Rubberdome & Mechanisch: Kaufberatung für Tastaturen aller Art für Januar 2019

Max Doll 1.042 Kommentare
Rubberdome & Mechanisch: Kaufberatung für Tastaturen aller Art für Januar 2019

tl;dr: Neben der Maus ist die Tastatur das wesentliche Eingabegerät am PC. Die Auswahl ist groß, die Preise reichen von unter zehn bis mehrere Hundert Euro. ComputerBase nennt empfehlenswerte Modelle mit Gummiglocken oder Mechanik für alle Einsatzzwecke von Gaming bis Office. Im Januar 2019 im Fokus: flache Modelle.

Rubberdome und mechanische (Gaming-)Tastaturen: Die Qual der Wahl

Eingabegeräte, obschon oft vernachlässigt, sind als Schnittstelle zwischen Nutzer und Heimrechner eine der wichtigsten Komponenten eines PCs. Im Falle von Tastaturen lassen sich mit handelsüblichen Großserienprodukten zwischen 3 und 300 Euro in ein entsprechendes Modell investieren. Die Preisfrage lautet also, welches das geeignete Modell für die eigenen Bedürfnisse ist. ComputerBase klärt dabei auch, dass sich der Begriff „Gaming-Tastatur“ lediglich für Marketing-Zwecke eignet und anspruchsvolle Nutzer vor allem auf mechanische Keyboards setzen sollten.

Das bietet der Überblick

Um diese Frage zu beantworten, nennt der Überblick zunächst abhängig vom zur Verfügung stehenden Budget empfehlenswerte Tastaturen aller Preisklassen. Ungeachtet des Kaufpreises sind insbesondere die Cherry Evolution Stream XT, Cherrys MX Board 3.0 und Sharkoons PureWriter ausgewogene Eingabegeräte. Eine Beratung im Detail wird über die folgenden Abschnitte gewährleistet.

Dort wird ein umfassender Überblick über Markt- und Produktgattung gegeben; abgedeckt wird nahezu jeder Aspekt einer Tastatur von der Technik und den Tastern bis hin zu besonderen Einsatzgebieten. Einzelne Empfehlungen finden sich unter anderem für Kompakt-, Office- und Gaming-Tastaturen. Auch der Wunsch nach flachen oder ergonomischen Eingabegeräten findet Beachtung. Der Blick auf „Sofa-Tastaturen“ für den HTPC oder die „Steam Machine“ rundet den Ratgeber ab.

Kurzempfehlungen nach Preisklassen

Preisklasse Empfehlungen Merkmale
Bis 10 Euro Logitech K120* Rubberdome, flach
10 bis 25 Euro Cherry Stream 3.0* Scissor-Taster, sehr flach, Medientasten
Microsoft Wired Keyboard 600 Rubberdome, flach, Medientasten, Programmtasten
25 bis 50 Euro Sharkoon Skiller Mech SGK1 (SGK2) Kailh Red, Brown, Blue, Profile, Medienfunktionen,
Profile, Beleuchtung, (kein Nummernblock)
Roccat Isku+ Rubberdome, flach, Beleuchtung, Medientasten, Makrotasten,
Profile, Profiltasten
50 bis 75 Euro Sharkoon PureWriter (TKL, RGB) Kailh Chocolate Red, Blue, flach, (RGB-)Beleuchtung, LED-Profile
(Medienfunktionen, kein Nummernblock)
Cherry MX Board 3.0* Cherry MX Red, Black, Brown & Blue, flach,
Medientasten, Handballenauflage (optional)
Logitech G413 Romer-G Tactile, Beleuchtung, Medienfunktionen
75 bis 100 Euro Logitech G910 Romer-G, RGB-Beleuchtung, „flach“, Medientasten, Makrotasten,
Scrollrad (Lautstärke), Handballenauflage
Fnatic Rush G1 (ehem. Func KB-460) Cherry MX Red, Brown & Blue, Beleuchtung, Handballenauflage,
USB-Hub
Cherry MX Board 5.0 Cherry MX Red Silent, Beleuchtung, Handballenauflage,
Medienfunktionen und –tasten
100 bis 125 Euro Cooler Master MasterKeys Pro L RGB Cherry MX Red & Brown, RGB-Beleuchtung, Medienfunktionen,
Profile, Profiltasten
Logitech G810 Romer-G, „flach“, RGB-Beleuchtung, Medientasten, Scrollrad (Lautstärke)
125 bis 150 Euro Ducky One 2 TKL PBT* (RGB) Cherry MX Red, Black, Brown, Blue, (RGB-)Beleuchtung, Profile,
Medienfunktionen, FN-Ebene konfigurierbar, PBT-Tastenkappen
Ducky One 2 PBT Cherry MX Red, Brown, Blue, Beleuchtung, Profile,
Medienfunktionen, FN-Ebene konfigurierbar, PBT-Tastenkappen
Razer Black Widow Chroma V2 Razer Green, Yellow & Orange, RGB-Beleuchtung,
Medienfunktionen, Makrotasten, Profile, Handballenauflage
Cooler Master MasterKeys MK750 Cherry MX Red & Brown, RGB-Beleuchtung, Medientasten,
Profile, Profiltasten, Handballenauflage
über 150 Euro Corsair K95 Platinum Cherry MX Speed & Brown, RGB-Beleuchtung, freistehende Taster,
Medientasten, Makrotasten, Profile, Handballenauflage
Corsair K70 MK.2 Cherry MX Speed Low Profile, Red & Brown, RGB-Beleuchtung, freistehende Taster, (flach),
Medientasten, Profile, Handballenauflage
Ducky Shine 7 PBT Cherry MX Red, Black, Brown, Blue, Speed, Silent, RGB-Beleuchtung,
Profile, Medientasten und -funktionen
*Award: ComputerBase-Empfehlung
Tastaturempfehlungen

