Kaufberatung SSDs : Aktuelle Empfehlungen mit PCIe (NVMe) und SATA

Die aktuell besten SSDs

Ist der Speicherplatz schon wieder voll oder werkelt noch eine Festplatte (HDD) im System? Dann wird es höchste Zeit für eine (neue) SSD. Schneller und robuster als herkömmliche Festplatten sind sie inzwischen erste Wahl als Speicherplatz für das Betriebssystem und häufig genutzte Anwendungen, bei denen die Ladezeit relevant ist. ComputerBase gibt klare Empfehlungen, die die Kaufentscheidung erleichtern. Zudem erklärt der Artikel auf der zweiten Seite die Unterschiede zwischen SSD und HDD. Außerdem werden die gängigen Formate, Schnittstellen sowie weitere Unterscheidungsmerkmale bei den verschiedenen SSD-Familien erläutert.

Der Preis hat bei SSDs viel Gewicht

Durch die oft geringen Leistungsunterschiede und eine inzwischen auch bei weniger namhaften Herstellern allgemein hohe Qualität gewinnt der Preis als Kaufkriterium an Gewicht. Wem es nicht auf das letzte Quäntchen Leistung ankommt, dem ist bewährte SSD-Technik mit einem günstigen Preis pro Gigabyte zu empfehlen. Enthusiasten und Profis müssen für mehr Leistung teils deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bestleistung findet man jenseits von SATA mit schnellen PCIe-SSDs mit NVMe-Unterstützung.

Empfehlungen der Redaktion

Eine Tabelle fasst die aktuellen Empfehlungen der Redaktion zusammen. Über Links gelangen Leser direkt zum jeweiligen Test sowie zu den aktuellen Preisen im Preisvergleich.

Kaufempfehlungen der Redaktion
Leistungsklasse Empfehlungen Links
Einstiegsklasse (SATA) 1. SanDisk Ultra II Test / Preise
2. Crucial MX300 Test / Preise
3. Toshiba OCZ TR150 Test / Preise
Mittelklasse (SATA) 1. Samsung 850 Evo Test / Preise
High-End (PCIe) 1. Samsung 960 Pro Test / Preise
2. Intel SSD 750 (Server-Workload) Test / Preise
3. Samsung 960 Evo (NVMe-Einsteiger) Test / Preise

Parallel zu den Empfehlungen der Redaktion lohnt sich stets ein Blick in den Sammelthread Kaufberatung und Fragen zu SSDs im ComputerBase-Forum. Dort geben gut informierte Mitglieder der Community Hilfestellung, wenn es um Fragen rund um den Kauf eines neuen Solid State Drives geht.

Abschließend folgen die Leistungsratings aller im Rahmen des aktuellen Testparcours von ComputerBase getesteten SSDs. Dabei ist zu beachten, dass die orange hervorgehobenen SSDs im M.2-Format und/oder mit PCIe-Schnittstelle auf einem anderen Mainboard getestet wurden und die Vergleichbarkeit nicht zu 100 Prozent gegeben ist. Ohnehin lassen sich mit dem Ranking etwaige Schwächen einzelner Kandidaten nicht abbilden, weshalb ein genauer Blick in den jeweiligen Test in jedem Fall zu empfehlen ist.

Alle Tests von SSDs finden sich im Testarchiv von ComputerBase. Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert und ist jederzeit über die Themenseite SSDs erreichbar.

Einstiegsklasse (SATA)

Auch wenn die Preise aktuell aufgrund der Speicherknappheit steigen, sind günstige SSDs vereinzelt für unter 25 Cent pro Gigabyte zu haben. Zwar sind sie damit immer noch deutlich teurer als HDDs, doch lässt die spürbare Mehrleistung dies schnell vergessen. Keine PC-Technik hat in den vergangenen Jahren einen derartig fühlbaren Leistungssprung im Alltag hervorgerufen, wie der Wechsel von HDD auf SSD.

Für HDD-Wechsler respektive SSD-Einsteiger und preisbewusste Käufer, die nicht auf das letzte Quäntchen Leistung schauen und auf Ausstattung verzichten können, bieten sich günstige SSDs mit SATA-Schnittstelle an.

