Radeon RX Vega 64 Strix im Test: Asus Vorserie schlägt das Referenzdesign deutlich

Wolfgang Andermahr 883 Kommentare
Radeon RX Vega 64 Strix im Test: Asus Vorserie schlägt das Referenzdesign deutlich

tl;dr: ComputerBase konnte am Freitag ein Vorserienexemplar der Asus Radeon RX Vega 64 Strix in der Redaktion testen und mit dem Referenzdesign von AMD vergleichen. Das Ergebnis ist klar: Die erste Partnerkarte mit Vega ist schneller, deutlich leiser und braucht kaum mehr Strom.

Die Asus Radeon RX Vega 64 Strix im Test

ComputerBase hatte am Freitag in der Redaktion in Berlin die Gelegenheit, die einzige bisher angekündigte Partnerkarte der Radeon RX Vega 64 in Augenschein zu nehmen: Die Asus Radeon RX Vega 64 Strix.

Laut Asus ist die in der Redaktion persönlich präsentierte Grafikkarte zu „99 Prozent“ identisch mit dem finalen Produkt. Die Hardware sei komplett final, einzig am BIOS werde es eventuell noch Änderungen geben. Das soll aber weder auf die Performance, noch auf die Lautstärke einen Einfluss haben.

Dennoch weist die Redaktion an dieser Stelle explizit darauf hin, dass es sich nicht um einen abschließenden Test eines finalen Modells sondern den Test eines Vorserienexemplars handelt. Der Test der fertigen Grafikkarte folgt gegen Ende September.

Das Ziel: Leiser, kühler und schneller

Die Asus Radeon RX Vega 64 Strix soll alles besser als das Referenzdesign machen: Mehr Leistung, niedrigere Temperaturen und vor allem ein leiser Betrieb sind das Ziel in der Entwicklung gewesen. Die letzten beiden Punkte sollen hauptsächlich durch das Kühlsystem erreicht werden, das im Frühjahr auf der Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix (Test) eine gelungene Premiere gefeiert hat.

Asus Radeon RX Vega 64 Strix (oben) und die Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix
Asus Radeon RX Vega 64 Strix (oben) und die Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix

Der Kühler der GeForce GTX 1080 Ti Strix

Aufgrund des gleichen Kühlers gibt es kaum einen optischen Unterschied zwischen der Asus Radeon RX Vega 64 Strix und der GeForce GTX 1080 Ti Strix. Mit der neuen Version setzt Asus auf ein 2,5 Slot (statt vormals 2,0 Slot) hohes Kühlerdesign, bei dem die drei unverändert 90 mm messenden Lüfter einen Kühlkörper mit laut Asus 40 Prozent größerer Oberfläche belüften. Und anders als seit Jahren von Asus bekannt liegen mit dem neuen Kühler auch bei der Radeon RX Vega 64 Strix die sechs Heatpipes nicht mehr direkt auf der GPU auf, sondern sind in einem vernickelten Kupfer-Heatspreader zusammengelegt. Dieser sitzt direkt auf der Vega-10-GPU und dem HBM2-Speicher. Die neue Technik nennt Asus „MaxContact Technology“.

Auch beim neuen Kühler werden alle Lüfter im Leerlauf der GPU ausgeschaltet. Die VRM der Spannungsversorgung sind mit einem breiten Wärmeleitpad direkt mit dem Kühlkörper verbunden.

Das PCB, zwei BIOS und die Taktraten

Das PCB der Asus Radeon RX Vega 64 Strix ist riesig, am hinteren Ende aber kaum bestückt. Die Stromversorgung will Asus gegenüber der Referenzkarte deutlich ausgebaut haben, sodass die Ströme bei hohen Frequenzen deutlich stabiler sein sollen. Zwei Acht-Pin-Stromstecker sorgen weiterhin für die notwendige Energieversorgung.