Der Preisbereich unterhalb von 50 Euro ist im Jahr 2019 keine Domäne von günstigen Gummiglocken-Tastern mehr. Das Reservat für diese Technik schrumpft nunmehr auf den Low-Budget-Bereich, was nicht heißt, dass nicht für weniger als 25 Euro nicht hervorragende Produkte zu finden wären. Einzige sinnvolle Ausnahme ist Roccats Isku+, die für knapp 50 Euro nicht-mehanisch, aber gut ausgestattet ist. Spätestens oberhalb dieser Grenze sind gummibasierte Taster keine gesonderte Empfehlung wert. In diesem Bereich dominieren höherwertige, mechanische Taster in allen Formen und Ausprägungen das Bild.

Dabei steigt der Kaufpreis bei fast allen Tastaturen nur noch mit der Menge der Ausstattung an, das Tippgefühl wird hingegen maßgeblich von der Tastentechnik bestimmt – und die ist bei gleichen Tastern identisch. Wer keine (RGB-)Tastenbeleuchtung (ab 75 bzw. 100 Euro) benötigt und bewährte Technik sucht, liegt insofern mit der Cherry MX Board 3.0 richtig, wer flache und mechanische Tasten mit Beleuchtung möchte, greift zu Sharkoons exzellenter PureWriter oder wahlweise deren RGB-Version.

Im Zweifelsfall empfiehlt sich ein zusätzlicher Blick auf die Ausstattung der Tastaturen und die genannten Alternativmodelle, die genau das sind: Ebenfalls gute, aber anders abgestimmte Tastaturen, die andere Vorzüge und Nachteile besitzen.

Logitech K120
Cherry G85-23200DE-2 Stream 3.0
Microsoft Wired Keyboard 600
Größe (L × B × H): 45,0 × 15,5 × 2,3 (3,6) cm 47,2 × 17,6 × 1,8 cm 45,5 × 16,0 × 2,8 (4,5) cm
Layout: 105 ISO 105 ISO (erweitert)
Gewicht: 460 g 936 g 561 g
Kabel: 1,45 m, USB 2.0 1,80 m, USB 2.0 2,05 m, USB 2.0
Hub-Funktion:
Key-Rollover: 2-KRO
Schalter: Rubberdome Scissor Rubberdome
Tasten: Form: zylindrisch
Material: ABS-Kunststoff
Beschriftung: pad printed
Form: zylindrisch
Material: ABS-Kunststoff
Beschriftung: laser etched
flache Tasten
Form: zylindrisch
Material: ABS-Kunststoff
Beschriftung: pad printed
flache Tasten
Zusatztasten: 6 × Medien
Medienfunktionen: Stumm, Lautstärke, Abspielen/Pause, Vor/Zurück Stumm, Lautstärke, Abspielen/Pause
Zusatzfunktionen: Programmverknüpfungen
Beleuchtung:
Makros & Programmierung:
Preis: ab 9 € ab 18 € ab 12 €

Gaming-Tastaturen

Obwohl Hersteller viel Zeit, Geld, Mühe und gerne martialisch-militärische Formulierungen darauf verwenden, die besondere Eignung spezieller „Gaming-Produkte“ herauszustellen, ist der praktische Nutzwert oftmals gering. Grundsätzlich gilt: Spielen lässt sich auf jeder Tastatur. Um im Online-Duell zu brillieren, braucht es weder eine (schicke, aber nutzlose) Hintergrundbeleuchtung noch zahlreiche Leuchteffekte.

Auch der Nutzwert von Makros und vollständig programmierbarer Tasten steht für die Allgemeinheit infrage, zumal sich jede Tastatur per unabhängiger Software neu belegen lässt. Gleiches gilt für das Versprechen minimierter Latenzen. Diese werden mit wenigen Ausnahmen wie der MX Board 6.0 (Test) nur für einen kleinen Teil der Übertragungskette reduziert, der effektive Gewinn beruhigt selbst im Maximalfall aber höchstens das Gewissen, praktische Vorteile sind nicht mehr zu erzielen. Insbesondere im Gaming-Bereich gilt ohnehin, dass nicht jedes beworbene Merkmal ein Feature oder gar nützlich ist.

