cherry G83)
Leiterfolien unter der Gummimatte (Cherry G83)

Aufgrund der geringen Herstellungskosten können derart bestückte Tastaturen außerhalb des absoluten Budget-Bereichs aber in der Regel mit einer umfangreichen Ausstattung aufwarten - abseits des Key-Rollovers (KRO), das aufgrund technischer Limitierungen in der Regel lediglich lokal die gleichzeitige Erfassung von mehr als zwei gleichzeitigen Eingaben erlaubt. Als veredelte, aber sehr teurere Version dieser Technik kommen Taster von Topre ins Spiel, welche die Charakteristik und das Tippgefühl von Gummiglocken mit der Präzision typischer mechanischer Schalter verbinden.

Mechanische Taster

Teure Mechanischen Tastaturen haben sich in den letzten Jahren erneut im gehobenen Preisbereich zu starken Konkurrenten für die dominanten Rubberdome-Produkte entwickelt. Während hier durch Schalter unterschiedlichster Charakteristik eine größere Bandbreite präziserer Rückmeldungen angeboten werden kann, sind Taster in aller Regel mit einem festen Hubweg von vier Millimetern und hohen Tastenkappen versehen, wobei die Auslösung mit stets hörbarem Geräuschpegel einhergeht – „Notebook-Tastaturen“ lassen sich auf diese Weise nicht realisieren. Da ein Signal jedoch üblicherweise mit oder ohne Markierung des entsprechenden Punktes nach rund der Hälfte dieser Wegstrecke übertragen wird, müssen die Taster anders als bei Gummiglocken nicht vollständig heruntergedrückt werden.

Es muss nicht immer Cherry sein

Immer mehr Hersteller werfen abseits der dominanten MX-Schalter von Cherry „eigene“ Taster in den Ring. Während im Einstiegsbereich der Griff zu den in dieser Preisklasse weniger überzeugenden Alternativen von Kailh oder vergleichbar stark an Cherrys Tastern angelehnten Varianten aufgrund der geringen Preisdifferenz nicht lohnt, sind die Modelle unter Razer-Label im gehobenen Segment qualitativ vergleichbar. Logitech bietet im Luxusbereich zudem RGB-Taster auf Alps-Basis an. Steelseries profiliert sich mit unter eigenem Label vertriebenen Kalih-Tastern, die den Hubweg auf drei Millimeter verkürzen und mit flachen Tastenkappen bestückt werden. Beide Varianten sind ebenso wie Cherrys neue MX-Silent-Taster hörbar leiser als herkömmliche mechanische Schalter. .

Eine Frage des Geschmacks

Welche Variante bevorzugt wird, ist daher nicht nur eine Frage des Geldes. Rückmeldung und Klang der Taster sowie die gewünschten Zusatzfunktionen und Ansprüche an das Layout spielen ebenso eine Rolle: Diese Punkte müssen individuell anhand des eigenen Bedarfes abgewogen werden.

Empfehlenswerte Rubberdomes

Fällt die Wahl auf Rubberdome-Technik, beginnt der Einstieg bei unter zehn Euro. Wie der Marktüberblick mit 18 Tastaturen für weniger als 15 Euro verrät, hat sich die K120 von Logitech für rund 8 Euro sowohl zum Spielen als auch zum Schreiben eine Empfehlung verdient – für noch weniger Geld wird aus günstig billig. Verdoppelt sich der Einsatz, rücken mit der Cherry KW 3000 eine Funktastatur und mit der Cherry G85 Evolution Stream XT ein Modell mit Scissor-Tastern im Notebook-Stil in den Fokus.

Logitech K120
Logitech K120

Empfehlungen in der Mittelklasse

Verdoppelt sich der Kaufpreis erneut, kann zusätzliche Ausstattung gewählt werden. Auch hier sind Tastaturen im Laptop-Stil wie die Gigabyte Force K7 oder die Fujitsu KB910 durchweg empfehlenswert. Spieler mit dem Wunsch nach Makrotasten finden in der Tt eSports Challenger Prime einen Begleiter, der jedoch bei Verarbeitungsqualität oder Tippgefühl entsprechende Abstriche machen muss.

Generell empfiehlt es sich aus diesem Grund, bis zu einem Kaufpreis von rund 30 Euro um Produkte mit überbordender Ausstattung herumzugreifen. Was mit massiver Featurezahl nach Schnäppchen klingt, ist in aller Regel durch Abstriche im Punkto Qualität erkauft und die Investition nicht wert.

Empfehlungen für Spieler

Erst zwischen 40 und 50 Euro lohnt der Griff zu dedizierten Spieletastaturen uneingeschränkt, da in diesem Fall auch den Gummiglocken selbst genügend Aufmerksamkeit gewidmet wurde – in aller Regel wird mit einer Tastatur vor allem geschrieben, weshalb den Tastern vorderste Aufmerksamkeit zukommen sollte. Einen guten Eindruck hinterlässt dabei Corsairs Raptor-Serie insbesondere in Form der K50 und K40. Im Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000 finden Vielschreiber alternativ eine ergonomische Tastatur für den Office-Betrieb.

