Datenschutzbedenken: Porsche wählt Apple CarPlay statt Android Auto

Update Tobias Reuter
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Datenschutzbedenken: Porsche wählt Apple CarPlay statt Android Auto
Bild: Porsche

Porsche verzichtet beim neuen 911 Carrera und Carrera S bewusst auf Googles Android-Auto-Technologie; stattdessen kommt Apples CarPlay zum Einsatz. Der Grund ist Googles Forderung nach umfassenden Fahrzeugdaten.

Technische Gründe spielen keine Rolle beim Fehlen von Android Auto in Porsches zentralem Informations- und Kommunikationssystem (PCM), dessen Touchscreen-Display in der Mittelkonsole angebracht ist. Porsche befürchtet vielmehr Spionage seitens des Suchmaschinen-Riesen. Um Android Auto nutzen zu können, müssen Autofirmen Google detaillierte Datensätze der Fahrzeuge liefern. Dazu gehören Geschwindigkeit, Position des Gaspedals, Drehzahl sowie die Temperatur des Öls und der Kühlflüssigkeit.

Da Google beziehungsweise Alphabet selbst auf dem Autosektor aktiv ist und mit selbstfahrenden Vehikeln experimentiert, kann Porsches Entscheidung unter dem Gesichtspunkt des fehlenden Datenschutzes gesehen werden, da der Hersteller einen potentiellen Konkurrenten nicht mit mehr Informationen über die eigenen Fahrzeuge versorgen will als nötig. Apples Fahrzeuglösung ist dagegen bisher im Bereich Datengewinnung vergleichsweise unkritisch: CarPlay möchte nur wissen, ob das Auto fährt oder nicht.

Update

Google hat die Aussagen von Motortrend zurückgewiesen. Der Konzern nehme Privatsphäre sehr ernst und sammle keine der angesprochenen Daten automatisch: „Nutzer können via Opt-In selbst entscheiden, welche Informationen sie mit Android Auto teilen.“ Mehr Informationsübermittlungen führen laut Google zu einem besseren Nutzungserlebnis von Android Auto. Dazu gehören die freihändige Bedienung und die Nutzung des Fahrzeug-GPS für bessere Standortgenauigkeit.