Dass „Gaming-Features“ wenig Mehrwert besitzen, hat z.B. die Strike 7 von Mad Catz gezeigt
Dass „Gaming-Features“ wenig Mehrwert besitzen, hat z.B. die Strike 7 von Mad Catz gezeigt

Das Fazit jahrelanger Produkttests lautet daher: Nur aufgrund vermeintlicher Vorteile sollten Gaming-Features die Kaufentscheidung keinesfalls dominieren. Ein gutes Tippverhalten, Taster, die dem persönlichen Geschmack entsprechen, eine geringe Schmutzempfindlichkeit und ein sicherer Stand haben mehr praktischen Nutzen und mehr Vorteile als Makros, überbordend bunte Blinkeffekte und Latenzoptimierungen. Kurzum: Eine gute Tastatur ist im Allgemeinen auch gut zum Spielen.

Ergonomische Tastaturen

Für die Hände sind rechteckige Standard-Tastaturen nicht die beste Wahl. Linderung gibt es auf vielfältige Weise: Modelle ohne Nummernblock oder in noch kleineren Formaten erlauben eine ergonomischere Haltung der Extremitäten im Zusammenspiel mit der Maus. Der Wechsel auf das Dvorak-Layout, der mit jeder Tastatur möglich ist, minimiert darüber hinaus die zum Schreiben nötigen Fingerbewegungen massiv durch eine Neubelegung der Tasten. Ein grundsätzliches Problem bleibt hier jedoch bestehen: Die Haltung der Handgelenke wird nicht angetastet.

Viele Tastaturen mit ergonomischen Design teilen das Tastenfeld deshalb in zwei angewinkelte Hälften und besitzen eine große Handballenauflage. Außerdem werden teils flachere Tasten sowie ein in Richtung des Nutzers gewölbtes Tastenfeld eingesetzt, um die Hände und Handgelenke in ihrer natürlichen Haltung zu belassen.

Tastaturen, die die Extremitäten auf diese Weise entlasten wollen, sind im unteren Preisbereich vor allem von Microsoft zu haben. Eine günstige Wahl ist das Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000 für rund 36 Euro. Das kompaktere Microsoft Sculpt Ergonomic Keyboard mit nochmals flacheren Tasten, kabelloser Datenübertragung und separat aufstellbarem Nummernblock kostet hingegen bereits rund 75 Euro.

Ergonomische Tastaturen

Ist mechanische Tastentechnik gefragt, steigen die Preise raketenartig in die Höhe. Tastaturen mit dieser Technik sind zudem noch einmal exotischer, sie nutzen variierte Layouts, die eine Umgewöhnung erforderlich machen. Die einzige in Deutschland erhältliche Tastatur dieser Sparte ist das Matias Ergo Pro Keyboard für rund 250 Euro, das sein Tastenfeld auf zwei Gehäuse verteilt, die separat aufgestellt und angewinkelt werden können.

Nicht (mehr) direkt in Deutschland erhältlich sind das Truly Ergonomic Keyboard 207 (Test), das für rund 300 US-Dollar neben zwei separierten Tastenfeldern die Tastenreihen selbst nicht seitlich, sondern in der Höhe versetzt („Matrix-Layout“). Durch diese Anordnung sollen die Finger weniger unbequem seitlich, sondern zuvorderst vertikal bewegt werden.

Für 325 US-Dollar ist das ErgoDox EZ mit zwei separat aufstellbaren Tastenhälften erhältlich, das als Open-Source-Projekt dank Dokumentation und Anleitung alles Nötige zum in Eigenregie gebaut werden kann. Rund 350 US-Dollar verlangt Kinesis für das Advantage2 mit gewöhnungsbedürftigem Design: Die Tasten liegen hier in zwei runden Mulden. Bei allen Modellen stellt sich eine Entlastung der Hände und Gelenke ein. Zu beachten ist, dass beim Import Versandkosten und Zoll auf die Preise geschlagen werden müssen.

Detaillierte Entscheidungshilfen: mechanisch oder Rubberdome?

Um eine Handreiche bei einer Kaufentscheidung gemäß individuellen Anforderungen zu geben, führt um einen Weg in die Tiefe der Materie nichts herum. Die erste Entscheidung beim Kauf einer Tastatur ist eine grundsätzliche: diejenige nach der Technik. Der folgende Überblick rückt deshalb die populärsten Tastertypen und Techniken zur Generierung von Signalen ins Rampenlicht.