SanDisk Ultra II: Immer noch ein gutes Angebot

Im reichhaltigen Angebot ist die SanDisk Ultra II noch immer ein guter Preis-Leistungs-Tipp. Die 960-GB-Version hatte im Januar aufgrund einer ordentlichen Leistung ohne gravierende Schwächen zum überaus günstigen Preis die ComputerBase-Empfehlung erhalten. Mit Marvell-Controller und TLC-NAND-Flash von Toshiba bestückt, ist die SATA-SSD im 2,5-Zoll-Gehäuse mit Kapazitäten von 120 bis 960 GByte erhältlich.

SanDisk Ultra II 960 GB
SanDisk Ultra II 960 GB

Crucial MX300: Erst nach Firmware-Update ein Preistipp

Nach anfänglichen Problemen bei der Leistungsbeständigkeit, ist die Crucial MX300 mit der neuen Firmware M0CR040 ebenfalls einen Blick wert. Die Leistung bewegt sich zwar noch immer am unteren Ende der SSD-Skala, doch dank der niedrigen Zugriffszeiten wird jede HDD um Längen geschlagen. Das Manko bei der Leistung macht die MX300 durch Ausstattung wett: So bietet sie diverse Verschlüsselungsformate und eine hohe Energieeffizienz dank 3D-NAND. Als 2,5-Zoll-Modell ist die Serie mit bis zu 2 TByte Speicherplatz erhältlich, das kompakte M.2-Format gibt es mit bis zu 1 TByte.

Crucial MX300 750 GB Limited Edition
Crucial MX300 750 GB Limited Edition

Jenseits vom Tellerrand: Toshiba OCZ TR150

Nicht von der Redaktion getestet, aber in externen Berichten als ordentlich befunden, ist die Toshiba OCZ TR150 eine weitere Alternative. Vormals hieß sie noch Trion 150 und trat mit verbesserter Schreibleistung die Nachfolge der Trion 100 an. Einen Pluspunkt sammelt der Hersteller durch die vorbildliche Garantieabwicklung: Im Falle eines Defekts wird vorab Ersatz geleistet. Die TR150 ist als 2,5-Zoll-Version mit 120 bis 960 GByte erhältlich.

OCZ Trion 150
OCZ Trion 150 (Bild: OCZ)

Mittelklassse (SATA)

Samsung 850 Evo: Trotz Preisanstieg das beste Gesamtpaket

Die beste Kombination aus Leistung, Ausstattung und Preis liefert nach wie vor die Samsung 850 Evo, die mittlerweile in zweiter Revision mit neuem Speicher noch mehr Energie spart. Einst kaum teurer als die Einstiegsklasse, wird inzwischen ein deutlicher Aufpreis fällig. Diesen kann Samsung allerdings auch verlangen, denn in vielen Disziplinen macht die 850 Evo teuren Pro-Modellen Konkurrenz und gehört zur Leistungsreferenz der SATA-SSDs.

Samsung 850 Evo V2 mit 256-Gbit-3D-NAND
Samsung 850 Evo V2 mit 256-Gbit-3D-NAND

Die gleichen Verschlüsselungsstandards wie bei der MX300, gepaart mit einer längeren Garantiezeit von fünf statt drei Jahren, machen das Gesamtpaket rund und uneingeschränkt empfehlenswert. Die hohe Beliebtheit im Handel unterstützt diese Einschätzung, ebenbürtige Alternativen gibt es nicht. Auch bei der Modellvielfalt ist die 850 Evo ganz vorn: 120 GByte bis 4 TByte im 2,5-Zoll-Gehäuse sowie bis zu 1 TByte als M.2- oder mSATA-Version werden geboten.

Oberklasse (PCI Express)

Mittlerweile haben SSDs der SATA-Oberklasse (oft die „Pro“-Modelle) an Bedeutung verloren, denn deutlich schnellere PCIe-Modelle sind schon zum ähnlichen Preis zu haben und daher die bessere Alternative. Aus diesem Grund empfiehlt ComputerBase in diesem Bereich nur noch SSDs der PCIe-Klasse mit NVMe.

Diagramm: Die SanDisk Extreme Pro ist unter Dauerlast die schnellste SATA-SSDs, kann mit den neuen PCIe-Modellen aber nicht mehr mithalten.

