Kaufberatung SSDs : Empfehlungen für Einsteiger bis zum Enthusiasten

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Kaufberatung SSDs: Empfehlungen für Einsteiger bis zum Enthusiasten

Die Wahl des Solid State Drive (SSD) für den PC ist für die Leistung des Computers von enormer Bedeutung. Schneller und robuster als herkömmliche Festplatten sind sie inzwischen erste Wahl als Speicherplatz für das Betriebssystem und häufig genutzte Anwendungen, bei denen die Ladezeit relevant ist. ComputerBase gibt klare Empfehlungen, die die Kaufentscheidung erleichtern. Zudem erklärt der Artikel auf der zweiten Seite die Unterschiede zwischen SSD und HDD. Außerdem werden die gängigen Formate, Schnittstellen sowie weitere Unterscheidungsmerkmale bei den verschiedenen SSD-Familien erläutert.

Der Preis hat bei SSDs viel Gewicht

Durch die oft geringen Leistungsunterschiede und eine inzwischen auch bei weniger namhaften Herstellern allgemein hohe Qualität gewinnt der Preis als Kaufkriterium an Gewicht. Wem es nicht auf das letzte Quäntchen Leistung ankommt, dem ist bewährte SSD-Technik mit einem günstigen Preis pro Gigabyte zu empfehlen. Enthusiasten und Profis müssen für mehr Leistung teils deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bestleistung findet man jenseits von SATA mit schnellen PCIe-SSDs mit NVMe-Unterstützung.

Einstieg und Mittelklasse

Wer nach einer günstigen SSD für alltägliche Aufgaben sucht findet in der Samsung 850 Evo das beste Gesamtpaket. Dank SLC-Cache bietet die Serie auch in kleineren Kapazitäten hohe Schreibraten, sofern die Daten in den mindestens 3 GB großen Zwischenspeicher passen. Die Nachteile des TLC-NAND-Flash werden durch die dreidimensionale Struktur (3D-NAND) ausgeglichen, sodass auch in puncto Haltbarkeit keine Bedenken aufkommen. Gepaart mit Zusatzfunktionen wie Datenverschlüsselung oder dem Stromsparmodus DevSleep und einer im Einstiegssegment überdurchschnittlich langen Garantiezeit von fünf Jahren gibt es auf diesem Preisniveau aktuell keine Konkurrenz.

Samsung SSD 850 Evo
Samsung SSD 850 Evo
SanDisk Ultra II 960 GB
SanDisk Ultra II 960 GB

Wer auf Verschlüsselung verzichten kann und mit drei Jahren Garantie und einer etwas niedrigeren Leistung auskommt, findet mit der SanDisk Ultra II ein aktuell preislich attraktives Angebot. Insbesondere bei dem Modell mit 960 GByte lässt sich gegenüber der 850 Evo mit 1 TByte viel Geld sparen.

Weitere Alternativen bilden günstige SSDs mit effizientem SM2246EN-Controller und MLC-NAND-Flash. Dort bieten sich Adata SP610, Crucial BX100, Plextor M6V oder Transcend SSD370S an – diesen ist die SanDisk Ultra II jedoch preislich teils weit voraus und daher die aktuelle Empfehlung für Sparfüchse.

Oberklasse und Pro

Die sogenannten Pro-Modelle sind auf eine hohe Dauerleistung ausgelegt, was zum Beispiel bei der professionellen Videobearbeitung wichtig sein kann. Für Normalanwender lohnt sich der Aufpreis kaum, sind die Unterschiede im Alltag doch nicht spürbar. Die gegenüber Einsteigermodellen bessere Dauerleistung wird oft mit einer längeren Garantie und mehr garantiertem Schreibvolumen (Total Bytes Written) gepaart, was sich in einem höheren Preis niederschlägt.