Taster und Technik

Der technische Unterbau teilt den Markt zunächst grob in zwei Klassen: Eingabegeräte mit Gummiglocken-Technik (Rubberdomes) und solche mit aufwendigeren, mechanischen Tastern, die es jeweils mit unterschiedlichen Varianten und Abarten gibt, durch die sich einzelne Hersteller besonders in Szene setzen möchten. Beide Produktklassen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Technik Vorteile Nachteile
Mechanik Langlebigkeit
gleichbleibendes Feedback
Reparaturfreundlichkeit
vielfältig abgestimmte Taster
in der Regel hohes Key-Rollover
Einzeltastenbeleuchtung
hohe Einstandskosten
flache Bauform selten
höhere Lautstärke
Rubberdome günstig
große Vielfalt an Layout-Varianten mit Zusatztasten
geringe Lautstärke
flache und normale Bauformen
in der Regel 2-Key-Rollover
Alterungsprozess des Materials verändert Feedback

Rubberdome-Technik erklärt

Nahezu alle Rubberdome-Tastaturen generieren Signale, indem zwei Leiterfolien an Kontaktpunkten zusammengedrückt werden. Die Tastenkappe drückt hierzu die namensgebende Gummiglocke ein, die den nötigen Druck auf die Leiterfolien erzeugt und sowohl den typisch weichen Anschlag als auch den spürbaren „Klick“ produziert.

Eine Ausnahme sind lediglich sehr teure Tastaturen mit aufwendigeren Tastern von Topre, die etwa in der CM Storm Novatouch (Test) verbaut werden. Dort wird ein Signal kapazitiv ausgelöst. Dieses Verfahren verbindet die Charakteristik und das Tippgefühl von Gummiglocken mit der Präzision typischer mechanischer Schalter.

Auf Gummiglocken basierende Schalter generieren ein taktil-weiches Tippgefühl mit stets spürbarem Druck- und Klickpunkt. Das Feedback kann sich abhängig von Material und Ausführung der Glocken grundsätzlich unterscheiden, die weiche Grundcharakteristik bleibt aber stets erhalten.

Gemein ist allen Variationen zudem eine maximale Eindrücktiefe zwischen 2 und 3,5 bis 4 Millimetern, wobei der maximale Widerstand am Druckpunkt bei rund 55 bis 60 Gramm erreicht wird. Dieser Widerstand fällt anschließend in unterschiedlicher Stärke ab – so entsteht ein erspürbarer Druckpunkt und damit die taktile Charakteristik. Anders als bei mechanischen Tastern muss nahezu der gesamte Tastenhub ausgenutzt werden, um ein sicheres Auslösen durch ausreichenden Druck auf die Leiterfolien zu gewährleisten.

Scissor-Technik

Scissor-Taster werden bei besonders flachen Tastaturen im Notebook-Stil eingesetzt. Sie generieren Signale ebenfalls mit Hilfe von Gummiglocken und Folien. Dabei wird der Taster aber zusätzlich durch einen scherenförmigen Stabilisator unterstützt, der Chassis und die besonders flachen Tastenkappen an vier Stellen über Kreuz verbindet.

Mit dieser Konstruktion gehen weitere Eigenheiten einher: Aufgrund der Bauweise reduziert sich der Hubweg auf etwa 2 mm, zudem sitzen Kappen „strammer“ und haben deutlich weniger Spiel. Sie lassen sich darüber hinaus aufgrund der Stabilisierung unabhängig von der Position des Fingers gleichmäßig auslösen. Das Scherenelement gewährleistet dabei eine gleichmäßige Abnutzung der Schalter, was sich in höherer Lebensdauer niederschlägt. Fremdkörper können die Funktion des Tasters allerdings leichter beeinträchtigen.

Scherenelemente stabilisieren die Tastenkappe und limitieren den Hubweg
Scherenelemente stabilisieren die Tastenkappe und limitieren den Hubweg

Begrenzte Lebensdauer

Die qualitative Lebensdauer gummibasierter Taster ist in der Regel begrenzt. Dabei erweist sich weniger die Fähigkeit zum Generieren von Signalen als vielmehr der Alterungsprozess des Gummis der Glocken als wesentlicher Faktor. Eine Rubberdome-Tastatur kann das Ende ihrer Lebensdauer schon erreichen, bevor die Fähigkeit zum Übertragen von Signalen verloren geht – einfach weil es sich nicht mehr schön schreibt. Wann dieser Punkt erreicht wird, lässt sich nicht pauschal feststellen.

Die Technik ermöglicht es zudem, das Layout einer Tastatur kostengünstig flexibel zu gestalten, was sich unter anderem an den zahlreichen Variationen in diesem Segment zeigt. Aufgrund der geringen Herstellungskosten der Taster verfügen Rubberdome-Tastaturen außerhalb des absoluten Budget-Bereichs oftmals über eine umfangreiche Zusatzausstattung.

Key-Rollover: Fast immer 2

Ausgenommen ist lediglich das Key-Rollover („KRO“), das die Anzahl der mindestens gleichzeitig aktivierbaren Tasten angibt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, liegt der Wert für Rubberdome-Tastaturen mit Leiterfolien-Unterbau bei 2. Lokal können aber in der Regel vier bis sechs oder, sofern ein Hersteller die Signalerfassung optimiert, auch mehr Tasten korrekt zugleich betätigt werden.

