LG G4 im Test : Kühles Smartphone für Akku-Wechsler und Speicher-Erweiterer

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LG G4 im Test: Kühles Smartphone für Akku-Wechsler und Speicher-Erweiterer

Mit Hilfe der Modelle G2 und G3 positionierte sich LG als ernstzunehmender und ambitionierter Hersteller im umkämpften Smartphone-Markt. Daran anknüpfen soll auch das neue Aushängeschild, das G4. Erneut spart LG beim High-End-Smartphone G4 dabei nicht mit Superlativen und spendiert ihm einen Wechselakku, erweiterbaren Speicher und auf Wunsch eine Lederrückseite. Doch auch die Kamera und das Display sollen dem G3 die Rücklichter zeigen. Ob all dies zusammen mit dem Snapdragon 808 reicht, um auch die Konkurrenz abzuhängen, klärt der Test.

Spezifikationen

Für das G4 greift LG zum Snapdragon 808 und nicht zum schnelleren Snapdragon 810, der beim G Flex 2 zum Einsatz kommt. Der Snapdragon 808 verfügt zwar über weniger Kerne und eine schwächere GPU, verzeichnet aber auch eine geringere Hitzeentwicklung, die beim Snapdragon 810 für viele Diskussionen sorgte. Beinahe unverändert zum G3 bleibt das Display mit 5,5 Zoll – tatsächlich beträgt die Diagonale wie beim G3 5,46 Zoll – und einer Auflösung von 1.440 × 2.560, die Unterschiede finden sich im Detail. Die Kamera verfügt nun über 16 statt 13 Megapixel und bietet weiterhin einen optischen Bildstabilisator. Ebenfalls beibehalten wird der erweiterbare Speicher und der wechselbare Akku, so dass das G4 das einzige Flaggschiff der großen Hersteller ist, das diese beiden Eigenschaften gleichzeitig bietet.

LG G4
LG G3
Samsung Galaxy S6
Samsung Galaxy S6 edge
Apple iPhone 6
Software:
(bei Erscheinen)
Android 5.1 Android 4.4 Android 5.0 iOS 8
Display: 5,50 Zoll
1.440 × 2.560, 534 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
5,10 Zoll
1.440 × 2.560, 576 ppi
WQHD Super AMOLED, Gorilla Glass 4
4,70 Zoll
750 × 1.334, 326 ppi
IPS, Ion-X Glass
Bedienung: Touch
Status-LED
Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
Touch
Fingerabdrucksensor
SoC: Qualcomm Snapdragon 808
2 × Cortex-A57, 1,80 GHz
4 × Cortex-A53, 1,44 GHz
20 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,46 GHz
28 nm, 32-Bit
Samsung Exynos 7420
4 × Cortex-A57, 2,10 GHz
4 × Cortex-A53, 1,50 GHz
14 nm, 64-Bit
Apple A8
2 × Typhoon, 1,40 GHz
20 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 418
600 MHz
Adreno 330
578 MHz
Mali-T760 MP8
772 MHz
PowerVR GX6450
450 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
Variante
3.072 MB
LPDDR3
3.072 MB
LPDDR4
1.024 MB
LPDDR3
Speicher: 32 GB (+microSD) 16 / 32 GB (+microSD) 32 / 64 / 128 GB 16 / 64 / 128 GB
Kamera: 16,0 MP, 2160p
LED, f/1,8, AF, OIS
13,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/2,4, AF, OIS
16,0 MP, 2160p
LED, f/1,9, AF, OIS
8,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,2, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 8,0 MP, 1080p
AF
2,1 MP, 1080p
AF
5,0 MP, 1440p
f/1,9, AF
1,2 MP, 720p
f/2,2, AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
DC-HSPA
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth: 4.1 4.0 Low Energy 4.1 4.0 Low Energy
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, SlimPort, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL, NFC, Infrarot Lightning, NFC
SIM-Karte: Micro-SIM Nano-SIM
Akku: 3.000 mAh (11,60 Wh)
austauschbar, kabelloses Laden
3.000 mAh (11,40 Wh)
austauschbar, kabelloses Laden
2.550 mAh (9,82 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
2.600 mAh (10,01 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
1.810 mAh (6,91 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 76,1 × 148,9 × 9,80 mm 74,6 × 146,3 × 8,90 mm 70,5 × 143,4 × 6,80 mm 70,1 × 142,1 × 7,00 mm 67,0 × 138,1 × 6,90 mm
Schutzart:
Gewicht: 155 g 149 g 138 g 132 g 129 g
Preis: ab 338 € / ab 313 € ab 275 € / ab 280 € ab 384 € / ab 519 € / ab 817 € ab 432 € / ab 480 € / ab 550 € ab 539 € / ab 479 € / ab 590 €

