12/13 GeForce GTX 1080 im Test : Ein Paukenschlag in 16 nm mit 1,8 GHz und GDDR5X

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Der GDDR5X könnte noch schneller sein

Die GeForce GTX 1080 kommt erstmals mit schnellem GDDR5X-Speicher daher. Dennoch beträgt die Speicherbandbreite trotz einer höheren Rechenleistung mit 320 Gigabyte pro Sekunde weniger als bei der GeForce GTX 980 Ti, die auf deren 336 GB/s kommt. Denn letztere ist mit einem 384 Bit Speicherinterface ausgestattet, die Pascal-Karte nur mit einem 256-Bit-Interface – da helfen auch Zugewinne durch die bessere Speicherkompression nicht aus.

Bei Tesla P100 mit GP100 hat Nvidia auf den teureren HBM2 gesetzt und damit stellt sich die Frage, ob der GP104 der GeForce GTX 1080 nicht durch eine zu geringe Speicherbandbreite ausgebremst wird. Die Antwort lässt sich finden, in dem der Speichertakt von 5.000 MHz auf die maximal möglichen 5.500 MHz übertaktet wird. Dadurch erhöht sich die Bandbreite um immerhin zehn Prozent auf 352 GB/s.

Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: Der um zehn Prozent höherer Speichertakt beschleunigt die GeForce GTX 1080 im Durchschnitt um sechs Prozent; In Far Cry Primal zeigt die Grafikkarte mit plus neun Prozent sogar fast eine perfekte Skalierung, vier weitere Spiele legen um acht Prozent an Geschwindigkeit zu. Es lohnt es sich also mehr, den GDDR5X-Speicher auf dem 3D-Beschleuniger zu übertakten, als das letzte Megahertz aus der GP104-GPU zu holen.

GeForce GTX 980 Ti mit 1,5 GHz gegen Pascal

Selbst von Haus aus übertaktete Partnerkarten der GeForce GTX 980 Ti haben das Nachsehen gegenüber der GeForce GTX 1080. Jedoch haben diese immer noch ein gutes Stück manuellen Übertaktungspielraum. Die von ComputerBase genutzte Gigabyte GeForce GTX 980 Ti Gaming lässt zum Beispiel einen um 150 MHz höheren GPU-Takt und eine um 500 MHz gesteigerte Frequenz beim Speicher zu. Dann arbeitet der GM200-Chip in jedem Spiel mit knapp über 1.500 MHz.

Schafft es diese Konstellation, eine GeForce GTX 1080 mit weniger Ausführungseinheiten anzugreifen? Ja und nein.

Mit etwas mehr als einem Chiptakt von 1.500 MHz schafft es eine GeForce GTX 980 Ti in 3.840 × 2.160, sich vor die GeForce GTX 1080 Founders Edition mit den Standardeinstellungen zu schieben. Allerdings auch nur um knappe zwei Prozent. Dies ist möglich, da die übertaktete Gigabyte-Karte um elf Prozent gegenüber deren Standard-Frequenzen zulegen kann. Allerdings reicht es der GeForce GTX 1080 bereits aus, dass Power- sowie das Temperature-Target zu maximieren, um an der Maxwell-Konfiguration wieder um vier Prozent vorbei zu ziehen. Und wenn man die Pascal-Grafikkarte übertaktet, ist sie dem Maxwell-Vorgänger wieder um gute 14 Prozent voraus.

Doom im Benchmark auf der GTX 1080

Auch wenn der Benchmarkparcours so aktuell wie möglich gehalten ist, hat sich die Spielespirale bereits ein wenig weiter gedreht und neue Top-Titel sind erschienen. So zum Beispiel Doom, das die API OpenGL nutzt und derzeit gute Kritiken einheimst.