Mechanische Taster erklärt

Mechanische Tastaturen sind mittlerweile in nahezu allen Preisbereichen zu Konkurrenten für die lange Zeit dominanten Rubberdome-Produkte geworden. Die wachsende Nachfrage hat zu stetig sinkenden Preisen und parallel zu einer deutlich vergrößerten Auswahl unterschiedlicher Taster geführt. Ein „besser“ gibt es jedoch nicht – letztlich ist die Wahl des Tasters in weiten Teilen eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Schnell zu erkennen: Mechanische Technik verrät sich unterhalb der Tastenkappe
Schnell zu erkennen: Mechanische Technik verrät sich unterhalb der Tastenkappe

Generelle Vorteile der Technik sind allen mechanischen Tastaturen gemein. Das Key-Rollover liegt bei mindestens 6, die Beleuchtung ist weniger blickwinkelempfindlich, heller und bietet in aller Regel mehr Einstellungsmöglichkeiten. Außerdem lässt sich der Signalpunkt mechanischer Taster präziser erspüren und betätigen. Der hohe Preis wird zudem durch die über Jahre hinweg gleichbleibende Charakteristik und die grundsätzlich höhere Anzahl Auslösungen ein Stück weit relativiert.

Cherry MX Red
Cherry MX Black
Cherry MX Brown
Cherry MX Blue
Charakteristik: linear taktil taktil („clicky“)
Hubweg: 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 2,0 mm 2,2 mm
Widerstand am Signalpunkt: 45 g 60 g 45 g 50 g
Lebensdauer (Anschläge): 50 Mio.

Darüber hinaus können Taster einzeln nachgekauft und mit Hilfe eines Lötkolbens ersetzt werden. Das gilt auch für die Tastenkappen; für alle Modelle, die nach Cherry-Vorbild (u. a. Razer, Kailh, TTC und Outemu) eine Kreuzaufnahme besitzen, kann aus einem reichhaltigen Zubehörangebot gewählt werden.

Die zahlreichen Bestandteile eines Cherry-MX-Tasters
Die zahlreichen Bestandteile eines Cherry-MX-Tasters (Bild: Cherry)

Die Funktionsweise im Detail

Stets mindestens ähnlich sind bei mechanischen Tastern außerdem die Funktionsweise und die Montage. Befestigt sind die Modelle auf einem PCB, wobei bei fast jedem Modell eine zusätzliche Stabilisierung mit Hilfe einer Metallplatte erfolgt, die das Tippgefühl positiv beeinflusst. Mechanische Taster unterscheiden sich aber vor allem konstruktiv von Rubberdome-Modellen; sie sind technisch aufwendiger und nutzen weder Gummibauteile noch Leiterfolien.

Signale werden erzeugt, indem mit einem Schlitten zwei Metallkontakte zusammengedrückt werden. Der Widerstand beim Herunterdrücken wird dabei durch eine Feder definiert, die Charakteristik durch den Schlitten und die Position der Kontaktelemente – das lässt Herstellern Spielraum für eigene Abstimmungen. Bei „opto-mechanischen“ Modellen wird ein Signal hingegen durch Unterbrechen oder Freigeben einer Infrarot-Lichtschranke generiert. Der Aufbau der Taster ist allerdings grundsätzlich vergleichbar.

Mechanische Taster sollten auf einem PCB und auf einer Metallplatte befestigt sein
Mechanische Taster sollten auf einem PCB und auf einer Metallplatte befestigt sein

Hubweg und Signalpunkt

Grundsätzlich sind Hubweg und Signalpunkt bei mechanischen Tastern nicht identisch; während der Hub in der Regel bei rund vier Millimetern liegt, wird der Signalpunkt spätestens nach der Hälfte dieser Wegstrecke erreicht. Ein Taster einer mechanischen Tastatur muss also nicht wie bei Leiterfolientastaturen vollständig heruntergedrückt werden, um eine Eingabe zu erzeugen.

In zwei Punkten kann eine solche Tastenmechanik aber kein passendes Modell anbieten: Mit Tastern dieser Machart sind derzeit weder das geringe Geräuschniveau flacher Notebook-Tastaturen noch ihre extrem flache Bauweise zu realisieren. Diesem Niveau haben sich erste Produkte aber mittlerweile stark angenähert.

„Welchen Taster soll ich kaufen?“

Allgemein hat sich herauskristallisiert, dass linear abgestimmte Taster, bei denen der Signalpunkt nicht spürbar markiert wird, sowie Clicky-Modelle, die absichtlich ein zusätzliches Klickgeräusch generieren, weniger breitenkompatibel sind. Die Frage „Welchen Taster soll ich kaufen?“ ist deshalb so zu beantworten: Es empfiehlt sich, beim Umstieg von einem nicht mechanischen Modell einen braun abgestimmten Taster, d. h. die derart eingefärbten Modelle sowie Razers Orange und Logitechs Romer-G, auszuprobieren.

