3/4 Mionix Saiph 1800/3200 im Test : Zwei neue Spielermäuse aus Schweden

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Mionix Saiph 3200

Technische Eckpunkte

  • Mionix Saiph 3200
  • Abmessungen ca.: 127 x 81 x 43 mm (L x B x H)
  • Gewicht: 142 bis 169 Gramm
  • Gewichtespeicher mit 9 mal 3-Gramm-Massen
  • 2 Haupttasten, 1 Navigationswippe, 2 DPI-Tasten, 2-Wege-Mausrad
  • Maximale Liftdistanz: 1,8 mm vom Mauspad
  • Interner 16-KB-Profilspeicher
  • 3 Teflon-Gleitfüße
  • Kabellänge: 190 cm
  • 3200-DPI-Lasersensor
  • Abtastrate: 400 bis 3200 DPI
  • 7-fach DPI-Switch
  • 40 kHz Wiederholrate, 20 G Beschleunigung
  • Plug-&Play-fähig
  • Herstellerhomepage
  • Vertrieb und Preis: Caseking (44,90 Euro)

Maus im Detail

Auch im deutlichen größeren Karton der knapp 45 Euro teuren Saiph 3200 sucht der Käufer ergänzende Lieferbeigaben vergebens. Stattdessen ist auch hier nur die Spielermaus aus der sicheren Verpackung zu schälen und die nützliche Softwarebegleitung von der Mionix-Homepage zu beziehen.

190 cm Kabel für die Saiph 3200
190 cm Kabel für die Saiph 3200
Mittiges Mausrad mit deutlichen Schwächen
Mittiges Mausrad mit deutlichen Schwächen
Mit Wippe als Navigation
Mit Wippe als Navigation

Auch aus ergonomischer Sicht unterscheiden sich beide Mionix-Modelle kaum. Die Saiph 3200 ist allerdings etwas voluminöser und bulliger als ihre kleine Schwester und eignet sich damit vornehmlich für große und mittelgroße Hände. Die gelungene Rechtshänderpassform mit ihren im Abschnitt der Saiph 1800 beschriebenen Charakteristika macht ab dem ersten Handauflegen Spaß, sofern die persönlichen Präferenzen auf eine angepasste Mausform abzielen. Eine Eingewöhnungsphase ist dabei kaum von Nöten. Natürlich ist die recht schwere Saiph 3200 ein Nager, der mit der ganzen Hand geführt werden will – fingerbasierendes Führen ist aufgrund der Größe und des Gewichts nur bedingt möglich. Apropos Gewicht: Ausgehend von der 142 Gramm schweren Grundlage kann der Anwender je nach Geschmack noch mit Hilfe von neun Zusatzgewichten à drei Gramm aufstocken und damit das Handling leicht verbessern. In der Praxis werden es die meisten Anwender wohl zu Gunsten maximaler Agilität beim Minimalgewicht belassen.

Rückenlogo mit grüner Beleuchtung
Rückenlogo mit grüner Beleuchtung
Bullige Anmutung
Bullige Anmutung
Zusatzgewichte für die 142-Gramm-Maus
Zusatzgewichte für die 142-Gramm-Maus

Das Tastenangebot der Saiph 3200 entspricht zunächst dem der Saiph 1800. Allerdings hat Mionix einige Änderungen an den Umsetzungen vorgenommen, die sich nicht unbedingt als Verbesserungen entpuppen. Unangetastet davon überzeugen zuerst die beiden gut definierten Haupttasten mit ihrer soliden Drucktechnik und dem angenehm vollen Bediengeräusch. Die Navigationstasten über der Ruheposition des Daumens wurden als Wippe realisiert. Damit kann der Daumen, der idealerweise mittig auf der Wippe sitzt, die entsprechende Auslösung durch geschickte Wellenbewegung erwirken. Der Druckwiderstand ist sehr niedrig und das Klickgeräusch etwas grell. Ob an der Navigationsposition zwei unabhängige Tasten oder eine zusammenhängende Wippe besser sind, fällt unter die Kategorie „Geschmackssache“. Einen in mehrerlei Hinsicht faden Beigeschmack hinterlässt das etwa 25 mm durchmessende Gummiscrollrad. Es sitzt in einer deutlich wackligeren Mechanik als das der Saiph 1800, weist deutliches Seitenspiel und einen schwammigen Druckpunkt auf. Das Scrollraster wirkt etwas ruppig, schwergängig und zu grob abgestimmt und der kratzig-brummige Betätigungston erweckt keine sonderlichen Wertigkeitsgefühle. Warum Mionix bei der großen Schwester beim Mausrad nicht die Qualität des 1800er Pendants umsetzen konnte, ist fraglich. Auch bei den DPI-Umschaltern hat man offenbar Veränderungsdrang gespürt, sodass bei der Saiph 3200 zwei wohlgängige Tasten mit rundlicher statt flacher Form hinter dem Mausrad zum Zwecke der Abtastratenjustierung platziert wurden.