Doom – GeForce GTX 1080
  • 1.920 × 1.080 – Ultra-Preset:
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      145,8
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      141,8
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      127,4
    • AMD Radeon R9 Fury X
      97,0
  • 2.560 × 1.440 – Ultra-Preset:
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      102,6
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      94,9
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      83,0
    • AMD Radeon R9 Fury X
      72,3
  • 3.840 × 2.160 – Ultra-Preset:
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      53,1
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      49,9
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      41,9
    • AMD Radeon R9 Fury X
      40,2

Auch in Doom kann sich die GeForce GTX 1080 an die Spitze setzen. So ist die Grafikkarte in 1.920 × 1.080 14 Prozent flotter als eine GeForce GTX 980 Ti. In 2.560 × 1.440 steigt der Vorsprung auf 24 Prozent, sodass sich vermuten lässt, dass in Full HD so langsam der Prozessor limitiert – hier sollte die Vulkan-API, die in Kürze für Doom erscheinen wird, Abhilfe schaffen.

In 3.840 × 2.160 liegt die GeForce GTX 1080 dann gute 27 Prozent vor der GeForce GTX 980 Ti und kann sich noch um sechs Prozent von der übertakteten Gigabyte-Adaption absetzen. Ultra HD ist dann auch die einzige Auflösung, in der die die Radeon R9 Fury X punkten kann. Sie liegt in der hohen Auflösung nur noch vier Prozent hinter der GeForce GTX 980 Ti zurück.

GPU-Boost 3.0: Übertakten per EVGA Precision X OC

Nvidia hat ComputerBase eine noch nicht finale Version des Precision-X-OC-Tools von EVGA zur Verfügung gestellt, das auch den linearen Modus sowie den komplett manuellen Modus zum Übertakten bereitstellt.

Wer in dieser – weiterhin unübersichtlichen – Anwendung nicht die bekannten GPU-Clock-Offset- sowie Memory-Clock-Offset-Funktionen auf im Hauptbildschirm nutzen möchte, kann die neuen Möglichkeiten über einen neuen Reiter erreichen.

Übertakten der GeForce GTX 1080 mit EVGA Precision X OC

In der Praxis funktioniert der lineare Modus sehr gut und ist auch ohne viel „OC-Wissen“ von jedermann mit ein bisschen Geduld durchzuführen. Das Testsample der GeForce GTX 1080 taktet dadurch zwar wie erwartet nicht in der Spitze höher, jedoch ließen sich die Frequenzen bei den unteren Spannungsbereichen etwas weiter anheben. Bei diesen ließen sich so zusätzliche 20 bis 50 MHz heraus holen. In Spielen, die nicht mit der vollen Frequenz arbeiten, ließ sich die Geschwindigkeit so um bis zu einem Prozent gegenüber dem Offset-Modus erhöhen.

Übertakten mit GPU-Boost 3.0 per EVGA Precision X OC
  • Anno 2205:
    • GTX 1080 OC @ Linear-Modus
      56,5
    • GTX 1080 OC @ Basic-Modus
      56,4
    • GTX 1080 @ Standard
      51,3
  • Rise of the Tomb Raider:
    • GTX 1080 OC @ Linear-Modus
      56,8
    • GTX 1080 OC @ Basic-Modus
      56,4
    • GTX 1080 @ Standard
      51,0
  • Star Wars: Battlefront:
    • GTX 1080 OC @ Linear-Modus
      60,9
    • GTX 1080 OC @ Basic-Modus
      60,3
    • GTX 1080 @ Standard
      54,8

Der manuelle Modus ist hingegen wirklich nur für absolute Profi-Übertakter empfehlenswert, die sehr viel Zeit mit bringen und das letzte MHz aus der GPU heraus quetschen wollen. Der Klick auf „Run“ startet wiederum in Zukunft die Automatikfunktion für dieses Feature, das den maximalen Takt für jede Spannungsstufe von selbst heraus finden soll. Das Feature ist jedoch in der vorliegenden Version von Precision X OC noch fehlerhaft und stürzt ab.

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