Der nur leicht betonte Druckpunkt sowie das halb bekannte Tippverhalten erleichtern den Umstieg auf die Tastentechnik und kommen dem Geschmack der meisten Anwender ohnehin nahe. Die Abstimmung empfiehlt sich zudem als ein Allrounder, der sich sowohl zum Spielen als auch zum Schreiben eignet. Alternativ sollte ein rotes Modell ausprobiert werden, das leichtgängig ist, aber keinen Druckpunkt besitzt. Speziell auf ein Einsatzgebiet zugeschnittene „Spezialtaster“ gibt es aber nicht – letztlich entscheidet noch immer der eigene Geschmack.

Cherry MX Red, Black, Brown und Blue

Als „Goldstandard“ mechanischer Taster gilt gemeinhin Cherrys MX-Baureihe, die seit den 1980er-Jahren unverändert angeboten wird. Die daraus hervorgehenden Langzeiterfahrungen stellen den Modellen ein positives Zeugnis aus, das Konkurrenten in dieser Form abgeht. Am Markt dominant sind vier Basistypen, die sich anhand der Farbe ihres Stempels unter der Tastenkappe erkennen lassen.

Die vier Modelle unterscheiden sich hinsichtlich wesentlicher Eckdaten. Rote Taster sind leichtgängig, schwarze benötigen mehr Kraft zum Herunterdrücken. Beide Varianten sind linear abgestimmt. Beim Eindrücken lässt sich also nicht erspüren, wann ein Signal übertragen wird – der Widerstand steigt gleichmäßig bis zum Anschlag an.

Das braune Modell ist wiederum leichtgängiger als sein blaues und schwarzes Gegenstück, aber taktil; den Fingern wird mit einem kleinen „Klick“, d. h. einem Druckpunkt, verraten, wenn ein Signal ausgelöst wurde. Ein blauer Stempel wiederum verrät einen stärker akzentuierten, klarer spürbaren Klick, der außerdem von einem deutlich hörbaren Klickgeräusch begleitet wird.

Der Druckpunkt taktiler Taster muss zudem naturgemäß mit mehr Kraft überwunden werden, als die Hubposition, an der ein Signal ausgelöst wird – die Kraftspitze und der danach schnell abfallende Widerstand zum Signalpunkt erzeugen gerade erst das taktile Gefühl.

Cherry MX Silent und MX Speed

Langsam auf dem Markt verfügbar werden außerdem Sondervarianten linearer MX-Taster. MX Silent, die sich ComputerBase im Rahmen des Tests der Corsair Strafe im Detail angeschaut hat, werden in den Versionen Red und Black angeboten. Hierbei handelt es sich um geräuschgedämpfte Varianten der gleichfarbig kodierten Basisversionen, deren Anschlag in beide Richtungen mit Pufferelementen gedämpft wird. Dadurch verkürzt sich der maximale Hubweg; zudem wird das Feedback beim Eindrücken minimal verändert. Beides ist allerdings im Alltag kaum zu erspüren. Deutlicher wahrnehmen lässt sich die erheblich reduzierte Lautstärke.

MX Speed, die an ihrem silbernen Stempel erkannt werden können, variieren die Abstimmung der MX Red stärker. Bei diesem Modell handelt sich auch um einen linear abgestimmten Taster, der ein Signal ebenfalls bei einem Widerstand von nur 45 Gramm generiert. Der Signalpunkt wird jedoch bereits bei nur 1,1 Millimeter Eindrücktiefe erreicht – ein Wimpernschlag für die Finger, der kaum wahrzunehmen ist. Wie der ausführliche Test der MX Speed darlegt, entsteht so ein leichtgängiger Taster, der sich besonders agil anfühlt, aber auch etwas anfälliger für versehentliche Auslösungen aus Unachtsamkeit ist.

Cherry MX Speed Silver
Cherry MX Silent Red
Cherry MX Silent Black
Cherry MX Red
Charakteristik: linear
Hubweg: 3,4 mm 3,7 mm 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 1,2 mm 1,9 mm 2,0 mm
Widerstand am Signalpunkt: 45 g 60 g 45 g
Lebensdauer (Anschläge): 50 Mio.

Kopien von Kailh, Outem, TTC & Co und ihre Qualität

Viele Hersteller haben mittlerweile Cherrys MX-Taster durch günstigere Alternativen anderer Hersteller ersetzt, deren Funktionsweise, Aufbau, Abstimmung und farbliche Kodierung den abgelösten Modellen entsprechen.

Bei diesen Tastern sind oftmals qualitativ kleinere Abstriche hinzunehmen. Beobachten lässt sich beispielsweise, dass die Schlitten im Gehäuse oftmals etwas verkanten, wenn der Taster über den äußersten Rand der Tastenkappe heruntergedrückt wird. Das Phänomen tritt im Alltag nur selten auf, und nur bei Tasten, die Kappen in Übergröße tragen. Darunter fällt etwa die Tabulator-Taste.