Unterseite mit Gewichtemagazin
Unterseite mit Gewichtemagazin
Liegt gut in mittelgroßen Händen
Liegt gut in mittelgroßen Händen
Sieben DPI-Positionen und Beleuchtungen
Sieben DPI-Positionen und Beleuchtungen

Die optisch wenig progressive Gestalt wurde auch bei der größeren Saiph übernommen. Zur Auflockerung des schwarzen Einheitslooks dient neben dem beleuchteten Scrollrad in insgesamt sieben verschiedenen Farbversionen allerdings auch noch das grün illuminierte Mionix-Rückenlogo. Ferner verfügt auch das schwedische Flaggschiff über die matte Kunststoffoberfläche, die der Hand ein angenehmes, warmes Betriebsgefühl vermitteln kann. Um etwas mehr Abwechslung bieten zu können, hat Mionix die Daumenmulde zusätzlich mit einer strukturierten Weichgummierung versehen, die den Daumen auf Entdeckungsreise schickt. Diese sollte allerdings vor der Übergangskante zum Kunststoff beendet werden, denn gerade im unteren Bereich ist die Verklebung der Gummierung etwas nachlässig vorgenommen worden, sodass sich der Daumen gerne unter weiterer Verschlechterung der Lage am sich langsam ablösenden Gummirand verfängt. Insgesamt hinterlässt die Saiph 3200 trotz solider Basis in Anbetracht des wackeligen Mausrades sowie der Verarbeitungsgüte der Gummimulde einen nicht ganz so wertigen Eindruck wie ihre günstigere Schwester. Auch das bei forschen Richtungswechseln minimal klappernde Gewichtemagazin unterstreicht diese Zwischenbilanz.

Vier Teflonfüße sorgen bei der Saiph 3200 für ordentliches Gleitvermögen auf textilem oder hartem Untergrund. Der sehr präzise und zuverlässig arbeitende Laser-Sensor bietet ob seiner maximalen 3200 DPI etwas mehr Dynamikumfang als das 1800 DPI Pendant der kleinen Schwester, digitalisiert in erster Linie aber auch auf kritischen, unebenen Unterlagen verzögerungsfrei und exakt, wie man es von einem Produkt dieser Preisklasse erwarten darf.

Software im Überblick

Spartanische Treibersoftware
Spartanische Treibersoftware
Spartanische Treibersoftware
Spartanische Treibersoftware
DPI-Setting hier wenigstens möglich
DPI-Setting hier wenigstens möglich
Spartanische Treibersoftware
Spartanische Treibersoftware

Wenig überraschend unterscheidet sich das Treibermenü der Saiph 3200 kaum von jenem der Saiph 1800. Dem Verzicht des „Roller Menüs“ stehen bei der großen Schwester aber wenigstens die freie Konfigurierbarkeit der sieben DPI-Stufen (von 400 bis 3200 in ganzen Zahlen) entgegen. Damit einhergehend kann sich der Anwender auch seine präferierte Abtastrate auf die Lieblings-Mausrad-Beleuchtung legen und somit zumindest etwas individualisierend agieren. Auch die Makro-Eingabe ist etwas erweitert und kann nun zwischen „Taste-Drücken“ und „Taste-Loslassen“ unterscheiden, sodass auch eine verschachtelte Kombination justierbar ist. Die Limitierung „ein Makro mit maximal fünf verschiedenen Tasten“ bleibt allerdings bestehen und scheint den internen 16-KB-Speicher in Kombination mit der DPI-Vergabe tatsächlich komplett auszufüllen, denn darüber hinaus bietet der Treiber keine weiteren Einstellmöglichkeiten.

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