OnePlus 3T im Test: Flagship-Killer-Killer 3/6

Nicolas La Rocco 414 Kommentare

Cooler Snapdragon 821

Der Snapdragon 821 ist nur eine leichte Ausbaustufe des Ende 2015 vorgestellten Snapdragon 820 im OnePlus 3. Er basiert ebenfalls auf vier CPU-Kernen der aktuellen Kryo-Generation von Qualcomm und teilt diese in 2 × 2 auf. Zwei Performance-Kerne liefern die maximale Leistung und zwei Power-Kerne sollen energiesparend arbeiten. Qualcomm hat die Taktraten leicht gegenüber dem Snapdragon 820 verändert, interessant sind die zeitweisen Sprünge des Power-Clusters.

Das Power-Cluster wechselt zwischen 1,59 und 2,19 GHz

Die zwei Performance-Kerne dürfen im Snapdragon 821 laut OnePlus mit bis zu 2,35 GHz takten, laut Messungen sind es 2,3424 GHz. Im Snapdragon 820 waren noch maximal 2,15 GHz möglich. Für die Power-Kerne gibt Qualcomm selbst bis zu 2,19 GHz an, OnePlus hingegen nur 1,60 GHz, woran liegt das?

Zunächst einmal sind bei unterschiedlicher Betrachtungsweise beide Angaben richtig, wobei OnePlus eine leichte Rundung vornimmt, denn im Regelfall liegt der Maximaltakt des Power-Clusters bei 1,5936 GHz. Regelfall deshalb, weil Qualcomm mit seiner Angabe ebenfalls nicht falsch liegt, da das Power-Cluster punktuell auf 2,1888 GHz takten darf, und zwar immer dann, wenn eine Aktion vom Nutzer ausgeführt wird. Wird zum Beispiel Google Maps gestartet, springt das Power-Cluster für den Abruf der maximalen Leistung für sehr kurze Zeit auf 2,19 GHz, um dann für die restliche Ladezeit bei den üblichen 1,59 GHz zu verbleiben. Auf diese Art und Weise realisiert Qualcomm die zur Vorstellung des Snapdragon 821 versprochenen kürzeren Ladezeiten von Apps oder auch das weichere Scrolling im Browser.

Taktverlauf zeigt punktuellen Anstieg

Das folgende Diagramm zeigt beispielhaft den chronologischen Taktverlauf des Snapdragon 821 während der Nutzung von Google Chrome, Facebook, GFXBench (siehe Anstieg GPU-Takt), der Android-Einstellungen und von WhatsApp.

Taktverlauf des Snapdragon 821 im OnePlus 3T
Taktverlauf des Snapdragon 821 im OnePlus 3T

Eines der schnellsten Android-Smartphones

Unter Dauerbelastung wie bei den Benchmarks liegen Taktraten von 2,34 GHz und 1,59 GHz an. Die Adreno-530-GPU darf mit bis zu 652,80 MHz ebenfalls etwas höher takten als im Snapdragon 820 (624 MHz). Das hat in Summe zur Folge, dass sich das OnePlus 3T über weite Bereiche als bisher schnellstes Android-Smartphone in die Rangliste einreihen darf. An die Single-Core-Leistung eines Apple A9 oder A10 Fusion kommt der Snapdragon 821 aber nicht heran. Auch mit dem ARM Cortex-A73 aus dem Kirin 960 des Mate 9 hat der Kryo teilweise zu kämpfen. Wird die Leistung aller Kerne auf einen Schlag abgerufen, kann der Snapdragon 821 aufgrund seines Quad-Core-Aufbaus naturgemäß auch nicht mit den Octa-Core-Lösungen mithalten.

OnePlus 3T mit sehr hoher Leistung bei Dauerbelastung

Entwickelte sich der Snapdragon 810 wegen massiver Drosseleingriffe zu Zeiten des OnePlus 2 noch zum echten Horrorszenario, stellen Snapdragon 820 und 821 das komplette Gegenteil dessen dar. Das OnePlus 3T hält seine Leistung unter Dauerbelastung so gut aufrecht wie noch kein Smartphone zuvor. Unter Dauerbelastung im GFXBench Manhattan OpenGL ES 3.0 kommt es ab dem fünften Durchlauf zu einer Leistungseinbuße von sechs Prozent, die bis zum Ende unverändert bleibt.