Außerdem kann es vorkommen, dass der Widerstand der Taster oder ihr Feedback innerhalb einer Tastatur schwanken, weil die Qualitätssicherung mit größeren Toleranzen arbeitet. Schließlich neigen Nachbau-Taster zum „Pingen“, ihre Federn hallen gerne nach – ein Phänomen, das zwar auszumachen ist, aber nur bei einzelnen Tastaturen wie der Vpro V700 (Test) zu einem wirklichen Störfaktor wird.

Feine Unterschiede zum Orginal

Kailh Red bietet etwas mehr Widerstand als MX Red, was Fehlauslösungen verringert, aber weniger ermüdet als MX Black. Auch bei Tastern mit nominell gleichem Widerstand und laut Kraftdiagramm identischer Abstimmung treten Unterschiede zutage. Trotz unverwechselbarer Ähnlichkeit machen sich im direkten Vergleich zwischen Kailh und Cherry feine Unterschiede bemerkbar – das hat zuletzt etwa die Skiller Pro (Test) in allen Varianten demonstriert.

Bei den braunen Tastern wird so durch verschiedene Hersteller ein ganzes Spektrum an Ausprägungen bereitgestellt. Bei Kailh Brown ist der Widerstand sanfter markiert als bei MX Brown, bei TTC Brown, die ComputerBase zusammen mit dem Roccat Sova unter die Lupe genommen hat, wiederum etwas stärker. Auch Outemu Blue, wie sich beim Test der Vic-Tsing I-500 gezeigt hat, klicken ein wenig härter am Signalpunkt als das Vorbild. Besser oder schlechter? Das ist erneut eine Frage des Geschmacks.

TTC Brown
Kailh Red
Kailh Black
Kailh Blue
Charakteristik: taktil linear taktil („clicky“)
Hubweg: 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 2,0 mm
Widerstand am Signalpunkt: 45 g 50 g 60 g 50 g
Lebensdauer (Anschläge): ? 60 Mio.

Qualität auf dem Vormarsch

Die genannten Merkmale fallen nur im direkten Vergleich mit MX-Modulen auf und gehen im Alltag in der Regel unter. Dennoch lässt sich festhalten, dass das Qualitätsniveau der Cherry-Taster durch ähnliche Alternativen anderer Hersteller nicht ganz gehalten wird. Welche Abstriche bei welchem Taster zu machen sind, ist unmöglich generell auszumachen.

Kailh etwa hat das Qualitätsniveau der Typen Red, Black, Brown und Blue in den vergangenen Jahren merklich in die Höhe geschraubt, wenngleich ohne explizite Kennzeichnung. Ob es verschiedene interne Typen derselben Taster gibt, alte Revisionen abgelöst wurden oder Abnehmern unterschiedlich teure Fertigungsvarianten mit unterschiedlich straffer Qualitätssicherung angeboten werden, ist unklar.

Nicht immer empfehlenswert

Eine Kaufentscheidung kann in Anbetracht dieser Umstände letztlich nur von Tastatur zu Tastatur getroffen werden. Es handelt sich am Ende um „Budget-Technik“, die in Preisbereichen interessant wird, die MX-Taster nicht erreichen oder bei gleichem Endpreis der Kompensation durch übermäßige Ausstattungsmerkmale bedürfe. Sie sind dann akzeptabel, wenn etwa eine (RGB-)Beleuchtung höher gewichtet wird, als die Tippqualität, oder die Abstimmungsvariation besser gefällt.

Kosten echte MX-Taster ausstattungsbereinigt nur wenig mehr als in der anvisierten Tastatur, erscheint aus diesem Grund der Griff zum Original ratsam. Für dreistellige Euro-Beträge sollte hingegen keinesfalls mehr zu Tastern dieser Unternehmen gegriffen werden.

Razer Orange, Green und Yellow

Qualitativ vergleichbar mit Cherry-Tastern sind die Modelle von Razer, die im gehobenen Preissegment angesiedelt sind. Hier macht sich das Bemühen um Design und vor allem Qualitätssicherung mit eigens betriebenen Produktionsstraßen bezahlt. Razer kodiert die eigenen Taster anders als Cherry: Das taktile Modell Orange ähnelt hinsichtlich der Charakteristik den MX Brown, die Clicky-Version Green ist als Alternative zu MX Blue konzipiert worden. Mit gelben Tastern hat Razer zudem einen Konter zu MX Speed im Programm.

Dass sich die Taster ähneln, heißt jedoch nicht, dass Razer die Abstimmung von Cherry übernimmt. Razer Orange und Green lösen früher aus als Cherry-Taster, sie müssen eine kürzere Wegstrecke eingedrückt werden. Außerdem wird der Klick ein wenig stärker betont. Beide Varianten wirken „strammer“ und subjektiv „präziser“ als die MX-Gegenstücke, weil Signal- und Rücksetzpunkt dichter beieinander liegen.

