3/8 Vengeance 500 und LX 500 im Test : Kompakte Qualitäts-Netzteile von Corsair und Cougar

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Technik

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Öffnen des Netzteils fällt der Blick auf die Elektronik. Wie immer gilt: Nicht nachmachen – Lebensgefahr!

Aus unterschiedlicher Fertigung

Wie in dieser Effizienzklasse üblich, gibt es kein resonantes Schaltverfahren, sondern eine standardmäßige Double-Forward-Topologie, die in der Herstellung etwas günstiger ist. Dennoch sind Maßnahmen zum Erreichen eines höheren Wirkungsgrads wie die synchrone Gleichrichtung auf der Sekundärseite und die DC-DC-Wandlung der Minor-Rails vorhanden. Als Fertiger entpuppt sich für das Vengeance 500 CWT und für das LX 500 der Mutterkonzern von Cougar – HEC/Compucase.

Technische Daten Corsair Cougar
Primärseite
EMV-Filter 3 X-, 4 Y-Kondensatoren, 2 CM-, 1 DM-Drossel(n), Ferrit 2 X-, 4 Y-Kondensatoren, 2 CM-Drosseln
Sicherungen Feinsicherung, MOV
Aktive PFC 2 MOSFETs (Fuji FMH20N60S1), 1 Diode (ST STTH8S06) 2 MOSFETs (Magnachip MDP18N50), 1 Diode (NXP BYC8X-600)
Einschaltstrombegrenzer NTC
Zwischenkreiskondensator Nippon Chemicon (KMR-Serie) 220 µF, 400 V, 105 °C Teapo (LH-Serie) 270 µF, 400 V, 85 °C
Konvertertopologie Double-Forward
Schalter 2 Infineon IPW50R280CE 2 Magnachip MDP18N50
Sekundärseite
Wandlung Minor-Rails (5 V und 3,3 V) DC-DC
Gleichrichter +12 V 3 Infineon BSC039N06NS 4 SG60N04P
DC-DC-Schalter 5 V und 3,3 V 3 Ubiq QM3004D (3,3 V) und 3 Ubiq QM3006D (5 V) je 4 Ubiq QM3006D
Filterkondensatoren +12 V Nippon Chemicon 2 2.200 µF (KZE-Serie) und 3 1.000 µF (KY-Serie) 3 Teapo (SC-Serie) 2.200 µF und 2 Feststoffkondensatoren
Filterkondensatoren 5 V Feststoffkondensatoren 2 Teapo (SC-Serie) 2.200 µF
Filterkondensatoren 3,3 V Feststoffkondensatoren 2 Teapo (SC-Serie) 2.200 µF
Filterkondensatoren 5 VSB Nippon Chemicon (KY-Serie) 2.200 µF und Feststoffkondensator 2 Teapo (SC-Serie) 2.200 µF
Supervisor-IC Siti PS229 und Weltrend WT7518D (12-Volt-OCP) Weltrend WT7527V
Lüfter
Modellbezeichnung Hong Hua HA1225H12S-Z Cougar PLA12025S12M ZP
Technische Daten 2.200 U/Min, Rifle-Gleitlager ? U/Min, FD-Lager

Die Eingangsfilterung beider Netzteile ist vollständig. Neben den EMV-Netzfiltern gibt es auch wichtige Sicherung wie den MOV. Weiter geht es mit einem Brückengleichrichter, der jeweils an einem eigenen Kühlkörper montiert wurde. In der aktiven PFC wird die gleichgerichtete Netzspannung auf ein höheres Spannungsniveau gebracht und in großen Elektrolytkondensatoren gestützt. Cougar setzt auf ein kostengünstigeres, taiwanisches Fabrikat mit einer Temperaturbewertung von nur 85 °C. Dafür kann aufgrund der höheren Kapazität mehr Energie zwischengespeichert werden. Auf die Lebenserwartung des Netzteils sollte sich aber auch der Teapo-Elko nicht negativ auswirken.

Unterschiede auf der Sekundärseite

Die Double-Forward-Topologie besteht aus zwei Halbleiter-Schaltern, die den Stromfluss steuern, der auf die Sekundärseite übertragen wird. Dort wird dieser effizient mittels MOSFETs synchron gleichgerichtet. In der Umsetzung unterscheiden sich beide Modelle dadurch, dass die Halbleiter im Vengeance 500 als kleines TDSON-8-Package vorliegen und im LX 500 im TO-220-Gehäuse. Die erste Variante kann effizienter arbeiten, ist aufgrund der SMD-Montage allerdings schwieriger zu kühlen. Im LX 500 bedarf es hingegen eines Kühlkörpers, der entsprechend groß dimensioniert ist.

Die Minor-Rails werden über DC-DC-Module bereitgestellt, die im Falle des Vengeance 500 als ein großes vertikales Board und beim LX 500 als zwei extra Platinen hinzugefügt wurden. Auch hierbei wurden mehrere MOSFETs parallel geschaltet, um den Verlustwiderstand im leitenden Zustand zu verringern.

Als Ausgangsfilter gibt es zahlreiche Kondensatoren. Auf der 12-Volt-Schiene des Vengeance 500 gibt es dabei einen Mix aus Nippon-Chemicon-Elkos und auf der des LX 500 Teapo-SC-Serie-Elkos mit zwei Feststoffkondensatoren. Auf der 3,3- und 5-Volt-Schiene finden im Vengeance 500 ausschließlich Feststoffkondensatoren Verwendung, die dominierend gegenüber den alternden Elkos bezüglich der Lebenserwartung sind. Aufgrund der geringen Belastung auf diesen Schienen steht jedoch auch die Bestückung des LX 500 in nichts nach.

Zwei ICs zur Sicherung bei Corsair

Die Absicherung des Vengeance 500 teilt sich auf zwei Supervisor-ICs auf. Der Siti PS229 wird von einem Weltrend WT7518D unterstützt, der die zusätzlichen 12-Volt-Kanäle absichert. Eine Multi-Rail-Absicherung wäre auch mit einer Ein-Chip-Umsetzung möglich gewesen, allerdings nutzt die CX-M-Serie dasselbe Platinenlayout, nur ohne den WT7518D, weshalb dieser Weg bevorzugt wurde. Die CPU-, die GPU- und die Mainboard- inklusive der Peripherie-Leitungen bilden dabei jeweils eine 12-Volt-Schiene.

Für die Belüftung nutzen beide Hersteller mit einem 120-mm-Lüfter das Maximum aus, das in ein solches Gehäuse passt. Das Lager des LX 500 ist dabei dem Vengeance 500 überlegen, wobei sich das Corsair-Netzteil mit einem Rifle-Gleitlager von den noch günstigeren Gleitlagern etwas abhebt.

Die Verarbeitung sowie die Lötqualität weiß bei beiden Testprobanden zu überzeugen. Beim Haupt-PCB orientiert man sich an günstigeren Vertretern, da es lediglich eine Single-Layer-Pertinax-Platine gibt – für diesen Zweck absolut ausreichend.

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