Quartalszahlen : Galaxy Note 7 verhagelt Samsung das Geschäft

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Quartalszahlen: Galaxy Note 7 verhagelt Samsung das Geschäft

Wie bereits im Ausblick auf das Quartalsergebnis vorweggenommen, hat das Debakel rund um das Galaxy Note 7 Auswirkungen auf die nun bekannt gegebenen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2016 gehabt. Gesamtumsatz und Gewinn von Samsung sind deshalb rückläufig, aber die Semiconductor-Sparte entwickelt sich gut.

15 Prozent weniger Umsatz mit Smartphones

Aufgrund eines fehlenden Smartphone-Topmodells für die zweite Jahreshälfte, das hohe Margen abwirft, ist der Umsatz in Samsungs IM-Sparte (IT & Mobile Communications) um 15 Prozent von 25,94 auf 22,09 Billionen Won gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Im letzten Jahr wurde das Galaxy Note 5 zwar nicht in Europa angeboten, mit dem Galaxy S6 edge+ gab es aber eine Alternative. Die diesjährigen Topmodelle Galaxy S7 und Galaxy S7 edge sind seit März die Speerspitzen im Sortiment.

Samsung gibt an, trotz der vergleichsweise langen Laufzeit am Markt noch einen stabilen Umsatz mit dem Galaxy S7 (edge) erzielen zu können. Wachstum spüre das Unternehmen auch im unteren und mittleren Segment, das von den Serien A und J abgedeckt wird. Der Verkauf von LTE-Technologie an Großkunden habe den Umsatz vom zweiten auf das dritte Quartal erhöht, heißt es in dem aktuellen Quartalsbericht (PDF).

Saisonbedingt erwartet Samsung für das vierte Quartal eine hohe Nachfrage bei Smartphones und Tablets. Der Fokus liege nun darauf, die Verkaufszahlen des Galaxy S7 und Galaxy S7 edge zur Weihnachtszeit zu erhöhen und neue Geräte im unteren und mittleren Segment auf den Markt zu bringen. Das Marketing und Sonderangebote sollen verstärkt werden. In Deutschland sind bereits Aktionen gestartet worden.

Hohe Investitionen für die Speicher- und Displayproduktion

Vorzeigesparte von Samsung ist im dritten Quartal Semiconductor innerhalb der Abteilung (Device Solutions), genauer gesagt die Subkategorie Memory, die um 8 Prozent von 9,14 auf 9,86 Billionen Won zulegen konnte. Eine hohe Nachfrage nach Speicherlösungen für Mobilgeräte und Server, die breitere Verfügbarkeit von V-NAND mit 48 Schichten und die hohe Nachfrage nach 20-nm-DRAM-Lösungen haben der Sparte geholfen, heißt es. Samsung LSI konnte eine hohe Nachfrage bei SoCs im unteren und mittleren Segment sowie höhere Verkaufszahlen von Bildsensoren nach China verzeichnen. Für das vierte Quartal erwartet Samsung einen erneut höheren Umsatz für V-NAND-Lösungen, darunter auch mehr Umsatz mit den eigenen SSDs.

Allerdings geht Samsung auch von einem potenziellen Engpass aus, da das Produktionsvolumen kaum erhöht werden konnte. Um diesem Flaschenhals entgegenzuwirken, investiert das Unternehmen 13,2 Billionen Won in den Ausbau der Produktionsstätten.

Hohe Investitionen von 10,9 Billionen Won stehen auch bei der Display-Sparte (DP) von Samsung an, die wie die Memory-Sparte ein Untersegment der Device Solutions (DS) ist. Der Umsatz von DP beläuft sich im abgelaufenen Quartal auf 7,06 Billionen Won, ein Minus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf das zweite Quartal des Jahres bezogen habe sich die Nachfrage nach OLED- und LCD-Lösungen erhöht, sagt Samsung. Das erklärt das Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Samsung gilt als möglicher Zulieferer von OLED-Displays für das nächstjährige Apple iPhone 8.

Teure Fernseher verkaufen sich gut

Bei der Sparte Consumer Electronics (CE), zu der Fernseher zählen, ist der Umsatz um 3 Prozent von 11,59 auf 11,24 Billionen Won zurückgegangen. Aufgrund guter Verkaufszahlen im Premiumsegment, das höhere Gewinne abwirft, ist der operative Gewinn der Sparte von 0,36 auf 0,77 Billionen Won gestiegen. SUHD- und Curved-Fernseher, insbesondere im Bereich von 60 Zoll und größer seien sehr gefragt gewesen, erklärt Samsung. Dieser Trend soll sich im vierten Quartal fortsetzen.

Minus bei Umsatz und Gewinn

Insgesamt liegt der Umsatz von Samsung im dritten Geschäftsquartal 2016 bei 47,82 Billionen Won (38,37 Milliarden Euro), das sind 7,47 Prozent weniger als im Vorjahr. Der operative Gewinn beläuft sich wie im Ausblick auf das Quartalsergebnis noch etwas höher geschätzt auf 5,2 Billionen Won (4,17 Milliarden Euro), ein Minus von 29,63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn liegt im dritten Quartal bei 4,54 Billionen Won (3,64 Milliarden Euro), das sind 16,85 Prozent weniger als im Vorjahr.