HTC One A9 im Test : Gehobene Mittelklasse mit Android 6.0 im edlen Gewand

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HTC One A9 im Test: Gehobene Mittelklasse mit Android 6.0 im edlen Gewand

Mit dem A9 erhält HTCs One-Reihe Zuwachs in der oberen Mittelklasse. Erneut setzt der Hersteller auf ein Gehäuse aus Aluminium, das diesmal allerdings flacher ausfällt. Das von HTC als „Smartphone für Erwachsene“ bezeichnete Modell ist im Portfolio des taiwanischen Herstellers unter dem Flaggschiff One M9 angesiedelt, hat diesem aber teilweise sogar etwas voraus. Das A9 vermischt Altbewährtes mit neuen Ansätzen, um die Käuferschaft auf seine Seite zu ziehen.

Spezifikationen

An den technischen Spezifikationen zeigt sich die Eingliederung des A9 unterhalb des im Frühjahr gezeigten Flaggschiffs. Zwar bleiben Bildschirmauflösung und -größe identisch, viel mehr haben die Modelle hingegen nicht gemein. Beim Display selbst steht AMOLED dem S-LCD des Topmodells gegenüber. Das One A9 setzt mit dem Snapdragon 617 zudem auf einen schwächeren Prozessor.

Auch die Speicherausstattung wurde reduziert: Das A9 bietet hierzulande nur den halben internen Speicher und einen Gigabyte weniger RAM. Die US-Variante hingegen liegt in dieser Hinsicht mit dem One M9 gleichauf. Beim Gehäuse kommt das neue Modell auf 14 Gramm weniger Gewicht und 2,35 Millimeter weniger Bauhöhe. Doch mit dem flacheren Gehäuse schrumpft auch der Akku, der beim A9 lediglich 2.150 mAh misst. Dem M9 voraus hat das neueste Mitglied der One-Familie den Fingerabdrucksensor und werksseitiges Android 6.0.

HTC One A9 HTC One M9
Software:
(bei Erscheinen)
Android 6.0 Android 5.0
Display: 5,00 Zoll
1.080 × 1.920, 441 ppi
AMOLED, Gorilla Glass 4
5,00 Zoll
1.080 × 1.920, 441 ppi
S-LCD, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
Touch
Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 617
8 × Cortex-A53, 1,50 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 810
4 × Cortex-A57, 2,00 GHz
4 × Cortex-A53, 1,55 GHz
20 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 405 Adreno 430
650 MHz
RAM: 2.048 MB
LPDDR3
3.072 MB
LPDDR4
Speicher: 16 GB (+microSD) 32 GB (+microSD)
Kamera: 13,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF, OIS
20,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/2,2, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 4,1 MP, 1080p
f/2,0, AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓450 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.1
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, MHL, NFC Micro-USB 2.0, NFC, Infrarot
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 2.150 mAh
fest verbaut
2.840 mAh (10,87 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 70,8 × 145,8 × 7,26 mm 69,7 × 144,6 × 9,61 mm
Schutzart:
Gewicht: 143 g 157 g
Preis: 579 € ab 339 €

Design & Verarbeitung

Seit dem M7 setzt HTC in der One-Reihe auf hochwertige Materialien. Auch das One A9 stellt keine Ausnahme dar. Das Gehäuse besteht aus einem Stück Aluminium, das lediglich von den Antennenlinien auf der Rückseite und einer Kunststoffabdeckung auf der Oberseite unterbrochen wird. Die Front wird von 2,5D-Glas bedeckt, das mit leichter Wölbung am Rand in den Unibody übergeht. Ähnlichkeiten mit Apples iPhone 6(s) sind schwer abzusprechen. HTC spricht hingegen von einer Kopie durch Apple.

Auf der Unterseite der Front befindet sich der kapazitive Fingerabdrucksensor. Die Verarbeitung ist wie bei den bisherigen Smartphones der One-Serie tadellos. Alles sitzt fest an seinem Platz, nichts knarzt oder gibt nach. Die Spaltmaße fallen minimal und gleichmäßig aus. Sämtliche Öffnungen wie die für den Lautsprecher sind präzise ausgearbeitet. Durch den abgerundeten Rahmen liegt das A9 gut in der Hand.

Die gute Verarbeitung und das Unibody aus Aluminium verleihen dem Smartphone einen widerstandsfähigen Eindruck. Anders als beim One M9 ist die Rückseite flach. Die einzige Erhebung findet sich am oberen Ende in Form der Kamera. Diese steht leicht aus dem Gehäuse hervor, ist allerdings wesentlich unauffälliger und kompakter untergebracht als noch beim Flaggschiff M9.

Alle Knöpfe finden sich auf der rechten Seite. Die Lautstärke-Wippe ist einteilig und bietet einen kurzen, präzisen Hub. Der Power-Button ist erneut geriffelt, diesmal aber stärker als beim M9 und somit besser zu ertasten und überzeugt ebenfalls mit einem klaren, festen Druckpunkt. Auf der linken Seite sind die Schächte für SIM- und Speicherkarte untergebracht, die bündig mit dem Gehäuse abschließen.

Durch die flache Bauweise und das moderate Gewicht von 143 Gramm ist das Smartphone komfortabel zu bedienen und zu transportieren und handlicher als das Flaggschiff One M9. Lediglich beim Verhältnis zwischen Displaygröße und Front erreicht HTC noch nicht das Niveau von Konkurrenten wie Huawei oder LG. Für eine problemlose Bedienung mit einer Hand fällt das One A9 aber auch unabhängig davon etwas zu groß aus.

Display

Beim A9 setzt HTC nach langer Zeit wieder auf ein Display mit AMOLED-Technologie. Das One M9 und die direkten Vorgänger setzten noch auf S-LCDs. Die Auflösung liegt bei 1.080 × 1.920 Pixeln, die daraus resultierende Bildpunktdichte von 441 ppi sorgt für ein scharfes Bild ohne Schlieren oder Treppchenbildung. Eine höhere Auflösung ist bei einer Diagonale von fünf Zoll auch nicht notwendig. Aufgrund des AMOLED-Displays zeigt das One A9 ein echtes Schwarz, wodurch beim Kontrast typischerweise Höchstwerte erreicht werden.

Gegenteilig verhält es sich bei der Helligkeit: Mit nur 326 cd/m² ist das Modell verhältnismäßig dunkel. Gerade im einfallenden Sonnenlicht wird dadurch die Lesbarkeit erschwert, auch wenn der hervorragende Kontrast an dieser Stelle aushilft. Die Blickwinkel fallen dafür wieder großzügig aus. Mit einem Weißpunkt von circa 6.600 Kelvin zeigt das A9 ein sehr neutrales Bild. Die Farben wirken kräftig, allerdings nicht unnatürlich. Auswählen kann der Nutzer in den Einstellungen zwischen den Modi AMOLED und sRGB. Wird sRGB ausgewählt, fällt das Bild mit rund 6.000 Kelvin aber wärmer aus, die Farben wirken zudem blasser. So bleibt das ab Werk eingestellte AMOLED-Profil das empfehlenswerte.

Alles in allem verwehrt die geringe Helligkeit dem One A9 ein sehr gutes Ergebnis beim Thema Display. Denn der Kontrast ist AMOLED-typisch klasse, die Auflösung scharf genug und Farbdarstellung und -temperatur akkurat. So bleibt ein fader Beigeschmack, denn dass auch AMOLED-Bildschirme mit einer hohen Helligkeit überzeugen können, zeigt zum Beispiel das Samsung Galaxy S6 (edge).

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