4/9 AMDs APU „Kaveri“ im Test : A10-7850K und A8-7600 unter der Lupe

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Testreihen

Spielebenchmarks APU

In das Rating lassen wir jegliche Spiele einfließen. Als Auflösung nutzen wir, falls möglich, 1.920 × 1.080 und haben die Details herunter geregelt, sodass der AMD A10-6800K halbwegs flüssige Frameraten erzielt. Ist das in der Full-HD-Auflösung nicht möglich, haben wir die Details weiter reduziert.

Performancerating
Angaben in Prozent
    • AMD A10-7850 + HD 7750
      159,0
    • AMD A10-7850K
      100,0
    • AMD A10-6800K
      94,7
    • AMD A8-7600 (65W)
      92,6
    • AMD A10-6700
      86,3
    • AMD A8-7600 (45W)
      82,8
    • Intel Core i7-4770K
      65,2
    • Intel Core i5-4670K
      61,6
    • AMD A8-6500T
      57,9
    • Intel Core i3-4330
      55,8

Die Graphics-Core-Next-Architektur schlägt sich in Spielen erwartet gut. So arbeitet 45-Watt-Version des A8-7600 nur vier Prozent langsamer als der 65-Watt-Richland A10-6700. Den Core i5-4670K aus dem Hause Intel lässt die APU um 34 Prozent zurück.

Die 65-Watt-Version arbeitet dann um weitere elf Prozent schneller, obwohl sowohl der maximale Takt als auch die Anzahl der Ausführungseinheiten gleich bleiben. Allerdings ist die langsamere Variante durch die geringere TDP dazu gezwungen, den Grafiktakt im Einsatz zu reduzieren. Während die 65-Watt-APU durchweg mit den maximalen 720 MHz arbeitet, erreicht die 45-Watt-APU diesen Takt längst nicht immer. In manchen Spielen fällt der Takt auf 655 MHz, in wenigen gar auf bis zu 554 MHz zurück.

Der vorerst schnellste Kaveri, der A10-7850K, liefert acht respektive einundzwanzig Prozent mehr Leistung als der kleinere A8-7600 (65 / 45 Watt). Mit dem acht Prozent fällt insbesondere der Abstand zum A10-7600 mit 65 Watt erstaunlich gering aus. Erst recht wenn man bedenkt, dass der A10-7850K 33 Prozent mehr Ausführungseinheiten bietet. Und auch die Tatsache, dass der A10-7850K den A10-6800K nur um sechs Prozent schlägt, überrascht.

Wir vermuten, dass die Speicherbandbreite der GPU einen Strich durch die Rechnung macht und die zusätzlichen Einheiten nicht schnell genug mit neuen Daten gefüttert werden können. Bei DDR3-2.133 steht der GPU in Kaveri eine Speicherbandbreite von 34 GB/s zur Verfügung, selbst die an sich langsamere Radeon HD 7730 kann bereits auf 72 GB/s zurück greifen.

Anhand der Testreihen mit der Radeon HD 7750 auf dem A10-7850K lässt sich erahnen, wie groß der Hemmschuh „Speicherbandbreite“ ist. So ist die Rohleistung der Radeon HD 7750, rein auf die Ausführungseinheiten bezogen, nur um etwa elf Prozent höher als bei der GPU auf dem A10-7850K, doch rendert die separate Grafikkarte im Durchschnitt 59 Prozent schneller: fast 85 Prozent des Leistungsvorteils sind demnach dem Speicherinterface zuzuschreiben (die unterschiedliche Anzahl an ROPs außen vor gelassen). In einem separaten Abschnitt gehen wir genauer auf die Speicherproblematik ein.

Im Vergleich zur Konkurrenz aus dem Hause Intel geht AMDs Neuling bei den Spielebenchmarks mit integrierter Grafik dennoch klar als Sieger vom Platz: der deutlich teurere Core i7-4770K wird um 53 Prozent geschlagen.

Frameverläufe

Auch wenn die Angabe von Durchschnitts-FPS-Werten immer noch die sinnvollste Darstellung eines Benchmarks ist, solange man nur eine simple Zahl haben möchte, ist diese Methode alles andere als ideal. So kann es durchaus vorkommen, dass zum Beispiel die zweite Hälfte einer Testsequenz deutlich schlechter ausfällt als die erste, was an reinen Durchschnittswerten aber nicht zu erkennen ist.

Aus diesem Grund haben wir ebenso so genannte Frameverläufe angefertigt – die unserer Meinung nach beste Methode, einen zeitlich begrenzten Benchmark für den Leser abzubilden. Bei einem Frameverlauf versuchen wir eine immer gleichbleibende, 25 Sekunden lange Sequenz in einem Spiel nachzustellen und messen die FPS-Werte jeder einzelnen Sekunde.

Spielebenchmarks Radeon R9 290X

Auch wenn viele potenzielle Kaveri-Käufer auf die integrierte Grafikeinheit setzen werden, steht dem Einsatz einer potenten separaten Grafikkarte in Zusammenarbeit mit der APU nichts im Wege. In diesem Fall stellt sich die Frage, wie viel klassische Prozessorleistung der A10-7850K zur Verfügung stellt und ob sie reicht, um eine moderne Grafikkarte auszureizen.

Wir testen dies absichtlich auf einer für die APU überdimensionierten Radeon R9 290X, um so das GPU-Limit weitestgehend auszuschließen: die APU soll zeigen, was sie zu leisten im Stande ist. Darüber hinaus testen wir die Spiele einmal in realitätsnahen Einstellungen (1.920 × 1080, volle Details inklusive Kantenglättung) und einmal in niedrigen Einstellungen (1.280 × 720, volle Details). Als Gegenspieler treten der A10-6800K (Richland) sowie der Core i5-4670K (Haswell) an.

Da wir die APUs mit den Standard-Taktraten testen, hat der A10-6800K bezüglich der Frequenz einen Vorteil von 400 MHz oder zehn Prozent gegenüber dem A10-7850K. Im Durchschnitt schafft es die Kaveri-APU in der Full-HD-Auflösung auf der Radeon R9 290X dennoch, einen Gleichstand mit dem A10-6800K zu erzielen. Allerdings liegt dies einzig und allein an Planetside 2, das auf den Steamroller-Kernen deutlich besser läuft. Das Spiel läuft trotz zehn Prozent weniger Takt um acht Prozent schneller.

Meistens liegt Kaveri allerdings um rund drei Prozent zurück, einzig in Torchlight 2 ist der Abstand mit zehn Prozent größer. Daraus lässt sich folgern, dass Steamroller in Spielen durchaus schneller als Piledriver arbeitet – bei gleichem Takt. Gegen den in etwa gleich teuren Intel Core i5-4670K hat AMDs neue APU weiterhin keine Chance.

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