Tablets : Apple und Samsung verlieren, Amazon und Huawei legen zu

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Tablets: Apple und Samsung verlieren, Amazon und Huawei legen zu

Der weltweite Tablet-Markt ist zwischen Juli und September um 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurückgegangen, so das Marktforschungsunternehmen IDC. Apple bleibt unangefochten an der Spitze, dahinter folgt Samsung. Einen Dreikampf um Platz 3 liefern sich Amazon, Lenovo und Huawei.

Während die Tablet-Hersteller im dritten Quartal 2016 insgesamt 43 Millionen Geräte verkauften, waren es im gleichen Vorjahreszeitraum noch 50,5 Millionen Exemplare. Damit setzt sich der globale Negativtrend aus dem zweiten Quartal fort.

Billig-Detachables auf dem Vormarsch

IDC sieht niedrigpreisige Detachables, also Tablet-Notebook-Hybriden, auf dem Vormarsch. Langfristig könne das dem Tablet-Markt schaden, so die Marktforscher. Anwender würden wegen der oftmals minderwertigen Nutzererfahrung von Billig-Detachables die gesamte Gerätekategorie zunehmend kritisch sehen und sich distanzieren, statt die Hybriden als PC-Ersatz in Betracht zu ziehen.

iPad Pro hält Apples Tablet-Umsatz stabil

Apple verkaufte im abgelaufenen Quartal 9,3 Millionen iPads, was einen Rückgang um 6,2 Prozent bedeutet. Der iPhone-Konzern hält damit 21,5 Prozent Anteil am weltweiten Tablet-Markt. Jedes dritte über die Ladentheken gegangene iPad war laut IDC ein iPad Pro. Das höherpreisige Tablet sorgte trotz sinkender Gesamtverkaufszahlen der iPad-Reihe für einen im Vergleich zum dritten Quartal 2015 stabilen iPad-Umsatz.

Hersteller Verkäufe Q316 Marktanteil Q316 Verkäufe Q315 Marktanteil Q315 Wachstum pro Jahr
Apple 9,3 21,5 % 9,9 19,6 % -6,2 %
Samsung 6,5 15,1 % 8,1 16,0 % -19,3 %
Amazon 3,1 7,3 % 0,8 1,5 % 319,9 %
Lenovo 2,7 6,3 % 3,1 6,0 % -10,8 %
Huawei 2,4 5,6 % 1,9 3,7 % 28,4 %
Andere 19,0 44,2 % 26,9 53,2 % -29,2 %
Gesamt 43 100 % 50,5 100 % -14,7 %
Hinweis: Die Angaben sind gerundet. Verkäufe in Millionen., Quelle: IDC

Samsung verkauft fast 20 Prozent weniger Tablets

Samsung hat mit 6,5 Millionen Einheiten 19,3 Prozent weniger Tablets als im dritten Quartal 2015 verkauft. Damit verzeichnet der südkoreanische Konzern, der noch 15,1 Prozent Marktanteil im Tablet-Bereich hat, einen größeren Rückgang als der allgemeine Markttrend und den größten Verkaufsrückgang der Top-5-Hersteller. Als Grund dafür sieht IDC Samsungs Abhängigkeit von klassischen Tablets, deren Verkaufszahlen insgesamt immer weiter zurückgehen.

Profitablere Detachables, wie Microsofts Surface-Pro-Serie, spielen bei Samsung bislang eine zu geringe Rolle, um den Tablet-Umsatz nennenswert zu steigern, so die Marktforscher. Das Note-7-Desaster kam zeitlich wohl zu spät, um noch einen nennenswerten Einfluss auf die Tablet-Verkäufe des dritten Quartals genommen zu haben.

Amazon steigert Verkaufszahl um das Vierfache

Online-Händler Amazon hat zwischen Juli und September eine Verkaufssteigerung der hauseigenen Fire-Tablets um 319,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erreicht. IDC sieht insbesondere den Prime Day am 12. Juli 2016 und den seinerzeitigen Preisrabatt um 30 Prozent als Faktor für die gestiegenen Verkäufe. Der ohnehin schon niedrige Preis der Fire-Tablets habe auch im weiteren Verlauf des Quartals für die Verkaufszahl von 3,1 Millionen Geräten gesorgt.

Lenovo verkauft weniger Tablets, Huawei mehr

Die beiden chinesischen Hersteller Lenovo und Huawei stehen im Tablet-Ranking dicht hintereinander. Lenovo sichert sich mit 2,7 Millionen verkauften Tablets zwar den vierten Platz. Dennoch ging das Tablet-Geschäft im dritten Quartal um 10,8 Prozent zurück.

Huawei, im Ranking auf Platz 5, verzeichnet dagegen mit 2,4 Millionen verkauften Geräten ein Wachstum des hauseigenen Tablet-Sektors um 28,4 Prozent. IDC führt das sowohl auf Huaweis starke Smartphone-Präsenz als auch den zunehmenden Wiedererkennungswert der Marke zurück. Auch seien mehr als zwei Drittel aller Huawei-Tablets mit einem Mobilfunk-Modul ausgestattet, während die Konkurrenz im gleichen Preissektor oftmals nur WLAN biete.

Sowohl Lenovo als auch Huawei erwirtschaften den Großteil des Umsatzes in Asien, Europa, Afrika und dem Mittleren Osten.