Radeon RX Vega 64 Red Devil im Test: PowerColors Kühler bringt Vega zum Schweigen 4/4

Wolfgang Andermahr 381 Kommentare

Fazit

Auch die PowerColor Radeon RX Vega 64 Red Devil lässt AMDs aktuelle Topmodell nicht eine Leistungsklasse höher rutschen, die ab Werk eingestellten Zugewinne durch das 40 Watt höhere Power-Target liegen im niedrigen einstelligen Bereich. Je nach Spieleauswahl liegt die Performance damit irgendwo auf dem Niveau einer GeForce GTX 1080 Founders Edition oder in Schlagdistanz zu übertakteten Partnermodellen. Ein direkter Vergleich mit Grafikkarten von Nvidia in den zahlreichen neuen Spielen wird folgen, wenn weitere Varianten von AMDs Flaggschiff erschienen sind.

Der Kühler und das Silent-BIOS machen den Unterschied

Abgesehen von der Leistung unterscheiden sich Referenz und PowerColors Adaption aber gewaltig. Das ist dem Triple-Slot-Kühler geschuldet, der seine Arbeit effektiv und effizient verrichtet. Zum deutlichen absoluten Vorteil in der Lautstärke führt das allerdings nur, wenn der Käufer den BIOS-Schalter auf den Silent Mode umstellt, dann wird der rote Teufel richtig leise, ohne langsamer als AMDs Variante zu sein.

RX Vega 64 von Asus (unten), PowerColor (Mitte) und AMD (oben)
RX Vega 64 von Asus (unten), PowerColor (Mitte) und AMD (oben)

Die Grafikkarte kommt mit drei BIOS-Versionen daher, die unterschiedlich schnell und eben auch laut sind. Standardmäßig ist das OC-BIOS aktiv, das mit 260 Watt ASIC-Power zwar am schnellsten, jedoch auch am lautesten ist. Der Kühler bleibt selbst in diesem Modus zwar deutlich leiser und angenehmer als die Referenzkarte, eine alternative Einstellung ist trotzdem die deutlich bessere.

Denn das zusätzliche Silent-BIOS ist nur drei Prozent und damit höchstens messbar langsamer. Bei auf 220 Watt reduzierter ASIC-Power und gleichzeitig höherer Ziel-Temperatur wird die Lautstärke aber massiv gesenkt. Die noch nicht verfügbare aber ebenso leise Asus Radeon RX Vega 64 Strix (Test) wird im Test noch unterboten. Ob Sapphire noch leiser kann, ist aktuell noch ungewiss, sollte sich aber noch vor Weihnachten klären lassen.

Das Silent-BIOS sollte der Standard sein

Wer vom Silent BIOS nichts weiß, der verschwendet also unnötig viel Potenzial, weil er dem Kühlsystem für ein paar Prozent mehr Leistung überproportional viel zusätzlichen Verbrauch auferlegt. Der eigentliche Vorteil der Grafikkarte von PowerColor wird so gar nicht sichtbar. Aus Sicht der Redaktion hätte der Hersteller aber genau hier (auch ab Werk) den Fokus setzen sollen.

Die Red Devil ist ein Anwärter auf den Titel „Beste Radeon RX Vega 64“

Weil es die Option gibt, ist die PowerColor Radeon RX Vega 64 Red Devil trotzdem ein Anwärter auf den Thron des besten Custom Designs von AMDs Flaggschiff. Helfen könnte dabei auch der Preis, denn dieser liegt mit 559 Euro unter dem der schlicht weiterhin vielerorts zu teuren Referenzversion. Wobei sich erst noch zeigen muss, ob der Preis vor allem in den ersten Wochen überhaupt gehalten werden kann.

Die PowerColor Radeon RX Vega 64 Red Devil wird es in Deutschland ab Freitag vorerst ausschließlich bei Mindfactory für 559 Euro geben. Andere Shops sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

PowerColor Radeon RX Vega 64 Red Devil im Test
PowerColor Radeon RX Vega 64 Red Devil im Test

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