Die OCZ Vector 180
Die OCZ Vector 180
Im Test: die Modelle mit 128 und 1.024 GB
Im Test: die Modelle mit 128 und 1.024 GB

OCZ Vector 180 und Samsung 850 Pro lieferten sich in den ComputerBase-Tests einen engen Wettkampf. Insgesamt konnte die 850 Pro knapp als Sieger vorgehen, auch wenn das jüngste 2-TB-Modell eher enttäuschte. Die 850 Pro bietet mit 10 Jahren auch eine doppelt so lange Garantie wie die Vector 180. Dennoch ist das OCZ-Modell die aktuelle Empfehlung der Redaktion, denn mit Preisen, die derzeit fast auf dem Niveau der Einstiegsklasse liegen, ist die Vector 180 erheblich günstiger als die 850 Pro.

High-End mit PCI Express

Die höchste SSD-Leistung liefern erst schnelle PCIe-SSDs, die nicht durch die SATA-Schnittstelle ausgebremst werden. Der Griff zu einem Modell mit PCIe Express 3.0 x4 wird mit Transferraten jenseits von 2.000 MB/s lesend und 1.000 MB/s schreibend belohnt. Das NVMe-Protokoll sorgt für niedrigere Zugrifsszeiten.

Samsungs SM951 im M.2-Format liefert eine hohe Leistung zu vergleichsweise moderaten Preisen, hat aber als OEM-Modell den Nachteil, keine Garantie oder Support vom Hersteller zu bekommen. Die Samsung 950 Pro ist das Pendant für Endkunden und mit fünf Jahren Herstellergarantie die Empfehlung. Für dauerhaft hohe Transferraten wird allerdings eine gute Kühlung benötigt.

Samsung 950 Pro 256 GB
Samsung 950 Pro 256 GB
Stützkondensatoren als echte Powerloss Protection bei der SSD 750
Stützkondensatoren als echte Powerloss Protection bei der SSD 750

Intels SSD 750 liefert bei herkömmlichen Anwendungen eine ähnliche Leistung wie die 950 Pro, zieht aber bei hoher Befehlslast davon. Dies liegt an ihren Wurzeln aus dem Server-Bereich mit einem 18-Kanal-Controller. Der 950 Pro hat die SSD 750 zudem einen großen Kühlkörper und einen Schutz der Daten im Cache bei Stromausfall voraus. Die Enterprise-Ausstattung hat aber ihren Preis, der bei rund einem Euro pro Gigabyte liegt.

Empfehlungen der Redaktion

Eine Tabelle fasst die zuvor beschriebenen SSD-Empfehlungen übersichtlich zusammen. Über Links gelangen Leser direkt zum jeweiligen Test sowie zu den aktuellen Preisen im Preisvergleich.

Kaufempfehlungen der Redaktion
Leistungsklasse Empfehlungen Links
Einstieg/Mittelklasse (SATA) 1. Samsung 850 Evo Test / Preise
2. SanDisk Ultra II Test / Preise
Oberklasse (SATA) 1. OCZ Vector 180 Test / Preise
2. Samsung 850 Pro Test / Preise
High-End (PCIe) 1. Samsung 950 Pro Test / Preise
2. Intel SSD 750 Test / Preise

Parallel zu den Empfehlungen der Redaktion lohnt sich stets ein Blick in den Sammelthread Kaufberatung und Fragen zu SSDs im ComputerBase-Forum. Dort geben gut informierte Mitglieder der Community Hilfestellung, wenn es um Fragen rund um den Kauf eines neuen Solid State Drives geht.

Abschließend folgen die Leistungsratings aller im Rahmen des aktuellen Testparcours von ComputerBase getesteten SSDs. Dabei ist zu beachten, dass die orange hervorgehobenen SSDs im M.2-Format und/oder mit PCIe-Schnittstelle auf einem anderen Mainboard getestet wurden und die Vergleichbarkeit nicht zu 100 Prozent gegeben ist. Ohnehin lassen sich mit dem Ranking etwaige Schwächen einzelner Kandidaten nicht abbilden, weshalb ein genauer Blick in den jeweiligen Test in jedem Fall zu empfehlen ist.

Alle Tests von SSDs finden sich im Testarchiv von ComputerBase. Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert und ist jederzeit über die Themenseite SSDs erreichbar.

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