Quadruple-Level Cell: Micron kündigt erste SSDs mit QLC-NAND-Flash an

Michael Günsch 13 Kommentare
Quadruple-Level Cell: Micron kündigt erste SSDs mit QLC-NAND-Flash an
Bild: Intel

Günstigerer QLC-Flash-Speicher mit vier Bit pro Speicherzelle rückt näher. Micron hat nun offiziell bestätigt, dass der Marktstart in diesem Jahr erfolgen soll. Der neue Speicher soll zunächst in Enterprise-SSDs mit SATA-Schnittstelle eingesetzt werden.

Die Pläne hat Micron auf der A3 Technology Live Conference in London vor Analysten und Journalisten enthüllt. Wie The Register berichtet, wurde eine Roadmap gezeigt, die den Produktfahrplan für SSDs in diesem Jahr offenlegt. Auf die jüngst veröffentlichten SSD-Serien 5200 (Enterprise) und MX500 (Consumer) folgen demnach bereits die ersten QLC-Flash-SSDs. Ferner sind PCIe-SSDs mit NVMe-Protokoll für die Bereiche Client und Consumer geplant. Die Zeiträume für den Marktstart wurden allerdings nicht konkretisiert, „Coming Soon“ weist nur auf eine Einführung im späteren Verlauf des Jahres hin.

Micron: SSD-Roadmap für 2018
Micron: SSD-Roadmap für 2018 (Bild: Micron)

Kampfansage an die 7.200-U/min-HDD

Ein Foto zeigt einen Wafer mit den neuen Speicherchips, die dank QLC-Technik mehr Bit pro Chipfläche bieten und somit die Kosten für Speicherplatz reduzieren sollen. Nach bisherigem Kenntnisstand handelt es sich um 3D-NAND mit 64 übereinander gestapelten Zellschichten wie bei Microns aktuellem TLC-3D-NAND.

In Enterprise-SSDs für den Sektor Nearline-Storage soll der QLC-Flash erstmals eingesetzt werden. Laut dem Bericht will Micron den in diesem Segment noch vorherrschenden HDDs den Kampf ansagen.

It said this drive will have a feature set optimised for hyperscale use, and start attacking the 7,200rpm nearline disk drive market.

The Register

Der Einsatz in Cloud-Systemen und anderen Bereichen mit Fokus auf Leseoperationen wird anvisiert. Der Speichervorgang durch vier Bit pro Zelle bei QLC-Flash ist nochmals komplexer als bei TLC-NAND mit drei Bit und bedarf einer aufwendigeren Fehlerkorrektur. Die Haltbarkeit liegt unter jener von TLC-NAND, weshalb QLC-Flash anfangs vorwiegend für Archivzwecke mit wenig Schreibvorgängen vorgesehen wurde. Doch die letzten Berichte zum neuen Speichertyp lassen eine Haltbarkeit vermuten, die mit etwa 1.000 Schreibzyklen im Bereich derer von 2D-TLC-NAND liegt. Dies wäre für viele Bereiche inklusive SSDs für den alltäglichen Privatgebrauch ausreichend.

Dieses Segment wird voraussichtlich Microns (noch) Flash-Partner Intel mit der PCIe-SSD 660p bedienen, die ebenfalls bereits QLC-Flash aufweisen soll.

Neben Intel und Micron planen auch Samsung, SK Hynix sowie Toshiba und Western Digital mit QLC-NAND-Flash. Bei Samsung und Toshiba steht QLC-Flash mit 1 Terabit pro Die auf dem Programm.

HDDs bieten weiter den günstigsten Speicherplatz

Auch wenn SSDs dank QLC-Flash etwas günstiger werden, werden sie herkömmliche Festplatten beim Preis pro Gigabyte noch lange nicht einholen. Die HDD-Branche bereitet ihrerseits neue Techniken zur Erhöhung der Speicherkapazität für die Markteinführung vor. Im kommenden Jahr werden Festplatten mit MAMR-Technik von Western Digital und HAMR-Technik von Seagate erwartet.