Design & Verarbeitung

Bereits auf den ersten Blick zeigt sich die Verwandtschaft von G3 und G4. Markante Merkmale wie die Platzierung des Einschalters und der Lautstärketasten auf der Rückseite und die schmalen Ränder um das Display erinnern an den Vorgänger. In der Basisvariante setzt der Hersteller zum dritten Mal in Folge bei seinem Topmodell auf ein Gehäuse auf Kunststoff. Gegen einen Aufpreis von 50 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) erhalten Käufer das G4 mit einer Rückseite aus Leder.

Das Testexemplar setzt auf die braune Lederrückseite, die sich sich als hochwertig und erfrischend anders entpuppt. Auch andere Hersteller wie Motorola bieten im Moto Maker auf Wunsch Leder als Material, die Verwendung bei Smartphones fällt bis heute aber rar aus. Das Leder ist zwar nur auf die abnehmbare Rückseite aus Kunststoff geklebt, sitzt jedoch präzise und ist genau verarbeitet. Es verleiht dem G4 eine seriöse und extravagante Erscheinung, ohne verspielt zu wirken. Die Naht setzt Akzente und visualisiert den gewählten Werkstoff.

Im Zusammenspiel der abgerundeten Form und der rauen Beschaffenheit der Rückseite liegt das Smartphone sicher und griffig in der Hand. Unvorteilhaft ist die Abrundung hingegen, wenn das G4 auf einer glatten Oberfläche liegt und getippt wird. In solch einem Szenario kippelt das Modell stark hin und her. Der Bildschirm ist im Vergleich zum Vorgänger minimal gebogen, wodurch Stürze besser abgefedert werden sollen. Die konkave Form ist im Alltag nicht sofort ersichtlich und kein Vergleich zum G Flex 2, das auf die Biegung als Alleinstellungsmerkmal setzt.

Die Verarbeitung überzeugt mit minimalen und gleichmäßigen Spaltmaßen und festem Halt der Rückseite. Jedes Bauteil sitzt fest an Ort und Stelle. Die Platzierung von Einschalter und Lautstärketasten auf der Rückseite ist mittlerweile fester Bestandteil der G-Serie. Auch im Jahr 2015 geht die Idee von LG auf und die Bedienung geht schnell in Gewohnheit über. Die Knöpfe verfügen über einen sauberen Druckpunkt, vor allem der Power-Button bietet einen knackigen und präzisen Hub, die Lautstärketasten fallen etwas weicher aus. Durch die schmalen Ränder rund um das Display ist das G4 trotz 5,46-Zoll-Display verhältnismäßig kompakt. Im Vergleich mit einem Samsung Galaxy S6 mit 5,1 Zoll sind die Unterschiede in Höhe und Breite wenige Millimeter. Trotz der unveränderten Display-Größe im Vergleich zum Vorgänger fällt das G4 minimal höher und breiter aus.

Die Verarbeitung des LG G4 mit Lederrückseite überzeugt durch eine hochwertige Anmutung, gleichmäßige Spaltmaße und griffiges Handling. Das Projekt Leder kann als gelungen bezeichnet werden.

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