Empfehlungen in der Luxusklasse

Oberhalb von 50 Euro wachsen die Anzahl der Zusatzschalter und Ausstattungsmerkmale in gleichem Maße wie der Kaufpreis, nicht so sehr jedoch die Qualität der verwendeten Taster-Technik, deren „Sweet Spot“ bereits zum kleineren Kurs erreicht wird. Mit RGB-Beleuchtung, Displays, Touchscreens oder variablem Aufbau versuchen Hersteller, sich gerade im Hinblick auf Spieler zusätzlich zu profilieren.

Den preislichen Höhepunkt erreicht Mad Catz mit der modularen Strike 7 für 270 Euro, die allerdings wie viele ihrer Brüder auf ein Key-Rollover von 2 limitiert bleibt. Displays jeder Art kranken zudem an proprietärer Hersteller-Software. Da keine übergreifende API existiert, bleibt die Unterstützung durch Entwickler lückenhaft. In diesem Bereich eine Kaufempfehlung auszusprechen, ist insofern rational nicht zu begründen.

Empfehlenswerte mechanische Tastaturen

Bei mechanischen Tastaturen beginnt der empfehlenswerte Einstieg mit der Cherry MX Board 3.0 für rund 55 Euro mit Zusatztastern und atypisch flachen Tastenkappen, aber ohne Beleuchtung und lediglich separat erhältlicher Handballenauflage.Schreibgefühl und Verarbeitung der Taster unterscheiden sich indes nicht von weit teureren Tastaturen, die in der Regel nur mit einem Mehr an Ausstattung aufwarten

Cherry MX Red und Cherry-Stabilisatoren
Cherry MX Red und Cherry-Stabilisatoren

Steht eine Hintergrundbeleuchtung auf dem Wunschzettel, ist indes die Func KB-460 eine gute Wahl und wie die MX Board 3.0 mit den drei populärsten MX-Tastertypen erhältlich.

Empfehlungen in der Oberklasse

In der gehobenen Preisklasse wartet weitere Ausstattung auf ihren Einsatz, die in Form von zusätzlichen Tasten realisiert wird. Nur im Falle von dedizierten Makrotasten lässt sich jedoch deren mechanische Ausführung erwarten; ansonsten werden die flexibleren Gummiglocken verwendet. Die Corsair Vengeance K70 wartet mit Medientasten und Wahlrad zur Steuerung der Lautstärke auf, die G710+ mit Makrotasten und Dämpfungsringen unter den Tastenkappen - beide sind wie die Razer Black Widow Ultimate 2014 mit Makro- aber ohne Medientasten, abhängig von den eigenen Anforderungen, empfehlenswert, was gleichfalls auch für nur noch knapp 130 Euro teure Logitech G910 gilt, die mit massiver Ausstattung inklusive RGB-Beleuchtung aufwarten kann. Geht es hingegen weniger um Ausstattung als um gediegene Verarbeitung mit nochmals verfeinertem Schreibgefühl, kann zu Duckys Shine-Serie gegriffen werden.

Empfehlungen in der Luxusklasse

Ab etwa 160 Euro beginnt bei mechanischen Tastaturen die Luxusklasse. Das Keyboard 4, Ducky Legend sowie die Cherry MX Board 6.0 zeichnen sich durch Verarbeitung höchster Güteklasse und dezentes Auftreten aus. Alternativ offerieren Corsair und Razer zu diesem Kurs RGB-Versionen ihrer mechanischen Tastaturen.

Empfehlungen im Kompaktformat

Tastaturen ohne Nummernblock werden aus ergonomischen Gründen vor allem von Spielern geschätzt: Das schmalere Chassis erlaubt es, Tastatur und Maus dichter zusammenzurücken. Dennoch fällt das Angebot entsprechender Produkte schmal aus.

Für rund 80 Euro sind einfache Basismodelle verschiedener Hersteller erhältlich, die sich funktional nur minimal voneinander unterscheiden. Hervorzuheben ist neben der 80 Euro teuren Ozone Strike Battle, die das Kompaktformat besonders konsequent interpretiert, die CM Storm Rapid-I für 100 Euro, die mit durchdachtem Layout und Beleuchtung auf sich aufmerksam macht.

CM Storm Quickfire Rapid-I
CM Storm Quickfire Rapid-I

Zum gleichen Kurs ist mit der Roccat Ryos TKL Pro Illuminated zudem eine TKL-Tastatur mit integrierter Handballenauflage und drei Zusatztasten erhältlich. Ist in der Kompaktklasse eine RGB-Hintergrundbeleuchtung gefragt, findet sich mit der K65 RGB Compact von Corsair ein vernünftiges Modell, das besondere Stärken im Bereich der Software ausspielen kann.

Alle Tests von Tastaturen finden sich im Testarchiv von ComputerBase. Dieser Artikel wird monatlich aktualisiert und ist jederzeit über die Themenseite Tastaturen erreichbar.

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