ASRock DeskMini 110 im Test : Mini-Selbstbau-PC im Gewand eines Netzteils

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ASRock DeskMini 110 im Test: Mini-Selbstbau-PC im Gewand eines Netzteils

Sieht aus wie ein Netzteil, ist aber ein PC: Der ASRock DeskMini 110 ist einer der ersten seiner Art im neuen Formfaktor Mini-STX. Als nochmals kleinere Variante von Mini-ITX ist das bisher kaum verbreitet, verfügt gegenüber Intels NUC aber über den Vorteil, weiterhin gesockelte Desktop-CPUs aufnehmen zu können. Das ergibt eine potentiell sehr leistungsstarke Plattform im kompakten Design.

Der Onlineshop Alternate hat ComputerBase für diesen Test leihweise mit gleich vier Prozessoren unterstützt, um den Mini-PC exakt bewerten zu können. Dessen Muster wurde leihweise von ASRock zur Verfügung gestellt.

ASRock DeskMini 110 im Detail

Intel 5 × 5 ist die alternative Bezeichnung für Mini-STX („Mini Socket Technology Extended“) mit Bezug auf die Kantenlänge in Zoll. Korrekt wäre allerdings 5,5 × 5,8, aber das klingt nicht so gut. Die Mainboards messen exakt 14,7 × 14,0 Zentimeter und sind damit kleiner als beim Mini-ITX-Standard (17 × 17 cm), aber größer als Intels NUC-Plattform (10,2 × 10,2 cm).

ASRock DeskMini 110 im Vergleich mit einem Netzteil
ASRock DeskMini 110 im Vergleich mit einem Netzteil
Mini-PC-Formfaktoren
Mini-ITX Mini-STX (5 × 5) NUC
Platinengröße 170 × 170 mm 147 × 140 mm 102 × 102 mm
Platinenfläche 289,0 cm² 205,8 cm² 104,0 cm²

Die Besonderheit der Mini-STX-Platinen liegt im Sockel für den Prozessor. Während CPUs bei der NUC-Plattform stets verlötet sind, ist das neue Format die neue kleinste Lösung für sockelbare Prozessoren. Die CPUs dürfen je nach Mainboard zudem auch eine höhere TDP aufweisen, weshalb deutlich mehr Möglichkeiten gegeben sind. ASRock spezifiziert seine Platine H110M-STX für CPUs mit TDPs von 35 bis 65 Watt und bietet dafür sogar zwei separate Netzteile, eines mit 95 und eines mit 120 Watt Leistung; nur das stärkere wird bisher in Deutschland vertrieben. Die Klasse von 65 Watt TDP schließt von Intels Skylake-Plattform auch einen Core i7-6700 mit ein. Der bietet vier Kerne, acht Threads und bis zu 4 GHz – kein Vergleich zu den Prozessoren für Intel NUC.

Der kleinste Chipsatz für Intels Skylake

Doch ganz ohne Kompromisse geht es nicht. Mit dem Chipsatz H110 kommt der kleinste Ausbau aus Intels Chipsatzpalette für Skylake zum Einsatz, die Anschlüsse auf den Platinen und damit auch beim Mini-PC sind im Vergleich mit den klassischen Desktop-Platinen eher überschaubar. Während noch drei Grafikausgänge geboten werden ist nach vier USB-Ports (davon ein Mal USB Typ C mit 5 Gibt/s), LAN und Sound Schluss. WLAN kann wiederum über einen kleinen M.2-Anschluss nachgerüstet werden. Damit bietet der Mini-PC letztlich ungefähr gleich viel wie das Gros der NUC respektive der Mitbewerber in dieser kleinen PC-Klasse.

Besser als bei den klassischen Mini-PCs sieht es aber im Bereich Massenspeicher aus. Hier bietet der DeskMini 110 nicht nur einen M.2-Port, der alle aktuellen SSDs in schnellster Konfiguration mit vier PCIe-Lanes aufnehmen kann, sondern auch noch drei SATA-Anschlüsse. Zwei davon sind für die Unterseite der Platine vorgesehen, dort können zwei 2,5-Zoll-HDDs/SSDs verstaut werden, diese werden über eine Kabelpeitsche mit Daten und Strom versorgt.

Anschluss für HDDs/SSDs auf der Unterseite
Anschluss für HDDs/SSDs auf der Unterseite (Bild: ASRock)

Ein Gehäuse wie ein Netzteil

Nur 1,92 Liter fasst das schwarze Gehäuse mit seinen Abmessungen von 155 × 155 × 80 mm. Die Höhe ist dabei so gewählt, dass an der Unterseite des Einschubs, auf der die Hauptplatine sitzt, die 2,5-Zoll-Massenspeicher passen, während auf dem Mainboard selbst noch ein Standard-Intel-Boxed-Kühler verschraubt werden kann. Dieser allein ist bereits rund 5 cm hoch, so bleiben nur einige wenige Millimeter Luft bis zum Rand des durch und durch löchrigen Gehäuses. Der Vergleich mit einem Netzteil liegt deshalb mehr als nur auf der Hand.

Das Gehäuse ist darüber hinaus vorbereitet für optionale Erweiterungen. Dazu zählen Bohrungen an der Rückseite für bis zu drei WLAN-Antennen, aber auch eine Aussparung für einen COM-Port ist vorhanden, falls der Mini-PC im industriellen Umfeld eingesetzt werden soll. An der Oberseite ist zudem noch einmal Platz für zwei USB-Ports, die ebenfalls via Header mit dem Mainboard verbunden werden.

Zum guten Ton gehört heutzutage bei kleinen PCs auch die Wandhalterung respektive VESA-Montagemöglichkeit. Auch diese ist beim DeskMini 110 mit von der Partie.

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