260 oder 240 Watt Power Limit für die Vega-10-GPU

Es gibt zwei BIOS-Versionen auf der Karte, die beim Power Limit unterschiedlich konfiguriert sind. Mit dem Standard-BIOS darf die GPU 260 Watt ziehen, mit dem zweiten BIOS sind es 240 Watt. Die Referenzkarte ist auf 220 Watt konfiguriert.

Mehr Leistung durch ein höheres Power Limit

Asus hebt bei der Radeon RX Vega 64 Strix nicht die Taktraten an. Dies ist aber auch nicht nötig, da durch das höhere Power Limit die Frequenzen automatisch höher ausfallen. Der höchste DPM-State ist für die GPU deshalb auch hier mit 1.630 MHz und der für den Speicher mit 945 MHz angegeben. Was Asus unabhängig vom Power Limit jedoch verbessert haben will, ist die Taktstabilität. Die Strix soll einen deutlich stabileren Takt aufweisen als die Referenzkarte, die häufig die Taktrate ändert.

Anschlüsse, RGB-Beleuchtung, Eckdaten

Auf der Asus Radeon RX Vega 64 Strix finden sich zwei DisplayPort-1.4a- sowie zwei HDMI-2.0b-Anschlüsse wieder – letzterer ist für VR doppelt ausgelegt. Es kehrt zudem ein Dual-Link-DVI-Ausgang zurück, der auf der Referenzkarte fehlt. Weil diese Grafikkarte aber nicht auf Direct Heat Exhaust setzt, darf die Slotblende voll belegt sein.

Als Besonderheit finden sich zwei Molex-Anschlüsse am Ende des PCBs: Die Gehäusebelüftung kann so optimal an die Temperatur der GPU angeglichen werden, während das Mainboard nur die CPU- oder die Gehäusetemperatur als Referenz heranzieht. Das ist bereits von Strix bei Pascal bekannt.

Asus Aura Sync lässt es leuchten

Wie bei allen teureren Grafikkarten setzt Asus bei der Radeon RX Vega 64 Strix auf eine RGB-Beleuchtung. Sie findet sich in Form von Leuchtstreifen jeweils ober- und unterhalb der drei Lüfter sowie im ROG-Logo auf der Rückseite der Grafikkarte. Per Software Aura (Download) lässt sich die Farbe nach Belieben anpassen. Die LEDs können dauerhaft leuchten, blinken, pulsieren oder die Regenbogenfarben in einer Endlosschleife wiedergeben. Darüber hinaus kann die Beleuchtung der aktuell wiedergegebenen Musik oder Temperatur der GPU angepasst werden. Auch abschalten lässt sie sich. Asus fasst die Beleuchtung unter der Bezeichnung Aura Sync zusammen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die technischen Eckdaten der Grafikkarte von Asus im Vergleich zur Referenzkarte von AMD.

Radeon RX Vega 64 im Vergleich
Merkmal AMD-Referenz Asus Strix
Karte PCB-Design AMD Asus
Länge, Breite 27 cm, 11,0 cm 30,0 cm, 13,0 cm
Stromversorgung 2 × 8 Pin 2 × 8 Pin
Kühler Design Referenzkühler, 2 Slot DirectCU III, 2,5 Slot
Kühlkörper Alu-Radiator, Vapor-Chamber 6 Heatpipes, Alu-Radiator
Lüfter 1 × 75 mm (radial) 3 × 90 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Nein Ja
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.247 (27 MHz) 1.247 (27 MHz)
GPU-Maximum 1.670 MHz 1.670 MHz
Speicher 945 MHz (167 MHz) 945 MHz (167 MHz)
Power Limit (GPU+Speicher) 220 Watt 260 Watt (Standard-BIOS)
240 Watt (Zweites BIOS)
Speichergröße 8.192 MB HBM2, Samsung 8.192 MB HBM2, Samsung
Anschlüsse 1 x HDMI 2.0b
3 x DisplayPort 1.4
1 x Dual-Link-DVI
2 x HDMI 2.0b
2 x DisplayPort 1.4

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