2/4 Koolance PC2-601BW im Test : Gehäuse mit Wasserkühlung inklusive

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Ausstattung I

Kommen wir zu den Besonderheiten des Gehäuses. Die Basis bildet das bereits seit über einem Jahr erhältliche CS-601 von Chieftec, das allerdings von Koolance nicht unerheblich verändert wurde. So findet sich am Boden unterhalb der Laufwerkskäfige der Vorratsbehälter für das Kühlwasser wieder, in dem auch die zwei Wasserpumpen integriert sind. Der Standort hat den Vorteil, dass durch das vorne unten im Gehäuse vorhandene Blowhole die ins Gehäuse kommende kühle Außenluft gleich den Behälter, sprich die Kühlflüssigkeit, kühlt. Nachteil ist allerdings, dass der Behälter so nahe am Blowhole angebracht ist, dass kein 80 mm Lüfter mehr eingebaut werden kann, der für einen stärkeren Luftdurchsatz im Gehäuse sorgen würde. Auch beim Festplattenkäfig hat Koolance auf die Clip-In Halterung für den 80mm Lüfter verzichtet, was aber auch die Lautstärke des Systems positiv beeinflußt. Zurück zum Vorratsbehälter: Dieser wird von unten durch den Gehäuseboden befüllt, dazu wurde extra eine Öffnung integriert, die per Schraube und Gummidichtung verschlossen wird.

Folgen wir jetzt dem Wasserverlauf durch das Gehäuse. Die eine Pumpe befördert das Wasser nach oben zum Radiator, der den obersten 5,25" Laufwerksschacht blockiert. Die restlichen drei Schächte stehen allerdings weiter uneingeschränkt zur Verfügung, so dass hier nur Benutzer mit mehr als Brenner und CD/DVD-Laufwerk in Probleme geraten können. Der Radiator ist dabei von unten durch einen Luftleitkanal aus durchsichtigem Kunststoff vor dem Berühren geschützt. So werden zum Einen auch die empfindlichen Lammellen des Radiators vor Beschädigung geschützt und zum Anderen wird die Luft gezielt durch den Radiator geleitet. Der Radiator ist dabei aktiv durch drei 80mm Lüfter gekühlt, die durch den modifizierten Deckel die Luft bewegen. Ebenfalls integriert im Deckel ist die LC-Anzeige der aktuellen Kühlkörpertemperatur, die durch den am selbigen zu befestigenden Temperaturfühler gemessen wird. Außerdem kann von außen die Anzeige zwischen °Celsius und Fahrenheit umgeschaltet werden, da das Gehäuse nicht nur im europäischen Raum vertrieben wird. Eine weitere Steuerungsmöglichkeit ergibt sich durch die zweite Taste, mit der die Drehzahl der drei Lüfter verändert werden kann. Zur Verfügung stehen hier drei Geschwindigkeiten: Silent, Normal und Accelerated. Der letze Modus wird optisch durch eine gelbe LED signalisiert, allerdings ist die Lautstärke dann doch sehr deutlich wahrnehmbar und macht ausgewachsenen Servern Konkurrenz.

Lüfter- und Pumpensteuerung
Lüfter- und Pumpensteuerung
Radiator
Radiator
Luftführung
Luftführung

Im Inneren befindet sich hinten oben über dem Netzteil noch die Steuerung für die Lüfter, die Temperaturmessung und die Wasserpumpen. Diese wird über einen herkömmlichen 4-poligen Stecker für 5,25" Laufwerke des Netzteils mit Spannung versorgt, allerdings ist das Anschließen aufgrund der Position im Gehäuse nicht ganz einfach. Schade ist hier aber, das kein Y-Kabel im Lieferumfang zu finden ist, da in unserem Testsystem Brenner und DVD-Laufwerk nur mit einem solchen zusätzlichem Kabel mit Strom versorgt werden konnten. Ein positives Feature ist die Möglichkeit, an die Steuerung - außer den drei im Deckel integrierten Lüftern - noch einen vierten Lüfter anschließen zu können. Damit kann man einen zusätzlichen Gehäuselüfter ebenfalls von außen zusammen mit den Radiator-Lüftern in der Geschwindigkeit regeln.

Aus dem Radiator führt jetzt der Weg des frisch gekühlten Wassers direkt zum CPU-Kühlkörper. Dieser ist auf der Unterseite mit einer Schutzfolie versehen, die vor Beschädigungen der polierten Oberfläche schützen soll. In die integrierte Aussparung passt genau der bereits angesprochene Temperaturfühler zum Messen der Temperatur. Im Praxistest wich allerdings trotz der Verwendung von Wärmeleitpaste die angezeigte Temperatur deutlich von der per integrierter Diode im Prozessor gemessenen Temperatur ab, die Differenz betrug etwa 12°C. Die Oberseite des Aluminium-Kühlers ist mit vielen pyramidenförmigen Erhöhungen versehen, die die Oberfläche vergrößern und so mehr Kontakt zur Kühlflüssigkeit haben und für eine bessere Wärmeabgabe sorgen. Abgedeckt ist das Ganze mit einem Kunststoffdeckel, der auch die Schlauchanschlüsse beherbergt. Die Schläuche sollten dabei als erstes an den Kühler montiert werden, da dies doch nicht ohne einen erhöhten Kraftaufwand möglich ist. Die Schläuche haben nämlich einen etwas kleineren (Innen-) Durchmesser als der (Außen-) Durchmesser der Anschlüße. Die Bedienungsanleitung gibt hier den Tip, die Schläuche z.B. mit einem Kugelschreiber vorsichtig etwas zu weiten, so dass sie besser auf die Anschlüße passen. Als weiterer Praxistip eignet sich auch das Befeuchten der Innenseite des Schlauches und der Außenseite der Anschlüsse, so lassen sich die Schläuche recht einfach bis zum Anschlag auf die Anschlüsse schieben. Nun muß man noch die Schläuche mit den beiliegenden Klemmen fixieren und abdichten. Die Klemmen konnten uns aber nicht begeistern. Es handelt sich nicht um Schraubklemmen, sondern diese müssen per Seitenschneider mit kontrolliertem Krafteinsatz zusammengequetscht werden. Dabei besteht zum Einen die Gefahr der Undichtigkeit, zum Anderen bei zu hohem Kraftaufwand die Gefahr des Reissens oder gar Abbrechens der Kunststoff-Anschlüsse der Schläuche.

Kühlkörper
Kühlkörper
Kühlkörper, Unterseite
Kühlkörper, Unterseite
Kühlkörper
Kühlkörper
Spezialzubehör
Spezialzubehör
Auflagefläche
Auflagefläche
Temperaturfühler, montiert
Temperaturfühler, montiert

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