5/9 Microsoft Encarta 2005 gegen Wikipedia : Wissen ist Macht

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Wikipedia (Internet)

Kommen wir nun also (lässt man die Online-Kosten einmal außen vor) zum kostenlosen Mitspieler in diesem Wettstreit: Wikipedia. Wie bereits eingangs erwähnt, gilt hier ganz und gar „nomen est omen“ - sieht man sich den Slogan „die freie Enzyklopädie“ an.

Logo: Wikipedia
Logo: Wikipedia

Zunächst ein paar Takte zum so genannten Wiki-Prinzip: Webseiten, die auf diesem Prinzip aufbauen, stellen ihren Lesern die Inhalte nicht nur frei zur Verfügung, sondern ermöglichen jedem Besucher darüber hinaus, diese Inhalte nahezu uneingeschränkt zu editieren. Selbstverständlich können auch neue Artikel aller Arten und Formen hinzugefügt werden. Man könnte das Ganze auch „Open-Content“ nennen.

Wikipedia setzt auf die MediaWiki-Software und ist in über 100 Sprachen verfügbar. Während die englischsprachige Fassung von Wikipedia bereits im Januar 2001 startete, wurde die deutsche im Mai des selben Jahres ins Leben gerufen und fasst derzeit über 173.000 Artikel (Stand: 05.12.2004).

Auf der Hauptseite von Wikipedia findet sich zunächst eine Übersicht. Hier wird etwa auf Artikel über die Wikipedia bzw. das Wiki-Prinzip sowie zu entsprechenden Hilfestellungen zur Wiki-Syntax innerhalb von Artikeln verwiesen. Auch finden sich Artikel mit Bezug zu aktuellen Ereignissen. Da es aus leistungstechnischen Gründen keinen Index über alle 173.000 Artikel gibt, ist das Suchfeld am linken Rand, wie bei Encarta auch, im Grunde der essentiellste Bestandteil. Hier kann entweder nach einem Artikel mit dem exakten Wortlaut gesucht werden („Artikel“-Button), oder man sucht einfach innerhalb allen Artikeln, die den eingegebenen Begriff beinhalten - dies erledigt der „Suche“-Button:

Wikipedia: Hauptseite
Wikipedia: Hauptseite

Am oberen Bildschirmrand findet sich eine Kontrollleiste für den eigenen Account bei Wikipedia. Ein solcher Zugang ist völlig optional, da Änderung auch anonym getätigt werden können. An Stelle des eigenen Namens wird dann die IP-Adresse angezeigt. Nichtsdestotrotz sollte ein eigener Account in Betracht gezogen werden - gerade wenn man häufiger zum Projekt beiträgt. Nicht nur kann man sich so einen Namen machen, sondern bietet anderen Benutzern simultan auch eine Diskussionsseite über einen selbst. Die Anmeldung ist natürlich ebenfalls kostenlos.

Wikipedia: Artikelansicht
Wikipedia: Artikelansicht

Sicher besteht bei Wikipedia anfangs der Gedankengang, dass bei einem solchen Funktionsprinzip aber doch die Gefahr bestünde, dass Inhalte mutwillig gelöscht werden. Rein technisch ist dies auch möglich, doch werden solche Schäden in der Praxis wirksam durch eine Technik verhindert, die restlos jede Änderung am Inhalt protokolliert, sodass auch ein eventuell geschehenes Löschen mittels einiger Mausklicks von gutmütigeren Benutzern rückgängig gemacht werden kann. Fakt ist jedenfalls: Das Wiki-Prinzip funktioniert unter realen Bedingungen ebenso gut wie in der Theorie:

Wikipedia: Versionsvergleiche
Wikipedia: Versionsvergleiche

Was kann die Wikipedia in Sachen Multimedia bieten, wo Encarta in diesem Bereich bereits einige Dinge hat zeigen können? Nun, angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Webseite handelt, ist das Ganze hier bereits in gewisser Weise eingeschränkt. Nichtsdestotrotz finden sich in vielen Artikel am Rand passende Bilder zur Thematik, die den Text unterstützen. Eine Bemerkung wert ist ebenfalls der konsequente Einsatz von LaTeX. Mittels LaTeX lassen sich unter anderem etwa mathematische Formeln adäquat im PNG-Format darstellen und sorgt so für ein gutes Stück mehr Übersichtlichkeit innerhalb entsprechend wissenschaftlicherer Artikelinhalte.

Sie befinden sich zwar noch in der Anfangsphase, finden aber immer mehr Anklang: Gesprochene Artikel („Gesprochene Wikipedia“) im Rahmen der Wikipedia. Bislang gibt es hier zwar nur eine Hand voll aktive Teilnehmer, doch wächst die Zahl stetig. Als Audioformat wählte man hier das freie Ogg Vorbis.

Auch wenn die Liste an gesprochenen Artikeln noch auf ein oder zwei Blicke überschaubar ist, so ist die Idee sicherlich der Schritt in die richtige Richtung, Wikipedia noch multimedialer und auch für sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen.

Übrigens: Die Lexikonverweise, wie sie etwa auch auf dieser Artikelseite vorkommen, führen zwar zu einer eigenen Sektion von ComputerBase - dessen Inhalte stammen jedoch aus der Wikipedia. Dies ist möglich, da die Inhalte der Wikipedia unter die GNU Freie Dokumentationslizenz gestellt wurden, was bedeutet, dass sie unter Beachtung bestimmter Regeln auch auf Seiten außerhalb der Wikipedia verwendet werden können und dürfen.

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