FPS-Entwicklung GFXBench Manhattan OpenGL ES 3.0 bei Dauerbelastung
OnePlus 3T Huawei Mate 9 Pixel XL iPhone 7 Plus Galaxy S7
Durchgang FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
1 50 – 0,0 % 40 – 0,0 % 48 – 0,0 % 63 – 0,0 % 40 – 0,0 %
2 49 – 2,0 % 37 – 7,5 % 48 – 0,0 % 60 – 4,8 % 40 – 0,0 %
3 49 – 2,0 % 35 – 12,5 % 48 – 0,0 % 56 – 11,1 % 40 – 0,0 %
4 49 – 2,0 % 32 – 20,0 % 48 – 0,0 % 41 – 34,9 % 40 – 0,0 %
5 47 – 6,0 % 32 – 20,0 % 48 – 0,0 % 47 – 25,4 % 39 – 2,5 %
6 47 – 6,0 % 31 – 22,5 % 48 – 0,0 % 41 – 34,9 % 39 – 2,5 %
7 47 – 6,0 % 30 – 25,0 % 47 – 2,1 % 48 – 23,8 % 38 – 5,0 %
8 47 – 6,0 % 30 – 25,0 % 46 – 4,2 % 44 – 30,2 % 38 – 5,0 %
9 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 46 – 4,2 % 44 – 30,2 % 38 – 5,0 %
10 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 46 – 4,2 % 49 – 22,2 % 37 – 7,5 %
11 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 46 – 4,2 % 42 – 33,3 % 37 – 7,5 %
12 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 32 – 20,0 %
13 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 37 – 7,5 %
14 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 48 – 23,8 % 36 – 10,0 %
15 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 34 – 15,0 %
16 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 36 – 10,0 %
17 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 19 – 52,5 %
18 47 – 6,0 % 27 – 32,5 % 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 26 – 35,0 %
19 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 44 – 8,3 % 41 – 34,9 % 24 – 40,0 %
20 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 44 – 8,3 % 41 – 34,9 % 27 – 32,5 %

Satte 6 Gigabyte LPDDR4-RAM

In puncto Speicher gibt es beim OnePlus 3T wieder satte 6 Gigabyte LPDDR4. An dieser Stelle gibt es zwei Beobachtungen festzuhalten. Zum einen nutzt OnePlus endlich mehr von dem vielen Speicher als es noch zu den Anfangszeiten des OnePlus 3 üblich war. Das Smartphone kann zahlreiche Apps im Speicher halten, ohne dass diese beim nächsten Aufruf neu geladen werden müssen. Das macht sich auch in Anwendungen wie Google Chrome bemerkbar, wo es nur sehr selten zum Neuladen von Seiten kommt. Auf der anderen Seite liegen häufig aber auch gut 2,5 Gigabyte Speicher einfach brach und werden nicht genutzt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass OnePlus nicht volle 6 Gigabyte dauerhaft bereithalten wollte, um Energie zu sparen. Vermutlich wäre das OnePlus 3T deshalb mit 4 Gigabyte kein schlechteres Smartphone geworden.

Viel freier und schneller UFS-2.0-Speicher

Der interne Speicher misst beim Testgerät brutto 128 und formatiert noch 113 Gigabyte. Das Modell mit 64 Gigabyte kostet bei OnePlus 40 Euro weniger. Von den 113 Gigabyte bleibt ab Werk nach der Ersteinrichtung und einem Update aller Apps über Google Play noch erfreulich viel frei. Nur 1,6 Gigabyte gönnt sich das Betriebssystem im Auslieferungszustand. Bei der Speichertechnologie setzt OnePlus auf schnellen UFS 2.0, was sich durchweg in den Benchmarks und auch im Alltagseinsatz bemerkbar macht. Die Erweiterung des Speichers durch eine microSD-Karte ist nicht möglich.

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