2/41 AMD Phenom II X6 1055T und 1090T BE im Test : Sechs Kerne für alle!?

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Überblick

Der neue AMD-Prozessor mit dem Codenamen „Thuban“ ist ein Riese. Auf einer für Desktop-CPUs der aktuellen Zeit rekordverdächtigen Fläche von 346 mm² bringt der Hersteller (vermutlich) 904 Millionen Transistoren unter. Auch auf die wiederholte Nachfrage rückte AMD nicht mit genauen Informationen raus. Ja, der Sechs-Kern-Prozessor basiere auf dem „Istanbul“-Server-Prozessor, hat jedoch diverse Optimierungen erfahren, heißt es aus dem Unternehmen. Ob es aber direkt ein „Lisbon“ ist, wollte man nicht bestätigen. Ebenso macht man aus der Anzahl der Transistoren offiziell ein Geheimnis.

Die Fläche besteht aus sechs Kernen mit jeweils 512 KByte L2-Cache, denen ein gemeinsam genutzter L3-Cache in Größe von 6 MByte als schneller Zwischenspeicher zur Seite steht. Im Prinzip ist es also ein Vier-Kern-Prozessor vom Typ Phenom II X4, der „einfach“ um zwei Kerne inklusive L2-Cache erweitert wurde.

Die-Shot des AMD Phenom II X6
Die-Shot des AMD Phenom II X6
AMD Phenom II X6
Familie Modell Takt / mit Turbo Kerne L2- / L3-Cache Sockel TDP
Phenom II X6 1090T 3,2 / 3,6 GHz 6 3 MB / 6 MB AM3 / AM2+ 125 W
Phenom II X6 1055T 2,8 / 3,3 GHz 6 3 MB / 6 MB AM3 / AM2+ 125 W

Zum heutigen Start kommen zwei Modelle mit sechs Kernen in den Handel. Die Gerüchteküche hatte vorab auch etwas von zwei weiteren Prozessoren berichtet, zudem sollte es einen Ableger mit vier Kernen und Turbo geben. Diese sind mitunter jedoch deutlich verschoben worden, heißt es aus herstellernahen Kreisen. In der Telefonkonferenz von AMD zu den neuen Prozessoren umging man die Frage nach einem Quad-Core-Prozessor mit Turbo mehrmals und lies die Journalisten mit der typischen Floskel „we don't talk about unanounced products“ im Regen stehen.

AMD Phenom II X6 1090T Black Edition
AMD Phenom II X6 1090T Black Edition

Neben den sechs Kernen ist die beeindruckende Steigerung vor allem im Bereich der Leistungsaufnahme zu suchen. Mit der identischen TDP kann ab heute ein Phenom II X6 dauerhaft mit 3,2 GHz agieren, was vor einem halben Jahr gerade noch für vier Kerne galt. Ein nagelneues Stepping vom Typ „E0“ trägt bei den „Thuban“ unter anderem dazu bei.

Angriff von AMD auf den Core i7
Angriff von AMD auf den Core i7

Das Ziel der in der zehnten und zwölften Woche dieses Jahres gefertigten und somit nagelneuen Prozessoren, die ComputerBase vorlagen, ist von AMD klar definiert: Man soll die kleineren Lynnfield-Prozessoren sowohl in Leistung als auch im Preis schlagen. Das Flaggschiff tritt direkt gegen den Core i7-860, einen 2,8 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor, an. Was auf den ersten Blick nach einem ungleichen Duell aussieht, relativiert sich schnell. Denn der „Lynnfield“ agiert mit einem starken Turbo, kann dank HyperThreading acht Threads für Anwendungen auffahren und wusste auch sonst bisher im Bereich der Performance zu überzeugen. Hinzu kam eine geringe Leistungsaufnahme, mit der sich bisherige AMD-CPUs nicht messen konnten. Der „Thuban“ schickt sich an, genau diese Punkte, in denen man bisher im Rückstand lag, anzugreifen.

Und während man diese Problemfelder angreift, wird man Intel auch weiterhin über den Preis sticheln. Denn die Core i7 sind zwar schnell, günstig sind sie jedoch nicht. Die Phenom II X6 nehmen mit Preisen von etwa 190 Euro für den 1055T und 280 Euro für das Flaggschiff 1090T den Core i7-860 für 240 Euro genau in die Zange. Und da wir diesen Intel-Prozessor noch nicht getestet hatten, haben wir für den direkten Schlagabtausch noch kurzfristig ein Sample organisiert. Auf in den Kampf!

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