Pixel 2 (XL) im Test: Googles beste Smartphones haben ein Display-Problem 3/4

Nicolas La Rocco 153 Kommentare

Bessere Akkulaufzeiten

Anders als bei Apple und dem iPhone 8 (Plus) (Test) in diesem Jahr gibt es bei Google keine eklatanten Einschnitte bei den Nennladungen der Pixel-Akkus zu verzeichnen. Genauer gesagt herrscht beim Pixel 2 fast Gleichstand mit 2.700 zu 2.770 mAh, während das Pixel 2 XL im Vergleich zur ersten Generation um 70 mAh auf 3.520 mAh zugelegt hat. Gepaart mit dem effizienteren 10-nm-SoC von Qualcomm ergeben sich trotz annähernd gleicher Kapazitäten längere Laufzeiten. Und auch im Alltag halten die Google-Smartphones selbst bei stärkerer Nutzung zuverlässig einen ganzen Tag durch.

Im PCMark für Android, der mehrere Alltagsaufgaben auf Basis von Android-APIs durchführt, darunter Bildbearbeitung, Web-Browsing, Offline-Videowiedergabe und Textverarbeitung, schneidet das Pixel 2 XL 17 Prozent oder rund anderthalb Stunden besser als das Pixel XL ab. Auf dem kleineren Pixel 2 war der Benchmark hingegen aufgrund immer wieder auftretender Abstürze der App nicht durchführbar. Das Android-System selbst lief während des gesamten Tests stabil.

Auch beim WLAN-Streaming über YouTube schneidet die neue Pixel-Generation deutlich besser ab. Das kleine Pixel 2 erreicht jetzt in etwa den Wert eines Pixel XL vor einem Jahr. Das größere Pixel 2 XL spielt mit über 13 Stunden in derselben Liga wie ein Galaxy S8+. Sowohl unter YouTube als auch im PCMark führen nach wie vor das Lenovo Moto Z Play und das LG X Power das Feld an. Nach dem Sony Xperia XZ1 Compact sind die neuen Pixel 2 aber die am längsten durchhaltenden High-End-Smartphones in der Rangliste.

Dass die Pixel 2 lange durchhalten, haben sie auch im Alltagseinsatz bewiesen. Zwar handelt es sich nicht um Dauerläufer wie die zuvor genannten Geräte von Lenovo oder LG, doch für einen intensiven Tag von morgens bis abends sind beide Varianten gewappnet. Im Test wurden die Smartphones mit einem Google-Konto, drei IMAP-Konten, Chrome als Browser, WhatsApp, Facebook, Twitter und Slack verwendet. Dazu kamen gelegentlich Apps wie die Kamera, YouTube und das ein oder andere Casual-Game (Plants vs. Zombies). Zeitweise wurden auch Google Maps und Google Play Music genutzt. Auf keinem der Pixel 2 kam es am Abend zu einem Engpass der Kapazität, im zweistelligen Bereich blieb die Batterieladung in jedem Fall. Auf dem größeren Pixel 2 XL hält der Akku allerdings tendenziell doch etwas länger durch.

Meldung auf dem Lockscreen beim Schnellladen
Meldung auf dem Lockscreen beim Schnellladen (Bild: Google)

Aufladen mit USB Power Delivery

Google legt den Smartphones wie im letzten Jahr ein USB-Typ-C-Netzteil bei, das maximal 18 Watt liefert. Google nutzt dafür USB Power Delivery 2.0, anstatt zum Beispiel Quick Charge von Qualcomm. Die Buchsen an den Smartphones übertragen Daten mit USB 3.1 Gen1, was wiederum die aktuelle Bezeichnung für USB 3.0 mit bis zu 5 Gbit/s ist. Google gibt für 15 Minuten Schnellladen per USB Power Delivery 2.0 eine Nutzungszeit von 7 Stunden an. Kabelloses Aufladen wird aufgrund des Gehäuses aus Aluminium nicht unterstützt, dies war aber schon im letzten Jahr nicht der Fall.