Der Razer Yellow zählt hingegen zu den linear abgestimmten Tastern und dient als ähnlich leichtgängiges Gegenstück zum MX Speed. Der Taster gibt kein spürbares Feedback über eine erfolgreiche Tastenauslösung, für die nur 45 Gramm Kraftaufwand nötig sind. Ein Signal wird hier bereits nach 1,2 von 3,5 Millimetern Hubweg generiert.

Razer Green
Razer Orange
Razer Yellow
Razer Opto-Mechanical
Charakteristik: taktil („clicky“) taktil linear taktil („clicky“)
Hubweg: 4,0 mm 3,5 mm
Position des Signalpunktes: 1,9 mm 1,2 mm 1,5 mm
Widerstand am Signalpunkt: 50 g 45 g
Lebensdauer (Anschläge): 80 Mio. 100 Mio.

Logitech Romer-G

Logitechs Taster greifen nicht auf das Funktionsprinzip von Cherrys MX-Tastentechnik zurück. Das Unternehmen lässt bei Omron eine andere Variante mit doppelten Kontaktflächen fertigen. Romer-G, denen sich ComputerBase im Detail beim Test der G910 Orion Spark gewidmet hat, unterscheiden sich daher deutlich von MX-Tastern und den davon abgeleiteten Modellen.

Zentral für das Konzept ist eine in der Mitte des Tasters platzierte RGB-LED, die eine gleichmäßige Ausleuchtung gewährleistet. Damit einher geht eine andere Aufnahme für Tastenkappen; Zubehörprodukte sind nicht auf dem Markt zu finden. Kappen und Taster selbst werden zudem flacher als typische Modelle ausgefürt. Mit drei Millimeter Hubweg und einem Signalpunkt nach 1,5 Millimetern Wegstrecke nähert sich Logitech flachen Rubberdome-Tastaturen zumindest an.

Die Abstimmung der Tactile-Taster erinnert entfernt an MX Brown. Romer-G geben dabei kein hörbares, aber ein dezent spürbares Feedback am Signalpunkt. Sie kombinieren die Präzision mechanischer Taster mit einem Auslöseverhalten, das gemeinhin bei flachen Rubberdome-Tastaturen erwartet wird – wenngleich die Tastenkappen etwas höher bauen. Alternativ sind die Taster auch mit linearer Abstimmung erhältlich, die den Druckpunkt eliminiert. Beim Tippen bleiben die Romer-G ebenfalls etwa auf dem Niveau normaler Gummitastaturen und zeigen, dass Mechanik nicht laut sein muss.

Logitech Romer-G (taktil)
Logitech Romer-G (linear)
Cherry MX Red
Cherry MX Black
Charakteristik: taktil linear
Hubweg: 3,2 mm 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 1,5 mm 2,0 mm
Widerstand am Signalpunkt: 45 g 60 g
Lebensdauer (Anschläge): 70 Mio. 50 Mio.

Opto-Mechanische Taster

Taster dieser Gattung sind im Prinzip aufgebaut wie klassische mechanische Modelle. Sie generieren Kontakte aber nicht durch Kontaktplättchen, sondern durch das Unterbrechen oder Freigeben einer Infrarot-Lichtschranke. Diese Technik wird von A4 Tech, teils unter Label Bloody, in der Tesoro Gram SE Spectrum und Razers Huntsman Elite eingesetzt.

Theoretisch bietet die Technik einige Vorteile. So entfällt etwa die Entprellzeit. Durch die Nutzung von Infrarot-Sensoren muss nicht gewartet werden, ob ein Signal tatsächlich stabil anliegt, d.h. ausgelöst wurde. Die Einsparung ist allerdings theoretischer Natur und macht sich praktisch nicht bemerkbar; im besten Fall entfallen fünf Millisekunden. Darüber hinaus wird theoretisch das Tippverhalten der Taster modular: Bedingt durch den Aufbau befinden sich im Kunststoff-Gehäuse des Tasters nur noch Bauteile, die das Tippgefühl beeinflussen, sie haben mit der Signalerzeugung aber nichts mehr zu tun. Bei Tesoro lässt dieser „Aufsatz“ daher einfach abziehen und auswechseln. Durch den Aufbau haben Hersteller zudem mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Theoretisch ließen sich damit bauartbedingte Schwächen des MX-Tastertyps umgehen.

Noch keine Ablöse

Praktisch wird diese Flexibilität aber nur vereinzelt genutzt, „Opto-Mechanik“ orientiert sich gegenwärtig dicht am MX-Mustertaster. Dies betrifft Aufbau, aber auch Abstimmung. Flexible, flache und perfekt ausgeleuchtete Taster hat noch kein Hersteller auf Basis dieser Technik realisiert. Geboten wird in leichter Variation nur das, was es anderswo auch gibt – wenngleich mit hübschen Marketing-Schlagworten unterlegt. Im Jahr 2019 präsentiert sie sich daher nicht als Ablöse der bewährten Taster.

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