PC-Gehäuse im Eigenbau : Inkubus 300µ: Des Lesers Werk

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PC-Gehäuse im Eigenbau: Inkubus 300µ: Des Lesers Werk

Jetzt mal ganz nüchtern: Tests zu allen erdenklichen technischen Produkten von der Stange gibt es in Hülle und Fülle. Aber was ist mit den individuellen Perlen? Was ist beispielsweise mit Projekten unserer Leser im Forum von ComputerBase? Höchste Zeit, mal wieder eines dieser Projekte auf die große Bühne zu heben. Der Name: Inkubus 300µ. Der Inhalt: Ein PC-Gehäuse, das es in und an sich hat.

Ein Jahr ist es her, seitdem, unser langjähriger Leser Weltenspinner einen Diskussionsbeitrag mit dem ansprechenden Titel Inkubus 300µ eröffnete. Im Mittelpunkt stand seitdem allerdings kein Dämon, sondern ein kleines Holzwürfelgehäuse der Marke Eigenbau. Das Ziel: Ein Gehäuse mit einer sauber verarbeiteten glatten Oberfläche, die Herzen höher schlagen lässt und vom Erscheinungsbild dem architektonischen Minimalismus gerecht wird.

Dass Weltenspinner, der den bürgerlichen Namen Sebastian trägt, handwerklich kein unbeschriebenes Blatt ist, zeigen seine vorausgegangenen Bauten, zu denen beispielsweise das Inkubus 200p und sein „Cylon“-Projekt gehören. Das nun erbaute 300µ ist die Fortsetzung einer Serie mit langer persönlicher Hintergrundgeschichte, die vor mehr als fünf Jahren ihr Debüt feierte.

Stück für Stück möchten wir zusammen mit Sebastian über sein einzigartiges Projekt berichten und ganz besondere Eindrücke zur gesamten Entstehungsgeschichte aus der Sicht des Erfinders bieten. Unser privates Treffen mit Sebastian verleiht diesem Bericht seine eigene Note und legt viele Details offen.

Viel Spaß beim Lesen!

Entstehung des Projekts

ComputerBase: Sebastian, wie bist du auf die Idee gekommen, selbst Computergehäuse zu bauen? Findest du nicht das richtige Gehäuse, oder stecken andere Beweggründe dahinter?

Sebastian: Das hat mehrere Gründe. Der ursprüngliche Anlass war, dass ich zu Beginn meines Studiums zwangsläufig einen PC benötigte und die Anschaffungskosten so weit wie möglich minimieren wollte. Auch gab es kein Gehäuse, das meinen damaligen Ansprüchen gerecht werden konnte. Ich sehnte mich nach einem Chassis mit einer waagerechten Mainboard-Position, das darüber hinaus eine passive Kühlung ermöglicht.

Wir hatten damals eine gut ausgestattete Werkstatt, deswegen hat mich der erste Inkubus (100p, heute 140p), abgesehen von der hineingesteckten Zeit, kaum etwas gekostet. Als ich Freunden von meinem Projekt erzählte, meinten die, ich solle meine Arbeit öffentlich präsentieren. Das Inkubus-Projekt war geboren!

ComputerBase: Was war dein erstes Projekt dieser Art, wie sah es aus und was denkst du heute darüber?

Sebastian: Mein erstes Projekt war der Inkubus 140m, der mir auch heute noch gut gefällt. Offen gesprochen sieht er jedoch wie eine schlechte Kreuzung aus einer Mikrowelle und einem alten Radio aus. Ich sehe meinen ersten Versuch aus heutiger Sicht eher als technischen Prototypen für meine darauffolgenden Projektarbeiten. Was das anbelangt, ist der 200p schon deutlich besser umgesetzt. Allerdings musste auch hier das Erscheinungsbild der Funktionalität den Vortritt lassen. Auf Wechselrahmen, zahlreiche Lüfter und USB-Anschlüsse am Frontpanel wollte ich nur ungerne verzichten.

ComputerBase: Dein aktuelles Werk ist der „Inkubus 300µ“, wie kam es zu der Namensgebung?

Sebastian: Das muss ich in drei Schritten erklären, weil es sich um ein Wortspiel handelt. Die Hardware befindet sich in einem Kubus, und meine Projekte rauben mir vor lauter Gedanken die Nächte, wenn auch im Gegensatz zum gleichnamigen Dämon ohne sexuellen Hintergrund.

Die erste Ziffer meiner Inkubus-Werke steht für die Generation, die zweite soll die Größe des Upgrades beschreiben. Der ursprüngliche Inkubus 100m beispielsweise hat mittlerweile vier, wahrscheinlich sogar noch mehr Überarbeitungen erfahren. Ich habe ihn hinterher an einen Freund verkauft, der bis heute daran herumbastelt und ihn, würde man die Namensgebung treu weiter fortsetzen, inzwischen zu einem 160p gemacht hat. Mein darauffolgendes Projekt, der Inkubus 200p, blieb bis heute unverändert. Die letzte der drei Ziffern beschreibt die Seriennummer, die bis jetzt nie über eine Null hinausgekommen ist.

Der Buchstabe m hinter der dreistelligen Zahl steht für Media, p steht für Power, µ steht für Mikro und n für Nano.

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