Gegenüber SATA-SSDs liefern PCIe-SSDs dank der schnelleren Schnittstelle höhere sequenzielle Transferraten, die beim Lesen durchaus das Vier- bis Siebenfache und beim Schreiben das Zwei- bis Vierfache betragen. Natürlich müssen Ziel- und Quell-Datenträger mit der Leistung mithalten, um diese auch abrufen zu können.

Doch auch beim wahlfreien Datenzugriff sind PCIe-SSDs der neuen Generation mit NVMe-Protokoll durch nochmals niedrigere Zugriffszeiten schneller als SATA-SSDs mit AHCI-Protokoll. Diese Mehrleistung macht sich jedoch nicht immer im Alltag bemerkbar, erst wenn die SSD von der Software auch wirklich gefordert wird, entsteht ein deutlicher Vorteil. Somit sind NVMe-SSDs vor allem für (semi)professionelle Nutzer sowie Enthusiasten interessant.

Samsung 960 Evo für NVMe-Einsteiger

Die günstigste NVMe-SSD ist Intels 600p, die für weniger als 35 Cent pro Gigabyte zu haben ist. Diese ist allerdings auch die langsamste NVMe-SSD und bietet nur einen marginalen Leistungsgewinn gegenüber SATA-Modellen.

Schon deutlich mehr Leistung bietet die etwas teurere Samsung PM961, die allerdings eigentlich ein OEM-Modell ist, was bedeutet, dass der Endkunde weder Garantie noch Support vom Hersteller bekommt. Eine Kaufempfehlung ist daher unangebracht und nur für risikofreudige Kunden zu geben.

Samsung 960 Evo im Test
Samsung 960 Evo im Test

Stattdessen empfiehlt die Redaktion die neue Samsung 960 Evo, die für unter 50 Cent/GByte eine Leistung erreicht, die fast mit den schnellsten Consumer-SSDs mithalten kann. Die Garantiezeit beträgt nur drei Jahre, dafür wird Verschlüsselung geboten. Die einzige Schwäche ist die Schreibleistung: Je nach Modell können nur bis zu 13 bis 41 GByte Daten am Stück sehr schnell geschrieben werden, da diese in den Schreibpuffer (SLC-Cache) passen. Danach fällt die Schreibrate deutlich zurück und beträgt nur noch 300 MB/s beim 250-GB-Modell. Die getestete 500-GB-Version schafft dann mit 600 MB/s immer noch mehr als alle SATA-SSDs, bei der 1-TB-Version bedeuten 1.200 MB/s kaum einen Geschwindigkeitsverlust.

Alternativen zur 960 Evo stellen die Plextor M8Pe und die Toshiba OCZ RD400 dar. Beide sind insgesamt langsamer, liefern aber eine konstant hohe Schreibrate dank MLC-Flash und bieten eine zwei Jahre längere Garantie. Nach aktuellem Preisstand ist die OCZ RD400 dabei der Plextor M8Pe vorzuziehen.

Samsung 960 Pro: Höchstleistung ohne Kompromisse

Enthusiasten und professionelle Anwender erhalten mit der Samsung 960 Pro die derzeit schnellste Consumer-SSD, die sogar das Testsystem der Redaktion in die Knie zwang. Für volle Leistung ist eine aktuelle Plattform somit Pflicht. Bis zu 3.500 MB/s beim Lesen und 2.100 MB/s beim Schreiben sind in der Spitze möglich. Die Schreibrate ist dank MLC-3D-NAND konstant hoch. In Nahezu jedem Testabschnitt sorgte die 960 Pro für neue Bestwerte im Testfeld und bei den IOPS wurden sogar die Herstellerangaben übertroffen. Mit effizientem Polariscontroller und Wärmeableitung über einen kupfernen Aufkleber ist die 960 Pro, wie auch die 960 Evo, auch bei Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung der Konkurrenz voraus.

Samsung 960 Pro 2 TB
Samsung 960 Pro 2 TB

Eine echte Alternative gibt es im absoluten High-End-Sektor für Verbraucher nicht. Nur wer auf echte Server-Hardware inklusive vollwertiger Power-loss Protection gegen Datenverlust bei Stromausfall Wert legt, sollte stattdessen zur Intel SSD 750 greifen, die wiederum ihre Leistung bei normalen Client-Workloads oft nicht abrufen kann und sich erst in Server-nahen Szenarien mit vielen parallelen Zugriffen wohlfühlt.

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