3/6 Samsung SSD 960 Pro im Test : Schneller als das Testsystem erlaubt

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Benchmarks

Erläuterungen und Einzelheiten zu dem Testsystem, der Testmethodik und den genutzten Benchmarks enthält der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

Hinweis: Getestet wurde mit dem Standard-NVMe-Treiber von Microsoft samt nötiger Anpassung für Benchmarks. Ein neuer NVMe-Treiber von Samsung für die 960 Pro wird erst Ende November erscheinen.

Iometer

Die 3.000 MB/s der Samsung SM961 beim sequenziellen Lesen erreicht auch das neue Endkundenmodell. Beim Schreiben werden erstmals im Testfeld mehr als 2.000 MB/s geboten. Die 950 Pro überflügelt der Neuling dabei um fast 70 Prozent! In beiden Iometer-Tests erweist sich die kleinere 960 Pro als einen Tick schneller als das 2-TB-Flaggschiff.

Die beworbene Transferrate von 3.500 MB/s lesend wird in diesem Benchmark nicht annähernd erreicht. Die Ursache ist jedoch nicht die SSD, sondern vielmehr die Testplattform – mehr dazu in einem nachfolgenden Abschnitt. Die 2.100 MB/s beim Schreiben liegen kurzfristig an und werden sogar überboten, doch im zweiminütigen Test liegt der Durchschnittswert darunter.

AS SSD

Sequenziell lesend auf Höhe der SM961, aber schreibend absolute Spitze – diese Erkenntnis gilt auch für diesen Benchmark. Beim 4K-Lesen werden wie auch mit anderen PCIe-SSDs von Samsung über 50 MB/s erreicht, das schaffte bisher kein anderer Hersteller. Schreibend (4K) reicht es nicht ganz für die Spitze, denn hier ist die Intel SSD 750 noch 15 Prozent schneller. Mit 64 Threads brechen dann alle Dämme und die 960 Pro mit 2 TByte wird ihrem Flaggschiff-Status mehr als gerecht: Über 2.000 MB/s beim 4K-Lesen oder umgerechnet fast 520.000 IOPS sind einsame Spitze! Intels SSD 750 wird hier um 50 Prozent geschlagen.

Dafür, dass die 960 Pro die maximale sequenzielle Leserate in AS SSD nicht erreicht, hat Samsung eine Erklärung: Der Benchmark lege zwischen dem Senden von Befehlen eine Pause von mehreren hundert Mikrosekunden ein. Bei langsameren SSDs wie zum Beispiel SATA-Modellen falle diese Wartezeit nicht ins Gewicht, doch bei schnellen PCIe-SSDs äußert sich die Pause in niedrigeren sequenziellen Leseraten, so Samsung. Auch Modelle der Konkurrenz erreichen bei AS SSD nicht ihre maximale Leserate.

3,5 GB/s sind zuviel für das Testsystem

In keinem Test konnte ComputerBase die Herstellerangabe von bis zu 3.500 MB/s beim sequenziellen Lesen reproduzieren. Auch im CrystalDiskMark in der Version 5.1.2, auf dem Samsungs Angabe beruht, erreichte die Redaktion lediglich knapp 3.100 MB/s.

Nach vielen Stunden der Ursachenforschung samt Rücksprache mit Samsung und anderen Redaktionen wurde klar: Das ComputerBase-Testsystem limitiert die Leistung beim sequenziellen Lesen. Eine Erhöhung des CPU-Takts schaffte keine Abhilfe. Der Wechsel vom M.2-Slot des ASRock Z97 Extreme6 auf eine PCIe-3.0-x4-Adapterkarte brachte dann zumindest eine Besserung: Die 960 Pro schaffte so immerhin 3.375 MB/s in der Spitze. Für die restlichen 125 MB/s bis zur Herstellerangabe reichte es jedoch nicht.

Die Ursache ist ungeklärt. Sowohl im Ultra-M.2-Slot als auch beim Adapter im PCIe-x16-Slot sollten vier PCIe-3.0-Lanes direkt von der CPU und somit bis zu 3.938 MB/s (abzüglich Overhead) Datenrate für die SSD zur Verfügung stehen. Für eine genaue Ursachenforschung fehlte bisher die Zeit.

960 Pro 512 GB im M.2-Slot
960 Pro 512 GB im M.2-Slot
960 Pro 512 GB im M.2/PCIe-Adapter
960 Pro 512 GB im M.2/PCIe-Adapter
960 Pro 2 TB im M.2-Slot
960 Pro 2 TB im M.2-Slot
960 Pro 2 TB im M.2/PCIe-Adapter
960 Pro 2 TB im M.2/PCIe-Adapter

PCMark 8

Im PCMark 8 stößt die große 960 Pro die Konkurrenz aus eigenem Hause vom Thron: Fast 720 MB/s reichen, um die 950 Pro zu schlagen. Die 960 Pro mit 512 GByte liegt mit knapp 650 MB/s auf dem dritten Platz.

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