Surface Pro 2017 im Test: Mal wieder die Firmware 3/3

Jan-Frederik Timm 93 Kommentare

Display

Sehr gute Messwerte liefert das Display im Testmuster: Mit maximal 466 cd/m² in der Bildschirmmitte ist es heller als die drei bisher vermessenen Surface Pro 4, auch der Kontrast liegt mit 1.442:1 höher. Am oberen Bildschirmrand werden in der Mitte sogar 500 cd/m² überschritten.

Die Ausleuchtung ist mit Ausnahme der hervorscheinenden Hintergrundbeleuchtung am unteren Rand noch als homogen zu bezeichnen, die Abweichung liegt bei maximal zehn Prozent.

Messwerte anderer Redaktionen im Netz deuten allerdings darauf hin, dass Microsoft die hohe Serienstreuung beim Display des Surface Pro auch in dieser Generation nicht behoben hat. So haben die Kollegen von Golem.de maximal knapp 400 cd/m² Helligkeit gemessen – ein Unterschied von 20 Prozent.

Akkulaufzeit

Der Akku des neuen Surface Pro ist leicht gewachsen. Zusammen mit dem unter Teillast deutlich effizienteren Kaby-Lake-Prozessor, der neuen SSD (und möglicherweise weiteren Optimierungen am PCB) sowie im Betrieb „Stromsparen“ sind die Akkulaufzeiten infolgedessen deutlich gestiegen, ohne dass der Anwender in diesen weniger oder immer nur für kurze Zeit fordernden Szenarien etwas davon mitbekommt. Schon 28 Prozent mehr Laufzeit im PCMark 8 sind eine Ansage, 79 Prozent mehr Laufzeit im YouTube-Test sind es in jedem Fall – die Display-Helligkeit war jeweils auf 200 cd/m² in der Bildschirmmitte normiert.

Fazit

Mehr Leistung, deutlich längere Laufzeiten – das Surface Pro hätte in fünfter Generation eine saubere Überarbeitung des Vorgängers sein können. Die ist es aktuell aber nicht. Und das hat mehrere Gründe.

Die Firmware ist ein echtes Gegenargument

An erster Stelle sind die offensichtlich anhaltenden Probleme mit der Firmware zu nennen, die sich im Test durch wiederholte Systemhänger unter hoher Last oder willkürlich stark fallende Taktraten trotz Einstellung „Beste Leistung“ im neuen Power-Throttle von Windows 10 zeigten. Beide Fehler traten mehrmals auf. Eine Stellungnahme war von Microsoft Deutschland auch auf Nachfrage nicht einzuholen.

Ebenfalls nicht gut zu Gesicht steht dem Surface Pro 2017 das anhaltende Thema Backlight-Bleeding. Bei einem Gerät dieser Preisklasse, dessen Display grundsätzlich ein Aushängeschild ist, darf die leckende Hintergrundbeleuchtung nicht unter Tageslicht deutlich zu sehen sein. Berichten von Käufern zufolge ist dieser „Defekt“ weitverbreitet, wenngleich es auch einwandfreie Modelle gibt. Der „Vorgänger“ Surface Pro 4 hatte das gleiche Problem. Dass dieser mit Core i5 teilweise schneller ist als das neue Topmodell, ist ein weiterer Haken am neuen Angebot.

Neben diesen Hardware-Problemen stellt auch Microsoft dem neuen Surface eine weitere Hürde: Erstmals müssen Anwender den Stift separat erwerben. Das Surface Pro kommt damit komplett ohne die beiden für die Serie so typischen Accessoires zum Kunden: Type Cover und Stift.

Zum aktuellen Zeitpunkt kann das Fazit nur lauten: Die längere Akkulaufzeit macht die mit dem Testmuster aufgetretenen Probleme nicht wett. Interessenten sollten abwarten.

Technische Eckdaten im Überblick

Microsoft Surface Pro (256GB i7 8GB) Microsoft Surface Pro 4 (256 GB i7 8 GB)
Software:
(bei Erscheinen)
Windows 10 Pro
Display: 12,30 Zoll
2.736 × 1.824, 267 ppi
12,30 Zoll
2.736 × 1.824, 267 ppi
Gorilla Glass 4
Bedienung: Touch, Stylus, Iris-Scanner
SoC: Intel i7-7660U
2 × Kaby Lake, 4,00 GHz
14 nm, 64-Bit
Intel i7-6650U
2 × Skylake, 3,40 GHz
14 nm, 64-Bit
GPU: Intel Iris 640
1.100 MHz
Intel Iris 540
1.050 MHz
RAM: 8.192 MB
LPDDR3
Speicher: 256 GB (+microSD)
Kamera: 8,0 MP, 1080p
AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 720p 5,0 MP, 1080p
Sekundär-Frontkamera: Nein
GSM: Nein
UMTS: Nein
LTE: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.0
Ortung: Nein
Weitere Standards: USB 3.0, Mini-DisplayPort, Tastatur-Dock
SIM-Karte:
Akku: ?
fest verbaut
5.087 mAh (38,20 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 292,1 × 201,4 × 8,50 mm 292,1 × 201,4 × 8,45 mm
Schutzart:
Gewicht: 786 g
Preis: 1.799 € ab 1.399 €

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