Virtual Reality: Google führt bei Stückzahlen, Samsung beim Umsatz

Mahir Kulalic 8 Kommentare
Virtual Reality: Google führt bei Stückzahlen, Samsung beim Umsatz

Eine neue Studie von Strategy Analytics betrachtet die Verteilung von Marktanteil und Umsatz im Bereich Virtual Reality. Laut dem Marktforschungsunternehmen führt Google bei Stückzahlen und Samsung bei Umsätzen. Oculus Rift und HTC Vive spielen derweil eine kleinere Rolle.

Beim Marktanteil führt Google Cardboard

Strategy Analytics bezieht in seiner Studie dabei gleichermaßen Produkte für Smartphones und für den PC mit ein. Den größten Anteil an den beiden Faktoren Umsatz und Verkäufe haben laut der Studie VR-Brillen für mobile Geräte. Dadurch ist Google mit seiner 2014 gestarteten Cardboard-Plattform Marktführer in Sachen Stückzahlen, wenngleich Google nicht alle mit Cardboard kompatiblen Brillen fertigt, sondern in erster Linie die Plattform bereitstellt. Die Cardboards selbst sind oftmals einfache Brillen aus Pappe zu teilweise einstelligen Euro-Preisen, was auch den hohen Marktanteil erklärt.

Googles mit Android 7.0 eingeführte Plattform Daydream VR (Test) spielt mit 0,1 Prozent Anteil bei den Verkäufen praktisch keine Rolle. Ähnliches gilt für HTC Vive (Test) und Oculus Rift (Test): Die beiden High-End-Modelle für den PC kommen gemeinsam auf weniger als zwei Prozent Marktanteil. Den zweiten Platz nach Verkäufen belegt Samsung, gefolgt von Sony.

Marktanteile VR nach Stückzahlen und Plattform
Marktanteile VR nach Stückzahlen und Plattform (Bild: Strategy Analytics)

Fast ein Drittel Umsatz durch drei Anbieter

In Sachen Umsatz führt Samsung das Feld mit der – im Vergleich zu Cardboard-Lösungen höherpreisigen – Gear VR an. 35 Prozent der von Strategy Analytics ermittelten Umsätze entfallen demnach auf Samsungs Ökosystem. Den zweiten Platz im Umsatzranking belegt Sony mit der PlayStation VR (Test), gefolgt von Google auf Platz Drei mit zwölf Prozent Anteil. Die drei größten Anbieter generieren somit mindestens 62 Prozent der Umsätze.

Viel Umsatz mit günstigen Produkten

Die Studie gibt einen interessanten Einblick auf die Verteilung von Verkäufen und Umsatz. Obwohl Samsungs Gear VR mit Preisen zwischen 70 und 100 Euro verhältnismäßig günstig ist, hat der Hersteller genug Stückzahlen für über ein Drittel Anteil am Gesamtumsatz abgesetzt. Sonys PlayStation VR hingegen hat ohne notwendige Kamera eine Preisempfehlung von 400 Euro und liegt mit drei Prozent Marktanteil auf dem zweiten Platz beim Umsatz, ist dabei aber ein Ausreißer nach oben. Zusammengenommen gehen über die Hälfte aller VR-Umsätze an Samsung und Sony. Brillen für Googles Cardboard-Plattform kosten teilweise unter 10 Euro und erreichen ebenfalls über 10 Prozent Umsatzanteil.

Kein genauer Überblick über Vive und Rift

Die mit Abstand kostspieligsten Lösungen von Oculus und HTC/Valve landen hingegen hinter den drei großen Anbietern, obwohl bei Preisen von 700 (Oculus Rift) beziehungsweise 800 Euro (HTC Vive) auch mit im Vergleich geringeren Stückzahlen ein großer Umsatzanteil erreichbar wäre. Strategy Analytics vertieft die Umsatzanteile von HTC und Oculus jedoch nicht, sodass eine genaue Einordnung vor dem Hintergrund der Studie derzeit nicht möglich ist. Erschwerend hinzu kommt die fehlende Relation zwischen neun Prozent Marktanteil und dem daraus entstehenden Umsatz der Gruppe von „anderen“ Herstellern.