Windows 10: Das kostenlose Upgrade ist auch weiterhin möglich

Jan-Frederik Timm 261 Kommentare
Windows 10: Das kostenlose Upgrade ist auch weiterhin möglich

Das eigentlich nur noch bis Ende 2017 gewährte kostenlose Upgrade von Windows 7 oder 8.1 auf Windows 10 direkt aus dem Betriebssystem heraus wurde verlängert. Nutzen kann es jeder, der unter Windows 10 eine Funktion zur erleichterten Bedienung („Hilfstechnologien“) nutzt. Der Umstieg ist aber auch anders noch möglich.

Das neue Datum 16. Januar 2018 nennt zumindest Microsofts US-Webseite, die deutsche Webseite hingegen spricht weiterhin vom 31. Dezember 2017. Einen Nachweis darüber, dass die Hilfsfunktionen auch tatsächlich benötigt werden, verlangt Microsoft nicht. Der Upgrade-Prozess wird über den Download einer exe-Datei auf der Aktions-Webseite angestoßen, der aktuell aber nur auf der US-Seite funktioniert. Das Windows, von dem gewechselt wird, muss aktiviert sein.

Der kostenlose Wechsel ist auch anders noch möglich

Anders als vielerorts behauptet, ist das allerdings aktuell nicht der einzige Weg, um auch anderthalb Jahre nach dem offiziellen Aus der einjährigen kostenlosen Wechselfrist gratis von Windows 7 oder Windows 8.1 auf Windows 10 zu wechseln. So akzeptiert beispielsweise selbst die ISO von Windows 10 Version 1709 Fall Creators Update noch heute bei der Installation gültige Lizenzschlüssel von Windows 7 und Windows 8.1. Die Möglichkeit hatte Microsoft im Herbst 2015 geschaffen, im Juli 2016 sollte sie enden. Aber beim Test in der Redaktion ließ sich ein Windows 10 1709 noch heute während der Installation mit einem Windows-7-Key aktivieren. Einen Hinweis, dass deren Gültigkeit nur von begrenzter Dauer ist, gibt es nicht.

Ein bei der Installation per Windows-7-Key aktiviertes Windows 10 1709
Ein bei der Installation per Windows-7-Key aktiviertes Windows 10 1709

Für Microsoft dürfte nach dem Debakel mit Windows XP allerdings wichtiger sein, möglichst viele Anwender zum Umstieg auf Windows 10 zu bewegen, als mehr Umsatz mit kostenpflichtigen Upgrades zu erzielen. Laut NetMarketShare nutzen weltweit noch immer rund 45 Prozent der mit dem Internet verbundenen Desktop-PCs und Notebooks Windows 7. Auf ComputerBase erfolgen noch 18 Prozent der Aufrufe über diese Version. Und im Januar 2020 läuft für Windows 7 der Support aus. Knapp anderthalb Jahre vor dem Ende lag Windows XP weltweit bei 40 Prozent – so viel besser scheint es um Windows 7 nicht gestellt.

Microsoft braucht das eine Betriebssystem

Bei Windows XP hatte Microsoft es zum Ende des Support-Zeitraums im April 2014 letztendlich trotz massiver Aufklärung nicht geschafft, den weltweiten Marktanteil unter 30 Prozent zu drücken. Und nur einen Monat nach dem Aus musste der Konzern dann gleich doch noch ein Sicherheitsupdate veröffentlichen, das eine gravierende Lücke im Internet Explorer schloss. Im Juni 2017 gab es nach Enthüllung der vom NSA genutzten Abhörwerkzeuge eine weitere Ausnahme.

Vor dem aktuellen Hintergrund der Sicherheitslücken Meltdown und Spectre, die auch im Betriebssystem geschlossen werden müssen, erscheint klarer denn je, dass Microsoft den mit Windows 10 eingeschlagenen Weg des „Betriebssystems als Service“ möglichst schnell und erfolgreich auf so vielen PCs mit altem Windows ausrollen muss, auch wenn das nicht immer im Interesse der Anwender liegt.