Netzteil und USB-Typ-C-Kabel
Netzteil und USB-Typ-C-Kabel (Bild: Google)
USB-Typ-C-Netzteil mit 18 W
USB-Typ-C-Netzteil mit 18 W (Bild: Google)

Konnektivität

Dank des Wechsels zum Snapdragon 835 bieten die neuen Pixel 2 eine im Vergleich zum Vorgänger umfangreichere Konnektivität. In erster Linie arbeitet das in das SoC integrierte LTE-Modem des Typs Snapdragon X16 schneller. Das volle 1 Gbit/s im Downstream schöpft Google aufgrund des Antennenaufbaus aber nicht aus, bei 800 Mbit/s ist jeweils Schluss. 1 Gbit/s über LTE bietet derzeit nur Vodafone testweise in Düsseldorf, bei der Deutschen Telekom sind 500 Mbit/s das Maximum und Telefónica kommt nach wie vor nur auf 225 Mbit/s. Auch der Uplink wird mit mageren 75 Mbit/s nur zur Hälfte ausgenutzt. In Deutschland sind bis zu 150 Mbit/s bei allen drei Mobilfunkanbietern nutzbar.

Die Pixel 2 nutzen in allen Ländern eine Nano-SIM-Karte für die Mobilfunkanbindung, in den Smartphones steckt aber auch eine eSIM, die hierzulande jedoch nicht verwendet werden kann. Diese ist für den Kauf des Smartphones über Googles Project Fi gedacht und wird nach dem Kauf des Smartphones über das Mobilfunknetz mit den Daten des Nutzers programmiert. In Deutschland gibt es derzeit keinen Zugriff auf die Karte.

Pixel 2 unterstützt LTE Advanced Pro mit bis zu 800 Mbit/s
Pixel 2 unterstützt LTE Advanced Pro mit bis zu 800 Mbit/s (Bild: Google)

Am WLAN hat Google keine Veränderungen vorgenommen, was auch nicht möglich gewesen wäre, denn die technische Basis von Qualcomm hat sich zwischen dem Pixel (XL) mit Snapdragon 821 und der neuen Generation trotz SoC-Wechsel auf den Snapdragon 835 nicht verändert. Auch die Pixel 2 unterstützen WLAN 802.11 a/b/g/n/ac mit 2,4 und 5 GHz sowie 2×2 MIMO. In der Theorie sind mit diesem Aufbau maximal 867 Mbit/s möglich. Beide Testgeräte schneiden im WLAN-Test mit zwei Access Points sehr ordentlich ab, kommen aber nicht an das Samsung Galaxy S8 heran.

1 GByte (1.024 MByte) Dateiübertragung per WLAN
Google
Pixel 2
Google
Pixel 2 XL
Google
Pixel XL
Sony
Xperia XZ Premium
LG
G6
Samsung
Galaxy S8
Huawei
P10
WLAN 2,4 GHz b/g/n
5,0 GHz a
ac
Asus RT-AC68* 2,4 GHz m:s 1:05 1:21 1:15 1:16 0:38 1:04 1:38
MB/s 15,75 12,64 13,65 13,47 26,95 16,00 10,45
5,0 GHz m:s 0:19 0:25 0:18 0:19 0:27 0:14 0:29
MB/s 53,89 40,96 56,89 53,89 37,93 73,14 35,31
ASRock AC2600** 2,4 GHz m:s 4:53 4:24 5:30 4:43 10:03 5:32 9:40
MB/s 3,49 3,88 3,10 3,62 1,70 3,08 1,77
5,0 GHz m:s 0:49 0:51 0:50 0:36 0:49 0:33 4:28
MB/s 20,90 20,08 20,48 28,44 20,90 31,03 3,82
*Im selben Zimmer, ca. 90 Zentimeter Abstand
**Zwei Zimmer weiter durch Rigipswände getrennt, ca. 10 Meter Abstand
✓ = ja / × = nein

Ansonsten hat Google in die neue Pixel-Generation Bluetooth 5.0 (LE) integriert. Dadurch lässt sich gegenüber Bluetooth 4.2 in der Theorie die Reichweite auf bis zu 200 Meter vervierfachen und die Datenrate auf bis zu 2 Mbit/s verdoppeln. Außerdem sind die Kopplung von zwei Geräten gleichzeitig und neue Dienste wie die Standortübermittlung möglich. Die maximale Sendeleistung von Bluetooth 5.0 steigt von 10 auf 100 mW. Ein im Test für Musik und gelegentliches Telefonieren verwendeter Bluetooth-Kopfhörer des Typs LG HBS-850 lief mit beiden Geräten zuverlässig.

Entwickleroptionen: Bluetooth-Einstellungen für Codec und AVRCP
Entwickleroptionen: Bluetooth-Einstellungen für Codec und AVRCP

Mit Galileo ist auf den Pixel 2 neben GPS (USA), GLONASS (Russland) und BeiDou (China) die Standortbestimmung über ein europäisches Navigationssatellitensystem möglich. Galileo soll im Laufe des kommenden Jahres aus 30 Satelliten bestehen.

Auf der nächsten Seite: Fazit